Ausdruck des Lebens

User avatar
Eloha
Posts: 15
Joined: Fri Feb 01, 2013 9:05 pm

Ausdruck des Lebens

Postby Eloha » Sat Feb 02, 2013 6:22 pm

Hallo,
schön, dass es dieses Forum gibt. Beim Lesen fand ich die folgenden Fragen, die ich als Einstieg nehmen möchte:
Hier nun die Fragen: 

1. Bist du der Körper? Wenn sich der Körper aus irgendwelchen Gründen verändert, bist du dann jemand anders? 

Ich bin auch dieser Körper und wenn sich der Körper verändert bin ich auch dieser veränderte Körper, nicht ausschließlich, aber einschließlich.

2. Schau nach, welche Gedanken dir kommen. Wer oder was bestimmt, was für Gedanken auftauchen? Wo kommen sie her? Wem gehören sie? Gibt es jemanden, der sie denkt? Wer lässt sie wieder verschwinden? 

Ich schaue nach welche Gedanken mir kommen und nehme ein Kribbeln an der Kopfhaut wahr. Ich denke:
Welcher Gedanke kommt jetzt und nehme ein Kribbeln an der Kopfhaut wahr. Die Frage: Welcher Gedanke jetzt kommt hält scheinbar andere Gedanken fern.
Das was ich erlebe hat nach meiner Beobachtung wesentlichen Anteil an dem was ich denke. Doch auch diesem Erleben gehen Gedanken voraus.
Woher Gedanken kommen weiß ich nicht, sie sind einfach da.
Gedanken gehören niemandem, da es niemanden gibt.
Kaum sind die da sind sie auch schon wieder weg. Manchmal erscheint ein und derselbe Gedanke mehrmals und verschwindet mehrmals.


3. Ist die "Person Eloha " mehr als eine Geschichte, die immer wieder in Gedanken erzählt wird und die Illusion eines ICH (einer Person) entstehen lassen? 

Die Person, die ich bin, sehe ich als Ausdruck des Lebens. Die Gedanken und Geschichten um diese Person sind nicht wichtig.

4. Ist es nicht so, dass alles von alleine geschieht und erst nachher die Bezeichnung "meins" draufgeklebt wird? Und wer macht das? 


Ja, alles geschieht einfach. Und dieses Ich-Gebilde bläht sich mehr und mehr auf, je größer die Anzahl der Geschehnisse. Wer dies macht sind Gedanken.

5. Worauf bezieht sich das "ich" in deinen Sätzen? 

Das Ich in meinen Sätzen bezieht sich auf die eigene Erfahrungswelt.

6. Gibt es irgendwo ein eigenständiges ICH, welches all die Dinge tut?

Es gibt kein eigenständiges ICH. Es gibt Aktionen die einem ICH zugeordnet werden.
Wenn eine Hautzelle stirbt, stirbt auch kein Ich.

7. Wer oder was ist Eloha?

Ein Ausdruck des Lebens.

User avatar
Tompi
Posts: 861
Joined: Fri Jul 06, 2012 8:52 am
Location: Germany
Contact:

Re: Ausdruck des Lebens

Postby Tompi » Wed Feb 27, 2013 9:46 am

Hallo Eloha,

nun kann es endlich los gehen. Ich vermute einfach mal, dass Du genug Zeit hattest den Einführungstext zu lesen und Dich damit vertraut zu machen, wie es hier abläuft. Also steige ich einfach direkt ein. Ok?
Ich bin auch dieser Körper und wenn sich der Körper verändert bin ich auch dieser veränderte Körper, nicht ausschließlich, aber einschließlich.
Was verbirgt sich hinter diesem "auch"? Was bist Du noch alles, ausser der Körper? Wo ziehst Du die Grenze? Was ist schon nicht mehr "Du" - und warum?
Das Ich in meinen Sätzen bezieht sich auf die eigene Erfahrungswelt.
Was heisst das: "die eigene Erfahrungswelt"? Was genau meinst Du also mit "ich"?
Die Person, die ich bin, sehe ich als Ausdruck des Lebens.
Du bist also eine Person. Was genau ist das? Was ist es, das Du bist?

User avatar
Eloha
Posts: 15
Joined: Fri Feb 01, 2013 9:05 pm

Re: Ausdruck des Lebens

Postby Eloha » Thu Feb 28, 2013 4:07 pm

Hallo,
das ist eine Überraschung. Danke für Deine Fragen!
Da tägliches Schreiben sein soll, möchte ich meine Antwort nächsten Freitag schreiben,
da ich ab morgen in Urlaub bin.
Deine Fragen nehme ich mit.
Ich hoffe das ist ok?!
Bis dann....

User avatar
Eloha
Posts: 15
Joined: Fri Feb 01, 2013 9:05 pm

Re: Ausdruck des Lebens

Postby Eloha » Thu Mar 07, 2013 7:31 pm

Was verbirgt sich hinter diesem "auch"? Was bist Du noch alles, ausser der Körper? Wo ziehst Du die Grenze? Was ist schon nicht mehr "Du" - und warum?

Hinter diesem "auch" verbirgt sich das Leben, das sich unter anderem auch durch meinen Körper
mit all seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen zum Ausdruck bringt.
Ich bin auch der Atem der mich durchströmt,
ich bin auch was ich fühle, denke, spreche, sehe
auch das was mich umgibt, die Sonne die mich gerade anstrahlt.

Eine Grenze kann es nur in Gedanken geben.
Alle Gedanken sind unbeständig, also gibt es keine beständigen Grenzen.
Dennoch geschieht Abgrenzung bzw Trennung, durch Ablehnung oder Wünsche z. B.

Ich bin Leben, ein Ausdruck des Lebens. Also bin ich alles, erfahre Leben durch
diese meine Lebensform.


Was heisst das: "die eigene Erfahrungswelt"? Was genau meinst Du also mit "ich"?

Die eigene Erfahrungswelt ist die, die ich mit meiner Lebensform erfahre.
Ich erfahre es wie es ist in Deutschland zu leben.
Ich erfahre es wie es ist mit Tieren und in einer Familie zu leben.
Ich erfahre Landleben. Ich kann reisen, mir die Welt ansehen.
Eben alles was ich in der Zeit meines Daseins erlebe.
Ich ist ein unbeständiges Gedankengebilde.


Du bist also eine Person. Was genau ist das? Was ist es, das Du bist?


Ich als Person schreibe diese Worte hier. Mein Körper ermöglicht mir dies.
Es ist ihm möglich, weil er lebt. Er ist durch und durch erfüllt mit Leben.
Leben ist alles was ist.
Ich als Person erscheine wie eine Seifenblase und platze irgendwann.
Was danach bleibt ist Leben.

User avatar
Tompi
Posts: 861
Joined: Fri Jul 06, 2012 8:52 am
Location: Germany
Contact:

Re: Ausdruck des Lebens

Postby Tompi » Sat Mar 09, 2013 1:29 pm

Du scheinst ja eigentlich ganz zufrieden zu sein mit dem "ich bin Leben". Was suchst Du? Was möchtest Du durch den Dialog in diesem Forum finden oder erreichen?

Was würdest Du sagen, wenn ich behaupte, dass alles, was Du glaubst zu sein, nicht zutrifft? Dass Du weder das Leben bist, noch die Gedanken, noch der Atem, noch die Person, noch der Körper. Nichts von alledem. Was würdest Du sagen, wenn ich behaupte, dass es Dich überhaupt nicht gibt?

User avatar
Eloha
Posts: 15
Joined: Fri Feb 01, 2013 9:05 pm

Re: Ausdruck des Lebens

Postby Eloha » Sat Mar 09, 2013 3:01 pm

Du scheinst ja eigentlich ganz zufrieden zu sein mit dem "ich bin Leben".

Ja, ich bin zufrieden.

Was suchst Du?

Oft in meinem Leben glaubte ich, dass es Wahrheit ist, das was ich in diesem Augenblick glaubte.
Ich wurde ent-täuscht. Das tut erst mal weh, doch danach sah ich klarer.
War befreit von einer Täuschung. Vielleicht möchte ich prüfen, ob das was ich jetzt glaube Bestand hat.

Was möchtest Du durch den Dialog in diesem Forum finden oder erreichen?

Wahrheit, Klarheit.

Was würdest Du sagen, wenn ich behaupte, dass alles, was Du glaubst zu sein, nicht zutrifft?

Dann würde ich antworten, dass dies gut möglich ist. (siehe oben)

Dass Du weder das Leben bist, noch die Gedanken, noch der Atem, noch die Person, noch der Körper. Nichts von alledem.
Was würdest Du sagen, wenn ich behaupte, dass es Dich überhaupt nicht gibt?


Dann würde ich sagen, dass ich das verstehen kann, dass es mich nicht gibt.
Es ist mir klar, dass ich ein Gedankenkonstrukt ist.
Dennoch ist da etwas, das ist, das fühlt, denkt, wahrnimmt - ich bin - ich bin am Leben - ich lebe.

User avatar
Tompi
Posts: 861
Joined: Fri Jul 06, 2012 8:52 am
Location: Germany
Contact:

Re: Ausdruck des Lebens

Postby Tompi » Sun Mar 10, 2013 11:01 am

Ok, dann wollen wir also gemeinsam herausfinden, was wirklich da ist. Es ist ja offensichtlich etwas da.
Es ist mir klar, dass ich ein Gedankenkonstrukt ist.
Dennoch ist da etwas, das ist, das fühlt, denkt, wahrnimmt - ich bin - ich bin am Leben - ich lebe.
Wenn wir nach diesem "etwas" suchen, werde ich wahrscheinlich viele Fragen stellen, die Du schon kennst und für Dich beantwortet hast. Dementsprechend würdest Du natürlich aus diesem "Wissen" heraus antworten. Aber ich möchte Dich bitten für unseren Dialog das alles komplett in Frage zu stellen. Also sowohl Deinen automatischen Antworten zu misstrauen als auch allem, was ich schreibe. Widersprich mir also ruhig. ;) Das Einzige, worauf wir uns verlassen wollen, ist die unmittelbare Wahrnehmung von dem, was wirklich da ist. Ok?

Also... ist da wirklich etwas, das fühlt, denkt, wahrnimmt? Ist da Fühlen, Denken, Wahrnehmen und dann noch zusätzlich etwas, getrennt davon, dass all das tut? Gibt es ein Objekt in Deiner Wahrnehmung, das "der Denker" sein könnte oder "der Fühlende"?

User avatar
Eloha
Posts: 15
Joined: Fri Feb 01, 2013 9:05 pm

Re: Ausdruck des Lebens

Postby Eloha » Sun Mar 10, 2013 6:38 pm

Es kann nur gedacht werden:
Ich denke...
ich fühle...
ich nehme wahr...
Es geschieht Denken.
Es geschieht Fühlen, Wahrnehmen.
Wenn ich frage: Wer denkt?
Kommt die Antwort: Ich.
Wenn ich frage: Wer bin ich?
Kommt die Antwort: Eine Illusion.
Wenn ich frage: Wer fühlt?
Kommt die Antwort: Mein Körper.
Wenn ich frage: Was ist mein Körper?
Da es ich nicht gibt, gibt es auch kein "mein".
Er ist einfach Körper.
Das Denken hat die Angewohnheit alles auf sich zu beziehen.
Mein Körper, meine Krankheit, mein Leben, mein Schmerz, meine Freude usw.
Ich ist demnach nicht mehr als ein Gedankengebilde.
Wind ist einfach Wind, nicht mein Wind.
Es gibt auch nicht meine Sonne, meinen Herbst, meinen Winter....
Es gibt auch nicht meine Schneeglöckchen.
Es gibt Sonne, die Jahreszeiten, die Schneeglöckchen.....einfach so.

User avatar
Tompi
Posts: 861
Joined: Fri Jul 06, 2012 8:52 am
Location: Germany
Contact:

Re: Ausdruck des Lebens

Postby Tompi » Mon Mar 11, 2013 7:34 pm

Das ist ein schönes Gedankenprotokoll. Nur bin ich mir nicht sicher, ob es die gestellte Frage beantwortet... Deine Aussage war, dass da "etwas" ist, das denkt und fühlt. Und ich hatte gefragt, ob Du neben dem Denken und Fühlen einen Denker oder einen Fühlenden wahrnehmen kannst. Oder habe ich die Antwort in Deinem Protokoll überlesen?

User avatar
Eloha
Posts: 15
Joined: Fri Feb 01, 2013 9:05 pm

Re: Ausdruck des Lebens

Postby Eloha » Mon Mar 11, 2013 9:05 pm

Es kann kein Denker oder ein Fühlender wahrgenommen werden.
Es kann nur gedacht werden:
Ich denke...
Ich fühle...

User avatar
Tompi
Posts: 861
Joined: Fri Jul 06, 2012 8:52 am
Location: Germany
Contact:

Re: Ausdruck des Lebens

Postby Tompi » Tue Mar 12, 2013 5:11 pm

Wenn da niemand ist der denkt - ist dann da auch niemand, der entscheidet was Du als nächstes antwortest? Wie wird zwischen all den Möglichkeiten ausgewählt? Wer wählt aus? Wie genau kommt es zu dem ersten Wort der Antwort - und ist in dem Moment auch das letzte Wort dieses Satzes bestimmt?

Oder größer gefasst: worüber hast Du Kontrolle in Deinem Leben?

User avatar
Eloha
Posts: 15
Joined: Fri Feb 01, 2013 9:05 pm

Re: Ausdruck des Lebens

Postby Eloha » Tue Mar 12, 2013 7:09 pm

Wenn da niemand ist der denkt - ist dann da auch niemand, der entscheidet was Du als nächstes antwortest?

Da ist niemand der entscheidet was ich als nächstes antworte.


Wie wird zwischen all den Möglichkeiten ausgewählt?


Es scheint, als fände eine Wahl statt, doch dies ist eine Täuschung.

Wer wählt aus?

Es gibt niemanden der auswählt. Die Dinge geschehen.

Wie genau kommt es zu dem ersten Wort der Antwort - und ist in dem Moment auch das letzte Wort dieses Satzes bestimmt?

Das erste Wort wird einfach geschrieben. Es ist möglich sich einzubilden, dass man es selbst entschieden hätte.
Es ist jedoch erfahrbar, dass zwar gedacht werden kann, ich fange mit dem Wort "...." an, letztendlich steht doch ein anderes da.
Es kann jedoch auch sein, dass das Wort, da steht. Beides ist möglich.
Das letzte Wort dieses Satzes ebenso wenig bestimmt, wie alles andere, es geschieht einfach - ergibt sich.

Oder größer gefasst: worüber hast Du Kontrolle in Deinem Leben?

Ich habe keine Kontrolle, weder über "mein" Leben noch über "das" Leben.

User avatar
Tompi
Posts: 861
Joined: Fri Jul 06, 2012 8:52 am
Location: Germany
Contact:

Re: Ausdruck des Lebens

Postby Tompi » Wed Mar 13, 2013 1:32 pm

Hallo Eloha, ich werde mich leider erst in den nächsten Tagen mit einer Antwort melden können. Vermutlich sogar nicht vor Sonntag.

User avatar
Eloha
Posts: 15
Joined: Fri Feb 01, 2013 9:05 pm

Re: Ausdruck des Lebens

Postby Eloha » Wed Mar 13, 2013 2:54 pm

Ok, ich danke Dir für die Info!

User avatar
Tompi
Posts: 861
Joined: Fri Jul 06, 2012 8:52 am
Location: Germany
Contact:

Re: Ausdruck des Lebens

Postby Tompi » Sun Mar 31, 2013 12:01 pm

Hallo Eloha. Da bin ich wieder. :)

Du vermittelst bisher den Eindruck, als wenn Du Dir das, was wir hier erarbeiten könnten, längst angeeignet hast. Es gibt da zwar einige Formulierungen, an denen ich mich noch stoßen würde, aber die hast Du teilweise schon selbst "widerlegt".

Was für mich übrig bleibt, ist Dein Wunsch Wahrheit und Klarheit zu finden. Im Grunde sogar eher noch zu prüfen, ob Deine gewonnenen Einsichten Bestand haben. Kannst Du dazu mal genau beschreiben, wie es zu diesen Einsichten gekommen ist? Was genau hat Dich dort hin gebracht? Was war der entscheidende Moment und was genau ist da passiert? Und schlußendlich: woran würdest Du erkennen, dass Wahrheit und Klarheit da sind? Was müsste dazu anders sein als jetzt?


Return to “Deutsch (Archiv)”

Who is online

Users browsing this forum: No registered users and 2 guests