Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint

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RobertaM
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Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint

Postby RobertaM » Sun Feb 19, 2017 2:00 pm

LU is focused guiding for seeing there is no real, inherent 'self' - what do you understand by this?
Ein Teil von mit versteht, dass es das "Ich" nicht gibt, dass ich Bewusstsein bin, dass ich alles bin, was ich außerhalb von mir sehe & wahrnehme. Ich kann es aber nicht so richtig fühlen, daher ist es ein Konzept in meinem Kopf. Manchmal fühle ich ein tiefes Gefühl von Liebe, eine Ahnung davon, wie es sein könnte, es auch fühlen zu können.

Was führt dich zu Liberation Unleashed?
Interesse, Neugier, eine neue Erfahrung machen, die Suche nach Wahrheit und die Möglichkeit von einem Begleiter Hilfe zu bekommen und so aus dem "Traum"zu erwachen. Der Zu-fall, damit meine ich meine Intuition :-) hat mich auf diese Seite geführt, ich habe nicht aktiv danach gesucht. Es fühlt sich für mich richtig an, mit euch in Kontakt zu treten und herauszufinden, was der nächste Schritt ist.

Welchen Hintergrund hast du in Bezug auf deine Suche?
Ich habe 2001 damit begonnen, mich intensiver mit Spiritualität zu beschäftigen, habe einige Heiler-Ausbildungen gemacht, und wollte schon immer hinter die Kulissen der scheinbaren Welt schauen, Zusammenhänge verstehen. Da war und ist eine Sehnsucht nach Verbundenheit fühlen, nicht nur in kurzen Sequenzen, sondern immer. 2015 habe ich an einem Lichtnahrungs-Seminar teilgenommen und in den vergangenen 2 Jahren viele unerlöste Themen aus meiner Vergangenheit geheilt. Je mehr ich erlöst habe, desto feiner und klarer wurde meine Verbindung zu meiner Intuition und ich erkenne immer mehr die Synchronizitäten im Leben, wie alles wunderbar auf dem richtigen Platz ist und dass alles, was mir im Leben begegnet eine Einladung zu Heilung ist. Manchmal ist es schmerzlich, aber immer hilfreich. Ich habe die Bücher von Eckhart Tolle gelesen und mache die Achtsamskeitsübungen seither immer wieder. In letzter Zeit höre ich (auch wegen dem Projekt, an dem ich gerade arbeite) Satsangs bzw. Interviews mit Erleuchteten. Danach fühle ich meist so einen Frieden in mir und stelle mir vor, wie es wäre, wenn das immer so wäre.

Was erwartest du von dem Gespräch in diesem Forum?
Nichts, ich ERWARTE nichts, habe aber die Hoffnung, dass ich durch diese Unterstützung leichter erkennen kann, was ich wirklich bin und vor allem das auch fühlen kann als meine Wahrheit. Ich hoffe auf Bewusstseinserweiterung und dass ich mir vielleicht auch ein paar Irrwege erspare, so wie wenn ich mit dem Auto mit dem Navi fahre, anstatt nur zu vermuten, wohin es geht. Ich hoffe, dass es mich bei meiner Selbsterforschung unterstützt.

Wie bereit bist du, deine Glaubensvorstellungen über dich in Frage zu stellen und um jeden Preis die Wahrheit zu finden? 10

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Daniel777
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Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint

Postby Daniel777 » Sun Feb 19, 2017 5:48 pm

Hallo, und herzlich Willkommen bei Liberation Unleashed.

Darf ich Dich Roberta nennen? Wenn Du magst, dann werde ich Dich begleiten.

Die Bekanntmachungen hast Du gelesen und verstanden? Bitte bestätige dies kurz mit einem "Ja".

Für die Zeit während dieses Dialoges möchte ich Dich bitten, die Satsangs und Interviews, Bücher und Lehren über Erwachen, Erleuchtung usw. beiseite zu legen. Sie haben - ab jetzt - ausgedient. Neues Kapitel: Selbst nachschauen. Ist das ok für Dich?

Ich bin nicht Dein Lehrer. Grundsätzlich stelle ich Fragen, die Du in Deiner unmittelbaren Erfahrung - hier und jetzt - untersuchst, und ehrlich und offen für Dich selbst beantwortest. Nicht für mich. Nicht aus philosophischen Überlegungen, oder aus bereits gelesenem oder gehörtem, sondern aus der eigenen direkten Erfahrung.

Verstehst Du, was mit Direkter Erfahrung gemeint ist? Oder sollen wir darauf noch näher eingehen?

Bitte antworte spätestens am 2. Tag. Das hält den Fokus und ist förderlich.

Wenn Du sagst, das da keine Erwartungen sind, sehr gut. :)

Liebe Roberta, welche Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen kommen hoch, wenn Du folgenden Absatz liest:

Es gibt kein ICH. Da ist niemand, der "sein Leben" lebt. Niemand, der Verantwortung und einen Freien Willen hätte. Kein Besitzer "seines Lebens". Erfahrung: Ja. Erfahrender: Nein. Nicht wirklich vorhanden. Kein Wahrnehmender hinter der Wahrnehmung, kein Denker hinter den Gedanken. Da ist kein Kapitän an Bord. Das Ruder ist "unbesetzt", leer. Absolut.

Freue mich über Deine Antwort

Liebe Grüße
Daniel

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RobertaM
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Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint

Postby RobertaM » Sun Feb 19, 2017 8:41 pm

Hallo Daniel,

danke für deine Nachricht und danke, dass du mein Begleiter sein willst.
Die Bekanntmachungen habe ich gelesen und verstanden. JA
Ja, ich möchte selber nachschauen, was es zu entdecken gibt. Ist o.k.
Als direkte Erfahrung würde ich das bezeichnen, was ich unmittelbar in diesem Moment fühle und denke. Wenn es anders gemeint ist, erkläre es mir bitte.

Lieber Daniel,

wenn ich diesen Absatz lese, spüre ich Freude und wie mein Herz weit wird. Es ist ein Pulsieren in meinem Brustkorb, das sich immer weiter ausdehnt. Ein inneres JA!, eine Freude, wie wenn ich einen geliebten Menschen anschaue, wie verliebtsein überhaupt. Dieses Gefühl wird immer intensiver, je länger ich den Text betrachte. Während ich das im Herzen fühle, taucht ein anderes Gefühl in meinem Bauch auf, ganz leise, fast unmerklich. Wenn ich mit meiner Aufmerksamkeit dahingehen, nehme ich eine Enge wahr, es fühlt sich wie Angst an. Dann kommt ein Gedanke (vorher waren nur Gefühle da). "Die Angst dich zu verlieren". Ich spüre sie jetzt deutlich. Weg ist das schöne Gefühl. Ich fühle die Angst. -15 Minuten sind vergangen, es wird leichter. Es war wie eine "Angstwelle", die durch meinen ganzen Körper gelaufen ist und langsam verebbt. Ich lese den Text nochmal. Langsam spüre ich die Freude wieder, bin aber noch etwas erschöpft von den heftigen Emotionen. Ich mache Schluss für heute.

Liebe Grüße,
Maria

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RobertaM
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Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint

Postby RobertaM » Sun Feb 19, 2017 8:50 pm

Entschuldige, hab ich vergessen. Mein Name ist Roberta Maria. Ich werde aber mit Maria angesprochen.

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Daniel777
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Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint

Postby Daniel777 » Mon Feb 20, 2017 9:04 am

Liebe Maria,

Danke für Deinen ehrlichen und offen Bericht.

Angst kann von Zeit zu Zeit auftauchen. Bedenke, das nichts verloren geht, was ohnehin nicht da ist. Wir wollen nur einen Blick auf das werfen, was Real/Wirklich IST.
Phantasie und Wirklichkeit trennen zu können ist absolut unverzichtbar, wenn Du die Illusion des ICHs erkennen willst. Wirklichkeit bezeichnen wir als das, was nicht verschwindet, wenn Du nicht mehr daran denkst oder glaubst. Es ist das, was mit den Sinnen wahrgenommen werden kann.
Als direkte Erfahrung würde ich das bezeichnen, was ich unmittelbar in diesem Moment fühle und denke. Wenn es anders gemeint ist, erkläre es mir bitte.
Genau. Direkte Erfahrung ist also keine besondere Art der Wahrnehmung und nicht schwer. Es ist das einfache schauen auf das, was gerade jetzt da ist. Geräusche hören, schmecken, riechen, fühlen/tasten, Empfindungen, Farben oder Bilder wahrnehmen.
Hinschauen heißt auch den Gedankenstrom wahrnehmen - nicht Gedanken denken. Gedanken ziehen Dich leicht aus der Direkten Erfahrung weg, denn wenn Du Deine aktuelle Erfahrung direkt ansiehst, wirst Du unweigerlich enthüllen, mit welchem 'Trick' sie die Illusion des Ichs erschaffen.

Setz Dich einmal entspannt an den Tisch und nimm Dir eine Tasse zu Hand.
Was nimmst Du mit den 5 Sinnen von diesem Objekt genau wahr? Versuche das mal ein Worte zu fassen.

Sind die Gedanken eine aktuelle Erfahrung der sinnlichen Wahrnehmung (sehen, fühlen etc.), oder beschreiben/benennen/etikettieren sie nur, was mit den Sinnen wahrgenommen wird?
Kannst du sehen, dass die Gedanken über die sinnliche Erfahrung nach der Erfahrung auftauchen?
Kannst du sehen, dass wenn die Aufmerksamkeit sich auf etwas gerichtet hat, eine Beschreibung/Benennung/Etikettierung folgt?
Was stellst du sonst noch fest?

Freue mich über Deinen Bericht.

Liebe Grüße
Daniel

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Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint

Postby RobertaM » Mon Feb 20, 2017 5:34 pm

Lieber Daniel,

danke, ich finde deine Aussage:
Hinschauen heißt auch den Gedankenstrom wahrnehmen - (nicht Gedanken denken.) sehr interessant und hilfreich. Meinst du damit, dass es auch beim Meditieren o.k. ist, diesen Gedankenstrom wahrzunehmen, dass er da ist. ( solange ich nicht einem Gedanken folge)?

Jetzt zur Tassenübung:
Ich habe eine große Tasse. :-)
Ich fühle ihr Gewicht, dass sich einige Muskeln aktivieren, um sie zu heben. Das glatte Material fühlt sich angenehm an, wenn ich mit den Fingerkuppen darüberstreife. Ich schau in die Tasse. Innen ist sie weiß und am Boden sind einige dunklere Verfärbungen von Tee. Ich betrachte die Aussenseite der Tasse und lächle, da ist ein lustiges Motiv, 2 Pinguine auf einer Rodel. Ich taste die Tasse ab und stelle fest, dass unten eine kleine Mulde ist und die Ränder der Mulde sind rauher als der Rest. Ich schließe die Augen und finde es beruhigend, die Tasse zu fühlen und mit meinen Händen zu ertasten. Ich klopfe mit den Fingernägeln auf die Tasse und höre Töne. Das macht Spaß. In der Tasse war vorher Tee. Ich kann ihn reichen und auch ein bisschen schmecken, wenn ich mit der Zunge über den Rand taste.

Die Gedanken beschreiben die Erfahrung und tauchen nach der Erfahrung auf, das kann ich wahrnehmen.
Die Beschreibung folgt, wenn ich das Gefühlte/Wahrgenommene etikettieren, in Worte fassen will, um es für mich zuzuordnen oder jemand anderen zu erklären.
Solange ich mich mit der Tasse aktiv beschäftige, sind keine Gedanken da. Danach wird das Erfahrene bewertet, wie archiviert oder zugeordnet. Ich bin sehr ruhig, während ich die Tasse erforsche, heiter und gelöst.

Liebe Grüße,
Maria

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Daniel777
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Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint

Postby Daniel777 » Mon Feb 20, 2017 9:38 pm

Liebe Maria,

Danke für den ausführlichen Bericht.
Die Gedanken beschreiben die Erfahrung und tauchen nach der Erfahrung auf, das kann ich wahrnehmen.
Prima. So ist es. Gedanken hinken also immer ein wenig hinterher. :)
Solange ich mich mit der Tasse aktiv beschäftige, sind keine Gedanken da. Danach wird das Erfahrene bewertet, wie archiviert oder zugeordnet. Ich bin sehr ruhig, während ich die Tasse erforsche, heiter und gelöst.
Gelöste Aufmerksamkeit. Sehr gut. Du hast bei der Übung alle Sinne benutzt. Prima. Gehe wieder in diese "gelöste Aufmerksamkeit" und nun isolieren wir NUR das SEHEN.

Stell die Tasse nochmal vor Dir auf den Tisch. Nur anschauen.
Welche Information wird ausschließlich über das Sehen übermittelt, wenn Du den Becher ansiehst? Was ist zu sehen, was ist nicht zu sehen? Ist zb. das Material zu sehen?
Ist das Bild zwei- oder dreidimensional, wenn Du nur die Sehinformationen zur Hilfe nimmst, ohne Gedanken.
Was fügen die Gedanken hinzu?

Freue mich von Dir zu lesen.
Liebe Grüße
Daniel

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Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint

Postby RobertaM » Tue Feb 21, 2017 10:01 pm

Lieber Daniel,

danke für deine Antwort.

Die Tasse ist wieder da. Als erstes sehe ich bunte Farben und Motive und die Form der Tasse. Dann kommen Gedanken und interpretieren diese Farben, beschreiben das Bild, das ich sehe. Die Pinguine, die Rodel, Schneeflocken usw. Ich lasse das Bild auf mich wirken und entdecke immer mehr Feinheiten, die ich bei normaler Betrachtung gar nicht wahrnehme. Farbnuancen, Unregelmäßigkeiten, dabei werden die Gedanken ruhiger. Zu sehen sind Farben und die Form der Tasse. Nicht zu sehen ist das Material, das Gewicht. Wenn ich die Tasse auf Augenhöhe betrachte kann ich nicht unterscheiden ob ich die Tasse oder ein Bild von einer Tasse sehe. Wenn ich von oben reinschaue, sehe ich nur weiß. Das Weiß ist entspannender als die Motive, weil sich die Gedanken beruhigen, keine Interpretation. Ich erkenne mein Spiegelbild verschwommen am Tassenboden. Ich sehe etwas und dann sagt der Verstand, dass es mein Spiegelbild ist. Ohne zu interpretieren, kann ich nicht sagen ob das, was ich sehe, zwei-oder dreidimensional ist. Es könnte auch ein Foto sein. Interessant.

Ich freu mich auf deine Antwort.
Liebe Grüße,
Maria

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Daniel777
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Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint

Postby Daniel777 » Wed Feb 22, 2017 4:02 pm

Liebe Maria,

Danke für den Bericht.
Zu sehen sind Farben und die Form der Tasse.
Prima. Farbe/Form/Bild beschreibt die direkte Erfahrung des Sehens also am ehesten. Das ist mit direkter Erfahrung gemeint. Direktes Erleben ist die Sinnliche Wahrnehmung, ohne das, was Gedanken "dazutun". Einfaches, neugieriges, unvoreingenommenes Schauen.

Die Pinguine, die Rodel, Schneeflocken usw. sind schon Interpretationen, Benennungen, Namensgebungen.
Gedanken legen also eine konzeptuelle Schicht über die Direkte Erfahrung.
Ohne zu interpretieren, kann ich nicht sagen ob das, was ich sehe, zwei-oder dreidimensional ist. Es könnte auch ein Foto sein. Interessant.
Gut beobachtet. Ja, die Dinge erscheinen in einem ganz neuen Licht. Das Bild an sich ist 2D.

Schauen wir uns mal die Namen und Wörter an, die wir im Alltag für verschiedenste Dinge benutzen.

Stuhl, Tisch, Tasse, Lampe sind Namen für Dinge, die wir mit den Sinnen wahrnehmen können. Die Begriffe verweisen also auf real vorhandene Dinge.

Dann gibt es Bezeichnungen für Dinge, die wir nicht direkt wahrnehmen können ,ihre Bestandteile jedoch können sinnlich wahrgenommen werden: Schule, Stadt, Gesellschaft, Bibliothek, Tankstelle.

Dann gibt es Namen für Dinge, die wir nicht sinnlich Wahrnehmen können, d.h. in der Realität nicht vorhanden sind, außer in der Vorstellung: Zahnfee, Einhorn, Osterhase, Batman.

Wozu gehört das ICH? Wo empfindest Du ein ICH?

Freue mich von Dir zu lesen.

Liebe Grüße
Daniel

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Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint

Postby RobertaM » Wed Feb 22, 2017 8:21 pm

Lieber Daniel,

danke für deine Antwort.

Das ICH gehört für mich zur dritten Gruppe, es ist nicht sinnlich wahrnehmbar. Ich empfinde es am ehesten in meinem Kopf, in den Gedanken, die gedacht werden. Genaugenommen sind da aber einfach Gedanken, die gedacht werden... also auch nicht wirklich dort. Und da ist eine Instanz hinter den Gedanken, die die Gedanken wahrnimmt. Irgendetwas "entscheidet" dann, ob ein Gedanke wichtig oder unwichtig ist, ob er weiterverfolgt werden soll oder nicht. Das alles geschieht im Kopf, aber ehrlich gesagt, bin ich mir auch nicht mehr so sicher...

15 Minuten später: Je mehr ich danach suche, desto schwieriger ist es. Ich habe keine wirkliche Vorstellung davon. Den Osterhasen oder Batman kann ich mir vorstellen, auch wenn ich weiß, dass es sie nicht gibt.

Liebe Grüße,
Maria

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Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint

Postby Daniel777 » Wed Feb 22, 2017 9:50 pm

Liebe Maria,
Das ICH gehört für mich zur dritten Gruppe, es ist nicht sinnlich wahrnehmbar.
So ist es.
Genaugenommen sind da aber einfach Gedanken, die gedacht werden... also auch nicht wirklich dort.
Ja, wir sollten es genau nehmen. :)
Genau, einfach Gedanken…auf was bezieht sich das Gedankenerzeugte ICH?
Und da ist eine Instanz hinter den Gedanken, die die Gedanken wahrnimmt.
Welches Anzeichen gibt es dafür, dass dieser Wahrnehmende "hinter" den Gedanken existiert, abgesehen davon, das Wahrnehmen an sich existiert? Ist da noch ein ICH, ein jemand, der Gedanken erfährt?

Schau aufmerksam.
15 Minuten später: Je mehr ich danach suche, desto schwieriger ist es. Ich habe keine wirkliche Vorstellung davon. Den Osterhasen oder Batman kann ich mir vorstellen, auch wenn ich weiß, dass es sie nicht gibt.
Nimm die Intention des "Suchen und Findens" mal heraus. Versuche nicht, nach etwas zu suchen, das nicht existiert. Wende den Blick dem Offensichtlichen zu. Was genau ist in diesem Moment hier? Unmittelbar…schauen, spielerisch, neugierig.

Freue mich über Deine Forschungsergebnisse.

Liebe Grüße
Daniel

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Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint

Postby RobertaM » Thu Feb 23, 2017 9:28 pm

Lieber Daniel,

schön von Dir zu lesen.

...auf was bezieht sich das gedankenerzeugte ICH?
Ich verstehe die Frage nicht so ganz... mit scheint, dass die Gedanken dahinfließen und ich geglaubt habe, dass ICH denke. Wenn Gedanken da sind wie "Ich will das..." oder "Ich mache das", dass es da jemanden gibt, der das denkt. Da ist aber nur ein Gadenkenstrom und das ICH ist auch nur ein Gedanke, eine Vorstellung. Und ja, es bezieht sich auf andere Gedanken aus der Vergangenheit, auf Erinnerungen.

Mit "andere Instanz" meine ich nicht einen "Wahrnehmenden", also eine "Person"oder ein ICH. Ich fühle aber eine Stille und Weite, eine Energie, die da ist und in der alles stattfindet.

In jedem Moment sind Empfindungen da wie Wärme oder Druck (vom Sitzen auf dem Sessel) und Bilder, wenn ich die Augen offen habe. Oft auch Gedanken und Gefühle. Sind die Gedanken ruhig ist auch keine "ICH-Vorstellung" da, nur das Erfahren und Wahrnehmen, von dem, was gerade ist.

Liebe Grüße,
Maria

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Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint

Postby Daniel777 » Thu Feb 23, 2017 10:37 pm

Liebe Maria,

Danke für Deinen Bericht.
mit scheint, dass die Gedanken dahinfließen und ich geglaubt habe, dass ICH denke. Wenn Gedanken da sind wie "Ich will das..." oder "Ich mache das", dass es da jemanden gibt, der das denkt. Da ist aber nur ein Gadenkenstrom und das ICH ist auch nur ein Gedanke, eine Vorstellung.
So ist es. Wenn Du genau hinschaust, erkennst Du , dass da gar nichts ist – kein „Ich“, das denkt. Denken geschieht einfach, zusammen mit der Angewohnheit zu denken, dass da ein „Ich“ ist, das denkt. Stimmt das? Schau nochmal nach. Für Dich selbst.
Ich fühle aber eine Stille und Weite, eine Energie, die da ist und in der alles stattfindet.
Kann ein Gedanke fühlen? Oder ist da einfach fühlen, plus der darauffolgende Gedanke "ich fühle"?

Ich habe eine kleine Übung für Dich. Du brauchst 10-15 Minuten.

Schreibe die Hälfte der Zeit, was Du gerade erlebst und benutze dabei "ich" und "mein".
z.B. Ich höre das Klackern der Tastatur. Ich spüre den Druck unter meinen Fingern von den Tasten. Ich sehe, wie die Buchstaben auf dem Bildschirm erscheinen. Ich spüre einen leichten Rückenschmerz….

Spüre Deinen Körper. Empfindest du so etwas wie Anspannung oder Entspannung?

Dann schreibe, was Du gerade erlebst ohne "ich" und mein".
z.B. Klackern der Tasten. Wechselnder Druck unter den Fingerkuppen. Buchstaben erscheinen auf dem Bildschirm. Leichtes Ziehen im Rücken….

Spüre wieder, was im Körper geschieht.

Vergleiche jetzt die beiden Möglichkeiten, die Erfahrung zu beschreiben. Ist eine wahrer als die andere? Wenn ja, welche?
Was ist ohne die Benennung vorhanden?
Beeinflussen Benennungen die Erfahrung oder beschreiben sie sie einfach?

Freue mich über Deinen Bericht

Liebe Grüße
Daniel

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Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint

Postby RobertaM » Fri Feb 24, 2017 9:09 pm

Lieber Daniel,

danke für deine Antwort.

Kann ein Gedanke fühlen? Oder ist da einfach fühlen, plus der darauffolgende Gedanke "ich fühle"?
Ja, stimmt, zuerst ist das Fühlen da, dann kommt der Gedanke.

Ich schreibe auf dem Computer, ich schaue aus dem Fenster, ich höre den Wind, ich fühle Wärme, ich spüre den Druck von meiner Couch, auf der ich sitze, ich sehe eine Kerze, mein Mund ist trocken, ich habe Durst, meine Schultern sind verspannt, ich bin angespannt...

Da ist eine Anspannung, eine "Härte", die Energie fließt nicht frei...

schreiben, Buchstaben sehen, aus dem Fenster schauen, Wind hören, Wärme fühlen, sitzen, Druck spüren, Kerzenlicht sehen, Trockenheit im Mund spüren, Durst fühlen, Schultern entspannen sich, Energiefluß spüren...

Die Energie fließt freier.
Ohne "ich" ist die Erfahrung intensiver, wahrer. Das "ich" scheint sich über die Erfahrung darüberzulegen.

Ohne Benennung ist mehr zu fühlen, sobald die Benennung im Kopf beginnt, geht ein Teil der Energie oder Aufmerksamkeit zu den benennenden Gedanken und die Empfindung wird schwächer. Also scheint die Benennung die Erfahrung zu beeinflussen.

Liebe Grüße,
Maria

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Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint

Postby Daniel777 » Sat Feb 25, 2017 9:41 am

Guten Morgen Maria,

Gut beobachtet.
Also scheint die Benennung die Erfahrung zu beeinflussen.
Schau nochmal, ob Gedanken die unmittelbare Erfahrung beeinflusst.

Liebe Grüße
Daniel


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