Sag Du es mir! Was sind Deine Erwartungen: Hand aufs Herz! ?Was soll da noch passieren?
...du fragst also nach meinen Erwartungen. Ich habe einen großen Widerwillen, wenn andere Menschen erzählen, wie sie sind und wie es bei Ihnen ist und versuche oft Aussagen über mich zu vermeiden (das z.B. ist eine), auch erlebe ich mich als wenig eindeutig und zu vielerlei, auch gegensätzlichen und durchaus schnell wechselnden Meinungen und in diesem Fall Erwartungen "fähig"(noch eine). Ich gebe mir nun die Erlaubnis (deine Aufforderung habe ich ja schon) und schreibe über die in diesem Augenblick vorhandenen Erwartungen. Ich tue dies im Bewusstsein, dass ohnehin immer alles anders ist als erwartet - so meine bisherige Erfahrung.Schau da noch mal hin, was Du für eine Idee hast, wie es sein sollte.
Vom Durchschauen der Ich-Illusion erwarte ich, in Staunen und Lächeln (Mona Lisa-artig) versetzt zu werden - das ist bereits heute eine häufige Grundstimmung. Auch Begeisterung wird sich einstellen, wenn ich sehe, dass etwas anders ist als bisher gedacht.
Ich stelle mir vor, künftig große Verbundenheit und Liebe zu fühlen und mich wenig mit meinen Störgefühlen wie dem Gefühl ungeliebt zu sein zu beschäftigen und diese Gefühle weniger schmerzhaft und mich weniger verletzlich zu erleben. Ich erwarte die Nähe anderer Menschen nicht zu vermissen und mich ihnen in Liebe zuzuwenden.
Auch eine Befreiung vom Widerstand gegen die Realität, von der Annahme, dass irgendetwas unbedingt anders sein müsse als es ist, erwarte ich - Gelassenheit.
...das sind eigentlich keine Dinge, für die es ein Durchschauen der Ich-Illusion braucht. Aber ich erwarte, dass sie dann ganz leicht, ganz von selbst geschehen.
Dann erwarte ich große Klarheit, so als wären alle Fragen nun beantwortet oder nicht mehr interessant. Diese Erwartung scheint am größten. Ich erlebe mich als extrem neugierig und will undbedingt wissen, was los ist und möchte mich überraschen lassen und staunen und lächeln.
Da muss ich jetzt eine schlagartig vorhandene und bald wieder verblasste Stimmung aufdröseln, auf die Gefahr hin, dass das Bild dann doch nicht ganz stimmt.Lass uns da genauer schauen. Was war furchtbar, was war grauenvoll? Tatsache ist, dass es so war!!! Da hilft leider kein "besseres Wissen" wie die Dinge eigentlich sind.Da war ein sonnenklares Bild. Alles einfach.
Und auch etwas Furchtbares, ich erinnere mich, dass es grauenvoll, irgendwie auch unwillkommen war.
Wieso war das furchtbar? - Wer sollte das furchtbar finden?
Furchtbar ist auch nur ein Konzept.
Was war furchtbar? Diese Leere, die unsinnigen Anstrengungen bestimmte Ziele zu erreichen. Wo es niemanden gibt, dem das Erreichen dient. Es gibt keinen Auftrag. bzw. ich führe niemands Auftrag aus, ich führe einen erfundenen Auftrag aus. Ich bin kein Idealist, sondern ein Wahnsinniger!
(das ist jetzt tatsächlich lustig!).
...also die Beantwortung der zweiten Frage hat mir jetzt mehr Spass gemacht als die der ersten Fragen...
auch ich bin sehr gespannt ;-)
Lieben Gruß
Ulrich

