Wer geht und wohin?

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Nani2017
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Re: Wer geht und wohin?

Postby Nani2017 » Sun Oct 15, 2017 3:35 pm

Lieber Daniel,
Wie war das als Kind, als du die 'Weihnachtsmann-Illusion' durchschaut hattest, als du herausgefunden hattest, dass der Weihnachtsmann nur eine Illusion ist, die dir vorgegaukelt wurde?
Konntest du wirklich wieder in die Illusion zurückfallen und plötzlich wieder glauben, dass am Nordpol ein Mann mit weissem Bart lebt, der in einer einzigen Nacht Millionen von Kindern mit Geschenken versorgt?
Solange man den Weihnachtsmann noch braucht glaubt man auch an ihn, egal was die anderen sagen. Wenn man dann nicht mehr an ihn glaubt, dann ist das irreversibel.
Und: Nein, wahrscheinlich wirst du dich nicht immer so fühlen wie jetzt. Wen kümmert's? ;)
NIEMANDEN!!!! :-))
Nimm dir doch mal die Zeit und geh hinaus in die Natur.
(Notfalls tut es auch ein Blick aus dem Fenster oder ein Spaziergang um den Häuserblock.)

Schau, wie alles in stetiger Bewegung und Veränderung ist - Wolken, Wind, Menschen, Tiere, Pflanzen - alles geschieht einfach so, ohne dass da eine 'Steuerzentrale' die Finger im Spiel haben muss.
Schau, wie Alles als ein Erleben geschieht - Hören, riechen, fühlen, schmecken, riechen, denken - alles geschieht einfach so, ohne dass da eine 'Steuerzentrale' die Finger im Spiel haben muss...

Wie sieht es aus? Wie ist deine Wahrnehmung? Hast du noch das Gefühl, dass da irgendwo ein 'Ich' / eine zentrale Steuereinheit / ein fester Wesenskern zugange ist?

Oder kannst du mit einem dicken fetten 'JA' sagen, dass das 'Ich' nur eine Illusion ist?
JA!!!!

Das bedeutet nicht, dass da keine Fragen aufkommen - oder dass da kein Geist mehr ist, der versucht dieser Erfahrung ein Etikett aufzukleben.

Aber wie könnte das Unvorstellbare/Unsagbare in Worte gefasst werden? (Und für wen?)

Was bleibt wenn die Illusion durchschaut wurde?

Alles ist jetzt hier.

Alles Liebe
Nani

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flowings
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Re: Wer geht und wohin?

Postby flowings » Sun Oct 15, 2017 4:02 pm

Wunderbar, liebe Nani!

Ich möchte gerne, dass du - bevor ich dir die obligatorischen Abschlussfragen stelle - dir noch mal das Thema 'Körper' (bzw. Körperwahrnehmungen) anschaust.

Normalerweise betrachten wir ja den Körper als 'Behälter' des Ichs. Und wir setzen eine eindeutige Trennung zwischen Körper und Aussenwelt voraus, ohne das je in Frage zu stellen.

Aber ist das wirklich so?

Schliess mal die Augen und konzentriere dich auf das, was wir 'Körpergefühl' nennen...

Spürst du die Kleidung auf der Haut? Die Sitzfläche unterm Hintern?
Spürst du da wirklich eine Grenze?
Kannst du in der direkten Wahrnehmung ein Innen oder Aussen fühlen?
Oben oder unten? Männlich oder weiblich?
Kannst du fühlen, wieviele Ohren oder Zehen du hast?


Viel Spass!
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Nani2017
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Re: Wer geht und wohin?

Postby Nani2017 » Mon Oct 16, 2017 11:25 am

Lieber Daniel,
Spürst du die Kleidung auf der Haut? Die Sitzfläche unterm Hintern?
Spürst du da wirklich eine Grenze?
Kannst du in der direkten Wahrnehmung ein Innen oder Aussen fühlen?
Oben oder unten? Männlich oder weiblich?
Kannst du fühlen, wieviele Ohren oder Zehen du hast?
Hmmm
Ich spüre Druck - da wo die Kleidung auf der Haut liegt ganz leicht und von der Sitzfläche ist der Druck stärker zu spüren.
Aber ich spüre keine Kleidung oder einen Stuhl - ich spüre nur Druck.

Das Etikett "Grenze" ist nicht erfahrbar, auch kein Innen und Aussen.

Oben und unten sind ja Konzepte und die sind für mich nicht spürbar, gleiches gilt für die Konzepte männlich/weiblich.
Ohren und Zehen sind natürlich auch Konzepte und können als solche nicht erfahren werden - die "Zehen" kann ich aber zumindest bewegen und dann ist da "Spüren" aber nicht von "Zehen" (Label) - bei den "Ohren" ist nichts erfahrbar/spürbar.

Ich kann meine Ohren mit den Händen berühren - dann ist da eine Form und Druck - aber keine "Ohren".
Normalerweise betrachten wir ja den Körper als 'Behälter' des Ichs. Und wir setzen eine eindeutige Trennung zwischen Körper und Aussenwelt voraus, ohne das je in Frage zu stellen.
Behälter für was? (hahaha) Aber was Du da andeutest ist ja krass.
Aber ich glaube ich verstehe es nicht - der Körper existiert in der Welt also gehört er dazu zum Leben, das würde ich mal als absolute Wahrheit bezeichnen.

Aber relativ gesehen?:
Meistens wird der Körper doch gar nicht wahrgenommen - was mir erst jetzt so richtig klar ist. Wenn ich ein Glas Wasser trinke dann spüre ich vielleicht meine Hand und spüre das Glas an meinen Lippen und vielleicht die Temperatur des Getränks -aber alles andere? Beim Haare kämmen spüre ich meine Beine nicht usw.usw.

Meine Organe oder Knochen habe ich noch nie gespürt - außer wenn man beim Sport an seine Grenzen geht dann konnte ich schon mein Herz von innen gegen den Brustkorb klopfen spüren.
Aber sonst ?

Worauf läuft das hier hinaus? Ich bin nicht dieser Körper?

Bin ratlos :-/

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flowings
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Re: Wer geht und wohin?

Postby flowings » Mon Oct 16, 2017 12:12 pm

Liebe Nani!
der Körper existiert in der Welt also gehört er dazu zum Leben, das würde ich mal als absolute Wahrheit bezeichnen.
Woher weisst du das?
Glaubst du, das zu wissen, weil du es erlebst oder glaubst du, das zu wissen, weil du es denkst?

Das Etikett "Grenze" ist nicht erfahrbar, auch kein Innen und Aussen.
Wie kann dann in der Wirklichkeit so etwas wie ein 'Körper' existieren, wenn es keine Grenze gibt, kein 'Innen' und 'Aussen'?

Schau weiter ins direkte Erleben.

Ist eine Trennung wahrnehmbar zwischen "der gesehenen Kirsche" und "dem sehenden Körper"?
Findet der Denkprozess wirklich "im Körper statt"? Kannst du das direkt erfahren? Oder ist das bloß ein weiterer Gedanke?
Ist das Hören eines Geräuschs ausserhalb oder innerhalb des Körpers?
Wie ist das mit dem Druckgefühl des Hinterns auf dem Sitz? Findet das im Körper statt? Am Körper? Ausserhalb des Körpers? Oder ist da einfach nur das Erleben von "Druck"?

Kannst du "Körper" im direkten Erleben als etwas wahrnehmen, was vom "Rest der Welt" abgetrennt ist?
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Nani2017
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Re: Wer geht und wohin?

Postby Nani2017 » Mon Oct 16, 2017 7:11 pm

Lieber Daniel,
der Körper existiert in der Welt also gehört er dazu zum Leben, das würde ich mal als absolute Wahrheit bezeichnen.
Woher weisst du das?
Glaubst du, das zu wissen, weil du es erlebst oder glaubst du, das zu wissen, weil du es denkst?
Weil ich es erlebe. Ich kann den Körper anfassen - er ist genauso real wie die Bücher im Regal oder das Regal oder ein Stein, Baum oder andere Körper. Das Label "Körper" also die Sprache ist ausgedacht aber doch nicht der Körper.
Das Etikett "Grenze" ist nicht erfahrbar, auch kein Innen und Aussen.
Wie kann dann in der Wirklichkeit so etwas wie ein 'Körper' existieren, wenn es keine Grenze gibt, kein 'Innen' und 'Aussen'?
In der direkten Erfahrung kann die Grenze zwischen Sitzfläche und Hintern nicht gespürt/erfahren werden - da ist nur "Spüren".
Wird mit einer Nadel in den Stuhl gestochen wird nichts gespürt, sticht die Nadel jedoch in den Hintern dann wird Schmerz wahrgenommen. Schmerz ist ein Etikett und als solches als Konzept erdacht - aber der "gefühlte" Schmerz ist real ebenso wie der Körper.
Ist eine Trennung wahrnehmbar zwischen "der gesehenen Kirsche" und "dem sehenden Körper"?
Findet der Denkprozess wirklich "im Körper statt"? Kannst du das direkt erfahren? Oder ist das bloß ein weiterer Gedanke?
Ist das Hören eines Geräuschs ausserhalb oder innerhalb des Körpers?
Wie ist das mit dem Druckgefühl des Hinterns auf dem Sitz? Findet das im Körper statt? Am Körper? Ausserhalb des Körpers? Oder ist da einfach nur das Erleben von "Druck"?
Beim direkten Erleben von "Sehen" ist da nur sehen - keine Trennung. Was nicht heißt, dass der Körper die Kirsche ist.

Der Denkprozess kann als solcher nicht im Körper wahrgenommen werden, Gedanken tauchen auf und verschwinden. Ich kann keinen Prozess direkt erfahren - das ist eher ein Konzept also ein weiterer Gedanke.

Beim Hören ist da nur Hören in der direkten Erfahrung - wo das Geräusch ist weiß ich nicht. Während einer Unterhaltung wird aber schon ein Unterschied zwischen dem was mein Gegenüber sagt und dem was ich sage erfahren. Hm ich sage etwas und dann höre ich wie mein Gegenüber etwas antwortet. Ich bin doch nicht mein Gegenüber.

Das Druckgefühlt ist nur das Erleben von "Druck".
Kannst du "Körper" im direkten Erleben als etwas wahrnehmen, was vom "Rest der Welt" abgetrennt ist?
Also im direkten Erleben geht es für mich nur um die nackte Wahrnehmung mit den Sinnen - da erfahre ich keine Trennung -
Geräusche - Hören -> wenn aber jemand mich anspricht ist, kommen die Worte von einer anderen Person - ich spreche doch nicht mit mir, dann ist das zwar auch "Hören" aber die Worte/Kommunikation kommt von jemand anderem.

Um die letzte Frage mit möglichst wenigen Worten zu beantworten:
Ja und nein.

Liebe Grüße
Nani

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Re: Wer geht und wohin?

Postby flowings » Tue Oct 17, 2017 8:46 am

Liebe Nani!
In der direkten Erfahrung kann die Grenze zwischen Sitzfläche und Hintern nicht gespürt/erfahren werden - da ist nur "Spüren".
(...)
Beim direkten Erleben von "Sehen" ist da nur sehen - keine Trennung.
(...)
Beim Hören ist da nur Hören in der direkten Erfahrung - wo das Geräusch ist weiß ich nicht.
(...)
Das Druckgefühlt ist nur das Erleben von "Druck".
(...)
Also im direkten Erleben geht es für mich nur um die nackte Wahrnehmung mit den Sinnen - da erfahre ich keine Trennung

Ich möchte an dieser Stelle mal ein Stück zurückspulen und hier ansetzen:
Mi Okt 11, 2017 6:56 pm
Obwohl ich schon an die Label Subjekt/Objekt „glaube“, kann ich während des Sehens keinen Unterschied ausmachen - da ist nur „Sehen“ also irgendwie die Erfahrung von „Sehen“
Gibt es irgend etwas anderes als:
1. Direkte Erfahrung / Erleben / Sein
2. Interpretation, Vermutung, Überzeugung in Form von Gedanken, die geglaubt werden?

Was ist wirklicher? Das, was erlebt wird oder das, was geglaubt wird?


So Okt 15, 2017 9:24 am
Kannst du im direkten Erleben Irgendetwas finden, dass abgetrennt ist von irgendetwas Anderem (ausser als gedankliches Konzept)?
Nun, da sind andere Personen mit ihren eigenen Geschichten und ihrem individuellen/direkten Erleben, aber im Grunde genommen sind alle (und alles) in dieser einen Bewegung, in diesem einen Strom - dem Leben - enthalten und somit verbunden.
In meinem direkten Erleben (sehen, hören, fühlen, schmecken, riechen, denken) gibt es absolut keine Trennung.
Hm. Ist nun alles von einander getrennt oder ist alles verbunden?
Wie erlebst du das Erleben?
Achte auf die hauchdünne Trennlinie zwischen dem, was wirklich hier und jetzt erlebt wird und der "Etikettier- Sortier- und Abtrennungsmaschine", die fortwährend selbstständig und klammheimlich im Hintergrund ihre Arbeit verrichtet!
Nimm dir Zeit!
Schau hin!


Alles Liebe!
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Nani2017
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Re: Wer geht und wohin?

Postby Nani2017 » Tue Oct 17, 2017 6:13 pm

Lieber Daniel,

brauche noch mehr Zeit 🎭
Die Pointer im letzten Absatz sind gut - kannst Du noch genauer hinzeigen?
Die "hauchdünne Linie" bewirkt etwas aber es reicht nicht ganz.

Liebe Grüße
Nani

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Re: Wer geht und wohin?

Postby flowings » Tue Oct 17, 2017 9:50 pm

Liebe Nani!

Es gibt (seriöse) Wissenschaftler, die behaupten, dass das ganze Universum inklusive dir und deinem Körper eine einzige gigantische Computersimulation sein könnte. Beweisen können sie das (bislang) nicht. Aber es ist möglich.

Lass das mal einen Moment sacken.


Und nun schau dir diesen ganzen Zirkus nochmal an:
Im "Normalmodus" ist da die Aussenwelt mit all diesen Menschen, mit denen du in Kontakt treten kannst.
Und da ist die Innenwelt mit Gedanken, Gefühlen, Körperwahrnehmungen usw.
Natürlich funktioniert dieses ganze System mit "Ich" und "Du" innerhalb dieser Konsensrealität, keine Frage.

Aber ist das unumstösslich die Wahrheit?
Schau hin! Was wird wirklich erlebt?

Hinter der "hauchdünnen Trennlinie" finden sich Ansichten, Überzeugungen, Spekulationen, Vermutungen, Glaubensinhalte über uns und die Welt - die sitzen teilweise so tief, dass wir uns dessen garnicht bewusst sind.

Vor der "hauchdünnen Trennlinie" ist einfach nur Leben, dass sich entfaltet...
:)
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Re: Wer geht und wohin?

Postby Nani2017 » Wed Oct 18, 2017 6:15 pm

Lieber Daniel,
Es gibt (seriöse) Wissenschaftler, die behaupten, dass das ganze Universum inklusive dir und deinem Körper eine einzige gigantische Computersimulation sein könnte. Beweisen können sie das (bislang) nicht. Aber es ist möglich.
Das ist aber auch nur ein Gedanke - und es gibt sehr viele (ebenfalls) seriöse Wissenschaftler die das für eine haltlose Annahme halten. Mir kommt da sofort das Label "Spinnerbande" in den Sinn :-))
Du siehst dieser "Gedanke" erzeugt bei mir Widerstand. Wenn Du gesagt hättest: Im Grunde genommen besteht alles aus Energie und Liebe dann wäre da wesentlich mehr Bereitschaft das sacken zu lassen. Also ich würde lieber durch das Tor "Universum aus Energie und Liebe" gehen ;-))

Naja wir sind hier wohl nicht bei "Wünsch Dir was" sondern bei "So isses!!!"
Vor der "hauchdünnen Trennlinie" ist einfach nur Leben, dass sich entfaltet...
Ja - ich kann es sehen. Aber es tauchen immer wieder "Ich-Gedanken" auf, die ängstlich sind. Man stelle sich mal vor was das bedeutet - da ist niemand, du bist ganz allein das ist alles völlig sinnlos usw. usw.

Und hier spreche ich von der positiveren Auslegung "Leben, dass sich entfaltet......"

Deine andere Version (also die vom Chaos-Club mit der Simulation) ist für das "Selbst" Dante´s Inferno - das würde Dich dann zu Vergil machen (hihihihi)

Es ist eine Sache sich zu wünschen, dass es keine Trennung gibt - aber schrittweise zu realisieren, dass das wirklich wahr ist - und was das wirklich bedeutet, ist etwas ganz anderes.

Und doch ist es so und war auch immer schon so.

Alles Liebe
Nani-Fragment

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Re: Wer geht und wohin?

Postby flowings » Wed Oct 18, 2017 8:38 pm

Liebe Nani!
Bitte versteh mich nicht falsch: Mir geht es natürlich nicht darum, dir irgendein Weltbild zu verkaufen.
Ob Alles nun eine Simulation ist oder nicht, hat keinen Einfluss auf das "Torlose Tor".
Das "Torlose Tor" ist kein Glaubenssystem, es bedarf keiner Konzepte.
Im Gegenteil - es sollen ja die als Wahrheit getarnte Lüge entlarvt werden.
Die Lüge ist, dass du ein vom Universum abgetrenntes Einzelwesen bist.
Es gibt (seriöse) Wissenschaftler, die behaupten, dass das ganze Universum inklusive dir und deinem Körper eine einzige gigantische Computersimulation sein könnte.
Das ist aber auch nur ein Gedanke...
Natürlich ist das nur ein Gedanke, eine Theorie; da gebe ich dir Recht. Wie ist das mit dieser Aussage:
der Körper existiert in der Welt
Auch nur ein Gedanke - oder wirklich absolute Wahrheit?

◇─◇──◇────◇────◇────◇────◇────◇─────◇──◇─◇

...es tauchen immer wieder "Ich-Gedanken" auf, die ängstlich sind. Man stelle sich mal vor was das bedeutet - da ist niemand, du bist ganz allein das ist alles völlig sinnlos usw. usw.
Und sind diese Gedanken wahr?

Wenn Du gesagt hättest: Im Grunde genommen besteht alles aus Energie und Liebe dann wäre da wesentlich mehr Bereitschaft das sacken zu lassen. Also ich würde lieber durch das Tor "Universum aus Energie und Liebe" gehen ;-))
Wie wäre es hiermit:

Liebe ist die Abwesenheit von Getrenntheit.
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Re: Wer geht und wohin?

Postby Nani2017 » Thu Oct 19, 2017 11:15 am

Lieber Daniel,
Bitte versteh mich nicht falsch: Mir geht es natürlich nicht darum, dir irgendein Weltbild zu verkaufen.
Ob Alles nun eine Simulation ist oder nicht, hat keinen Einfluss auf das "Torlose Tor".
Das "Torlose Tor" ist kein Glaubenssystem, es bedarf keiner Konzepte.
Im Gegenteil - es sollen ja die als Wahrheit getarnte Lüge entlarvt werden.
So hatte ich das auch nicht verstanden. Es hat mir vielmehr geholfen zu erkennen, dass das alles auch nur Label und Gedanken sind - und es hat zu der Erkenntnis geführt, dass da noch Widerstand ist.
Letzten Endes können wir uns unsere Wahrheit ja nicht aussuchen. :-)
Die Lüge ist, dass du ein vom Universum abgetrenntes Einzelwesen bist.
Das ist wahr.
Natürlich ist das nur ein Gedanke, eine Theorie; da gebe ich dir Recht. Wie ist das mit dieser Aussage:
der Körper existiert in der Welt
Auch nur ein Gedanke - oder wirklich absolute Wahrheit?
Dass der Körper "in der Welt" existiert ist nur ein Gedanke.

...es tauchen immer wieder "Ich-Gedanken" auf, die ängstlich sind. Man stelle sich mal vor was das bedeutet - da ist niemand, du bist ganz allein das ist alles völlig sinnlos usw. usw.
Und sind diese Gedanken wahr?
Das sind nur Gedanken die unkontrolliert auftauchen und vergehen.
Liebe ist die Abwesenheit von Getrenntheit.
Das ist eine schöne Definition

Ich versuche weiter hinzuschauen und werde Dir berichten.

Alles Liebe
Nani

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Re: Wer geht und wohin?

Postby flowings » Thu Oct 19, 2017 1:27 pm

Liebe Nani,
schön schön schön!

Nimm dir nochmal etwas Zeit und untersuche, ob die Illusion eines abgetrennten Selbst voll und ganz durchschaut ist.
Gibt es irgendwelche Wahrnehmungen, die nicht einfach nur Teil des einen Erlebens sind, sondern die irgendwie "deins" zu sein scheinen?

Hier ein paar Vorschläge:

  • Stell dich vor einen Spiegel und schau dich an.
  • Gib dir eine (bitte nicht zu feste) Ohrfeige.
  • Fass mit einer Hand den anderen Unterarm an.
  • Zeige mit dem Finger auf dich selbst
  • Stelle zwei verschiedene Getränke (oder zwei verschiedene Snacks) vor dich.
    "Entscheide dich" für eines.
  • Trink das Getränk (oder iss den Snack)

Achte auf alles, was wahrgenommen wird. Sehen, Hören, Denken, Fühlen, Schmecken usw...


Viel Spass!
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Re: Wer geht und wohin?

Postby Nani2017 » Sat Oct 21, 2017 10:42 am

Lieber Daniel,

ich schreibe dir erst heute weil ich gestern noch nicht soweit war. (Ich schreibe jetzt ;-))

Es ist alles ein wenig konfus - ich hoffe du kannst es trotzdem verstehen. Da ist soviel in Bewegung.
Stell dich vor einen Spiegel und schau dich an.
Gib dir eine (bitte nicht zu feste) Ohrfeige.
Fass mit einer Hand den anderen Unterarm an.
Zeige mit dem Finger auf dich selbst
Stelle zwei verschiedene Getränke (oder zwei verschiedene Snacks) vor dich.
"Entscheide dich" für eines.
Trink das Getränk (oder iss den Snack)

Achte auf alles, was wahrgenommen wird. Sehen, Hören, Denken, Fühlen, Schmecken usw...

Im Spiegel wird eine Form gesehen - die Form ist bekannt (Label). Fingerzeig: „mein“ Arm hebt sich - die Form im Spiegel bewegt sich auch. Da ist SEHEN.
Bei der „Ohrfeige“ und dem Berühren des Unterarms ist da SPÜREN aber auch die Erfahrung/Erkenntnis, dass die Form der „Körper“ ist, welcher erfahren wird. Gleichzeitig die Erfahrung, dass das worauf geschaut wird und das was „vermeintlich“ schaut eines sind.

Getränke: Eine Tasse Kaffee und ein Glas Orangensaft
Zuerst wird der Kaffee getrunken später dann der Orangensaft. Das geschieht - die Wahl wird durch Muster/Verhaltensweisen getroffen - ohne Zutun.

Die Flüssigkeiten haben verschiedene Temperaturen, Gerüche und Geschmäcker, diese werden gespürt, gerochen und geschmeckt.
Nimm dir nochmal etwas Zeit und untersuche, ob die Illusion eines abgetrennten Selbst voll und ganz durchschaut ist.
Gibt es irgendwelche Wahrnehmungen, die nicht einfach nur Teil des einen Erlebens sind, sondern die irgendwie "deins" zu sein scheinen?

Ist die Illusion nun voll und ganz durchschaut? Ich weiß es nicht.

Es ist auf jeden Fall ein Prozess im Gange - es fällt leichter für längere Zeit in der direkten Erfahrung und dem „Jetzt“ zu SEIN. Aber es ist kein dauerhafter Zustand - „ich“ falle wieder raus. Dabei weiß ich aber, dass es kein „ICH“ gibt - dennoch agieren da noch Muster.
Aber es fühlt sich ein bisschen wie eine Dekonstruktion an. Vieles fällt ab, verliert an Bedeutung.
Fixierungen/Identifikationen lösen sich auf.

Manchmal fühlt es sich an als würde ich das Geschehen beobachten und dann weiß ich aber, dass das nur ein Label ist und da nur Gewahrsein ist.

Wahrnehmungen fühlen sich nicht an wie „meins“ - da hat sich eine massive Veränderung vollzogen.

Wenn ich als Nani im Alltag bin hat sich nicht viel verändert - wenn ich in der direkten Erfahrung bin aber schon. Aber dieses Erleben vollzieht sich entweder, wenn ich alleine (all-ein(s)) bin oder wenn um mich herum viele „Personen“ sind. Wenn Nani direkt angesprochen wird dann funktioniert Nani noch wie gewohnt. Aber viele „Trigger/Reizpunkte“ sind bei dem „Charakter“ Nani weg - wenn mich früher bspw. eine Bemerkung geärgert hätte, das wird immer weniger.

Was existiert wenn ich unbewusst bin? Wenn man sich kurz in einem Tagtraum verliert oder ein paar Gedanken nachhängt dann ist man nicht bewusst - ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll. Aber manchmal merkt man - oh sitze noch immer am Schreibtisch - wo war ich denn eben mit meinen Gedanken und wie lange? Diese Momente meine ich - existiert dann der Körper und der ganze Rest überhaupt? Oder wenn ich schlafe, oder wenn ich um die nächste Ecke gehe - ist das was „hinter“ mir liegt dann noch existent?

Es existiert nur was wahrgenommen/erfahren wird solange es erfahren/wahrgenommen wird.

Ich könnte noch so viel darüber schreiben - oder einfach nur: Alles in Allem.

Alles Liebe
Nani

PS: Ich brauche weniger Schlaf und habe mehr Energie.

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Re: Wer geht und wohin?

Postby flowings » Sat Oct 21, 2017 11:11 am

Das liest sich alles sehr schön, liebe Nani!


Hier sind nun die Abschlussfragen.

Beantworte die Fragen am besten so, als würdest du jemandem, der noch nie von der Ich-Illusion gehört hat, versuchen zu erklären, wie du das erlebst...


1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?

2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert.
Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.

3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog?
Berichte aus den letzten paar Tagen.

4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?

5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie?
Wie funktionieren sie? Wofür bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.

6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?



Du kannst die Fragen gerne nach und nach beantworten.
Nimm dir soviel Zeit, wie du möchtest.

Alles Liebe,
Daniel
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Re: Wer geht und wohin?

Postby Nani2017 » Sun Oct 22, 2017 11:22 am

Lieber Daniel,

1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?

Nein.

2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert.
Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.


Das „Ich“ ist ein Konzept, es wird durch Konditionierung, Gedanken und Sprache erschaffen und stabilisiert.
Die Konditionierung beginnt in frühester Kindheit - man bekommt einen Namen und beginnt sich damit zu identifizieren, das ist der Beginn der Trennungs-Erfahrung. Mein Name, mein Ball -> ich und die anderen.
Die Gedanken „schreiben“ fortan die Geschichte um das „Selbst“. Jedes gesprochene oder gedachte ich/du/mein/dein etc. festigt dieses Konzept bzw. die Identifikation damit - den festen Glauben daran. Das „Ich“ ist ausgedacht.

3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog?
Berichte aus den letzten paar Tagen.


Die Veränderung ist sehr subtil. Die Welt hat sich nicht verändert die Wahrnehmung hat sich verändert. Vor dem Dialog wurde die Welt fast ausschließlich aus dem “Kopf“ heraus erlebt , d.h. es wurde gedacht, etikettiert, analysiert, interpretiert usw. So vieles bezog sich auf „mich“ hat „mich“ direkt betroffen.
Nichts ist an „mich“ adressiert - das ist sowas von WOW - Sprache ist einfach unzulänglich um das zu beschreiben.

Das System „Nani“ funktioniert im Alltag aber es findet eine Dekonstruktion statt, vieles fällt weg wird bedeutungslos. Fixierungen/Identifikationen lösen sich auf. Dieses sich selbst (???) einbringen und mitteilen wollen wird immer weniger - „Nani“ muß nicht mehr überall ihren Senf hinzugeben. Es ist ein Prozess der andauert - irritierend und wundervoll.

Das steht zwar schon an anderer Stelle im Thread aber es ist so:

Alles ist jetzt hier.

4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?

Angefangen hat es während der „Kirsch-Übung“. Zu erkennen, dass SEHEN in der direkten Erfahrung so ganz anders ist als ich immer dachte…. das war der Beginn alles weitere geschieht.

5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie?
Wie funktionieren sie? Wofür bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.


Die Begriffe ergeben nur Sinn wenn sie in Bezug zu „jemandem“ gesetzt werden. Das sind Gedanken/Label - zugehörig zur Ich-Illusion. Wer entscheidet - wer hat einen freien Willen und die Wahl oder Kontrolle -> niemand.
Alles geschieht ohne Zutun ohne einen Kontrolleur. Nichts ist an "mich" adressiert - da ist keine Verantwortung.
Atmen geschieht - gehen geschieht - hören geschieht - Regen geschieht

6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?

Es ist großartig was hier passiert. Vielen Dank Daniel dafür, dass Du mich begleitest!
Danke an alle die an LU mitwirken - es ist sehr sehr wichtig was Ihr hier tut.

Alles Liebe
Nani


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