Halli Hallo

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Wer anklopft, fällt
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Kamele sind auch nur Menschen

Postby Wer anklopft, fällt » Sat Aug 16, 2014 10:33 am

Wenn das „Ich“ eine Gedanke ist, was passiert, wenn das Denkprozess nicht vorhanden ist, wenn „man“ mal nicht denkt?

Das Denken geschieht fortwährend von selbst, ist immer vorhanden, wie zum Beispiel auch das Atmen, sinnliche Wahrnehmen, körperliche Prozesse wie Zellenhaushalt, Kreislauf, Nierentätigkeit mit Urinproduktion etc. Gedanken werden so produziert wie auch Urin produziert wird, ständig und von selbst - ohne (m)ich. Manchmal werden die Objekte des Denkens und/oder der Prozess/die Tätigkeit des Denkens beobachtet, manchmal nicht beobachtet – ohne (m)ich. Gleichgültig, ob das eine oder das andere passiert, es geschieht im Raum eines Anwesend-Seins, im Raum von dem, was ist. Das, was ist, geschieht und/oder lebt in diesen (Erscheinungs-) Formen- unabhängig davon, ob es gedacht, gewußt, beobachtet o.ä. Wird – ohne (m)ich. ES IST. Ganz einfach.

Kann die Frage „wer denkt“ wirklich, „Wirklichkeitstgemäß“ beantwortet werden? (Vielleicht auch warum es möglich/nicht möglich ist?) ;-)

Die Frage „wer denkt ?“ ist ein Gedanke und kann auf hinweisen auf DAS, was ist, ähnlich wie der Finger, der auf einen Baum hinweist, aber nicht der „Baum“ ist. Das Reflektieren=“Zurückspiegeln“ und sich bewußt werden dessen, was gedacht wird, ist selbst eine Erscheinung von dem, was ES IST. DAS zu denken, zu begreifen, zu verstehen ist nicht möglich. „Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein (Gedanken-) Reicher ins (Himmelreich, einfach zu) Sein“.

Herzlich Raphael alias reiches Kamel

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Joram
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Re: Kamele sind auch nur Menschen

Postby Joram » Sat Aug 16, 2014 3:12 pm

Wenn das „Ich“ eine Gedanke ist, was passiert, wenn das Denkprozess nicht vorhanden ist, wenn „man“ mal nicht denkt?
Das Denken geschieht fortwährend von selbst, … … ständig und von selbst – ohne (m)ich. Manchmal werden die Objekte des Denkens und/oder der Prozess/die Tätigkeit des Denkens beobachtet, manchmal nicht beobachtet – ohne (m)ich.
Wenn das Denken ohne „(m)ich“ verläuft – was ist dann das „Ich“?


Auf der Frage:
Kann die Frage „wer denkt“ wirklich, „Wirklichkeitstgemäß“ beantwortet werden?
kam eine Antwort die ich nicht verstanden habe.
Ja? Nein? Oder hast Du eine andere Antwort? So was wie „Ich denke mich selber aus“? ;-)


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Wer anklopft, fällt
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Vor kurzem Er-Fahren

Postby Wer anklopft, fällt » Mon Aug 18, 2014 7:44 pm

1) Wenn das Denken ohne „(m)ich“ verläuft – was ist dann das „Ich“?

Komme gerade nach Hause, bin ca. 2 Stunden Auto gefahren, dabei in verschiedenen Läden auf der Suche nach einem bestimmten Artikel gewesen. Das „Ich“ tauchte dabei immer dann auf, wenn ich wieder vor dem leeren Regal stand und sah: der gesuchte Artikel ist auch hier ausverkauft. Dabei tauchten Gefühle von Entäuschung, Ärger, Ohnmacht auf, vor allem aber die Sichtweise, von etwas getrennt zu sein, was ich haben/bekommen/erreichen wollte.
Das „Ich“-Erleben taucht immer im Kontext von sich getrennt fühlen/meinen auf, im Unterschied zum „Du“ bzw. zu allem, was anders ist. Unser Verstand arbeitet generell im dualistischen Modus von Null und Eins, Ja und Nein, Gut und Schlecht etc.„Ich werde am Du“ hat Martin Buber es genannt.
Zugleich erinnerte ich mich während dieser Einkaufstour immer wieder daran, in das Präsentsein einzutauchen, und sofort verschwand jegliches Mich-Getrennt-Fühlen, ich empfand : „Alles ist gut“. „Ich“ beobachtete – ich könnte auch der nondualen Redeweise gemäß sagen, „da war ein Beobachten“, aber das ändert nichts an den Erscheinungsweisen – meine Gefühle (siehe oben), die Bewegungen meiner Arme/Hände und Beine beim Lenken, die wundervollen Wolken am Himmel über mir, die an meinen Augen vorüberziehende Landschaft, Bäume, Wiesen, andere Fahrzeuge u.v.m., und in den Geschäften sehr freundliche und hilfsbereite VerkäuferInnen beim Beantworten meines Anliegens und Nachforschen, ob der gesuchte Artikel nach andernorts vorrätig sei.
Irgendwie fühlte und fühlt es sich an, als ob ich mich allem „eins“ wäre, als ob alles in einem einzigen Raum stattfindet, in dem ich immer schon zuhause bin, wenn ich nur aufhöre, danach zu suchen. In der Abwesenheit von mir war/bin ich ganz präsent, anders gesagt : „Abwesenheit ist Präsenz, Leere ist Form, Wahrnehmung ist vom Inhalt ungetrennt“ (geschrieben von Jeff Foster, gelesen von mir, (ein)gesehen von Niemand).


2) kam eine Antwort die ich nicht verstanden habe.
Ja? Nein? Oder hast Du eine andere Antwort? So was wie „Ich denke mich selber aus“? ;-)

Die Frage „wer denkt ?“ mit Ja oder Nein zu beantworten, hieße für mich, sie tot zu schlagen. Diese Frage ist für mich eine „Ableger“ der Frage „Wer bin ich ?“. Mir ist es lieber, diese Frage/n wach und lebendig zu halten, als Hinweis auf „etwas“, in DAS wir uns/ich mich nur hineinfallen lassen können/kann. (siehe mein letzter Beitrag). Mein Bild dafür ist „Wer anklopft oder fragt, fällt mit der Tür oder mit der Frage ins Freie, in die Freiheit.
Der, der dieses hier schreibt, und der, der es liest, sind eines/einer. Denken, Reden, Hören, Schreiben, Lesen, Fragen, Antworten, Schauen etc. zwischen Menschen ist immer EIN Denken, Reden, Hören usw., findet nur scheinbar zwischen getrennten Personen/Individuen statt. DAS, was schaut, schaut im Grunde immer sich selbst, denkt, redet, hört, schreibt, liest, fragt und antwortet sich selbst.
Statt weiterer Gedanken-Sprünge im Ver-Stehen möchte ich lieber noch ein paar Schritte gehen und beim Abendspaziergang der Stlle hinter der Stille lauschen.
„Gute Nacht, Freunde !“

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Re: Vor kurzem Er-Fahren

Postby Joram » Tue Aug 19, 2014 6:15 am

Das „Ich“ tauchte dabei immer dann auf, wenn ich wieder vor dem leeren Regal stand und sah: der gesuchte Artikel ist auch hier ausverkauft. Dabei tauchten Gefühle von Enttäuschung, Ärger, Ohnmacht auf, vor allem aber die Sichtweise, von etwas getrennt zu sein, was ich haben/bekommen/erreichen wollte.
Das „Ich“-Erleben taucht immer im Kontext von sich getrennt fühlen/meinen auf, im Unterschied zum „Du“ bzw. zu allem, was anders ist. Unser Verstand arbeitet generell im dualistischen Modus von Null und Eins, Ja und Nein, Gut und Schlecht etc.„Ich werde am Du“ hat Martin Buber es genannt.
Ja. So ist es. Die Ichillusion entsteht in Zusammenhang mit dem „Wollen“ und „Wollen“ entsteht, wenn ein Vergleich im Geiste entsteht: „die Lage ist so, es soll aber anders sein“. Kein „Wollen“ keine „Ichillusion“.
Nur bitte nicht vergessen, dass ein Leben ohne „Wollen“ unmöglich ist.(!)
Der Ausstieg aus der Ichillusion besteht darin den Ablauf zu erkennen, nicht darin den Ablauf zu kontrollieren/beenden. Ist der Ablauf der Entstehung des „Wollen“ erkannt, ist das „Wollen“ als das gesehen was es ist, schwächelt es und gibt nach“. Innere Ruhe und Frieden entstehen.

Das „Ich“-Erleben taucht immer im Kontext von sich getrennt fühlen/meinen auf, im Unterschied zum „Du“ bzw. zu allem, was anders ist.
Wann wird alles „anders“, wann entsteht der „Unterschied“?

Unser Verstand arbeitet generell im dualistischen Modus von Null und Eins, Ja und Nein, Gut und Schlecht etc.„Ich werde am Du“ hat Martin Buber es genannt.
Das ist die „dualistische Ebene“, auch „relative Wahrheit“ genannt.

Zugleich erinnerte ich mich während dieser Einkaufstour immer wieder daran, in das Präsentsein einzutauchen, und sofort verschwand jegliches Mich-Getrennt-Fühlen, ich empfand : „Alles ist gut“. „Ich“ beobachtete – ich könnte auch der nondualen Redeweise gemäß sagen, „da war ein Beobachten“, aber das ändert nichts an den Erscheinungsweisen – meine Gefühle (siehe oben), die Bewegungen meiner Arme/Hände und Beine beim Lenken, die wundervollen Wolken am Himmel über mir, die an meinen Augen vorüberziehende Landschaft, Bäume, Wiesen, andere Fahrzeuge u.v.m., und in den Geschäften sehr freundliche und hilfsbereite Verkäuferinnen beim Beantworten meines Anliegens und Nachforschen, ob der gesuchte Artikel nach andernorts vorrätig sei.
Super. Genau das ist der Weg. Achtsamkeit. Erkennen wie die Ichillusion entsteht und was losgelassen werden muss, damit die Trennung sich auflöst. Am Ende ist alles nur noch „Beobachtungsprozess“. Bei der Frage/Gedanke „Wer beobachtet“ entsteht nur noch ein Schmunzeln, oder Schulterzucken ;-)

Irgendwie fühlte und fühlt es sich an, als ob ich mich allem „eins“ wäre, als ob alles in einem einzigen Raum stattfindet, in dem ich immer schon zuhause bin, wenn ich nur aufhöre, danach zu suchen. In der Abwesenheit von mir war/bin ich ganz präsent, anders gesagt : „Abwesenheit ist Präsenz, Leere ist Form, Wahrnehmung ist vom Inhalt ungetrennt“ (geschrieben von Jeff Foster, gelesen von mir, (ein)gesehen von Niemand).
Ist „alles eins“? Oder „es ist ‚nichts da‘“, oder „es kann nicht benannt werden“?

DAS, was schaut, schaut im Grunde immer sich selbst, denkt, redet, hört, schreibt, liest, fragt und antwortet sich selbst.
Joram hat dieses „sich selbst“ nie gefunden. Es war nie möglich irgendetwas wahrheitsgemäß zu definieren. Der Versuch zu definieren erzeugt die Trennung, das „Entstehen von getrennte Dinge“. Sogar der Satz „alles ist Eins“ ist nur ein Gedanke, eine Vorstellung, nicht „das was IST“. – Kannst Du mit der Aussage was anfangen?

:-)

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Frühnachrichten

Postby Wer anklopft, fällt » Tue Aug 19, 2014 6:53 am

1) Wann wird alles „anders“, wann entsteht der „Unterschied“?

Wenn ich es anders haben will, als es ist, wenn ich haben will, was ich nicht habe, oder nicht nicht haben will, was ich habe, erlebe, fühle etc.

2) Super. Genau das ist der Weg. Achtsamkeit. Erkennen wie die Ichillusion entsteht und was losgelassen werden muss, damit die Trennung sich auflöst. Am Ende ist alles nur noch „Beobachtungsprozess“. Bei der Frage/Gedanke „Wer beobachtet“ entsteht nur noch ein Schmunzeln, oder Schulterzucken ;-)

Genau, danke für Deine Rückmeldung.

3) Ist „alles eins“? Oder „es ist ‚nichts da‘“, oder „es kann nicht benannt werden“?

Ich stimme Dir zu, es "nichts" oder "unsagbar/unbegreiflich" zu nennen, ist weniger poetisch/dramatisch bzw. ausgedacht, dafür aber stimmiger.

4) Joram hat dieses „sich selbst“ nie gefunden. Es war nie möglich irgendetwas wahrheitsgemäß zu definieren. Der Versuch zu definieren erzeugt die Trennung, das „Entstehen von getrennte Dinge“. Sogar der Satz „alles ist Eins“ ist nur ein Gedanke, eine Vorstellung, nicht „das was IST“. – Kannst Du mit der Aussage was anfangen?

Ja, kann ich. Ich habe das Beschriebene auch nur gedanklich ge- bzw. erfunden, wenn ich dem unbeschriebenen Blatt, der Leere/dem Nichtwissen ausweiche und mit Gedanken und Worten spiele, was ich oft tue.

"Und nun das Wetter : es ist heute Morgen ruhig bis heiter in mir".
Dir auch einen ruhig-heiteren Arbeits- und Lebenstag !

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Re: Halli Hallo

Postby Joram » Tue Aug 19, 2014 2:50 pm

Schön :-)

Unsere obligatorischen Abschlussfragen, wenn du möchtest kannst du sie noch beantworten,
sie sind auch gut um nochmal zu sehn wo man steht.

1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?

2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.

3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.

4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?

5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Für was davon bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.

6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?


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Fragen keimen lassen

Postby Wer anklopft, fällt » Tue Aug 19, 2014 4:21 pm

Hallo Joram,
danke dafür, dass ich "zur Prüfung zugelassen" wurde, das freut mich ! Ich werde vermutlich in 2-3 Tagen antworten, habe noch anderes zu tun, möchte auch die Fragen ein wenig in mir keimen lassen und schauen, wohin sie mich begleiten.
Herzlich Raphael

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Die Fragen zurück lassend ins Antworten hinein LEBEN

Postby Wer anklopft, fällt » Fri Aug 22, 2014 5:56 pm

Das (Er-) Leben, das nicht mir gehört, aber hier und jetzt an demjenigen Ereignisort, von/an/in dem diese Worte hervorgehen und geschrieben werden, empfunden, gefühlt, geschaut wird, ist stark geprägt/berührt von aufregenden, aufwühlenden Ereignissen und Erlebnissen mit anderen, mir sehr nahe stehenden Menschen, die gerade großes psychisches Leiden durchmachen, was mich mental und emotional nachhaltig beschäftigt, traurig, ohnmächtig, ängstlich stimmt, viel Anlaß gibt, immer wieder im Augenblick „anzuhalten“, zu „schauen“ und zu spüren. Vor diesem Hintergrund will ich jetzt die Fragen beantworten bzw. mich überraschen lassen/zulassen, was da so für Gedanken und Reaktionen erscheinen und zur Tastatur gebracht werden. Eine solche Überraschung besteht bereits darin, dass ich mich jetzt an die Arbeit der Beantwortung mache, nachdem ich vor fünf Minuten noch gedacht habe : „Heute nicht“.

1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?

In dem Sinn/Maß, in dem es „Dich“ gibt, gibt es „mich“. Der Bezeichnung/Bedeutung/Identifikation „ich“ liegt das Wahrnehmungsmuster zugrunde, von „dir“, von den/dem anderen getrennt zu sein, ein Einzelwesen/Individuum zu sein, von/in der Welt unterscheidbar, vom Leben hervor gebracht und zugleich weg gebracht wie von einer Mutter, die nach der Geburt ihr Kind liegen bzw. sich selbst überläßt. Auch ich habe von Früh auf nach dem (Sinn vom) Leben gesucht, wie besessen und getrieben von dem Wunsch, „mein“ Leben zu finden. Denn auch dem „kleinen“ Raphael wurde als Kleinkind gezeigt und gesagt, was „ich“ und „du“, „dein“ und „mein“ zu bedeuten haben, und er sprach, dachte, glaubte dies nach. Der „große“ Raphael von heute kann diese Phänomene durchschauen und einsehen, dass es niemals wirklich ein „ich“, „mein“ oder „Selbst“ gab.

2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.

Da sitzt etwas, genannt „Körper“, auf etwas, genannt „Stuhl“, da sind ein Tippen und Tasten etc. und die Glaubensüberzeugung „Ich, Raphael, schreibe hier an Dich, Joram, einen Brief“. Die wahrnehmungsgebundenen/abhängigen Erscheinungsformen von „Dingen“ wie Körper, Tasten, Worten führen zur ebenso verdinglichenden Idee/Meinung, dass es in Anbetracht dieser sonst unerklärlichen, „wundervollen“ Phänomene eine Instanz geben muss, genannt „Ich“, die diese sinnlich-mental-psychischen Wahrnehmungen ermöglicht, hervorbringt, begleitet, beobachtet etc. Und angesichts von Fragen, die nicht ich mir stelle, sondern „jemand“ anderes, genannt Joram, den „ich“ zwar nicht wirklich kenne, aber der mit mir trotzdem über sehr interessante Dinge einen Mailingwechsel führt, identifiziere ich meine Person als „ich“ und Joram als „Du/dich“. Diese Ich-Identifikation gibt mir solange eine gewisse Sicherheit und Orientierung im (Er-) Leben, bis ich zurücktrete und sehe : diese Sicherheit und Orientierung halten der Überprüfung nicht stand, denn da geschieht zwar gerade ein Lesen von Gedachtem/Geschriebenem, aber da ist niemand/nichts, der/das von diesem Geschehen zu trennen/abzulösen wäre. Die Wahrnehmung und ihr Inhalt sind nicht voneinander zu trennen, „ich/Raphael“ und „du/Joram“ erscheinen als gedankliche FataMorganas. Und zugleich sind da Freude, Dankbarkeit, Liebe und ein Lächeln zu spüren.

3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.

Nach dem Dialog ist vor dem Dialog. Das Forschen, Schauen, Zurücktreten geht weiter wie schon zuvor, ist aber hat durch den Dialog deutlich angeregt worden, hat sehr gewonnen an Frische, Präsenz, Aufmerksamkeit und Offenheit für das, was jeweils gerade jetzt passiert, was die Passage durch den Engpass meiner Wahrnehmung nimmt und ins dadurch ins offene Gewahrsein weitet.
Die Illusion zu durchschauen und immer wieder zu durchschauen fühlt sich wunderbar lösend und erlösend an, entspannend, erleichternd, erinnert mich ans Dampfbad, wenn sich für mich „alles irgendwie“ in Dampf auflöst und verflüchtigt, bringt mich zum Lächeln und Lachen, und zur Einsicht : „Alles darf sein, alles ist so, wie es ist, völlig in Ordnung“.... „Und wenn nicht in Ordnung, ist es auch in Ordnung“.

4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?

Der letzte Schubs entsteht gerade (wieder) hier und jetzt in der Beschäftigung mit diesen Fragen und Antworten. Jenseits davon haben mich von Klein auf eine unerklärliche Sehnsucht und Neugier auf die Suche nach DEM gehen lasen, was ES IST. Die stärksten Antreiber dafür, weiter zu gehen, waren psychische Krisen und Notlagen, in meiner Wahrnehmung im Grunde jedes Mal ausgelöst durch Dramen und Trennungen in Beziehungen/Partnerschaften. Im Prozeß im Anschluß an die Trennung von meiner Ehefrau vor neun Jahren habe ich eine Art „Tod/Sterben vor dem Tod/Sterben“ erlebt, Schritt für Schritt, auch in Verbindung mit Vipassana-Meditationspraxis, ohne dass ich ein historisches Datum für ein unumkehrbares „Aufwachen“ benennen/erkennen kann. Durch meine fast tägliche Begegnung und Begleitung von Menschen als Psychotherapeut habe ich regelmäßig Anregung und Gelegenheit, gemeinsam Bewußtseins-Felder jenseits von „Richtig“ und „Falsch“ bzw. „Ich“ und „Du“ zu erforschen Meinem Eindruck nach bin ich weiter auf dem Weg bzw. „pfadlosen Pfad“, mit „Fort- und Rückschritten“, die bei deren Erkennen wieder wegfallen, und zugleich „ziellos“, ohne eine Idee/Strebung, „endlich endgültig aufwachen“ zu „wollen“ oder zu „müssen“. Gerade denke/beobachte, ob sich darin wiederum ein (Nicht-)Ziel ausdrückt, was im Beobachten wiederum als „dann ist es einfach gerade so“ erkannt und fallen gelassen werden kann.

5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Für was davon bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.

Ich sehe mich „für alles verantwortlich“, jedoch „für nichts zuständig“, was im Raum meines (Er-) Lebens und Wahrnehmens geschieht. Ich sehe mich als verantwortlich an für die Folgen meiner Lebens- und Ausdrucksweisen, aber nicht für deren Entstehung. Für diese ist „niemand“ zuständig. Ich erlebe/fühle mich meiner Mitwelt zugehörig, insbesondere „meinen“ Mitmenschen, gleichgültig in welcher Beziehungsform. Daraus entsteht eine Art Mitgefühl mit der Folge, dass ich mich für die Konsequenzen meines (Nicht-)Tuns und (Nicht-)Lassens verantwortlich fühle, für mich selbst wie für andere. Zugleich habe ich keinerlei Kontrolle über das, was (nicht) geschieht, kann nicht kontrollieren, ob zum Beispiel etwas, was ich sage oder tue, mir oder anderen anschließend leid/weh oder gut tut.
Zur Zeit kann ich zum Beispiel im Kontakt mit meiner an einer Trennung psychisch schwer leidenden, erwachsenen Tochter gut beobachten, dass mein Bedürfnis, ihr zu helfen/sie zu trösten, „auf meinem Mist gewachsen“ ist (Projektion eigener Trennungserfahrungen/-schmerzen), dass ich mich immer wieder entscheiden kann, DASS ich meine Gefühle/Impulse als solche wahrnehme (Hilflosigkeit, Angst, Trauer), aber dass ich mir nicht aussuchen/kontrollieren kann, WAS ich wahrnehme, empfinde, fühle, denke.
Aber es gibt für mich die Möglichkeit, mich immer wieder daran zu erinnern, dass ich anhalten, zurücktreten und beobachten kann, welches Empfinden, Fühlen, und ebenso Entscheiden, Beabsichtigen, Wollen, Wählen in meinem Geist/Bewußtseinsfeld „von selbst“ geschieht, in den Formen oft lebenslang einstudierter Konditionierungen, Anschauungen, Glaubensüberzeugungen, deren „von selbst“ ich beobachten, durchschauen und dadurch oft (zu- oder los-) lassen kann. Jetzt zum Beispiel taucht ein Bedürfnis auf, es mit meinen Antworten gut sein zu lassen. Da ist kein „ich“ zu entdecken, das jetzt eine Wahl hat und eine Entscheidung fällt. Zugleich ist die Entscheidung einfach von selbst da und heißt : „Ende. Amen“.

6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?

Ja ! : Herzlich Raphael

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Re: Halli Hallo

Postby Joram » Sat Aug 23, 2014 7:52 am

Danke für deine Antworten Raphael, es werden jetzt andere Guides sie lesen
und wenn noch Fragen kommen werden diese gepostet.
Dies kann ein Weilchen dauern. :-)

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Re: Halli Hallo

Postby Joram » Sat Aug 23, 2014 3:45 pm

Hallo Raphael,
Du schreibst:
dass ich mich immer wieder entscheiden kann, DASS ich meine Gefühle/Impulse als solche wahrnehme (Hilflosigkeit, Angst, Trauer), aber dass ich mir nicht aussuchen/kontrollieren kann, WAS ich wahrnehme, empfinde, fühle, denke.
Was ist die Instanz/„Ich“ was entscheidet? Wie entstehen Entscheidungen?
Wem gehören Gefühle und Impulse? (Du sagst ja „meine Gefühle“…)
Und wie passen aussuchen/kontrollieren und die Ichillusion zusammen?

Ziemlich konträr zudem was Du sonst geschrieben hast, oder? ;-)

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Die Antwort des Tormanns nach dem Elfmeter

Postby Wer anklopft, fällt » Sat Aug 23, 2014 5:39 pm

Danke für Deine Rückmeldung. Ja, ziemlich konträr, stimmt.
Da taucht gerade sozusagen „die Angst des Tormanns vor dem Elfmeter“ (Roman von P.Handtke) auf, in diesem „Endspiel“ (Wie heißt noch mal die Liga, in der es nichts zu erreichen gibt ? Ich nennen sie „ES IST“) zu patzen. Bin es gerade müde, das Frage-Anwort-Spiel weiter zu führen. Daher mache ich jetzt erst mal Pause und ruhe mich unter dem Tor aus, solange davon geträumt wird.
Indem ich dies sage, verschwindet das Tor und ich sehe, dass Gedanken, Gefühle und Veränderungen im Wahrnehmungsfeld, auch Entscheidungen genannt, kommen und gehen, mal beobachtet, mal unbeobachtet, aber von niemandem dabei kontrolliert, dass es nichts zu erreichen, zu verlieren oder gewinnen gibt.
Die im letzten Beitrag genannte Unterscheidung von "dass" und "was" entsprang der Denk- und Sprechgewohnheit, dass da ein "ich" ist, das unter-, ent- und zuletzt auch noch verscheidet. Tatsächlich ist es aber weit und breit nicht zu finden.

Der Tormann macht jetzt gleich Feierabend, wurde gerade so entschieden. Ciao.
Herzlich Raphael

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Re: Halli Hallo

Postby Joram » Sat Aug 23, 2014 6:27 pm

Ja, eine schöne Antwort. Habe etwas Zeit gebraucht um sie zu begreifen *Grinsen*

Es gibt aber eine Hoffnung: Auch Dumme, so wie ich, können die eigene Ichlosigkeit erkennen… Schließlich ist es MEINE ichlosigkeit… *Lach*

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Jetzt lasse ich mich wieder fallen ...

Postby Wer anklopft, fällt » Sun Aug 24, 2014 5:14 am

... und sehe, da war und ist niemand, der etwas, was nichts und nicht ist, durchschauen könnte. Aber so zu tun, als ob, hat mich inspiriert und gefreut, war mir die Zeit und Mühe wert, das Frage-Antwort-Spiel mitzuspielen, bis jetzt.
"Jenseits von Richtig und Falsch ist ein Feld ... Ich treffe dich dort" (Rumi) ... oder auch nicht.
Es ist, wie es ist, in jedem Fall gut. Denn ich bin schon immer das Leben und die Liebe, die ich (nicht mehr) suche. Ich lasse mich fallen in DAS, was ES IST. Es ist nur soviel und es ist zu fühlen, jenseits aller Fragen und Türen und Tore, jetzt.
Danke für Deine letzte brüderliche Antwort ! Vielen, vielen Dank für die Begleitung ! Ciao.
Herzlich Raphael

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Re: Halli Hallo

Postby Joram » Mon Aug 25, 2014 6:57 pm

danke für deine Antworten, sie waren, auch dieses Mal, auch für mich eine Bereicherung :-)

Die anderen Guides haben nichts mehr hinzugefügt,
so kann ich nur sagen, herzlich Willkommen.

Auf Facebook gibt es noch einige Gruppen die für Interessant sein können,
ich schreibe dir eine PN und erkläre dort wie es weiter gehen kann, wenn du möchtest.

Liebe Grüße
Joram
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