Also
Es scheint lediglich antrainiert zu sein der Glaube an etwas hinter den tatsächlich wahrgenommenen Ebenen (damit sind gedanken, Gefühle und Sinneseindruecke gemeint).
Manchesmal ist vollständige Sicherheit da und ein andermal wieder nicht. Sind immer wieder Gedanken, die dazwischenfunken, habe jedoch bei Beschreibungen von anderen auch schon gelesen, dass das"scheint" klingt, als wärst Du dir noch nicht ganz sicher :-)
Anfangs noch ziemlich üblich ist (und glaube, du lieber Wolfgang hast das auch schon gesagt). Deswegen die juristische Formulierung "scheint" :-)
Ja gern:Könntest Du deine Beschreibung etwas ausführlicher formulieren und versuchen, die Mechanik dieses "Glaubens" detailliert zu erfassen?
Ganz kleine Kinder, ich glaube so bis ca. 2 1/2 Jahre haben noch ein Wir- und kein Ich-Empfinden. So ab ca. 1. Jahr wird die Welt der Sprache wahrgenommen und damit geht das Antrainieren von dein und mein los. Im Detail bedeutet dies, von außen werden Sätze an die jeweilige Person (das Baby/Kleinkind) herangetragen wie z.B. "das ist mein Ball und das ist dein Ball" oder auch in Bezug auf deinen und meinen Körper. Unterstützt wird die Ich-Behauptung dabei sicher auch, durch die sich verändernde Sehfähigkeit im Babyalter aufgrund des visuell wahrgenommenen Raumes zwischen den Körpern und auch durch das Sehen und Fühlen der unterschiedlichen Körperformen. Dadurch entstehen dann die jeweils zur Situation passenden Gedanken und Gefühle, mal angenehm empfunden (also positiv bewertet) und mal unangenehm empfunden (also negativ bewertet).
Nachdem zum deinś und meinś dann immer wieder aufś neue diverse Auseinandersetzungen mit Anderen stattfinden, ist dann irgendwann die Ich-Prägung perfekt (vermutlich aufgrund von neuronalen Verknüpfungen im Gehirn). Also anders formuliert, wenn immer wieder steif und fest zunächst von außen behauptet wird, dass es ein dein und mein gibt, dann muss es doch sicher so sein und wird dann irgendwann auch in der neuen Person so empfunden. Dies wiederum führt zu den jeweiligen Handlungen, die dann auch gefühls- und gedankenmäßig bewertet werden und der Kreislauf dreht sich, da dann eine Trennung nach mehreren angenommenen/behaupteten Ichś auch als Trennung empfunden wird. Hier wird soeben klar, wieso nur in der Mitte Stille herrscht, da dort der Kreislauf von angenommenen Trennungen zum Stillstand kommt und dann klar und ruhig gesehen wird. Hoffe das verstehe ich später, nachdem die Worte hier stehen, auch noch.
Das mit den neuronalen Verknüpfungen scheint auch die Logik zu sein, warum "ich" derzeit noch nicht 100%ig von der Ich-Losigkeit überzeugt zu sein scheine (hehe, wieder juristisch mit Hintertürchen formuliert, habe 17 Jahre beim Versicherungsmakler mit tiefgreifenden Rechtsfragen gearbeitet, das prägt auch ;-)) - obwohl wir ja alle Ebenen untersucht haben und niemals ein ich hinter allem gefunden wurde. Vermutlich müssen, wie bei allem anderen, auch bei dieser Desillusionierungssache hier erstmal ausreichende neu erzeugte neuronale Netzwerke entstanden sein, damit wirklich tief empfundene Sicherheit über diese Aussage besteht. Ping wieder was begriffen wieś scheint. Im Grunde genommen verfestigt sich so doch eigentlich alles, durch stetiges wiederholen und irgendwann wirdś ein Automatismus, der im Alltagsgeschehen lediglich dann wahrgenommen wird, wenn vollkommenes Wahrnehmen im hier und jetzt stattfindet (könnte von Tolle stammen). Das scheint auch der Grund zu sein, wieso wir keinen Einfluss darauf haben, ob und wann wir erleuchtet werden, weil niemand von uns wirklich weiß, wieviele neuronale Netzwerke entstehen müssen (also wie oft zuvor etwas wiederholt werden muss), bis es tatsächlich fest verwurzelt ist. Alle Behauptungen in dieser Richtung (z.B. ein 21-Tage Rhytmus im Reiki oder 7xliges wiederholen zum auswendig lernen) sind lediglich Durchschnittswerte die eigentlich nicht verallgemeinert werden können, da ganz viele andere Punkte eine Rolle spielen können. Zuviel Gedanken-Erkenntnis-Bla-Bla jetzt hier. Komme vom Hauptthema ab.
Also nochmal zum Wesentlichen. In welchem Alter auch immer hier die Kurzbeschreibung:
Gedanken tauchen auf, werden mittels Worten und Gefühlen an Andere weitergegeben und behaupten einfach, dass aufgrund der Tatsache, dass unterschiedliche Körper mit unterschiedlichen Gefühlen, Gedanken und Handlungen existieren, ein Ich existiert, dass Chef von allem ist. Stetiges Wiederholen dieser Behauptung schafft die Fixierung, dass es tatsächlich so ist. Wenn dann irgendwann das Gegenteil behauptet wird und dies sogar von Körper, Gedanken und Gefühlen so bestätigt wird, das da ja gar nichtś ist, was zusätzlich zum Wahrnehmbaren existiert, dann erzeugt dies erstmal starken Wiederspruch. Bei anhaltender Untersuchung hierzu wirdś dann irgendwann zwangsläufig andersherum immer klarer werden, dass es kein Ich gibt. Sondern lediglich Körper (oder Materie in welcher Form auch immer), Gedanken und Gefühle/Empfindungen existieren (falls sie das tatsächlich tun und nicht alles nur ein Traum ist).
War das jetzt echt von "mir" lach, nee kann ja nicht, gibt ja kein mir ;-) Ein schöner Egosatz
Hoffe es klingt alles verständlich und so wie es in den Sinn kam

