Das ist das direkte Erleben, Nika! Und auch wenn dieses Schauen nur kurz funktioniert, (klar, wir haben unser ganzes Leben lang diese Etikettiermaschine im Hintergrund laufen, das lässt sich nicht mal eben ausknipsen) so kann es doch ausreichen, um die Ich-Illusion dauerhaft und irreversibel zu durchschauen.Ich finde weder einen Sender noch einen Empfänger, es ist alles gleichzeitig. Das kann ich nur kurz so wahrnehmen. Das Denken unterbricht dieses Empfinden ständig, dadurch ändert sich das alles zu: ich sitze gerade in der Wohnung, also hören findet ‚drinnen‘ statt und die Nachbarn sind ‚draussen’ im Garten. Ich bin hier und die Stimmen dort.
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Alles, was du je gehört oder gelesen hast zum Thema Nondualität, Erwachen usw.:
Das hier ist es schon!
"Das-was-jetzt-ist" ist immer da, war immer da - egal, ob dem Schleier aus trennenden Gedanken geglaubt wird (dann verschleiert er die Wirklichkeit und wir glauben an eine dualistische Welt) oder er eben durchschaut ist (dann ist dieser Gedankenschleier halt einfach Teil des Erlebens).
Es mag sein, dass im weiteren Prozess, der sich "nach dem torlosen Tor" entfaltet, das Denken immer ruhiger wird, immer mehr in den Hintergrund tritt - hier in diesem Dialog soll es aber 'nur' darum gehen, dieses Denkmaschinchen, welches Trennungs- und damit den Ich-Gedanken erzeugt, zu durchschauen.
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Lass uns jetzt mal das Sehen betrachten. Hier wird es etwas kniffligler, denn schliesslich definieren wir Menschen den größten Teil von dem, was wir 'wirklich' nennen, über das Sehen.
Schliess die Augen und nimm dir einen Augenblick, um zur Ruhe zu kommen.
Wenn du dann die Augen öffnest, schau einfach auf das, was vor dir ist, in deinem Gesichtsfeld.
Beobachte, wie der Fokus auf verschiedene Punkte im Blickfeld wandert und wie das gedankliche Unterteilen, Benennen und Geschichtchen-Erzählen geschieht.
Musst ein 'Ich' irgendetwas tun, damit das Sehen passiert?
Hat irgendeine Zentralinstanz die Hand im Spiel, wenn der Blick wandert und das Denken Dinge unterscheidet und benennt?
Wenn du diese Abläufe eine Weile untersucht hast, schau nochmal. Aber jetzt schau auf das Sehen an sich, lass das Denken unberücksichtigt. Blicke einfach in den generellen Raum vor dir, sozusagen durch oder hinter die Dinge, die zuvor gedanklich getrennt wurden. (Etwas Geduld, ist weniger einfach als beim Hören, kurze Momente des direkten Erlebens reichen aus.)
Ohne Gedankengeplapper im reinen Sehen:
Ist da eine Außenwelt, die von einer Innenwelt wahrgenommen wird?

