Aufwachen

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Glueckseligkeit
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Re: Aufwachen

Postby Glueckseligkeit » Sat Feb 24, 2018 4:30 pm

Leid wird erfahren als Trennung von ? ich weiß es nicht. Leid auf der physischen Ebene lasse ich jetzt mal weg.

Das physische Leid ist aber das Leid, was interessant ist. Genau dort suchen wir ein leidendes "Ich". Erforsche das. Wie ist ein "Ich" involviert?
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Aufwachen

Postby Klaus » Sat Feb 24, 2018 5:57 pm

Das physische Leid ist aber das Leid, was interessant ist. Genau dort suchen wir ein leidendes "Ich". Erforsche das. Wie ist ein "Ich" involviert?
Es ist erst mal Wahrnehmung von Schmerzen, bei Migräne z. B. im Kopf. Wer nimmt den Schmerz wahr? Hm, es gibt eine "Instanz", die den Schmerz registriert. Der Schmerz kann sich ja nicht selbst registrieren, dann wäre man ja der Schmerz. Also ist es etwas außerhalb des Schmerzes, was den Schmerz fühlt. Aber was ist es? Da muss ich passen. Die Sprachkonvention nennt es Ich. Also das Ich nennt es Ich. Womit nicht viel erklärt ist.
Ich will noch bemerken, dass der "Prozess" der "Ich-Findung" durch die gegenwärtige Anteilnahme Deinerseits erheblich fokussiert wird. Ich sinne fast nur noch über dieses Koan "Wer bin ich" nach (und das geht wunderbar auch mit der "künstlerischen" Arbeit zusammen, weil sich da auch etwas sehr konzentrieren und aufmerksam sein muss).
Lieben Gruß
Klaus

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Re: Aufwachen

Postby Glueckseligkeit » Sat Feb 24, 2018 10:10 pm

Zunächst möchte ich Dir schreiben, dass das "Suchen" mit Dir wirklich sehr konstruktiv und angenehm ist. Ich weiß ja selbst, wie die "leidvolle Seite" aussieht und wie nervig manche Fragen sein können. Insbesondere wenn dann wieder die Hoffnungslosigkeit, Frustration oder gar körperliche Schmerzen auftauchen. Ich habe da wirklich Mitgefühl.
Fühle Dich grundsätzlich motiviert, gerne auch sehr befreit von "Anstandsregeln" mit mir zu kommunizieren. Weder bin ich Lehrer noch hast Du den Job "mich günstig zu stimmen". Ich hinwiederum werde immer wieder an Punkten einhaken (müssen), die Dir dann ggf. auch ganz schön auf die Nerven gehen. OK?

Also ist es etwas außerhalb des Schmerzes, was den Schmerz fühlt. Aber was ist es? Da muss ich passen. Die Sprachkonvention nennt es Ich. Also das Ich nennt es Ich. Womit nicht viel erklärt ist.

Wenn vollkommene Akzeptanz für die Schmerzen bestehen würde, gäbe es dann "etwas" außerhalb des Schmerzes? Gibt es etwas außerhalb Deines künstlerischen Agierens? Wann taucht etwas außerhalb der Schmerzen oder außerhalb des künstlerischen Agierens auf? Sobald irgendein Gedanke auftaucht, der das, was tatsächlich ist negiert, etwas anderes erwartet und Ansprüche stellt?
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Aufwachen

Postby Klaus » Sat Feb 24, 2018 11:18 pm

Es ist nicht im Geringsten nervig, auf Deine Fragen zu antworten, eher frage ich mich immer, wie Du es aushältst, bei allen "Klienten" dieselbe Beharrlichkeit an den Tag zu legen mit immer wieder genauem Nachhaken. Deine Fragen berühren die kritischen Punkte und das ist gut so. Wie soll es sonst gehen? Ich will oder besser gesagt, muss ja nun mal endlich "der Sache" auf den Grund gehen, was ich seit Teenagertagen bereits wusste, dass es das ist. Aber nach so langer Zeit und Erfahrungen mit meinem Leben, ist klar: Es taugt alles nichts, wenn man nicht weiß, wer man eigentlich ist. Immer wieder vor die gleichen Wände zu rennen, man könnte Mitleid mit den Wänden haben. Es ist ein unwürdiges Spektakel, was da in der Dunkelkammer des Lebens abläuft. Gut, aber schreiben und reden darüber und machen sind völlig verschiedene Dinge. Wie gesagt, der Tod hat mir zu denken gegeben, mich so sehr erschüttert und tut es noch immer jede Sekunde, ich kann und will es nicht mehr vergessen.
Wenn vollkommene Akzeptanz für die Schmerzen bestehen würde, gäbe es dann "etwas" außerhalb des Schmerzes?
Nein, vielleicht kann man das Verschmelzung mit dem Schmerz nennen, dann liebt man sogar den Schmerz, es gibt nichts zu fürchten, keine Angst mehr vor Leiden. Nur Aufgehoben-Sein und Dein-Wille-geschehe.
Gibt es etwas außerhalb Deines künstlerischen Agierens?
Nein, gibt nichts außerhalb des Prozesses in der Arbeit, totaler Fokus darauf, keine Ablenkung, es ist das Wichtigste überhaupt, muss unbedingt gemacht werden. Voll Überraschungen und Leben.
Wann taucht etwas außerhalb der Schmerzen oder außerhalb des künstlerischen Agierens auf?
Bezüglich künstlerischer Arbeit fällt mir die Antwort leicht: Sobald der schöpferische Prozess zu Ende ist oder unterbrochen wird, reißt der Kontakt ab und das Gehirn, also totes Wissen, tausendmal durchgekaute Kriterien/Vergleiche/Meinungen/ spulen sich ab -und das "Leid" beginnt: Ist das gut genug, reicht das schon, gibt es das schon, wie kann das noch besser werden, hoffentlich klappt das weiter so gut, hoffentlich krieg ich das weiter so gut zu Ende, usw. Also Herausfallen aus dem einfachen Tun, wo es um nichts Besonderes geht, was eigentlich nur SPIEL und vor Allem frei von Zwängen ist. Es geht erst Mal um gar nichts, weil, wenn ich anfange, ist ja auch noch gar nichts da. Also, ich kann ja nix kaputt machen oder schlechter. Die Schwierigkeit ist, etwas Angefangenes, was einem schon recht interessant erscheint, nach einer Unterbrechung weiter zu machen ohne Angst. Wenn der Faden in völliger Frische, Unabhängigkeit und Angstlosigkeit nicht wieder aufgenommen werden kann, ist Holland in Not, wird es nichts und das merke ich recht bald, das Leid beginnt. Nun ist es so, dass ich unter sehr hohem Druck stehe seit dem Tod meines Freundes, aber eigentlich schon das gesamte Leben lang. Und diese Arbeit wollte ich machen, seit ich "denken" kann. Ich habe den Eindruck, dass der hohe Druck mich zwingt, alles Zweifeln und Zaudern sein zu lassen und einfach zu machen. Als ginge es um´s Leben. Als ob etwas in der Arbeit ans Licht befördert werden könnte, was wert ist, sichtbar gemacht zu werden. Aber, um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht genau. Vielleicht bin ich ja auch schlicht und ergreifend auf Anerkennung erpicht. Aber zumindest will ich dann dafür eine Gegenleistung erbringen. Puh, das war aber jetzt ein langer Sermon.
Wann taucht etwas außerhalb der Schmerzen (...) auf ?
Das ist schwieriger zu beantworten: Eigentlich taucht nichts auf, ich wünsche nur inständig, dass der Schmerz nachlässt und aufhört. Es ist ein einziges Aushalten und Warten auf das Einsetzen des Schmerzmittels, ich spreche jetzt nur von physischen Schmerzen. Es ist schwierig im Nachhinein, also wenn man nicht den Schmerz gerade voll fühlt, darüber etwas zu sagen. Man kann es nicht mehr fühlen, nur noch vage erinnern, auch wenn es so oft passiert, wie bei z.B. den Migräne-Attacken. Also ich glaube, ich bin dann nur noch Kopfschmerz, nichts anderes mehr und es wär mir recht, dann zu sterben, damit es endlich aufhört. Aber hört es dann auf oder kommt man vom Regen in die Traufe? Man weiß nichts.
Habe ich die Frage(n) beantwortet? Ich weiß es nicht.
Lieben Gruß
Klaus

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Re: Aufwachen

Postby Glueckseligkeit » Sun Feb 25, 2018 9:36 am

Bezüglich künstlerischer Arbeit fällt mir die Antwort leicht: Sobald der schöpferische Prozess zu Ende ist oder unterbrochen wird, reißt der Kontakt ab und das Gehirn, also totes Wissen, tausendmal durchgekaute Kriterien/Vergleiche/Meinungen/ spulen sich ab -und das "Leid" beginnt: Ist das gut genug, reicht das schon, gibt es das schon, wie kann das noch besser werden, hoffentlich klappt das weiter so gut, hoffentlich krieg ich das weiter so gut zu Ende, usw. Also Herausfallen aus dem einfachen Tun, wo es um nichts Besonderes geht, was eigentlich nur SPIEL und vor Allem frei von Zwängen ist. Es geht erst Mal um gar nichts, weil, wenn ich anfange, ist ja auch noch gar nichts da. Also, ich kann ja nix kaputt machen oder schlechter. Die Schwierigkeit ist, etwas Angefangenes, was einem schon recht interessant erscheint, nach einer Unterbrechung weiter zu machen ohne Angst. Wenn der Faden in völliger Frische, Unabhängigkeit und Angstlosigkeit nicht wieder aufgenommen werden kann, ist Holland in Not, wird es nichts und das merke ich recht bald, das Leid beginnt. Nun ist es so, dass ich unter sehr hohem Druck stehe seit dem Tod meines Freundes, aber eigentlich schon das gesamte Leben lang. Und diese Arbeit wollte ich machen, seit ich "denken" kann. Ich habe den Eindruck, dass der hohe Druck mich zwingt, alles Zweifeln und Zaudern sein zu lassen und einfach zu machen. Als ginge es um´s Leben. Als ob etwas in der Arbeit ans Licht befördert werden könnte, was wert ist, sichtbar gemacht zu werden. Aber, um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht genau. Vielleicht bin ich ja auch schlicht und ergreifend auf Anerkennung erpicht. Aber zumindest will ich dann dafür eine Gegenleistung erbringen. Puh, das war aber jetzt ein langer Sermon.

In diesen Ausführungen findest Du einige Konditionierungen, die Dich durchs Kopfkino treiben, nicht durchs Leben. Während das alles, was Du schreibst, in Deinen Gedanken passiert, was passiert in der manifesten, tatsächlichen Welt? Würde eine Kamera vollkommen neutral Dein Leben filmen, wäre es ein ruhiger Film. Dein Körper würde von A nach B, von B nach C und wieder nach A gehen, usw. Aus den Bewegungen, die als künstlerisch definiert wird, gehen die Werke hervor, die sichtbar werden. Dein Körper würde gelegentlich erschöpft durch Migräne aussehen. Deine Gesichtszüge würden mal entspannt, mal angespannt aussehen. Es würde nicht viel zu sehen sein.

Ganz anders im Kopfkino. Da ist im wahrsten Sinne die Hölle los. Es haben sich unmenschliche Ansprüche entwickelt, Überzeugungen, die Dein Leben permanent quälen. Alle diese Ansprüche haben KEINE reale Basis. Sie resultieren aus Überzeugungen Deiner Vorfahren und früheren Umwelt. Wärst Du in einer anderen Familie mit anderen Konditionierungen geboren worden, d. h. wäre eine andere Software und andere Inhalte installiert worden, würdest Du heute anders fühlen, denken und handeln. Du könntest ein Selbstmordattentäter sein oder der heilige Augustinus, ein Schlossermeister, ein skrupelloser Geschäftemacher, ein barmherziger Helfer in der Dritten Welt oder eben Klaus, der migränegequälte, angstvolle Künstler. Natürlich sagt die Konditionierung: Nein, ich könnte niemals ein Selbstmordattentäter sein oder ein skrupelloser Geschäftemacher. Aber dass jeder beliebige Rollen antrainiert bekommen kann, ist längst erwiesen. Wertesysteme, Moralvorstellungen usw. sind abhängig von der Umgebung, in der man aufwächst, die unseren Mindset entstehen lässt. So können selbst im Erwachsenenalter unter Extrembedingungen - beispielsweise in einem Krieg - liebevolle Familienväter plötzlicher brutalste Vergewaltiger werden. Aber egal, welche Rolle - die Rolle ist der Traumzustand, wenn eine Identifikation mit ihr besteht. D. h. das, was Du in Wahrheit bist, an diese Rolle glaubt und sie am Leben erhält.

Deshalb bleibt immer wieder die Frage: Wenn Rollen veränderbar sind, wer oder was bist Du hinter all diesen möglichen Rollen?
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Aufwachen

Postby Klaus » Sun Feb 25, 2018 11:44 am

Einen schönen guten Sonntagmorgen wünsche ich Dir,
lieber Andreas!
Bevor ich antworte erst noch eine Bemerkung:
Du kannst der Wahrheit niemals näher sein als Du es in jedem Moment bist.
Ich glaube, an diesem Satz ist was dran. Aber ich will ihn nicht nur glauben, sondern wissen, ob er wahr ist. Deswegen versuche ich ihn auf jede mögliche Art zu attackieren. Das hält die Wahrheit ja wohl aus. Aber wie kann ich ihn attackieren? Indem ich 1. darüber nachsinne, möglichst kontinuierlich und 2. in "die Tiefe" gehe, also "unter" die Gedankenebene zu gelangen versuche. Man nennt es auch Meditation oder Kontemplation. Sollte der Satz falsch sein, bin ich echt angeschmiert. Aber ich habe sehr großes Vertrauen, dass er zutrifft, sonst haben alle "Heiligen" gelogen. Deshalb also Vorschusslorbeeren für seinen Wahrheitsgehalt. Es geht also "nur" noch darum, es zu fühlen, gewahr zu werden, dass es kein Quatsch ist, dieser Satz. Womit ich wieder am Anfang wäre. Ich bin es wirklich überdrüssig, länger im Karussell zu fahren. Sklave zu sein und noch nicht mal den "Herrn" zu kennen.
Nun zu Deinem Post:
Alle diese Ansprüche haben KEINE reale Basis.
Ja, ich weiss, dass es alles erworbene Konditionierung ist und ich mich nicht darüber definieren kann. Deshalb versuche ich ja auch unterhalb der Ebene der Konditionierungen zu gelangen, wie ein neugeborenes Kind, wenn man mal da von noch keiner Konditionierung ausgehen kann. Spielball seiner Konditionierung zu sein ist Sklaverei, klar, dass man da raus will, wenn man es einmal klar sieht, an welchen Fäden "man", also das Ich, hängt. Vor allen Dingen, wenn man dann auch noch dauernd hört, dass man "in Wirklichkeit" frei ist, es nur nicht sieht, das Naheliegende, und der Käfig die ganze Zeit offenstand/steht. Welcher Käfig?
die Rolle ist der Traumzustand
Genau, daraus versuche ich elendiglich zu erwachen, aus diesem Albtraum. Vielleicht ist genau das ein Fehler.
(..)das, was Du in Wahrheit bist, an diese Rolle glaubt und sie am Leben erhält.
Damit stimme ich nicht überein. Das, was ich bin, kann doch nicht an diese Rolle "glauben". Das, was ich bin, glaubt doch an gar nichts mehr, weil es weiß?
Deshalb bleibt immer wieder die Frage: Wenn Rollen veränderbar sind, wer oder was bist Du hinter all diesen möglichen Rollen?
Genau, das ist die Frage aller Fragen. Und die muss ich jetzt beantworten und kann es nicht.
Lieben Gruß
Klaus

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Re: Aufwachen

Postby Glueckseligkeit » Sun Feb 25, 2018 12:06 pm

Lieber Klaus,

Ich glaube, an diesem Satz ist was dran. Aber ich will ihn nicht nur glauben, sondern wissen, ob er wahr ist.
Was, wenn es weder den gibt, der glaubt, dass an diesem Satz was dran ist noch den, der nicht nur glauben sondern wissen will, ob der Satz wahr ist?

Aber wie kann ich ihn attackieren? Indem ich 1. darüber nachsinne, möglichst kontinuierlich und 2. in "die Tiefe" gehe, also "unter" die Gedankenebene zu gelangen versuche.

Wie kann etwas, das nur ein Gedanke ist, unter die Gedankenebene gelangen?
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Aufwachen

Postby Klaus » Sun Feb 25, 2018 2:03 pm

Was, wenn es weder den gibt, der glaubt, dass an diesem Satz was dran ist noch den, der nicht nur glauben sondern wissen will, ob der Satz wahr ist?
Das ist wunderbar. Endlich!
Wie kann etwas, das nur ein Gedanke ist, unter die Gedankenebene gelangen?
Vielen Dank.
Nachtrag:
Ich versuche nun, mir der Konditionierung bei jeder Handlung bewusst zu sein, während ich ihr unterliege und folge. Aber immer wieder die Frage: Was bleibt dann übrig, wenn man die Konditionierung als nur Erworbenes weglässt? Wer hat etwas erworben, im Traum? Mist.
Das sog. Selbst? Was soll das sein? Eins-Sein mit Allem? Ja, das ist es wohl. Aber alles ist angelesenes Zeug, keine echte Wahrnehmung, nur Sehnsucht nach dem Ursprung. Das ist schon peinlich.
(Wenn ich Dir hier zu viel theoretisiere, lass´ es mich wissen. Bin dann nicht beleidigt.)
´Mindset` - ein interessantes Wort. Ich weiß, dass ich kein Künstler bin, ich übe diese Tätigkeit nur aus und nenn es dann so. Unwesentlich. Was für ein Aufstand um dies bisschen Leben in der Vergänglichkeit. "Sieh, wie schnell die Welt vergeht". Wer sagt das?
In einem Käfig hocken bleiben, bei aufstehender Tür. Wie dumm kann man sein? Anstatt alles daran zu setzen, den Käfig zu verlassen. Ok, es gibt weder den Käfig, noch den, der ihn verlassen könnte.
Tiefster Traum. Hypnose. Hallo? du kannst nicht erwachen! Es hat noch nie einen Erwachten gegeben. Kein Buddha hat jemals die Erde betreten.
Ich möchte Dir damit nur deutlich machen, was für Gedanken auch in meinem ´Mindset` herum spuken.
Liebe Grüße
Klaus

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Re: Aufwachen

Postby Glueckseligkeit » Sun Feb 25, 2018 2:26 pm

Ich versuche nun, mir der Konditionierung bei jeder Handlung bewusst zu sein, während ich ihr unterliege und folge.

"Angsthase", Bewusstsein ist Dein natürlicher Seinszustand außer in Zeiten der absoluten Ruhe. Da gibt es keine Handlung, die Du tun müsstest. Lebe heiter unbeschwert...

Gedanken, die auftauchen... die sind normal. Dein Körper wurde im Laufe des Lebens mit unzähligen Informationen gefüllt. Je nach Nachdrücklichkeit der Programmierung (Konditionierung). Aber Du bist nicht der Körper. Dennoch kommen und gehen die Gedanken. Genauso wie die Abgase, die aus einem Auto herauskommen. Du musst Dich nicht ständig zum Riechen am Auspuff begeben... Lass ihn Qualmen. Bleibe bei Dir! In Deinem ureigenen innersten Gefühl. Und wenn Leid oder leidvolle Gedanken aufkommen, lass sie gewähren. Kämpfe nicht dagegen an. Lenke Deine Aufmerksamkeit teilnahmslos vom Leid ab und suche Friedvolleres. Aufmerksamkeit ist das, was das (mentale) Leid verlängert.
Liebe Grüße
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Re: Aufwachen

Postby Klaus » Sun Feb 25, 2018 5:05 pm

"Angsthase", Bewusstsein ist Dein natürlicher Seinszustand außer in Zeiten der absoluten Ruhe. Da gibt es keine Handlung, die Du tun müsstest. Lebe heiter unbeschwert...
Ich bin erleichtert. Allein, ich trau dem Braten noch nicht so ganz...
Bleibe bei Dir! In Deinem ureigenen innersten Gefühl.
Ich tu mein Bestes. Danke für die Bestätigung.
Lenke Deine Aufmerksamkeit teilnahmslos vom Leid ab und suche Friedvolleres.
Aber es gibt doch Leid (in der Welt) und tragische Geschehnisse im unmittelbaren Umfeld der Person. Ist es nicht natürliches Mitgefühl, sich damit mental zu befassen und davon betreffen zu lassen?

Nachtrag (vorher auf Schmierzettel gemacht)
"Was, wenn es weder den "Attackierer" noch den Attackierten gibt?" (sinngemäßes Zitat)
Dann wäre ja alles gut. Frieden, Nondualität. Sag mir, wie ich das einsehe? "Erreiche" traue ich mich ja kaum noch zu schreiben. Also dann eben ´Einsicht erreichen`. Nur: WER erreicht die Einsicht? Sich im Kreis drehen, wird das nicht langsam langweilig? Ja, wird es.
Es passiert, oder eben nicht. "Du kannst nichts tun (dazu müsstest du erst Mal existieren)."- "Alles, was du machst, ist richtig. Alles, was du machst, ist falsch." Kleiner Einblick in meinen Mind-Set.
Bewusstsein ist Dein natürlicher Seinszustand
Daran halte ich mich, danke.
Liebe Grüße
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Re: Aufwachen

Postby Glueckseligkeit » Sun Feb 25, 2018 9:40 pm

Aber es gibt doch Leid (in der Welt) und tragische Geschehnisse im unmittelbaren Umfeld der Person. Ist es nicht natürliches Mitgefühl, sich damit mental zu befassen und davon betreffen zu lassen?

Solche Gedanken ehren Dich, aber gleichzeitig überlasten sie Dich in Deinen Möglichkeiten. Mit dem Verstand auf das Leid der Welt zu schauen führt direkt ins Kopfkino. Als Kind warst Du u. U. Situationen ausgesetzt, in denen Du bei Eltern, Geschwistern, Freunden... nicht in ihrem Leid helfen konntest. Diese Hilflosigkeit lastet als Schuldgefühl immer noch auf Dir. Dieses Gefühl fliegt jedoch unterm kognitiven Radar wie so viele andere simple Erlebnisse, die tiefe Furchen in Dein Nervensystem gegraben haben. Wenn sich diese Gefühle entladen, kommt es zum großen Heulen, dann vielleicht Lachen und schließlich gleichgültige Harmonie.

Lass also die Gedanken-Geschichtenerzähler ihre Aufgabe erfüllen, aber schenke ihnen keine Bedeutung. All diese Gedanken bist Du nicht.
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Aufwachen

Postby Glueckseligkeit » Sun Feb 25, 2018 9:42 pm

Bewusstsein ist Dein natürlicher Seinszustand

Daran halte ich mich, danke.

Wer will sich daran halten, wenn es niemanden gibt? Du kannst auf jegliche Orientierung und jedes "daran halten" verzichten. Dein Herz schlägt auch, ohne dass Du Dich darum kümmerst.
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Aufwachen

Postby Klaus » Sun Feb 25, 2018 9:59 pm

kleiner Nachtrag:
ich weiß langsam nicht mehr, was ich noch schreiben könnte, aber Du findest genau das wahrscheinlich gut. Und ich auch, um ehrlich zu sein.
Lebe heiter unbeschwert...
Die Kommunikation mit Dir bewirkt etwas in mir (ich glaube nicht, dass ich mir das einbilde). Ich habe schon lange gesucht nach einem Gesprächspartner, der mir mal etwas auf den Zahn fühlt und so, wie Du das machst, kann ich das sehr gut annehmen. Es ist eigentlich fast so, als säßen wir im selben Raum uns gegenüber. Was man mit dem Internet alles anstellen kann.
Mit dem "Lebe heiter unbeschwert.." ist das zwar schon da in mir, aber wenn ich z.B. an meinen verlorenen Freund denke, kann ich doch nicht einfach meine Gedanken teilnahmslos vom Leid ablenken, das käme mir wie ein Verrat und unbarmherzig vor. Als ob ich diesen Menschen, der gestorben ist, willentlich noch mal sterben lasse und allein lasse durch mein Weglenken der Gedanken. Und so ist es mit allen schlimmen Sachen, wie kann man heiter unbeschwert leben, wenn das passiert jeden Moment. Trotzdem weiß ich, was Du meinst, glaube ich zumindest... Ok, ich stammele hier ein Zeug zusammen, aber so ist es. Entschuldige.
Lieben Gruß
Klaus

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Re: Aufwachen

Postby Klaus » Sun Feb 25, 2018 10:12 pm

Irgendwie hatten sich unsere Beiträge eben gekreuzt, so dass ich meinen letzten noch vor Deinen beiden letzten geschrieben hatte. Egal. Jetzt antworte ich also auf Deine letzten beiden Posts:
Aber ich weiß immer noch nicht, was ich eigentlich darauf antworten kann. Vielleicht nur, dass ich keinen Widerspruch dagegen erheben kann. Euer Ehren. Das ist hier ja wie vor Gericht (Spaß).
Ich frage mich seit einiger Zeit, woher Du das alles weißt, was Du so selbstsicher schreibst (und was mir ziemlichen Eindruck macht).
Lieben Gruß
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Re: Aufwachen

Postby Glueckseligkeit » Sun Feb 25, 2018 11:02 pm

Die Kommunikation mit Dir bewirkt etwas in mir (ich glaube nicht, dass ich mir das einbilde).

Alles wirkt einzig und alleine IN DIR! In Dir taucht alles auf und verschwindet wieder, taucht auf und verschwindet wieder.

Mit dem "Lebe heiter unbeschwert.." ist das zwar schon da in mir, aber wenn ich z.B. an meinen verlorenen Freund denke, kann ich doch nicht einfach meine Gedanken teilnahmslos vom Leid ablenken, das käme mir wie ein Verrat und unbarmherzig vor. Als ob ich diesen Menschen, der gestorben ist, willentlich noch mal sterben lasse und allein lasse durch mein Weglenken der Gedanken.

Da ist es... das nagende Schuldgefühl,... das vollkommen unsinnig ist. Dein Freund hat Körper und Rolle aufgegeben. Und mal ehrlich: Das blüht jedem körperlichen Dasein irgendwann, das steuert kein Denker, alle Rollen sind irgendwann überholt und der Körper ist wie jedes andere Vehikel irgendwann hinüber. Das soll nicht pietätlos klingen, aber glaubst Du tatsächlich, dass man ohne Körper und ohne Rolle tatsächlich leidet? Worin soll also der Verrat liegen, wenn Du davon ausgehst, dass Dein Freund ohne Rolle und ohne Körper vollkommen ohne Leid ist? Dein Verstand hängt an der Gewohnheit und inszeniert immer wieder den Verlust. Gleichzeitig steigt der blanke Horror im Denken auf, was den Tod anbelangt. Doch das sind alles Denk-Illusionen. Ein Horrorspektakel im Kopfkino. Konfrontiere es, lass Dich hineinfallen und je tiefer Du hineinfällst, desto weniger bleibt davon übrig. Genauso wenig wie von einem "Ich". Du kannst in die tiefsten tiefen des Denkens hineintauchen, Dich versenken. Am Ende findest Du... Niemanden. Für den Verstand das Nichts, das kein Nichts ist.
Liebe Grüße
Andreas


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