Die Übung macht vor allem im Freien Spass. Die Aufmerksamkeit gleichzeitig auf Sehen-Hören-Spüren-Denken zu haben (also Teil 5), ist freilich kein Pappenstiel. Es läuft anfangs immer darauf hinaus, dass der Fokus, in kurzen Zeitabständen, vom einen zum andern wechselt. Nach einer Weile gelingt dann das Zusammenführen von Sehen, Hören und Spüren. Sobald das Denken dazukommt, gehen Sehen-Hören-Spüren leicht verloren. Wenn für kurze Momente alle vier beisammen sind, ist einfach nur noch Aufmerksamkeit da. Dann ist es ein Pappenstiel.Wunderbar, dass du das als schöne Übung empfindest. Magst du das vielleicht in Zukunft jeden Tag machen? Das hilft ungemein immer mehr die direkte Erfahrung zu bemerken... :)
Mit «muss» war gemeint: Das, was von alleine kommt. Ich hatte zuerst: «Dass es läuft, wie es soll», aber da störte mich, dass «soll» den Anschein erweckt, als ob da jemand wäre, der bestimmt, dass es so und nicht anders sein soll. Was man sagt, ist falsch :)Was muss?Dass es läuft, wie es laufen muss.Was bedeutet schon perfekt?
Zum Glück entgeht dir nichts. Ja, ich sehe den Widerspruch. Die «Besitzansprüche» von Kontrolle und Angst machen keinen Sinn. Ich habe die Fähigkeit zu Kontrolle und Angst nicht erfunden, ich habe sie allenfalls gefüttert. Aber am Ende ist es sogar so, dass ich mir nicht mal das Füttern anrechnen kann. Ich werde immer leichter. Und unschuldiger :)Widerspruchsalarm!!! Zuerst schreibst du:
Die Kontrolle über die Schutzmechanismen, welche den Schein der Persönlichkeit aufrecht erhalten.
Es ist die Angst, ohne Kontrolle zu versagen, den Ansprüchen des Alltags nicht zu genügen, nicht ernst genommen zu werden, manipulierbar zu sein, die eigene Nichtigkeit zugeben zu müssen, ins Bodenlose zu fallen, den Verstand zu verlieren.
Und dann:
Ich kann mir selbst nichts anrechnen. Nicht mal das Schlechte. Damit meine ich Verhaltensweisen, die andere womöglich verletzt haben. (Heute ist es streng :))
Siehst du den Widerspruch?
1. Was fehlt hier?Bitte beantworte auch Frage 1 und 2..1. Was fehlt hier? 2. Was sollte anders sein? 3. Wo hört Körper-Geist- Organismus auf und wo beginnt Umgebung?Daran wird sich vermutlich nichts ändern.
Es gibt in Wahrheit keine Trennung. Ohne Gedanke keine Trennung. So einfach.
Nichts was ich benennen könnte.
2. Was sollte anders sein?
Ich weiss es nicht. Gestern habe ich Rosinenmilchbrötchen gebacken. Für neun Brötchen kommen normalerweise etwa 80 Gramm Rosinen in den Teig. In der Packung mit den Rosinen waren noch 120 Gramm. 40 Gramm wären somit in der Packung übriggeblieben - ein blöder Rest. Wieso also nicht einmal Rosinen in Fülle? Das Resultat war eher enttäuschend. Zu süss, zu rosinendominant. Beim nächsten Mal wieder 80 Gramm, das ist ideal :)
Auf einer ParkbankMagst du sie nochmal machen? Die ersten 5 Minuten, das was gerade da ist mit ich, und die zweiten 5 Minuten, das was gerade da ist ohne ich. Lass dich mit deinem ganzen Wesen darauf ein, und beobachte wieder, was sich im Körper tut, mit und ohne Ich-Bezeichnung...
Ich sehe eine grosse Wiese und Bäume
Ich spüre einen leichten, kühlen Wind von links und die Sonne von rechts
Ich höre Vogelgezwitscher
Ich spüre auf dem Gesäss die von der Frühlingssonne gewärmte Holzbank
Ich rieche Verwesungsgerüche aus dem Abfallbehälter neben der Bank
Ich höre Autos und eine Strassenbahn
Ich sehe in der Ferne einen Sendemast
Leichte Anspannung in den Schultern und in den Oberschenkeln
Wärme im Gesicht
Wiegende Bäume
Leichtes Druckgefühl an den Füssen
Vogelzirpen
Sehen einer grossen Wiese
Spazierende Fussgänger
Fliegende Vögel
Leichter Wind
Hören und Sehen eines Flugzeugs
Immer noch leichte Anspannung in den Schultern, tieferer Atem. Mit mehr Freude und weniger Anstrengung bei der Sache.

