Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

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meister bilbo
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Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby meister bilbo » Fri Oct 31, 2014 7:47 pm

Ich will es nun endlich wissen!
Ein kleines bißchen Scheu ist noch da (bin ich gut genug in meiner Selbstwahrnehmung?), doch bin ich zu aller Ehrlichkeit bereit und bereit mich voll einzulassen. Ich bin fasziniert von Zen, Dzogchen(was ich davon eben so kennengelernt habe), mit gemischten Gefühlen die Satsang-Szene betreffend, habe mir inzwischen einiges selbst zusammengereimt, vielleicht (?) hier und da auch mal einen kurzen "Geschmack" erhascht, doch erhabene Zustände soll es viele geben und auf Dauer war da nichts was blieb. Ich versuche mich, so oft ich daran denke, in gegenwärtiges Gewahrsein einzuklinken und empfinde dies entlastend und als großen psychologischen Vorteil immer weniger anzuhaften, an Situationen, Gedanken, Gefühlen. Aber bis jetzt ist es eben nur eine geschickte innere Positionierung, ein "schlauer Trick".

Wer hätte Lust mich zu begleiten?

Liebe Grüße
Meister Bilbo

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Joram
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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby Joram » Sat Nov 01, 2014 12:24 pm

Hallo Meister Bilbo :-)

ich möchte dich gerne ein Stück begleiten.

Die Regeln des Forum`s hast du gelesen?
http://liberationunleashed.com/nation/v ... f=18&t=337

Ich gehe davon aus und lege einfach los:
… doch erhabene Zustände soll es viele geben und auf Dauer war da nichts was blieb.
Die Erfahrungen/Zustände, sind vergänglich, kommen und gehen. Etwas bleibt aber. Erkennst Du was es ist was bleibt wenn Du in Dir schaust?


_()_
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meister bilbo
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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby meister bilbo » Sun Nov 02, 2014 11:25 pm

Hallo Joram,
vielen Dank dass du mich begleitest!
Die Erfahrungen/Zustände, sind vergänglich, kommen und gehen. Etwas bleibt aber. Erkennst Du was es ist was bleibt wenn Du in Dir schaust?
Puh, das ist gar nicht so leicht. Am ehesten fällt mir ein, dieses neutrale Gewahrsein das vor, bzw zwischen Gedanken anwesend ist. Manchmal hat es auch eine persönliche Färbung, die sich klug anfühlt, oder gelangweilt
anfühlt. Letzteres, so ist mir klar kann es nicht sein, da ist Persönlichkeit mit drin. Manchmal ist da auch Stille oder Weite mit drin, eher seltener, und ich bin mir nicht sicher inwieweit diese Mit-Qualitäten auf Suggestion oder Erwartung basieren. Da gibt es von Rupert Spira zB diese Frage:are you aware? How do you know? Oder die Frage: welches wird mein nächster Gedanke sein? und das Wachsein davor. Dies könnte am ehesten das sein, was immer da ist ... dachte ich. Ich bin gestern Nacht mit deiner Frage, nach dem , was immer das ist, eingeschlafen, weil ich so müde war, und damit auch wieder aufgewacht. Es hat mich noch den halben Tag während eines Yoga-Seminars beschäftigt. Ich sprach ja von diesem neutralen Gewahrsein, weil mir einfach nichts Besseres einfiel. Wir begannen den Morgen mit Sport (Frisbeespielen und eine Art Völkerball;ich war darüber auch überrascht, dass das zum Kurs gehörte) und da fiel mir plötzlich auf, da war ein Moment auf dem Rasen, mitten im sportlichen Engagement, wo es gar kein anderes mit dem Moment gab, nicht mal ein Beobachter oder eine Art Gewahrsein, wie oben beschrieben. Aber es war ganz kurz und wie als wenn ich dabei gar nicht anwesend gewesen wäre, wie eine Erinnerung an eine Art Blackout, kein Gedächtnis. Tut mir leid, Ingen, dass ich mit so vagen Antworten daher komme und ich hoffe, du kannst das daraus fischen, was vielleicht weiterführt. Als Kind hatte ich mal ein Erlebnis, wo ich große Angst hatte und irgendwie hat sich aus dem Moment heraus so eine Art innere Abmachung ergeben, dass ich immer wieder Punkte in meinem Leben hatte, wo ich mich in der Vorstellung über die Zeit hinweg mit mir verbunden habe, dass es genau das gleiche ich sei. Irgendwie so ein Wille mich über die Zeit hinweg wiedererkenne. Mal war es spontan und mal , dass ich es versuchte mir zu sagen: jetzt ist dieser Moment und ich bin mit diesen anderen Momenten mit etwas Permamenten verbunden. Das löst dann so eine Art Staunen hervor, so ein unlösbares Mysterium. Genauso wie bei der Aufforderung: die kreisenden Sterne, Galaxien, schwarzen Löcher die entstehen und vergehen .. und keiner schaut zu ...
Auch dies Vorstellung(iwar mir irgendwann mal eingefallen), wenn ich sie in mich sinken lasse, bringt sie so eine ähnelnde Art des stummen Staunens hervor mit fasziniertem Nichtverstehen, wobei die Betonung auf stumm ist.
Da ich es nicht besser weiß, ist es auch das, worauf ich mich immer wieder im Laufe des Tages oder in der Meditation darauf zurückzubesinnen suche. Aber es kommt kaum an diese Wucht und Tiefe heran, wie es wenige Male spontan geschah, wo dann Sprachlosigkeit und so eine Art Ehrfurcht einhergeht.
Kannst du es wieder auf einen Punkt zuammenführen? Einerseits scheine ich abzuschweifen und fühle doch, es müsse etwas miteinander zu tun haben, und auch mit deiner Frage(so ein wenig außenrumgestrickt).
Danke, Joram, für deine Geduld,
meister bilbo

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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby Joram » Mon Nov 03, 2014 4:40 am

Hallo Meister Bilbo :-)
Die Antwort gefällt mir sehr gut :-)
„dieses neutrale Gewahrsein“, „Stille oder Weite“
Wie ist es möglich über dieses neutrale Gewahrsein, Stille oder Weite, zu berichten?
Irgendwie sind sie ja „Jemand“/„Etwas“ bewusst geworden?
wo es gar kein anderes mit dem Moment gab, nicht mal ein Beobachter oder eine Art Gewahrsein, wie oben beschrieben. Aber es war ganz kurz und wie als wenn ich dabei gar nicht anwesend gewesen wäre
Und dann? Bist „Du“ „zurückgekommen“? ;-)
wie eine Erinnerung an eine Art Blackout, kein Gedächtnis.
Kein Gedächtnis? Hat eine Zeitspanne gefehlt?
Aber es kommt kaum an diese Wucht und Tiefe heran, wie es wenige Male spontan geschah, wo dann Sprachlosigkeit und so eine Art Ehrfurcht einhergeht.
Na ja, Erfahrungen sind ja vergänglich. Alle Erfahrungen…
Was ist von den wenige Male mit Wucht und Tiefe übrig geblieben?


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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby meister bilbo » Tue Nov 04, 2014 11:52 pm

Hallo Joram,
nachdem ich fast 3 Stunden an meinem Antwort Text verbrachte, drückte ich auf senden und der Server brachzusammen:"Server error" und "Dokument erloschen
Dieses Dokument ist nicht mehr verfügbar.
Das angefragte Dokument ist nicht im Browser-Cache verfügbar."
Ich werde mich morgen nochmal dranmachen.
Gute Nacht,
meister bilbo

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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby Joram » Wed Nov 05, 2014 7:44 am

…lieber mit einer Textverarbeitungsprogramm :-)
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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby meister bilbo » Wed Nov 05, 2014 9:09 pm

:-)

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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby meister bilbo » Wed Nov 05, 2014 11:25 pm

Hallo lieber Joram,

meister bilbo hat geschrieben: „dieses neutrale Gewahrsein“, „Stille oder Weite“


Wie ist es möglich über dieses neutrale Gewahrsein, Stille oder Weite, zu berichten?
Es gibt eine Erinnerung daran. Mit dem Gedächtnis oder dem Körper. Jedenfalls Erinnerungen. In besonderen Momenten haben diese Erinnerungen so eine Art Resonanzfunktion und in günstigen Momenten wird das, was der (für mich)Theorie zufolge ja schon immer da war, sich selbst gewahr. Aaah! (mich mit Himmel und Erde ausrichten den und mich erden, empfundene Weite, so zum Beispiel, wenn du dich in der atur ganz den Sinnen und dem 180% weiten Blick hingibst, da ist auch so ein zurückgehen eines Ich. Lauter schöne Sachen. Äußere Stille wird durch innere Stille erkennbar. Je nach den Wogen des Lebens, die das kleine Ich beschäftigen, kann die Muße, sich dem hinzugeben je nach seelischer Außenlage mal mehr oder weniger DAS nahe sein. Es gibt in der Reflexion auch Zweifel. Auch die Möglichkeit der Selbsttäuschung . Die "Erlebnisse mit Wucht sind ohne Zweifel."

Günstige Momente können eine meditative Stimmung, ein Anhalten der inneren Geschichte sein. Für mich funktionieren gelegentlich Möglichkeiten, mich auf das was immer da war zumindest mit der Absicht auszurichten. ("das Lauschen auf eine unhörbare unerirdische Quelle"/Tigerbericht)
Irgendwie sind sie ja „Jemand“/„Etwas“ bewusst geworden?
"Jemand", dem Gedächtnis der Gedanken, und dem Zellulären Gedächtnis. Bewußt geworden ist , dass etwas Unfassbares uns dauernd umgibt, ja wir ein Teil davon sind und eine viel weitere Perspektive einnehmen. Und das im Hier.Jetzt.Sein.

meister bilbo hat geschrieben: wo es gar kein anderes mit dem Moment gab, nicht mal ein Beobachter oder eine Art Gewahrsein, wie oben beschrieben. Aber es war ganz kurz und wie als wenn ich dabei gar nicht anwesend gewesen wäre


Und dann? Bist „Du“ „zurückgekommen“? ;-)
Ja, das Ich , das sich in seiner Geschichte wiedererkennt und sich durch die Erinnerung wieder stärkt. Das Ich das Partei ergreift, auf eine Chance lauert (den Ball zu kriegen) , die sportlichen Aktionen, begutachtet, seine Freude und Emotionen genießt, das wohlige Gefühl eines Körpers, der sich an seiner Funktion freut.

Ja ... und doch ist es das gleiche, aber aus dem das "zurückkommen" hatte keinen Abstand zwischen dem was in der Wahrnehmung war und da war kein davon Abgetrenntes.

meister bilbo hat geschrieben: wie eine Erinnerung an eine Art Blackout, kein Gedächtnis.


Kein Gedächtnis? Hat eine Zeitspanne gefehlt?
Nein, keine Zeitspanne, aber diese sich als ich fühlende Farbe fehlte (die inneren Personen), und die beobachtende Verstandesfunktion die zu Trennen und Einordnen zuständig ist.

meister bilbo hat geschrieben: Aber es kommt kaum an diese Wucht und Tiefe heran, wie es wenige Male spontan geschah, wo dann Sprachlosigkeit und so eine Art Ehrfurcht einhergeht.


Na ja, Erfahrungen sind ja vergänglich. Alle Erfahrungen…
Was ist von den wenige Male mit Wucht und Tiefe übrig geblieben?

Die Gewißheit, dass eine Tiefendimension durch und um uns wirkt, daß die Erlebbarkeit von DAsein das bisherige Gewahrsein sehr beschränkt wirken läßt. Hej, was für ein Herausforderung, das zu entdecken!

... es hat sich gelohnt alles nochmal neu zu schreiben ,,,

Viele herzliche Grüße,
meister bilbo von beutelshausen


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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby Joram » Thu Nov 06, 2014 7:36 am

Beispiel, wenn du dich in der Natur ganz den Sinnen und dem 180% weiten Blick hingibst, da ist auch so ein zurückgehen eines Ich. Lauter schöne Sachen. Äußere Stille wird durch innere Stille erkennbar.
„Hingibst“ ist das Schlüsselwort. IMMER wenn wirkliche Hingabe da ist, ist ein „Ich“ nicht zu finden.
Je nach den Wogen des Lebens, die das kleine Ich beschäftigen, kann die Muße, sich dem hinzugeben je nach seelischer Außenlage mal mehr oder weniger DAS nahe sein. Es gibt in der Reflexion auch Zweifel. Auch die Möglichkeit der Selbsttäuschung . Die "Erlebnisse mit Wucht sind ohne Zweifel."
Und was ist „das kleine Ich“? Etwas „Wirkliches“ oder eine Einbildung/Illusion/Gedankenkonstruktion?
Bewußt geworden ist , dass etwas Unfassbares uns dauernd umgibt, ja wir ein Teil davon sind
Wenn etwas Unfassbares uns dauernd umgibt, dann sind wir dieses „etwas Unfassbares“ nicht. Oder?
Sind wir ein Teil davon, oder sind wir das Unfassbare vielleicht?
Und dann? Bist „Du“ „zurückgekommen“? ;-)
Ja, das Ich , das sich in seiner Geschichte wiedererkennt und sich durch die Erinnerung wieder stärkt. Das Ich das Partei ergreift,
Was ist dieses „Ich“ was sich in seiner Geschichte wiedererkennt und sich durch die Erinnerung wieder stärken muss?
Na ja, Erfahrungen sind ja vergänglich. Alle Erfahrungen…
Was ist von den wenige Male mit Wucht und Tiefe übrig geblieben?
Die Gewißheit, dass eine Tiefendimension durch und um uns wirkt
Also sind wir von der „Tiefendimension“ getrennt, wenn sie „durch und um uns wirkt“. Oder? ;-)


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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby meister bilbo » Fri Nov 07, 2014 6:08 am

Lieber Joram,
hier kommt dein Frühstücksfernsehen:
meister bilbo wrote: Beispiel, wenn du dich in der Natur ganz den Sinnen und dem 180% weiten Blick hingibst, da ist auch so ein zurückgehen eines Ich. Lauter schöne Sachen. Äußere Stille wird durch innere Stille erkennbar.
„Hingibst“ ist das Schlüsselwort. IMMER wenn wirkliche Hingabe da ist, ist ein „Ich“ nicht zu finden.
Das könnte so sein.Zumindest als Erleichterung dazu.Bei Hingabe mit Ehrgeiz schon wieder nicht.Auch klappt Hingabe bei viel "innerem Lärm"(entsprechend verinnerlichtem Streß) oder Druck nicht.Auch scheint man das mit der Hingabe nicht auf Knopfdruck zu funktionieren.Was funktioniert ist zum Beispiel, wenn ich es gewöhnt bin beim Meditieren eine bestimmte Haltung einzunehmen, kann das Einnehmen der Haltung schon das Eintreten in meditativere Zustände
initiieren.Oft.Jetzt fragt sich auch was "wirkliche" Hingabe ist.Also gibt es Hingabe und Hingabe.Jetzt gerade eben ist das mir leichter möglich, als in den vergangenen zwei Tagen.Also jetzt gerade habe ich ein paar mal meine Augen geschlossen, sitze gut aufrecht und lege meine Hände ineinander, die Daumen berühren sich, und ... da ist so ein Gefühl von Gesammeltheit, friedliche raumgebende Bereitschaft ... ich machs nochmal und stelle mir die Frage:ist da ein Ich und da ist es mit der Frage taucht da ein leicht ungeduldiges xyz auf, das den vorher angesprochenen inneren Raum ... irgendwie verdeckt, auch der,zugegeben kurze, Versuch diese Frage sich in den inneren Raum entspannen zu lassen funktioniert nicht.Es hilft eher so ein bißchen "egal" und jetzt merke ich, ich nehme wieder diese Haltung ein, der "Raum" ist jetzt nicht mehr so spontan da.Gut, der Schwätzer/Kommentierer geht allmählich etwas in den Hintergrund, kann auch mal nichts sagen, aber so eine Bereitschaftsgefühl ist dafür da.Mit der Selbstbeobachtung ist das so eine verzwickte Sache, wenn du Daumen und Zeigefinger aneinanderlegst sind da zwei gleichwertige, die sich beobachten. Jetzt zurück zum Selbstexperiment von eben. Kennt man ja...:ich gucke : was nimmt dieses Bereitschaftsgefühl war und es taucht ein sich etwas subtiler sich anfühlender Wahrnehmungsumraum auf der das Bereitschaftsgefühl ... umschließt ist nicht ganz richtig, eher, dass noch mehr Raum erscheint.Dieser sich subtiler anfühlende Wahrnehmungsraum hat auch ein sich wiedererkennendes Identifizierungs-Ich(so ein "wolfgangs – funki – meister bilbo-Gefühl"... diese Namen passen zu dieser einen Erscheinungsform, diesmal so ein bißchen Klugheitsgefühl mit freundlicher Zuwendung zusammen. "Petra" würde nicht dazu passen.Da ist so ein Wiedererkennungswert.Eine von meinen beliebteren Wiedererkennungsidentitäten. Nochmal gefragt: und wer nimmt dieses wahr ... komme ich jetzt nicht mit weiter, aber die Anfangswahrnehmung vor der ersten Frage wird wieder etwas präsenter. Wenn ich da bei bin, ist es auch das Richtige, dem ich mich(nach meinem derzeitigen Wissensstand) mehr oder weniger erfolgreich hingebe.Es scheint das Potential von Vertiefung und auch von mit offenen Augen, seltener, noch wahrnehmbar/anwesend zu sein.Was ich auch sehe: Nimm einen Hula-Hopp-Reifen und lass ihn ein bißchen um den Körper kreisen. Wenn du dann aufhörst, geht das Körpergefühl weiter. So ähnlich stelle ich mir das auch vor, wenn wichtig genommene Gedanken/Gefühle durch den Körper gehen bleiben sie wie ein Schwungrad auch weiter ne zeitlang wirksam, auch wenn sie gerade nicht aktiv gefüttert werden oder zu stoppen versucht werden. Manchmal funktionieren dafür Tricks und manchmal nicht. Auch habe ich nach über viele Monate bis wenige Jahre immer wieder unternommenen Versuchen so wenig wie möglich oder gar nicht zu denken, das sollte ja der Schlüssel, gemerkt, dass ich mich besser damit fühle auch wieder ja zum Denken zu sagen. Da kriege ich einfach mehr von meinem konditionierten Sein mit als wenn ich "Mental die Luft anhalte". Schweife ich ab?
Um zur Ausgangsfrage zurückzukehren: die Hingabe an einen Zipfel von Stille (nicht mentales Luftanhalten), Weite läßt ein "Ich" zumindest stärker bis nicht offensichtlich wahrnehmbar in den Hintergrund treten.
meister bilbo wrote: Je nach den Wogen des Lebens, die das kleine Ich beschäftigen, kann die Muße, sich dem hinzugeben je nach seelischer Außenlage mal mehr oder weniger DAS(ich korrigiere:DEM) nahe sein(nahe=es hat den Geschmack davon). Es gibt in der Reflexion auch Zweifel. Auch die Möglichkeit der Selbsttäuschung . Die "Erlebnisse mit Wucht sind ohne Zweifel." (da gibts keinen Geschmack, da ist ein Ich ersoffen)
Und was ist „das kleine Ich“? Etwas „Wirkliches“ oder eine Einbildung/Illusion/Gedankenkonstruktion?
Das "kleine Ich" ist Einbildung/Illusion/Gedankenkonstruktion. So habe ich das gelernt, bzw für wahr angenommen, weils mir einfach logisch erscheint. Wirklich ist es als Empfindung, die sich bei "schmerzhaft" oder "lustvoll" besonders stark aufdrängt, unwirklich ist es, weil es eigentlich nicht nötig ist. Ich bin dann befangen in einer Rolle etwas zu erleiden, mich enger zu fühlen oder stolz und abgetrennt.Es gibt auch eine Art der Freude, die im sich weiten keinen Abwehrmechanismus braucht und Weiten mit sich bringt.So wie Verliebtsein über ein Objekt hinaus. Auch wenn es von meiner persönlich-emotionalen Struktur nicht so mein Ding ist:wenn ich bei manchen Schülern von Mooji diese Liebe und Hingabe zum Meister sehe, finde ich das meist nicht abstoßend(wie zum Beispiel bei anderen Meistern), weil ich oft was Echtes darin empfinde, so eine Art Herzensweitsein das mich berührt.(ich vermute mal du weißt von wem ich spreche ... wenn nicht macht auch nix)
Allerdings wenn nach dem online-Satsang diese Hingebungsmusik kommt schalte ich meistens aus. Das ist mir zu kitschig. Ein kleines Ich ist die Folge von Gelerntem, Konditionierten, Erfahrenen, ein Teil der Abbildung/inneren Landkarte hervorgehobener alter Informationen. Weiß nicht, ob ich, wenn ich ganz im Hier und Jetzt wäre, mich kitschige Musik stören könnte ...?

Die Frage, wie es denn
dann mit der Motivation dies oder jenes zu tun ohne kleines Ich sein könnte ist mir noch unklar. Das kleine Ich ist insofern relativ und vergänglich, da die gleiche Erfahrung wieder ein paar Jahre später wieder eine anderes Einordnungs-, Gewichtungs-, Ablehnungs/Zustimmungs- Konglomerat zum Vorschein bringt. Die Konstruktion einer Entwicklung der Kontinuität diese kleinen Ich
scheint mir, wie wenn bei näheren zeitlich Zusammenhängen eine Anhäufung von Wiedererkennungsmehrkmalen identifiziert wird. Also: wenn ich von orange über gelb zu grün gehe scheint gelb das als kontinuierlich wahrgenommene zu sein und man denkt "Kontinuität", obwohl man unbemerkt schon bei
grün bis blau ist und sich mit irgendeine Art blau identifiziert. Also die "Kontinuität" gelb wird unmerklich und unbemerkt ausgetauscht.
Und rot war (auf dem Weg durch die Regenbogenfarben) schon lange nicht mehr.
meister bilbo wrote: Bewußt geworden ist , dass etwas Unfassbares uns dauernd umgibt, ja wir ein Teil davon sind
Wenn etwas Unfassbares uns dauernd umgibt, dann sind wir dieses „etwas Unfassbares“ nicht. Oder?
Sind wir ein Teil davon, oder sind wir das Unfassbare vielleicht?
Das war eine Suggestivfrage. In meiner Schulzeit dufte man dem Lehrer das sagen, dass diese nicht erlaubt seien. Trotz deiner differenzierenden Folge-Frage ob Teil davon oder Ganzes. ;-) hihihii
Trotzdem. Ich denke, dass wir dieses Unfassbare sind. In der Absorption eines Ich
gibt es keine andere Antwort.Und was könnten wir sein, als "unfassbar" ... schon wegen dem begrenzten "kleines-Ich-Blick". Ich plädiere jedoch dafür von "etwas Unfassbares" statt von DEM Unfassbaren zu sprechen.
meister bilbo wrote:

Und dann? Bist „Du“ „zurückgekommen“? ;-)
Ja

Ja, das Ich , das sich in seiner Geschichte wiedererkennt und sich durch die Erinnerung wieder stärkt. Das Ich das Partei ergreift, das Gefühl hat zu "inter"-agieren.

Was ist dieses „Ich“ was sich in seiner Geschichte wiedererkennt und sich durch die Erinnerung wieder stärken muss?
Es ist wie eine unscharfe Verdichtung fokussierter Gedanken-, Gefühls-, Haltungs-/innere Einstellungs- und Wahrnehmungsstrahlung. Ein fließendes Momentbild. Bei starkem Schmerz scheint es starke und ausschließende Konturen in einer angenommenen Realität zu haben. Schmerz hat so eine Art Realitätseinenger mit Rechthabenanspruch zu sein. Es muß in dieser Welt Annahmen von Realität bilden, aus denen es heraus, manche Non-Dualitätsapostel sagen scheinbar, für sein körperlich-seelisches Überleben agiert.
meister bilbo wrote:

Na ja, Erfahrungen sind ja vergänglich. Alle Erfahrungen…
Was ist von den wenige Male mit Wucht und Tiefe übrig geblieben?
Die Gewißheit, dass eine Tiefendimension durch und um uns wirkt. Und, ohne es zu wissen, macht es Sinn, wie oben überlegt, und so schien das Erlebnis(die wenigen Male mit "Wucht") zu sein, dass es darin keine Trennung gab, oder nicht wahrnehmbar war.

Also sind wir von der „Tiefendimension“ getrennt, wenn sie „durch und um uns wirkt“. Oder? ;-)
Ich vermute, dass das Alltagsbewußtsein eine reduzierte Art von Bewußtsein ist, das diese Frage nicht beantworten kann. Nicht aus einem Abstand des "darüber berichten", schlußfolgern. Die "Autoritäten", die mein "innerer Kompaß"(Hilfe! Joram wird mich danach hinterfragen!) derzeit auf dem inneren Bildschirm hat, sprechen davon, dass es zwischen Samsara und Nirvana keinen eigentlichen Unterschiede gebe und sie der gleichen Quelle entsprängen. Oder: die "offene Intelligenz"/Tiefendimension sei in der Stille leichter wahrnehmbar, jedoch auch in unseren Gedanken, Emotionen, Prägungen/Konditionierungen sei. Für mich noch ein Rätsel, das es zu entdecken gilt. Seit kurzer Zeit versuche ich mit dieser "Arbeitshypothese" bei unangenehmen Erfahrungen, jedenfalls wenn ich gerade daran denke, einen "felt sense" für die Erfahrung zu bekommen und aus diesem Blickwinkel hinzuschauen. Muß noch ein wenig üben. Eine mehr oder weniger spürbare leichte Erleichterung ist praktisch, aber noch kein "Beweis". Ich frage mich, wie es wäre mit unangenehmen Körper- Seelen- Urteilungszustände als "Dharmaglocke", wie bei der bewußten Einnahme einer Meditationshaltung, eine Möglichkeit zur Öffnung in die "Weite" zu erfahren ...

Ich wünsche einen guten Tag !

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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby Joram » Fri Nov 07, 2014 7:38 am

Bei Hingabe mit Ehrgeiz…
Hingabe mit Ehrgeiz ist keine wirkliche Hingabe, da Hingabe kein Ziel hat.
Zum Beispiel: Atembetrachtung. Nur Atembetrachtung. Kein Ziel, keine Fragen.
Man kann auch eine Frage stellen, die Frage loslassen und dann sich „dem hingeben“. Funktioniert auch.
Hingabe hat mit Loslassen zu tun. Kein Loslassen, keine Hingabe.
Nochmal gefragt: und wer nimmt dieses wahr
Stell die Frage und gehe in der Hingabe. – Was passiert? Wie fühlt sich die Frage an?
Versuchen so wenig wie möglich oder gar nicht zu denken
Das „nicht Denken“ ist ein Ergebnis von Konzentration/Hingabe zu einem Meditationsobjekt, oder Hingabe zu irgendetwas. Künstlich nicht denken zu wollen, wäre wie wenn der Baum versuchen würde seine Blätter im Wind stillzuhalten ;-)
die Hingabe an einen Zipfel von Stille (nicht mentales Luftanhalten), Weite läßt ein "Ich" zumindest stärker bis nicht offensichtlich wahrnehmbar in den Hintergrund treten.
Wie funktioniert dieser Ablauf, dass das „Ich“ dann in den Hintergrund tritt? Erkennst Du die Zusammenhänge?
Das "kleine Ich" ist Einbildung/Illusion/Gedankenkonstruktion. So habe ich das gelernt, bzw für wahr angenommen, weils mir einfach logisch erscheint. Wirklich ist es als Empfindung, die sich bei "schmerzhaft" oder "lustvoll" besonders stark aufdrängt, unwirklich ist es, weil es eigentlich nicht nötig ist.
Das "kleine Ich" ist also eine Empfindung. Empfindungen wechseln ständig und hängen von äußeren Information/Geschehen ab. Armes kleines „Ich“… wie Blatt im Wind… bei "schmerzhaft" oder "lustvoll" wird das „Ich“ groß, bei „Hingabe“ ist es weg…
Liest sich wirklich wie eine Illusion an, oder? ;-)
Ich bin dann befangen in einer Rolle etwas zu erleiden, mich enger zu fühlen oder stolz und abgetrennt.
…und wer hat den Schlüssel für dein Gefängnis?
Oder anders gefragt: Was ist der Schlüssel?


_()_

Ps. Zu Mooji: Wenn wir hier fertig sind, würde ich gerne drauf eingehen. :-)
Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby meister bilbo » Sun Nov 09, 2014 6:48 am

Hallo Joram,
ich bin noch dran.
Nach Momenten der Einsicht kam am nächsten Tag
volles Unverstehen. Unzugänglich. Ich suchte nach dem Schlüssel und es war Bemühen ...

ich breche jetzt auf zu einem Seminar. Heute abend bin ich allein im Hotelzimmer.
Unterwegs werde ich mich für den Tag nochmal in unseren Dialog einfühlen.

Ich muß los, bis bald, meister bilbo

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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby meister bilbo » Mon Nov 10, 2014 1:02 pm

meister bilbo wrote: Bei Hingabe mit Ehrgeiz…
joram wrote:Hingabe mit Ehrgeiz
ist keine wirkliche Hingabe, da Hingabe kein Ziel hat, keine Fragen. Man kann auch eine Frage stellen, die Frage loslassen und dann sich „dem hingeben“. Funktioniert auch.
Hingabe hat mit Loslassen zu tun. Kein Loslassen, keine Hingabe.
Zum Beispiel: Atembetrachtung. Nur Atembetrachtung. Kein Ziel

Klar

... das war vorgestern (begriffen)...

... ich will doch den Atem betrachten, den Schatz (wieder) entdecken, will mich nicht ablenken, eine fördernde Umgebung ... ... so viele Fragen, zB was mache ich hier gerade und warum, ach so, jetzt betrachte ich ja den Atem, Luftbewegungsempfindung an der Nase oder ums Zwerchfell? Versammelt im Hara ... es kommt ja nicht immer allesgleichzeitig ... : das ist wie Freizeitstreß
Da ist gerade jemand, der es nicht hinkriegt.Es ist Samstag, 10Uhr02
Gestern war es so klar!
Ich hat Hunger. Ich sieht die unaufgeräumte Küche ... jetzt setzen viele im Hintergrund laufende Muster ein und nehmen CPU ein ...
meister bilbo wrote: Nochmal gefragt: und wer nimmt dieses wahr

joram wrote:Stell die Frage und gehe in der Hingabe. – Was passiert? Wie fühlt sich die Frage an?

Fühlt sich an wie ... kann in einem Roboter ein Bewußtsein erscheinen?(Isaac Asimov) ... Asimov erzählt es jedenfalls in seiner Geschichte. Faszinierend fühlt sich's an, ich nehme ein feines körperlich und geistiges Angeregtsein.
Was nun passiert wenn ich (mir*) diese Frage stelle?
> hallo "mir", du schon wieder? <
montags geschrieben: Das Wahrnehmen von 'wer nimmt (dieses) wahr'? spielt sich in einem Raum ab (spaciousness). Es ist dieser Raum in dem Wahrnehmen stattfindet. Ein willkürliches Verengen des Raumes auf einen Inhalt/Erleben/Frage, fühlt sich wie ein "kleines"Ich an, als wenn etwas verfestigt würde. Ich stelle mir die Frage nochmal :
... ja, innerer Raum ermöglicht Gewahrsein ... doch gewahr muß ich auch sein, wenn dieses verengte Ichgefühl dominiert, gewahr und etwas scheint zu fehlen. Vielleicht weil ein eingeengter Fokus ausschließenden Character hat. ---- aaah! Fühlt sich an wie Erklärungen die sich am Ende ausweglos selbst in den Schwanz beißen.
... Selbstreflektion neigt zum Ausufern ... trotzdem kann ich was zwischen dem Schreiben der Zeilen spüren.
meister bilbo wrote: Versuchen so wenig wie möglich oder gar nicht zu denken

Montag: Gar nicht denken gibt es schon. Der Versuch mag die Be-müh-ung sein das Pferd von hinten aufzuzäumen.
Das „nicht Denken“ ist ein Ergebnis von Konzentration/Hingabe zu einem Meditationsobjekt, oder Hingabe zu irgendetwas. Künstlich nicht denken zu wollen, wäre wie wenn der Baum versuchen würde seine Blätter im Wind stillzuhalten ;-)
Montag: ok, wenn keine Stille schon da ist, auf die man sich rückbesinnen kann, kommt Meditation mit Hingabe an Atem, Feuer oder ähnliches in Frage.
meister bilbo wrote: die Hingabe an einen Zipfel von Stille (nicht mentales Luftanhalten), Weite läßt ein "Ich" zumindest stärker bis nicht (mehr) offensichtlich wahrnehmbar in den Hintergrund treten.

Joram: Wie funktioniert dieser Ablauf, dass das „Ich“ dann in den Hintergrund tritt? Erkennst Du die Zusammenhänge?


Montag: das wäre dann Hingabe, im Sinne von Aufgeben des soeben noch so überwältigend einnehmenden "Ich-Erleben", das durch Wertungen und "Wichtig"-Nehmen in der Aufmerksamkeit festgezurrt wurde. Entweder
der "Zipfel Stille " eignet sich als Meditationsobjekt. Für Hingabe gibt es im Französischen das schöne Wort "Adoration"mit der Betonung der Bedeutung auf "Verehrung/Bewunderung". Eine Lehrerin(Nathalie Delay) sagte zum Thema "adoration du maitre" man könne sich auch einen Baum dafür nehmen. oder ...
HO steht auf, zeigt auf seinen leeren Platz und sagt: da ist er
meister bilbo wrote: Das "kleine Ich" ist Einbildung/Illusion/Gedankenkonstruktion. So habe ich das gelernt, bzw für wahr angenommen, weils mir einfach logisch erscheint. Wirklich ist es als Empfindung, die sich bei "schmerzhaft" oder "lustvoll" besonders stark aufdrängt, unwirklich ist es, weil es eigentlich nicht nötig ist.



Das "kleine Ich" ist also eine Empfindung. Empfindungen wechseln ständig und hängen von äußeren Information/Geschehen ab. Armes kleines „Ich“… wie Blatt im Wind… bei "schmerzhaft" oder "lustvoll" wird das „Ich“ groß, bei „Hingabe“ ist es weg…
Liest sich wirklich wie eine Illusion an, oder? ;-)

Logisch betrachtet, ja. Logisch betrachtet gälte das umgekehrt auch für ein nicht permamentes Empfinden von Raum/Stille/Weite ohne Ich. Mit dem Unterschied, dass sich letzteres, wenn man sich nicht nur in seinen Randgebieten aufhält, so unvergleichbar bedeutsam anmutet. Ich habe noch einen Gedanken dazu aufzutischen. Nämlich Gewahrsein/Achtsamkeit als Bemühung, und dann ohne Bemühung, als irgendwie präsente Begleiterscheinung von Alltagsabläufen. (hatte ich mal ein paar Tage lang nach einem Meditations-Wochenende)
Es gibt ja die Meinung, dass viele kleine Momente der bewußt herbeigeführten Achtsamkeit sich automatisieren würden.
meister bilbo wrote: Ich bin dann befangen in einer Rolle etwas zu erleiden, mich enger zu fühlen oder stolz und abgetrennt.

Joram:…und wer hat den Schlüssel für dein Gefängnis?
Oder anders gefragt: Was ist der Schlüssel?

Montag:Der Schlüssel ist das in der Hingabe sich absorbierende Sein. Auf der Fahrt gestern, hierher wo ich gerade bin, habe ich noch mal den Tigerbericht gehört. Und ... da geht es ja zum großen Teil um Hingabe. "sei das brennende Holz-ganz, sie die übriggebliebene Glut-ganz, sei Asche-ganz" (sinngemäß). Auch die Bereitschaft ganz zu verschwinden, keine Fußspuren hinterlassend, keine Geschichte hinterlassend und .. und ..Hilfreich ist auch "was du tust, das tue ganz" "nur eins auf einmal". "der Tiger kratzt sich nicht am Hintern, während er wittert".
Ich vernahm auch, dass "Aufgewachte" auch multitasking-fähig sind und "den Raum" dabei nicht verlieren. Es scheint ja so einfach zu sein. Bei einfacheren Gelegenheiten üben und üben. Im Aufsuchen der Stille, auch wenn sie oft noch relativ ist, kann sich einiges entspannen und hinter dem untentwirrbaren Alltagsgewusele kann "Raum" auftauchen.
Wenn Anhaftungen erkannt werden, können sie losgelassen werden.Manchmal.Auch vorübergehend. Lustig finde ich : "ach, du schon wieder ... "
Theoretisch würde ich sagen, dass ein echtes "Sehen" bei "manchmal" und "vorübergehend" noch nicht stattgefunden hat. Schwierig finde ich es wenn (bei mir ist das ein Dauerzustand) ständig unerledigte Dinge miteinander um Priorität ringen. Ich gönne mir dann Pausen( die Gefahr laufen aus dem Ruder zu laufen. Bei Erschöpfung falle ich tendenziell in zeit- und kraftfressende Süchte), finde dann auch öfter "eine leere Mitte". Den Gegensatz zwischen gesammelt und hingegeben zu sein, oder in einem vergleichsweise eingeschränkt empfundenen Modus, scheint nur ein angenommenes ich auszumachen.

Der Schlüssel liegt in vielen Momenten der Hingabe an Weite, innerer Raum, Stille, Präsenz. Gleichzeitig Loslassen von Erwartungen, Ansprüchen, Erklärungen, Gefühlswolken und Gedankeneinladungen.

Es besteht eine Verbindung zu Erlebtem, das im Erzählen wieder anklingt. Wenn ich jetzt( 12:28) für Momente anhalte – ist der Übergang in gegenstandslose Meditation sofort möglich.
Ich finde, deine Fragen noch nicht erschöpfend beantwortet zu haben. Zu viele Worte auch, um "auf dem Punkt" zu sein.
Ich schließe den Text jetzt erst mal ab und warte auf deinen Input. Ja, hier sind die Schlüsselfragen. meister bilbo

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Joram
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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby Joram » Mon Nov 10, 2014 1:36 pm

Oh, eine ganze Menge Impulse ;-)

liest man genau, so dreht sich das Ganze immer um das Gleiche…

Konzentration (Sammlung) auf der eine Seite und Zerstreuung auf der andere Seite.

– Eine Sache ist (Dir) dabei noch nicht ganz klar, noch nicht verinnerlicht: Wer ist der Täter?

WER oder WAS ist „konzentriert“ oder „zerstreut“? – das ist die wichtigste Frage von allen.

Wenn die Sache mit dem „Täter“ klar ist, ist es nicht mehr wichtig ob „man“ „konzentriert“ oder „zerstreut“ ist…
... ich will doch den Atem betrachten, den Schatz (wieder) entdecken, will mich nicht ablenken, eine fördernde Umgebung ... ... so viele Fragen, zB was mache ich hier gerade und warum, ach so, jetzt betrachte ich ja den Atem,
Wer ist der/die/das was „WILL“, „macht“ und „betrachtet“ ???

_()_
Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby meister bilbo » Mon Nov 10, 2014 5:44 pm

Hallo Joram, bin wieder zu Hause !
danke, du bringst es wieder auf einen Punkt.
Dann werde ich den Täter mal anpirschen,
der da anpirscht. (-:
Aber, mehr so aus den Augenwinkeln heraus ... :
schon wieder ein Plan und ein Planer !
... angeblich ...
Nach außen hin erledige ich erst mal meine Bürogeschäfte.
Bis bald,
meister bilbo
(-:


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