Dann lass mich anders fragen:
Ist es dir möglich eine Grenze in irgendeiner Art und Weise zu erleben?
Durch welches Sinnesorgan wäre eine Grenze erfahrbar?
Wie wird diese Abgrenzung, diese Trennung erlebt?
Also erfahren kann ich eine Grenze schon.
Durch das Sehen mit den Augen erfahre ich eine Kontur zwischen Körper und Nicht-Körper. Die Grenze befindet sich dort, wo der erfahrene Körper sichtbar aufhört, und der nicht erfahrene Bereich der Welt sichtbar beginnt.
Durch den Tastsinn kann diese Grenze ebenfalls erlebt werden. Hier geschieht die Erfahrung der Trennung durch sensorische Rückkopplung. Der Finger berührt etwas, und wenn dieses etwas der Körper ist, dann entsteht diese Rückkopplung. Wenn es nicht der Körper ist, also bei "getrennten" Dingen, dann gibt es diese Rückkopplung bzw. Bestätigung nicht. Die Trennung passiert, weil ich beispielsweise den Stuhl nicht so umfassend erfahren kann, wie den Körper.
Und weil verschiedenartige Sinneswahrnehmungen hier zum gleichen Ergebnis kommen, wird die Trennung als real empfunden.
'Perspektive der Wahrnehmung' verstehe ich.
Was aber ist mit 'mein' gemeint? - das was an die 'Perspektive der Wahrnehmung' gebunden ist, was ist das, wie wird das erlebt?
Die Frage aller Fragen - ich versuche es mal...
Das was an meine Wahrnehmung gebunden zu sein scheint, ist immer da, ist immer wach (auch nachts im Traum) und immer neugierig. Und ich erlebe es als etwas, das ständig vorantreibt und sozusagen "nie aufgibt". Es ist Lebenswille, und es ist immer interessiert an dem was gerade passiert, und auch daran was als nächstes passiert. Es ist überall, und kann sich durch Gedanken und andere Wahrnehmungen Erfahrungen verschaffen. Es ist der Grund, warum alles andere da ist. Wenn ich noch mehr schreibe, wird es wieder zu konzeptuell, aber vielleicht genügt das ja schon.