Das ging jetzt aber schnell. Also, na gut.
1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?
Nein, natürlich nicht. Gibt’s nicht.
2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.
Wahrscheinlich benützen viele Menschen diese unreflektierte Idee von einem „Ich“, weil sie daran gewöhnt sind zu denken, sie müssen irgendwas entsprechen. Vielleicht etwas, was Generationen und die Kultur immer wieder weiter geben, wenn man dazu eine Erklärung haben will, aber es gibt keine wahren, entgültigen Gründe für Zustände. Sie versuchen einer Idee zu entsprechen, die nicht aus dem momentanen und spontanen Empfinden oder Erleben entsteht. Da ist dann viel Angst, dem nicht zu entsprechen und durch die Angst wird das „ Ich“ noch stärker, weil sich die Hoffnung breit macht, man könnte sich an dem „Ich“ festhalten und dann wird auch noch so getan, als könnte das „Ich“ Bestand haben. Das Glück wird in die Zukunft verschoben. Ein Teufelskreis. Genau angesehen, ein Irrsinn. Aber ich will mich nicht von den Menschen, die so funktionieren ganz abgrenzen. Das Spiel mit dem „Ich“ muss wohl jeder durchmachen und ich werde es immer auch eine Spur verstehen.
3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.
Unspektakulär bei mir. Es ist wirklich gut mal mit „jemand“ sich auszutauschen, der sich auf ähnlichen Wegen befindet und da wohl schon länger läuft. Es hat Spaß gemacht. Zuerst war ich irre aufgeregt. Ich dachte wirklich Himmel was da jetzt kommt und nun wird gesehen, dass alle „nur mit Wasser kochen“. Es gab kein verrücktes Aufwach-Erlebnis. Manchmal gibt es mal mehr „da-sein“ mal weniger. Vor dem Dialog war es weniger. Die Kommentare haben mich dazu bewegt ehrlicher zu sein, obwohl ich von Anfang an dachte, ich wäre ganz ehrlich ;-) da war aber noch mehr in mir drin ;-) Die Kommentare waren sehr gut. Aus aktueller Sicht sieht es aus, als war ich etwas aus der Spur gerutscht und man hat mich wieder rein gebracht und nun sitzt es noch besser :-)
Es tut auch wirklich gut „angehört“ zu werden und gezwungen zu werden Gedanken „auszusprechen“/zu formulieren. Es wird aber jetzt auch wieder gesehen, wie wichtig es ist, sich überhaupt fortlaufend damit zu beschäftigen und besser nicht ganz allein. „Andere“ Menschen sind so wichtig!!! Wir brauchen uns alle gegenseitig. <3 Danke.
4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?
So einen richtigen Schubs gab es nicht. Die Idee, dass „Buchstaben“ oder „Sätze“ eigentlich nur ein schwarz-weiß sind und mehr nicht, hat sich bei mir eingebrannt. Das Nicht-Fassen-Können ist jetzt besser zu fassen ;-) Es hat auch soo gut getan, das zu schreiben, was gesehen wird, nämlich eigentlich nicht viel, in gewisser Hinsicht gar nichts. Es ist alles ziemlich einfach. Die Überlegung, die beiden „Ebenen“, die dualistische (Alltag) und die nicht-dualistische Ebene, zu verbinden, hat eine Anspannung gelöst. Weiß aber nicht warum. (Viellicht wurde es als Herausforderung empfunden.)
Es war eigentlich mehr ein Prozess ohne Schubs.
5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Für was davon bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.
Ehrlich?: lol
Bin nicht verantwortlich. Das ist wunderbar, weil man alles liebt dann. Habe keine Wahl, Wille, Kontrolle, Absicht. Nun gut, es wird manchmal so getan „als ob“, oder es mag so aussehen, aber die Gedanken kommen wie Wolken und es gibt überhaupt nie irgendeine Entscheidung, alles passiert und wenn sich jemand „nicht entscheiden kann“ dann passiert auch das einfach, ist einfach da. Wahrscheinlich macht die Sprache es äußerst kompliziert, weil sie immer von einem Handlungsträger ausgeht, von einem Subjekt, was auf der Idee des Körpers beruht, aber der Körper ist nicht so klar abzugrenzen, wie wir das (u.a. durch die Sprache) gelernt haben. Keine (klare) Grenze.
6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?
Danke. :-)