Selbstlosigkeit

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Any108kpn
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Re: Selbstlosigkeit

Postby Any108kpn » Fri Apr 09, 2021 10:51 am

Braucht es für unangenehme Empfindungen ein "Ich"? Wo ist das Ich in den unangenehmen Empfindungen.

Es braucht kein ich. Es sind gedanken.

Und all das kannst du sehen, oder? Ist da wirklich irgendwo ein "Ich" versteckt, oder ist das "Ich" vielleicht genauso nur ein Gedanke wie "sauer sein" usw?

Es sind gedanken.

Ist es wirklich so, dass "du" denkst, also die Gedanken machst? Oder kommen die ganz von selbst? Beobachte mal ob du erkennen kannst von woher Gedanken kommen und wohin sie gehen... Kannst du da was finden?

Sie entstehen und vergehen. Wie seifenblasen.


Suchst du dir aus, welche Gedanken auftauchen sollten?

Nein

Wird "denken" nicht genauso wahrgenommen wie z.B. sehen-hören-spüren? Ist "Ego" nicht ebenso ein Gedankeninhalt?

Ja sind gedanken.

barb
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Re: Selbstlosigkeit

Postby barb » Fri Apr 09, 2021 11:29 am

Schön gesehen :)

Beobachte noch weiter die Gedanken:

Nimm dir Zeit, setze dich ganz bequem hin, atme sanft und langsam - entspanne. Und dann beginne die Gedanken zu beobachten:


1. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt? Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt? Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?

2. Kannst du die Entscheidung treffen, längere Zeit nicht zu denken?

3. Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?

4. Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du, welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?

5. Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken?

6. Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker?



Viel Spaß mit der Übung und beobachte auch das weiter während des Alltags :)
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Any108kpn
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Re: Selbstlosigkeit

Postby Any108kpn » Fri Apr 09, 2021 7:47 pm

1. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt?
Nein.
Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt?
Nein.
Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?
Nein.


2. Kannst du die Entscheidung treffen, längere Zeit nicht zu denken?
Nein.

3. Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?
Nein.

4. Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du, welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?
99. Nein.

5. Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken?
Erscheint wie alle andern.

6. Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker?
Sehe keinen der denkt. Es geschieht.

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Re: Selbstlosigkeit

Postby barb » Sat Apr 10, 2021 10:25 am

Da hast du ja schon einiges erkannt was die Natur der Gedanken betrifft... :)
Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken?
Erscheint wie alle andern.
Du hast also gesehen, dass "Ich" nur ein Gedanke ist... Das ist schon mal eine wichtige Einsicht, wie geht es dir damit?

Es geht in unserer Untersuchung hauptsächlich darum, zu erkennen ob "Ich" mehr als ein Gedanke ist und ob es wahr ist was Gedanken erzählen.

Besorg dir ein einfaches Objekt (hier als Beispiel verwende ich eine Orange - die ist gut geeignet) und leg es vor dich auf den Tisch.

Schau das Objekt an und beobachte auch die automatischen Gedanken, die sofort dazu auftauchen und das Seherlebnis benennen, kommentieren, interpretieren usw - einige Gedanken sind vielleicht so routiniert, dass sie kaum auffallen.
Vielleicht magst du kurz schildern, was da so alles hochkommt.

Nach einer Weile konzentriere dich bitte auf den reinen Prozess des Sehens, auf das, was wirklich hier & jetzt erlebt wird, unberücksichtigt von den dazu auftauchenden Gedanken-Ge-Schichten.

Was genau wird wirklich gesehen - und was ist "Etikettierung" / Interpretation?
Sind im Sehen schon irgendwelche Informationen enthalten, die etwas über das Objekt aussagen?
(Z.B. der Begriff "Orange", der Geschmack, die Herkunft, die Konsistenz usw)

Woher weißt du den Namen des Objektes? Hast du den schon bei deiner Geburt gewusst?

Kannst du eine Grenze finden zwischen "dem Ding da draußen" und "dem Seher hier drinnen" - wenn ja - wo?

Ist ein Seher zu finden, die dafür sorgt, dass das Sehen geschieht?

Ist eine Instanz -ein "Ich" erlebbar, der das Sehen geschieht, die also das Sehen empfängt?

Kannst "du" beim Schauen auf die Orange dafür sorgen, dass das Sehen aufhört?

Wo ist das Ich, wenn Sehen geschieht?
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Re: Selbstlosigkeit

Postby Any108kpn » Wed Apr 14, 2021 2:05 pm

Du hast also gesehen, dass "Ich" nur ein Gedanke ist... Das ist schon mal eine wichtige Einsicht, wie geht es dir damit?

Bestens. Akzeptiert.

Vielleicht magst du kurz schildern, was da so alles hochkommt.

Habe eine zitrone vor mir liegen👁️sie ist halb angeschnitten👁️ein spalt geöffnet. Die linke seite hat eine länglich, gerundete delle um das spitz verlaufende ende👁️erinnert an eine brustwarze. Sattes gelb👁️gutsichtbare poren👁️unterschiedliche färbungen👁️ bräunlich graue kleine flecken👁️. Liegt auf dem holztisch unbewegt. 👁️Das innere sieht dunkler als die schale aus👁️da wenig lichteinfall ist. Ein kern ist sichtbar👁️ein schatten um die zitrone👁️ dort wo sie auf dem tisch aufliegt👁️ Zitrone aus italien, gekauft am samstag. Eine von vier zitronen, die ich heute angeschnitten habe um in schwarztee zu pressen.

Was genau wird wirklich gesehen - und was ist "Etikettierung" / Interpretation?
Das gesehene habe ich mit dem 👁️markiert.
Ist nicht jede benennung etikettierung?

Woher weißt du den Namen des Objektes? Hast du den schon bei deiner Geburt gewusst?

Bei meiner geburt hatte ich die bezeichnungen nicht. Ist alles angelernt durch meine mitmenschen.

Kannst du eine Grenze finden zwischen "dem Ding da draußen" und "dem Seher hier drinnen" - wenn ja - wo?

Die grenze sind die augen, die nach aussen blicken. Schliesse ich die augen ist die zitrone nicht zu sehen.

Ist ein Seher zu finden, die dafür sorgt, dass das Sehen geschieht?

Nein ich finde den seher nicht.

Wo ist das Ich, wenn Sehen geschieht?
Da ist kein ich.

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Re: Selbstlosigkeit

Postby barb » Thu Apr 15, 2021 10:11 am

Bestens. Akzeptiert.
Also würdest du sagen, die Ich-Illusion ist durchschaut?
Was genau wird wirklich gesehen - und was ist "Etikettierung" / Interpretation?
Das gesehene habe ich mit dem 👁️markiert.
Das was du mit dem Symbol markiert hast waren alles schon Einteilungen, Beurteilungen, Interpretationen.
Weiß das reine "Sehen" etwas von all den Bezeichnungen?
Wenn nicht auf die Gedanken gehört wird, wird dann mehr gesehen als "Farben"?

Ist nicht jede benennung etikettierung?
Im Prinzip kommt kein Wort an die eigentliche Erfahrung heran, aber wir brauchen nun mal Worte zum kommunizieren. Und da gibt es die neutralen Worte die ganz nah an die Erfahrung rankommen wie: wahrnehmen, sehen-hören-spüren-riechen-schmecken, Farbe-Klang-Empfindung-Geruch-Geschmack. Dann gibt es noch das Wort denken (was manche als den 6. Sinn bezeichnen), wenn nur die Tatsache, dass Gedanken da sind gemeint ist, jedoch nicht der Inhalt von dem die Gedanken erzählen. Alles was danach kommt ist schon von Konditionierungen und Erinnerungen eingefärbt.

Der Zweck der ganzen Übungen ist wirklich nur zu erkennen ob Gedanken etwas von der aktuellen Erfahrung wissen können, und ob "Ich" mehr als ein Gedanke ist.
Bei meiner geburt hatte ich die bezeichnungen nicht. Ist alles angelernt durch meine mitmenschen.
Genau
Kannst du eine Grenze finden zwischen "dem Ding da draußen" und "dem Seher hier drinnen" - wenn ja - wo?
Die grenze sind die augen, die nach aussen blicken. Schliesse ich die augen ist die zitrone nicht zu sehen.
Ist das nicht eine gedankliche Schlussfolgerung? Wenn du die Augen zu machst, ist da dann tatsächlich eine Grenze wahrnehmbar so wie ein Zaun oder so? Weiß "Sehen" etwas von Grenze? Weiß "Sehen" etwas von "Augen"?
Wo ist das Ich, wenn Sehen geschieht?
Da ist kein ich.
Ja genau, einfach nur sehen... :)

Schau mal ganz genau den Unterschied an zwischen Etiketten, Benennungen, Einteilungen und der Realität der aktuellen Erfahrung:

Überlege vorher, was du gerne für den Zweck der Übung hernehmen möchtest. Bevor du es dir holst (besser keine Zitrone, weil du es nachher essen sollst ;)), stelle dir mit geschlossenen Augen bis ins kleinste Detail vor, wie die Frucht (oder sonstiges)


- aussieht,
- sich anfühlt,
- riecht, und
- schmeckt
- welche Geräusche sie macht, wenn du rein beißt und sie isst.

Also SEHEN-FÜHLEN-RIECHEN-SCHMECKEN-HÖREN.
Und schreibe alles auf.

Woher hattest du die Informationen deiner Vorstellung?

Dann hol dir das Objekt der Wahl und untersuche ganz genau mit der direkten Erfahrung der 5 Sinnen.

- Wie sieht sie aus,
- wie fühlt sie sich an,
- wie riecht
- und schmeckt sie, und
- wie klingt es, wenn du hinein beißt und sie isst.

Nun schaue auf deine geschriebenen Worte und stell dir zusätzlich vor, wie du die aktuelle Erfahrung beschreiben würdest.

Nun frag dich:

Haben die Beschreibungen in irgendeiner Form etwas mit der eigentlichen Erfahrung zu tun?

Kann ein Wort, wie z.B. süß oder saftig, irgendetwas von der eigentlichen Erfahrung wissen?

Weiß Gedanke generell jemals etwas über Erfahrung?
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Re: Selbstlosigkeit

Postby Any108kpn » Thu Apr 15, 2021 2:19 pm

Also würdest du sagen, die Ich-Illusion ist durchschaut?
Nein würde ich nicht sagen. Es gibt dann und wann anhaftung, die gewohnheit der anhaftung und die getrennte sichtweise. Wie hören wir auf mit dieser getrennten sichtweise?


Ich sende jetzt jede antwort einzeln, weil mir schon paar mal die antwort weg war.

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Re: Selbstlosigkeit

Postby Any108kpn » Thu Apr 15, 2021 2:25 pm

Weiß das reine "Sehen" etwas von all den Bezeichnungen?
Nein.
Sehen ist wahrnehmen.
Bezeichnung ist denken.

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Re: Selbstlosigkeit

Postby Any108kpn » Thu Apr 15, 2021 2:26 pm

Wenn nicht auf die Gedanken gehört wird, wird dann mehr gesehen als "Farben"?
Ich denke dass ich form und farbe sehe. Benennung ist zu beidem erlernt.

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Re: Selbstlosigkeit

Postby Any108kpn » Thu Apr 15, 2021 2:33 pm

Ist das nicht eine gedankliche Schlussfolgerung? Wenn du die Augen zu machst, ist da dann tatsächlich eine Grenze wahrnehmbar so wie ein Zaun oder so? Weiß "Sehen" etwas von Grenze? Weiß "Sehen" etwas von "Augen"?

Das sehen sieht und es gibt keine sichtbare grenze. Das sehen sieht keine grenze. Sehen sieht, die gedanken benennen. Sehen von form u farbe von augen ist möglich.

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Re: Selbstlosigkeit

Postby Any108kpn » Thu Apr 15, 2021 2:45 pm

Schau mal ganz genau den Unterschied an zwischen Etiketten, Benennungen, Einteilungen und der Realität der aktuellen Erfahrung:

Etiketten, benennung, einteilung ist für mich alles das benutzen von sprache.

Und wenn ich wahrnehme und es beschreiben soll, dann ist es eben benennung, etiketten, einteilung, sprache.
Daran scheitere ich schon mal.

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Re: Selbstlosigkeit

Postby Any108kpn » Thu Apr 15, 2021 2:51 pm

aussieht,
- sich anfühlt,
- riecht, und
- schmeckt
- welche Geräusche sie macht, wenn du rein beißt und sie isst.

Rot mit gelb, festigkeit, rund mit oben und unten vertiefungen, braun der stiel, riechen kaum wahrnehmbar, schmeckt süss säuerlich
Hören: mir fehlen die worte dazu

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Re: Selbstlosigkeit

Postby Any108kpn » Thu Apr 15, 2021 2:52 pm

Aus der erinnerung.

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Re: Selbstlosigkeit

Postby Any108kpn » Thu Apr 15, 2021 2:56 pm

Woher hattest du die informationen aus deiner vorstellung?

Dem denken/erinnern

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Re: Selbstlosigkeit

Postby Any108kpn » Thu Apr 15, 2021 3:03 pm

Haben die Beschreibungen in irgendeiner Form etwas mit der eigentlichen Erfahrung zu tun?
Nein, weil in dem moment wo ich schreibe ist die wahrnehmung schon vorbei.

Kann ein Wort, wie z.B. süß oder saftig, irgendetwas von der eigentlichen Erfahrung wissen?
Nein, weil nur die wahrnehmung genau ist, das wort ist für jeden leser was anderes. Das wort ist nicht die wahrnehmung nur die beschreibung. So wie wir halt gelernt haben zu beschreiben.

Weiß Gedanke generell jemals etwas über Erfahrung?
Nein, deswegen würde ich gedanken auch nicht den sinnen zuordnen, weil es keine unmittelbare erfahrung ist.


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