1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?
Es gibt kein eigentständiges "Ich", "mich", oder "selbst".
2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.
Die Ich-Illusion beginnt mit der Identifikation mit Gedanken, bzw. der Verwechslung, dass der Gedanke gesteuert wird durch das Ich. Bei genauerer Betrachtung stellen wir fest, dass die Gedanken Sinneseindrücke, Empfindungen oder Objekte enthalten können, die automatisch erscheinen!
Es gibt keine Kontrolle über Gedanken, sie kommen und gehen wie Wellen, je nach Situation und Umstand mal mehr, mal weniger und in veränderter Form. Ebenso gibt es keine Kontrolle über Sinneseindrücke. „Ich“ kann nicht entscheiden, ob ich den Wind spüren will oder nicht, weil es weder Ich, noch die Entscheidung gibt. Der Wind weht, mehr nicht. Der Wind ist da und er wird gespürt. Ein Gedanke entsteht, der den Sinneseindruck von Wind, enthält.
Durch die Gedanken kommen wir vom Hier und Jetzt weg und von Alledem was dieser Moment ist. Wir erinnern uns an Situationen in der Vergangenheit oder Zukunft und denken die Erinnerungen gehören uns! Wir können die Gedanken weder festhalten, noch ablehnen. Sie gehen und vergehen. Kein Ich steuert die Gedanken, noch denkt das "Ich" Gedanken.
Das Ich kommt mit der Entstehung von Subjekt und Objekt, als Erfindung, bzw. Illusion des Geistes. Das Denken unterscheidet, vergleicht oder sucht Gemeinsamkeiten, zwischen dem "Ich"-Objekt (der Vorstellung wer ich sein könnte bzw. bin) und dem Subjekt (allem anderen was
nicht in diesem Gedanken enthalten ist).
3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.
Es fühlt sich alles an wie vorher, nur gibt es kein Ich mehr, was als Objekt ein „Eigenleben“ meint führen zu müssen. Der Blick ist klar, das Bewusstsein sieht deutlich. Gedanken können Gedanken sein, alles darf so sein wie es ist. Es ist so und es ist schön. Die Suche nach einem Ich bringt Stille.
Vor dem Dialog dachte ich: Da muss etwas sein, es muss „Mich“ geben, „Mein Photoalbum“; man sieht Mich doch‼!. Dort bin ich!
Fragt euch wer das Ich ist, Definiert das Ich. Jede Beschreibung, käme sie einem „ICH“ noch so perfekt nahe, ist im nächsten Moment total obsolet, alt, weg, falsch, verbogen, illusionär :D
4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?
Meine Hand. Wo hört sie auf, wo beginnt sie? Was ist die Hand? Woraus besteht die denn? Warum tippt die? Diese Fragen gaben mir den Schubs.
5) Gibt es irgendwelche Ereignisse im Leben, über die Du Kontrolle ausübst? Kannst Du über irgendetwas entscheiden, es beeinflussen oder herbeiführen? Gib ein paar konkrete Beispiele aus Deiner Erfahrung.
Nein ich übe keine Kontrolle aus, ich werde geboren, die Lungen atmen, das Herz schlägt, der Atem verlässt die Lungen, das Denken denkt. Das ich entscheidet das nicht. Meine Erfahrung sind Gedanken mit Erlebnissen und vielen, vielen Objekten.
6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?
Der Dank gilt allen Beteiligten dieses Forums, Danke an meinen Guide!