Die Verschiebung hat stattgefunden. Verschiebung von was? Die Verschiebung von wahrnehmung hat stattgefunden. Am Montag. Ja, es ist nicht mehr rückgängig zu machen. Wenn mich irgendjemand davon überzeugen wollte, dass es das Ich doch gibt, es wäre nicht mehr möglich daran zu glauben. Beispiel: Ich habe diesen Text "Hinweise zum erwachen - (Übungen)" am Anfang des Prozesses gelesen und ich habe nichts davon kapiert, gestern hatte ich einen Teil der gleichen Übungen nochmal gelesen und plötzlich war alles so klar.Stromeintritt Wie definierst Du ihn und woran erkennst Du, dass es geschehen ist. Und glaubst Du, das ist irreversibel? Wie wird die weitere Entwicklung dann aussehen?
Die weitere Entwicklung ist, diese Verschiebung erst mal sacken zu lassen. Es braucht Zeit, bis sich das etabliert hat. Alles weitere geschieht entweder von selbst oder kann vielleicht durch Übungen unterstützt werden, die zum Sakadagami Stadium führen, aber es gibt niemanden, der das tun könnte.
Was sich ganz stark verändert hat, ist, dass die Suche aufgehört hat. Es hat nie eine Suchende gegeben. Die Suche ist beendet.
Ja, das Motiv war, mich selber aufzuwerten, und das dient natürlich der Stabilisierung nicht. Ich spüre Trauer, wenn ich das schreibe und auch Scham darüber.Wär das nicht eher das Motiv gewesen, andere neidig zu machen und sich selber damit aufzuwerten? Und wäre das unterstützend für die Stabilisierung?
Bei der Mantra Übung kam heraus, dass es um das Selbstwertgefühl geht:
obenauf liegt Stolz mit dem Satz: ich bin besser als andere,
darunter die nächste Schicht: Scham und Trauer, sehr viel Trauer darum, dass ich besser als andere sein muss
noch mehr Trauer und die unterste Schicht: tiefes Mitgefühl, für das verletzte innere kleine Mädchen, das denkt, nicht gut genug zu sein. Ich habe meinen Teddybären "Gut so" geholt, (er heißt gut so, für: ich bin gut genug, so wie ich bin) und habe geweint und geweint...
klar geworden ist mir auch, dass es nicht nur ein einzelnes Motiv ist, sondern dass die Motive für die Handlungen ineinander verwoben sind. Der Wunsch dass durch das mitteilen der Erfahrung immer mehr Menschen aufwachen ist natürlich auch da (es ist vielleicht so ca. 50% das eine Motiv und 50% das andere Motiv).
Das ist mir alles noch nicht klar, wie das ineinander geht. Also Gedanken sind real. Aber ihr Inhalt nicht. Das muss erst noch genauer untersucht werden, es ist so viel auf einmal. Für das praktische Leben braucht man Gedanken.Bist Du sicher bzgl. der Kausalität? Könnte es auch Synchronizität sein? Scheint der Gedanke das Entstehen einer Ich-Illusion zu bewirken oder nur die Verwechslung seines Inhaltes mit der Realität? Reicht hier nicht die sensorische Klarheit, was direkte Sinneserfahrung ist und was Gedanke, was real ist und was nur ausgedacht ist? Müssen Gedanken die Wachheit beeinträchtigen, wenn sie als nur Gedanken erkannt sind? Kommt man in praktisch planerischen Anforderungen ohne Gedanken aus?
Ich war gestern zum ersten Mal während diesem intensiven Prozess hier wieder unter fremden Menschen, auf einem Straßentheaterfestival. Dort saß neben mir eine fremdes junges Mädchen auf der Bank und ich bekam unabsichtlich mit, wie sie sich mit ihren Begleitern darüber unterhielt, dass sich ihre Eltern wohl offensichtlich frisch getrennt hatten.
Was dann aber passiert ist, hat mich sehr erstaunt und ich kann es nicht recht einordnen.
Ich war plötzlich dieses junge Mädchen und fühlte den Schmerz und die Trauer darüber, dass sich die Eltern getrennt habern. Es war wirklich so, als ob ich sie war und als ob es meine eigenen Gefühle waren. Es war nicht so, wie wenn man jemanden von außen sieht, und mit ihm Mitgefühl hat. Nein, es war mein Schmerz, den ich um diese Trennung fühlte. Und dieses Mädchen war wildfremd, ich habe es nie zuvor gesehen.
Das bringt mich etwas durcheinander. Ist es jetzt immer so, dass ich die Gefühle von anderen Menschen so spüre, als ob es meine eigenen sind? Ich bin ziemlich durcheinander, seit der Situation, weil ich gar nicht mehr weiß, was passiert.....und es nicht einordnen kann.....
Irgendwie begreife ich, dass es wohl etwas damit zu tun haben muss, dass dieser Gedanke, "dies ist mein Körper" nicht mehr geglaubt wird, aber es ist so verwirrrend.... ich bin sehr verunsichert.....

