Hallo Daniel
Schön von Dir zu lesen.
Danke – das empfinde ich auch so!
Dieses Ich glaubt sogar, in sich kein ich zu finden. Paradox.
Ein Satz von Dir zu Beginn des Dialoges.
Wie wird das mittlerweile erfahren?
Ja :) Es wird jetzt ERFAHREN. Erfahren, dass dieser Satz einem Gedankenstrom entsprang bzw. die damalige Materialisierung des Gedankenstroms in Form von Pixeln war. Das ich, das glaubt – ist Teil des Stroms. Das ich, das nic hts gefunden hat, ebenso. Gedankenströme sind also offenbar – zumindest manchmal – paradox. Stört aber nicht weiter, solange keine Identifikation damit stattfindet. Und selbst in der Identifikation würde es dann wiederum nur den Gedankenstrom selbst stören. Mehr als lustig!
Er passiert aber nicht irgendjemandem oder irgendetwas.Jedenfalls nicht in der direkten Erfahrung.
Wenn der Fokus nicht auf die Direkte Erfahrung gerichtet ist, entsteht deshalb/dadurch ein real vorhandenes ICH? Ein jemand?
Nein, ein real vorhandenes Ich entsteht nicht. Es scheint, dass die Wahrnehmung sich so vollständig auf den Gedankenstrom ausrichten kann, dass sie sich der Natur des Gedankenstroms nicht mehr bewusst ist. So scheint eine ausgedachte Identität – als Teil des Gedankenstroms – zu entstehen, welche aber natürlich nicht real existiert.
Wie nimmst du das ICH, den jemand wahr, das dann da ist?
Wenn der Fokus nicht auf die direkte Erfahrung gerichtet ist, ist der Gedankenstrom ein Selbstläufer, auf den der Fokus vollständig ausgerichtet ist. Er läuft einfach ab. (Ich tue mir gerade sehr schwer, Deine so einfach klingende Frage in Worten zu beantworten.) Es scheint so, dass dann das Bewusstsein über die Natur des Gedankenstroms wegfällt/vergessen wird. Wahrgenommen wird er ja offensichtlich dennoch – sonst könnte ich jetzt nicht darüber berichten. Allerdings wird dann (von welcher Instanz auch immer das ausgehen mag) offenbar dem Gedanken „Ich habe diese Gedanken“ wieder unbewusst geglaubt bzw. es wird nicht aktiv/bewusst beobachtet, dass der Gedankenstrom eben nur ein Gedankenstrom ist.
Ich kann es leider nicht (für mich) zufriedenstellend formulieren. Ein sehr guter Vergleich ist Fernsehen. So empfinde ich das. Wenn ein Film wirklich packend ist, empfinde ich manchmal so, als ob der Film real wäre. Dennoch sitze ich natürlich zu jeder Sekunde nur vor einem Bildschirm – ich „vergesse“ das lediglich für eine gewisse Zeit. So empfinde ich das „Vergessen“, dass der Gedankenstrom ein Gedankenstrom ist. „Ich sitze vor dem Fernseher“ versus „der Film ist real“. „Da ist ein Gedankenstrom“ versus „Ich identifiziere mich mit dem Gedankenstrom“.
Aber egal, wie sehr ich mich in den Film hineinsteigere – er bleibt zu jedem Zeitpunkt ein Film. Genauso bleibt auch der Gedanke „Ich“ zu jedem Zeitpunkt ein Gedanke, egal wie sehr der Fokus auf den Gedankenstrom gerichtet ist.
Sorry, falls man das nicht verstehen kann – ich habe mir echt Mühe gegeben.
Liebe Grüße
Micha