Und wenn der Gedanke kommt: "Da liegt Staub, den sollte ich wegwischen"? Ist das ein Beleg für ein existierendes Ich? (Und der Gedanke kommt ganz bestimmt, der ist gut eingeübt!)
Nein es ist kein Beweis für ein Ich. Nicht ich wische den Staub ab, sondern es kommt ein Impuls, der mir sagt Staub wischen. Wenn er stark genug ist, wird ein Lappen geholt und Staub gewischt.Aber es gibt keinen Wischer, vorher nicht, gegenwärtig nicht und auch in Zukunft nicht.
Wenn du an einer Blume riechst: Was gibt es jetzt in diesem Augenblick ? Gibt es Riecher-Riechen-Gerochenes? Oder ist da einfach nur Duft, sonst nichts?
Es gibt nur den Duft. Niemand der sagt ich rieche jetzt.
Dasselbe mit Hören: Wo ist die Grenze zwischen dir und dem Klang?
Es gibt keine klare Grenze. Schall kann nicht als Körperform erfasst werden und somit auch keine Grenze. Im Grunde ist der Körper der Klang, das Gehörte, indem er auf den Schall und seiner Interpretation durch das Ohr mit dem Körper, den Gedanken und den Gefühlen reagiert.
Der "Wahrnehmer" wird in Gedanken aus den Ergebnissen der Sinneswahrnehmung konstruiert, nach dem Schema: Da ist Blumenduft, da ist rote Farbe, da ist Schmerz im Finger, also habe ICH mich an einer Rose gestochen.
Nein nicht ich, nur mein Finger hat sich gestochen. Trotzdem würde ich sagen, das ich mich gestochen habe, es aber anders meinen. Es klingt für mich eigenartig, wenn ich sagen müsste: Mein FInger wurde gestochen.