Für mich ist Gewahrsein in etwas sein, was gerade Ist. Ein Beispiel. Da ist der Gedanke, etwas angucken zu wollen, sich mit etwas zu verbinden, eins zu sein mit dem was ist (ja, ja, das Ich klebt fast an jedem Gedanken). Also krieche ich unter die warme Bettdecke und liege dann schön entspannt auf dem Rücken und mach die Augen zu. "Heute nehmen wir mal den Atem", denkt es. Ok. Beim Einstieg in die Erfahrung des Atemvorganges ist noch ein Betrachter da. Doch nach und nach, löst er sich auf und es ist nur noch das Atmen in seinen Variationen da.... bis der erste einfach gestrickte Gedanke (vielleicht: "schön gleichmäßig") kommt, dann wieder nur Atmen...Das ist für mich Gewahrsein, Schauen. .... Bis dann irgendwann wie die Geier die Gedanken einfallen.Worauf deutet dieser Ausdruck?
Wird Gewahrsein erlebt, als etwas separates, eigenständiges?
Eine etwas lockerere Versuchsanordnung ergab sich heute in der frühlingshaften Natur. PLÖTZLICH war da Vogelgezwitscher, die leisen Klänge des Windes in den Baumwipfeln und das Gefühl von Verbundenheit mit diesem Sein... und da hatte zwischendurch auch noch der kleine Gedanke ("Frühling") Platz. Im Gewahrsein ist kein Beobachter, da ist immer alles eins. Entweder nur Gezwitscher oder nur Gedanke!
Zwischenbemerkung: Das Schauen der Gedanken, vorallem wenn sie massenhaft auftauchen, scheint fast unmöglich zu sein.
Gewahrsein kann auch nur für ganz kurz da sein. Z. B. in der Form einer Erfahrung eines auftauchenden Gedankens und der unmittelbaren Einsicht, dass er nur ein Gedanke ist und nicht die Wirklichkeit.
In der Schule hatte ich mal gehört, dass das ganze Weltall eigentlich Energie ist. Meine Vorstellung war, dass der kleine Funke genauso wie das Weltall Energie ist und sich auch als etwas grosses verwirklichen kann.Das verstehe ich nicht, bitte erklär das nochmalHa, und Energie ist DIE Macht!
Mit "Nicht-Gewahrsein" meinte ich den Zustand, wo vorherrschend die Ich-Konzepte das Leben scheinbar führen, im Gegensatz zu dem Zustand des tiefen Schauens oder Gewahrseins.Können Gedanken im Nicht-Gewahrsein auftauchen? Wie genau erlebst du das?
Über die immer wieder mal und dann auch noch in Massen auftauchenden Gedanken, deren Inhalt nicht untersucht werden kann. Ehrlich gesagt liegt über "meinem" ganzen Seins-Gedanken-Konzept der Schleier. Genau! Da, wo kein Gedankenkonzept ist, wie im tiefen Schauen, wie das, glaube ich, bei LU genannt wird, und ich Gewahrsein nenne, da ist klare Sicht, oder "Loch im Schleier".Worüber liegt denn noch ein Schleier? Beschreib mal die noch nicht gelochten Schleier-Teile!
Tut mir leid, diese Frage verstehe ich nicht wirklich. Ist gemeint, wie ich im Alltag z. B. bei einer Entscheidung vorgehe?Zu Frage 5. : Gib ein paar konkrete Beispiele zu Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle aus deinem Alltag.
Bei auftauchenden Gedanken, kommt öfter zugleich fast der Gedanke mit auf, dass der Erstere nur ein Gedanke wäre und somit nicht mit Wirklichkeit gleichzusetzen ist.Was hat sich nach dem Durchschauen der Illusion im Alltag verändert, was ist gleich? Gib ein paar konkrete Beispiele!
Gedanken, die in irgendeiner erkannter Form auf ein Ich-Konzept hindeuten, werden schon mal kritisch beobachtet und auf ihre Auswirkungen untersucht. Es verändert sich eigentlich nicht viel im Alltag. Ich stelle aber immerhin fest, dass ich das Wort und seine Verwandten nicht mehr so gerne sagen und schreiben mag und dass es auch ohne gehen könnte, was allerdings eine ziemliche Umstellung erfordert. Meine Mitmenschen z. B. hängen noch sehr an der Ich-Vorstellung und mit ihnen möchte ich auch weiterhin locker kommunizieren können.
Aufmerksamkeit und Neugierde, was das Leben anbelangt, sind gestiegen, akzeptieren das, was ist, ist einfacher geworden und ein Gefühl von Erleichterung und Dankbarkeit füllt mehr und mehr den Raum.

