Vom Wissen zur Erfahrung

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ArianeWe
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Vom Wissen zur Erfahrung

Postby ArianeWe » Wed Mar 13, 2019 3:05 pm

Die Begleitung auf LU konzentriert sich darauf zu erkennen, dass es kein wirkliches innewohnendes Ich oder Selbst gibt - was bedeutet das für Dich?
Ich weiß, dass es kein Ich/Selbst gibt, es kommt mir aber manchmal vor als wäre dieses Wissen nur ein Gedanke bzw. eine Überzeugung, die sich denkt, als hätte ich es erkannt, erfahre/spüre es aber noch nicht. Es kann aber genau so gut sein, dass ich es erfahre, mir aber dessen nicht bewusst bzw. sicher bin.

Was führt dich zu Liberation Unleashed?
Ich hatte seit Kindesbeinen an immer schon eine tiefe innere Sehnsucht nach Wahrheit und Freiheit. Diese war und ist der "Antrieb", der mich über zwei Jahrzehnte "suchen gemacht hat". Die Suche wird immer weniger, geht seit ca. 3 Jahren dem Ende entgegen, ist aber noch nicht ganz vorbei. Hier fühlt es sich an, als könnte ich die Suche endgültig beenden. Ich hab keine Ahnung, wie ich diese Webseite gefunden habe, lese aber schon seit ca. einem Jahr in den öffentlichen Foren mit und mach auch einige der in den Theads angeführten "Übungen/Überprüfungen", die mir immer mehr Klarheit gebracht haben. Nun ist es offenbar soweit, dass es an der Zeit ist, den letzten Schritt in die absolute Wahrheit/Klarheit/Freiheit zu gehen und daher schreibe ich jetzt hier.

Welchen Hintergrund hast du in Bezug auf deine Suche?
Seit 1996 intensive Selbsterfahrung auf unzähligen Seminaren - gefühlte 5000 Stunden Selbsterfahrung in allen Bereichen, Familienaufstellungen, Ausbildungen. Zwei Lehrer, die mich jeweils für einige Jahre begleitet haben, bis ich das Gefühl hatte, "aus diesen Schuhen rausgewachsen zu sein". Dann nur noch Transformation über Fühlen dessen, was da grad ist. Irgendwann war klar, dass es an "meinem Ich" nichts mehr zu verändern/verbessern gibt. Hunderte Bücher gelesen, die ersten 10 Jahre über Selbsterfahrung, dann über Non-Dualität/Erwachen von z.B. Jed McKenna, Ramesh Balsekar, Karl Renz, Werner Ablass. Satsangs haben mich nie sonderlich angezogen. Ich war einmal bei Karl Renz und einmal bei Werner Ablass. Mir war und ist klar, dass es das, auf das diese Lehrer hinweisen, nur in und durch "mich" zu realisieren gilt, dass aber da niemand ist, der das realisieren könnte :-).

Was erwartest du von dem Gespräch in diesem Forum?
Klarheit darüber ob ich weiß und es nicht erfahre (es also nur ein Gedanke ist) oder ob ich es erfahre und nicht weiß, sprich mir nicht bewusst ist, dass ich es erfahre und je nach dem entweder die Erfahrung oder das bewusst werden der Erfahrung.

Wie bereit bist du, deine Glaubensvorstellungen über dich in Frage zu stellen und um jeden Preis die Wahrheit zu finden?
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Barb
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Re: Vom Wissen zur Erfahrung

Postby Barb » Thu Mar 14, 2019 1:45 pm

Hallo :)

Wenn du möchtest, werde ich dich gerne ein Stück des Weges begleiten...

Zu Beginn ein paar Erklärungen:

Dies ist kein "normaler Dialog". Im Wesentlichen geht es darum, dass ich dir Fragen stelle und Aufgaben gebe und du sie aus deiner direkten Erfahrung heraus beantwortest.

Wir arbeiten hier mit dem Erkennen durch direktes Erfahren, mit dem was in diesem Moment durch die Sinne erfahrbar ist. Sehen, Hören, Riechen, körperliche Empfindungen, Schmecken. Ein Gedanke ist auch erfahrbar, als „hier ist ein Gedanke“, der Inhalt des Gedanken ist in im direkten Erfahren nicht vorhanden. Das was direkt Erfahrbar ist nennen wir real.

Schau dabei immer ganz frisch und berufe dich nicht auf Gelesenes oder Erfahrungen, die du irgendwann gemacht hast. Es ist wichtig, dass du versuchst hierbei in deinem eigenen Interesse zu 100% ehrlich zu sein...

Für diese Untersuchung ist es wichtig, möglichst frisch und unvoreingenommen auf das, was im Augenblick erlebt wird, zu schauen. Hier soll es einzig und allein um die Frage gehen, ob das getrennte "Ich" real ist oder nicht.

Deine Aufgabe in diesem Prozess ist unter anderem, dich nicht in Gedanken zu verlieren, sondern immer auf das direkte Erleben des Augenblicks zu schauen. Nachdenken, um Antworten zu finden, ist am Ende nichts weiter als eine Ablenkung von der direkten Erfahrung... Und es gibt keine falschen Antworten... :)

Für die Dauer unserer Kommunikation lass bitte alle Bücher, Videos, Satsangs, andere Threads in diesem Forum oder was auch immer zu dem Thema links liegen, das könnte das direkte Schauen und die Wahrnehmung beeinflussen.

Damit dein Prozess hier im Fluss bleibt, wäre es gut, wenn du möglichst jeden Tag zumindest jeden zweiten Tag antworten könntest. Wenn es mal nicht passen sollte oder du mehr Zeit zum Indichgehen brauchst, sag einfach Bescheid.

Falls du es noch nicht gemacht hast, dann lies dir bitte auch die einführenden Worte unter diesem Link durch viewtopic.php?f=18&t=6280


Und damit das Lesen einfacher wird, benutze bitte die Zitierfunktion. Wie diese funktioniert findest du hier: viewtopic.php?f=18&t=6275

Wenn diese Punkte grundsätzlich in Ordnung sind für dich dann lass uns mal deine Erwartungen anschauen:


Wie wird es sich in dem Augenblick anfühlen, wenn die Ich-Illusion durchschaut wird?
Was wird sich verändern, was wird gleich bleiben?
Was erhoffst du dir davon die Ich-Illusion zu durchschauen?


Ich freue mich auf deine Antworten :)
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ArianeWe
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Re: Vom Wissen zur Erfahrung

Postby ArianeWe » Fri Mar 15, 2019 1:45 am

Hallo Barb,

vielen Dank, dass du mich hier begleitest. Ich hab alles gelesen und werde versuchen, jeden Tag zu antworten. Ab und an werde ich zwei Tage brauchen, da ich mir Zeit nehmen möchte, deine Fragen aus dem direkten Erleben zu beantworten.

Hier meine Antworten:

Wie wird es sich in dem Augenblick anfühlen, wenn die Ich-Illusion durchschaut wird?

Keine Ahnung, das werde ich spüren, wenn es so weit ist. Im Moment meine ich, die Ich-Illusion durchschaut zu haben, allerdings fühlt es sich nicht anders an als vorher und daher bin ich unsicher, ob sie wirklich durchschaut ist.

Was wird sich verändern, was wird gleich bleiben?

Da ist der Gedanke, dass sich kaum was ändern wird, nur dass das Erleben dessen, was jetzt ist, vielleicht intensiver und klarer ist und kein Widerstand auf das, was jetzt ist, da ist. Und vor allem, dass mir bewusst ist, dass die Illusion durchschaut ist.

Was erhoffst du dir davon die Ich-Illusion zu durchschauen?

Das endgültige Ende jeglicher Suche nach Wahrheit. Ein Leben im jeweiligen Moment was auch immer er bringen mag.

Nochmal danke und ich freu mich auf deine weiteren Fragen.

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Re: Vom Wissen zur Erfahrung

Postby Barb » Fri Mar 15, 2019 12:53 pm

Danke für deine Antworten :)

Es ist für jeden anders...Deine Erwartungen klingen realistisch, dennoch schiebe sie bitte für die Dauer unserer Untersuchung zur Seite. Oft sind es nur die Erwartungen einer großartigen Erkenntnis, die dem klaren Sehen im Wege stehen.
Im Moment meine ich, die Ich-Illusion durchschaut zu haben, allerdings fühlt es sich nicht anders an als vorher und daher bin ich unsicher, ob sie wirklich durchschaut ist.
Es fühlt sich deshalb nicht anders an, weil etwas, das nicht existiert gar nicht verschwinden kann... :)

Wie du schon gelesen hast, arbeiten wir hier mit der direkten Erfahrung.

Es gibt einen großen Unterschied zwischen dem Wissen, dass nichts aufzugeben ist, und dem Sehen, dass es nichts aufzugeben gibt.

Hier ein Beispiel, um den Unterschied zu veranschaulichen:

Wenn ich dich frage, welche Farbe deine Socken haben, die du gerade trägst, hast du zwei Möglichkeiten, eine Antwort zu finden:

• Du kannst darüber nachdenken, du kannst an den heutigen Morgen zurückdenken und versuchen, dich daran zu erinnern, wie du deine Socken angezogen hast, und du kannst mir sagen, welche Farbe du für wahrscheinlich hältst.

• Alternativ kannst du deine Socken kurz ansehen und mir sagen, welche Farbe sie tatsächlich haben :)

Hoffentlich stimmst du zu, dass du nur zu 100% sicher sein kannst, wenn du nachsiehst.
Klarheit darüber ob ich weiß und es nicht erfahre (es also nur ein Gedanke ist) oder ob ich es erfahre und nicht weiß, sprich mir nicht bewusst ist, dass ich es erfahre und je nach dem entweder die Erfahrung oder das bewusst werden der Erfahrung
Es wird in jedem Moment erfahren, das geht gar nicht anders, weil die Wahrheit immer da ist... :) Der Versuch des Verstehen wollens - Gedanken - sind diese illusorische Trennung.. Es ist nie „ver-steh-bar“, „ver-stehen“ ist etwas Statisches, Fixes. Und so etwas gibt es in der Realität, im wirklichen Leben nicht... :)

Es fühlt sich vielleicht so an, als ob „jemand“ erleben würde. Aber ist es auch so?

Probier mal folgendes:
Setz dich ganz entspannt hin, atme ein paar mal sanft und langsam und schließe die Augen.

Lege die Finger auf die Tastatur, falls du keine Tastatur benutzt, den Tisch und schau nach:

Was ist zu fühlen?
Haben die Empfindungen ursprünglich einen Namen?
Wo kommt der Name für die Empfindungen her und wann kommt er dazu?
Gibt es eine Grenze zwischen den Tasten und den Fingern?
Gibt es wen, der fühlt, und das Gefühlte oder ist da einfach fühlen?

Lass dich ganz auf die Erfahrung ein, die Gedanken die dazu auftauchen lass einfach durchziehen. Bitte beantworte jede Frage einzeln.

Bin schon neugierig, was du findest :)
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Re: Vom Wissen zur Erfahrung

Postby ArianeWe » Sat Mar 16, 2019 12:50 am

Ok, keine Erwartungen und ich hab nachgeschaut, ich hab weiße Socken an :-)
Was ist zu fühlen?
Ein leichtes Pochen, kribbeln, Wärme, ein rhythmisches "Fließen", ab und an leichtes Kitzeln in der Nase.
Haben die Empfindungen ursprünglich einen Namen?
Nein
Wo kommt der Name für die Empfindungen her und wann kommt er dazu?
Die Namen kommen aus dem Denken und kommen erst nach der Empfindung dazu weil ich dir hier die Fragen beantworten, also das Fühlen beschreiben soll - und sie sind manchmal gar nicht leicht zu finden :-). Es sind nur verschiedene namenlose Empfindungen gleichzeitig.
Gibt es eine Grenze zwischen den Tasten und den Fingern?
Anfangs hatte ich das Gefühl, dass da eine Grenze ist, es war aber keine Grenze, sondern es war leichter Druck in den Fingern zu spüren, der vorher nicht da war. Nach einiger Zeit war da kein Druck und keine Grenze mehr.
Gibt es wen, der fühlt, und das Gefühlte oder ist da einfach fühlen?
Da ist nicht als fühlen - und jetzt ist da schreiben :-)

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Re: Vom Wissen zur Erfahrung

Postby ArianeWe » Sat Mar 16, 2019 12:54 am

Da ich keine Möglichkeit finde, einen abgesendeten Beitrag zu editieren, hier eine Ausbesserung:

Es soll heißen "Da ist nichts als Fühlen".

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Re: Vom Wissen zur Erfahrung

Postby Barb » Sat Mar 16, 2019 7:16 am

Leider komme ich heute nicht dazu zu antworten. Ich melde mich morgen wieder... :)
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Re: Vom Wissen zur Erfahrung

Postby Barb » Sun Mar 17, 2019 11:32 am

Sehr schön gesehen... :)

Gehen wir doch mal einen Schritt weiter, und weiten das auf den ganzen Körper aus:

Vielleicht magst du ja die folgende Übung auch aufs Handy oder so sprechen.

Finde einen ruhigen Ort und eine ruhige Zeit.
Lege dich hin, atme ruhig und langsam, schließe die Augen und entspanne dich.

Wenn du dort angekommen bist, betrachte bitte folgende Fragen:

Kannst du erkennen, wie groß der Körper ist?
Hat der Körper ein Gewicht oder Umfang?

Hat dein Körper in der aktuellen Erfahrung eine Gestalt oder Form?
Gibt es eine Grenze zwischen dem Körper und der Kleidung?
Gibt es eine Grenze zwischen dem Körper und der Unterlage?

Nur im Spüren, weißt du wie viele Zehen du hast, weiß das Spüren überhaupt was von Zehen, oder ist da einfach nur eine Empfindung?

Gibt es ein innen oder außen? Falls es ein innen gibt - innen wovon genau?
Falls es ein außen gibt, das Außen wovon genau?

Worauf bezieht sich das Wort/die Bezeichnung 'Körper' eigentlich?
Nimmt der Körper wahr, oder wird der Körper wahrgenommen?

Fehlt hier irgendetwas, wenn du dich so erfährst?


Viel Freude mit dem Experiment :)
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Re: Vom Wissen zur Erfahrung

Postby ArianeWe » Mon Mar 18, 2019 11:19 pm

Ich bin gestern und heute leider nicht dazu gekommen, die Übung zu machen. Ich melde mich morgen.

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Re: Vom Wissen zur Erfahrung

Postby Barb » Mon Mar 18, 2019 11:40 pm

Danke fürs Bescheid geben :)
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Re: Vom Wissen zur Erfahrung

Postby ArianeWe » Tue Mar 19, 2019 11:37 pm

Sorry für die Verspätung, aber ich kann die Übungen immer nur spät abends oder in der Nacht machen und gestern bin ich während der Übung eingeschlafen :-)
Kannst du erkennen, wie groß der Körper ist?
Nein
Hat der Körper ein Gewicht oder Umfang?
Nein
Hat dein Körper in der aktuellen Erfahrung eine Gestalt oder Form?
Nein
Gibt es eine Grenze zwischen dem Körper und der Kleidung?
Nein
Gibt es eine Grenze zwischen dem Körper und der Unterlage?
Nein
Nur im Spüren, weißt du wie viele Zehen du hast, weiß das Spüren überhaupt was von Zehen, oder ist da einfach nur eine Empfindung?
Ich spüre keine Zehen, da ist nur Spüren, aber kein Wissen, was gespürt wird.
Gibt es ein innen oder außen? Falls es ein innen gibt - innen wovon genau?
Falls es ein außen gibt, das Außen wovon genau?
Ich kann kein Innen und kein Außen spüren.
Worauf bezieht sich das Wort/die Bezeichnung 'Körper' eigentlich?
Ein Wort kann ich nicht durch spüren erklären :-). Das Wort "Körper" bezeichnet eine bestimmte Form mit bestimmten Merkmalen, die wiederum durch Worte beschrieben werden (Kopf, Hals, Brust, Arme, Hände, Bauch, Hüfte, Beine, Füße)
Nimmt der Körper wahr, oder wird der Körper wahrgenommen?
Im Spüren hab ich keine Ahnung, was wahrnimmt, da ist einfach nur Wahrnehmung, also Spüren, Hören, Riechen - aber keine Ahnung wer wahrnimmt und keine Ahnung was wahrgenommen wird.

Fehlt hier irgendetwas, wenn du dich so erfährst?

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Re: Vom Wissen zur Erfahrung

Postby ArianeWe » Tue Mar 19, 2019 11:39 pm

Ach ja, fehlen tut auch nichts :-)

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Re: Vom Wissen zur Erfahrung

Postby Barb » Wed Mar 20, 2019 12:49 pm

Sorry für die Verspätung,
Kein Stress, nimm dir immer so viel Zeit wie du brauchst... :)
aber ich kann die Übungen immer nur spät abends oder in der Nacht machen und gestern bin ich während der Übung eingeschlafen :-)
Ja, das ist auch eine tolle Übung, wenn man mal nicht schlafen kann... :)
Im Spüren hab ich keine Ahnung, was wahrnimmt, da ist einfach nur Wahrnehmung, also Spüren, Hören, Riechen - aber keine Ahnung wer wahrnimmt und keine Ahnung was wahrgenommen wird.
Schön, oder? Ist „keine Ahnung“ nicht wunderbar...?


Beobachte bitte heute mal das was du tust und breche alles auf direkte Erfahrung (DE) runter und bezeichne es (laut, flüsternd oder nur in Gedanken) mit Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Spüren, Denken. Mache diese Übung so häufig wie möglich über den ganzen Tag verteilt. Benenne jede Erfahrung.

Das könnte so aussehen:

Eine Tasse wahrnehmen = sehen
Der Geruch von Kaffee = riechen
Die Wärme der Tasse = spüren
Das Klirren des Löffels in der Tasse beim Umrühren = hören
Gedanke jetzt gleich einen Schluck zu nehmen = denken
Einen Baum im Blickfeld = sehen
Den Wind im Gesicht = spüren .
Die Zahnpasta auf der Zahnbürste = schmecken.
Ein vorbeifahrendes Auto = hören.
Gedanke an die Arbeit = denken . (Gedanken können Wörter und geistige Bilder sein).

Es gibt zwei Arten von Gedanken:

1- Der Gedanke weist auf etwas was in diesem Moment via Sinne wahrnehmbar ist – der Gedanke ‚labelt‘.
2- Der Gedanke weist auf einen anderen Gedanken, das ist Gedankeninhalt und die Geschichte, die erzählt wird.

Beobachte dabei, ob du im Sehen-Hören-Spüren-Riechen-Schmecken-Denken eine getrennte Entität findest die das macht. Also einen Seher-Hörer-Spürer usw...

Gibt es Wahrnehmer – wahrnehmen – Wahrgenommenes? Oder ist da einfach nur wahrnehmen? Ist da ein “Ich” das wahrnimmt?

Erzähl mir dann bitte wie es dir damit gegangen ist und was dir aufgefallen ist...

:)
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Re: Vom Wissen zur Erfahrung

Postby ArianeWe » Fri Mar 22, 2019 12:50 am

Also die Übung funktioniert nicht. Da ist den ganzen Tag sehen, hören, spüren und denken und dazwischen dann noch dazu riechen und schmecken. So schnell kann ich die jeweils direkte Wahrnehmung gar nicht bezeichnen bzw. nicht alles auf einmal. Jetzt z.B. sitz ich hier vor dem Bildschirm und tippe. Da ist denken, sonst könnte ich ja nichts schreiben, sehen der Buchstaben, hören von Musik und spüren der Tasten unter den Fingern. Dann trink ich was und da ist sehen, hören, spüren des Glases, riechen und schmecken des Getränks.

"Labeln" tun meine Gedanken nur dann, wenn ich das Wort zum Reden oder Schreiben brauche, ansonsten denken sich da keine Wörter für die Dinge, die ich sehe, höre, spüre.... Da sind viele Geschichten, die gedacht werden.

Hab ich was falsch verstanden, weil die Übung nicht funktioniert?

Beobachte dabei, ob du im Sehen-Hören-Spüren-Riechen-Schmecken-Denken eine getrennte Entität findest die das macht. Also einen Seher-Hörer-Spürer usw...
Da ist keine getrennte Entität, die direkt wahrnimmt und das Bezeichnen der direkten Wahrnehmung versucht und dran scheitert :-).
Gibt es Wahrnehmer – wahrnehmen – Wahrgenommenes? Oder ist da einfach nur wahrnehmen? Ist da ein “Ich” das wahrnimmt?
Da ist nur wahrnehmen und wenn die Wahrnehmung bezeichnet werden soll, ist da Chaos :-)

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Re: Vom Wissen zur Erfahrung

Postby Barb » Fri Mar 22, 2019 11:04 am

Hab ich was falsch verstanden, weil die Übung nicht funktioniert?
Entschuldige bitte, dass ich mich ungenau ausgedrückt habe. Es war nicht gemeint, jeden Sinneseindruck zu labeln, sondern in einem Takt, der stimmig ist. So alle 3 – 10 Sekunden vielleicht.

Es geht eigentlich nur darum zu Sinnen zu kommen und zu erkennen und zu üben, das wahrzunehmen was genau jetzt da ist - also die direkte Erfahrung. Die Achtsamkeit haftet die meiste Zeit auf Gedankengeschichten - auf der Fantasiewelt. Gedanken weisen entweder auf das was jetzt hier ist (eher selten), oder auf andere Gedankeninhalte (Traumwelt).
Da ist denken, sonst könnte ich ja nichts schreiben
Ist das wahr? Geht jeder Handlung ein Gedanken voraus?
Da sind viele Geschichten, die gedacht werden.
Genau, die meiste Zeit laufen irgendwelche Geschichten. Die Frage ist nur, wie sehr glauben wir ihnen?

Bitte nimm dir wieder ein paar Minuten Zeit und entspanne. Dann beobachte die Gedanken.

Wo kommen die Gedanken her und wo gehen sie hin? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach.

Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt?
Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?

Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?

Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du, welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?

Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken?

Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker?

Da ist nur wahrnehmen und wenn die Wahrnehmung bezeichnet werden soll, ist da Chaos :-)
:)
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