Was lässt an den Gefühlen kleben?
Irgendeinen „Wollen“…
Irgendeine emotionale „Neigung“, „möchte“, dass ein bestimmter Ablauf zu der „persönliche Vorstellung“ passt. „Es soll so laufen wie ICH mir vorstelle“…
Da gebe ich dir vollkommen recht.
Ich bin im allgemeinen sehr kontrollierend. Das lässt sich aber auch nicht einfach ablegen.
Neigt der Mensch nicht grundsätzlich dazu, alles zu planen und unter Kontrolle haben zu wollen?
Ich kenne in meinem Umfeld niemanden, dem es nicht so geht. Mehr oder weniger stark ausgeprägt halt.
Schau dir die Umgebung an und erkennen wann Identifikation entsteht und was die Identifikation mit dem Innenleben macht :-)
Ganz vereinfacht würde ich das mal so ausdrücken:
Auf eine Wahrnehmung folgt ein Gedanke. Dem folgt ein Gefühl und dem Gefühl folgt eine Reaktion, eine Handlung.
Aber irgendwie trifft das nicht den Kern.
Ich kann ja auch Gedanken und Gefühle haben, mit denen ich nicht identifiziert bin.
Bin hier zu keinem Ergebnis gekommen, das es besser trifft.
Kann ja mal zur Anschauung mein Erlebnis vom Freitag nehmen.
Ich hab einen Brief bekommen, in dem steht, dass mir für das komplette Jahr meine finanzielle Lebensgrundlage entzogen wird. Kein Geld. Null. Nichts. Einfach so. Mir wird schlecht, wenn ich dran denke.
So, also ich hab den Text gelesen. Als ich den Inhalt realisiert habe, war ich schlagartig panisch, wütend, entsetzt, total aufgewühlt eben. Nach einer Weile hab ich überlegt, was kann ich tun? Zum Anwalt gehen zum Beispiel.
Also Wahrnehmung - Gedanke - Gefühl - Reaktion.
Was ich komisch finde, nüchtern betrachtet, ist nicht viel passiert. Es gibt nur ein Blatt Papier mit Druckerfarbe drauf, mehr nicht. Alles andere, der schockartige Zustand, ist allein durch meine Gedanken entstanden.
Wo findet hier nun die Identifikation statt? Ich komm nicht drauf. Das einzige was mir noch einfällt: Es ist ein Bezug zum eingebildeten Ich da.
LG Kerstin