Hilfe beim hinschauen

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Joram
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Re: Hilfe beim hinschauen

Postby Joram » Thu Jul 26, 2018 3:47 pm

Psycho/Gedanken/Illusion gehören dazu.

Hier die Abschlussfragen. Sollten die Antworten von drei Guides „bestätigt“ werden, so kann ich Dich zu unseren Facebook-Gruppen einladen. Da kann es noch ein Stück tiefer gehen:

1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?

2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.

3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.

4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?

5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Für was davon bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.

6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?


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blanca24
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Re: Hilfe beim hinschauen

Postby blanca24 » Sun Jul 29, 2018 5:28 pm

1.
Eine abgetrennte separate Instanz „ich“ existiert nicht. Das war auch nie anders. Es gibt einen Bio-Computer mit Funktionen die ablaufen: Körperempfindungen, Gedanken, Gefühlen. Diese entstehen ohne dass ein „Ich“ sie wählt oder willentlich herbeiruft. Ruft gefühlt ein „ich“ z.B. einen Gedanken hervor, ist vorher in der Kausalkette schon etwas gewesen, das dieses „ich“ dazu gebracht hat, jetzt genau das zu „wollen“. Ein freier Wille existiert nicht. Alle Funktionen laufen einfach ab - dazu ist kein „ich“ nötig.
Ein „ich“-Gefühl ist allerdings sehr stark vorhanden. Bei allen Vorgängen meldet sich ein scheinbares „ich“ das behauptet, der Urheber zu sein. Ein „ich“-Gefühl findet statt bei Dingen, die dem Bio-computer begegnen: „Das passiert mir jetzt“. In Wahrheit sind es aber nur Vorgänge die registriert werden durch Funktionen. Eine Erlebniseinheit ist nur vorgegaukelt.

2.
Erst gibt es nur Wahrnehmung, keine Labels für Dinge. Kein Benennen, keine Sinnzusammenhänge, nur Wahrnehmungen.
Dann wird dem Kind-Biocomputer gesagt, dass es einen Namen hat und eine separate Einheit ist. Das Kind beginnt, sich mit dem Namen zu identifizieren. Alle Wahrnehmungen werden jetzt diesem einen Namen zugeschrieben. Eine Vielzahl von Funktionen werden also unter einem Namen subsumiert. Es entsteht der Eindruck einer Einheit, die Dinge erlebt, genauer gesagt einer inneren Wahrnehmung, die von ihr getrennte Dinge / im Außen erlebt.
Außerdem scheint es andere separate Einheiten zu geben: Mama, Papa, Geschwisterkind, etc.. Die ganze Welt scheint also aus Objekten zu bestehen, die ein Subjekt wahrnimmt.
Alle Gedanken werden gespeist aus dieser irrtümlichen Grundüberzeugung - Gedankenwelten entstehen daraus.
Manche Wahrnehmungen/Erfahrungen verursachen angenehme Gefühle, andere unangenehme. Da es ja eine Einheit, ein "ich" zu geben scheint, entsteht die Annahme, dass dieses "ich" etwas tun kann, um die angenehmen Erfahrungen hervorzurufen, die unangenehmen zu vermeiden. Der Lebensfluss soll kontrolliert werden, so wie es dem scheinbaren „ich“ erstrebenswert erscheint. Das kann natürlich nicht passieren, selbst wenn es gefühlt so ist, war auch das eben einfach nur das Leben. Versucht wird es aber ständig und die Erfahrung ist eine des „vom Leben getrennt seins“. Das Leben wird (scheinbar) zerstückelt, eingeordnet. Alle Gedanken zum Leben sind eigentlich schon unwahr, kein Gedanke kann jemals die Wirklichkeit abbilden, weil es sich um eine andere Ebene handelt. Aber die Illusion ist allumfassend.

3.
Es ist eine gewisse Erleichterung da. Viele Vorgänge, besonders psychischer Natur, werden nicht mehr so ernst genommen. Alles ist noch da, die Programme laufen munter weiter, aber da ist jetzt auch der Gedanke (Neustrukturierung der Gedankenwelt), dass das eben alles nur Programme und Funktionen sind, nichts weiter. Lustig wird es auch öfter gefunden. Keine himmelhochjauchzende Verzückung. Auch keine Riesenerleichterung, wie aus einem Alptraum endlich befreit zu sein (so hatte sich das „ich“ das mal vorgestellt). Nur so eine ganz nüchterne Erkenntnis, dass es nichts zu suchen gibt. Alles ist das Leben, egal wo und was „ich“ mache, Leben passiert immer und sowieso.
Es ist so eine Nüchternheit. Schon so etwas wie Erleichterung. Es ist eben so wie es ist, nichts ist dahinter, und über das Eigentliche / Wahre lässt sich gar nichts sagen, darüber kann man schlicht nicht sprechen.

4.
Schwer zu sagen. Da sticht kein besonderer Punkt heraus. Es ist mehr wie ein ganz graduelles Umlernen (des Gehirns?). Intellektuell war es ziemlich schnell klar, jetzt ist es vielleicht ein bisschen tiefer „eingesickert“. Das kann sicher noch viel tiefer gehen. Aber mehr und mehr ist die Wahrnehmung die einer Maschine, eines Bio-Computers - und von Vorgängen und Abläufen, die eben passieren. Nichts was ein „ich“ besser machen könnte oder hätte machen können.

5.
Entscheidungen können nicht bewusst getroffen werden. Wenn gefühlt etwas entschieden wird, dann sind vorher Dinge passiert, die außerhalb der Kontrolle des „ich“ lagen (welches ohnehin nicht existiert, davon mal abgesehen), die jetzt zu dieser „freien“ Entscheidung geführt haben.[/img]

Genau dasselbe trifft auf Absicht und freien Willen zu: eine Vielzahl von Dingen die außerhalb der Kontrolle lagen haben zu einer bestimmten Absicht oder zu einem bestimmten „freien“ Willen geführt.

Da ist ein Wunsch, Kontrolle zu haben. Da ja Gedanken behaupten, dass ein „ich“ als separate Einheit existiert, glauben Gedanken auch, dass diese Einheit im „Außen“ etwas bewirken kann, dass es also eine Subjekt-Objekt – Beziehung gibt.
Wie schon gesagt, ist das eine Illusion, es gibt nur einen Lebensfluss, alles beeinflusst sich gegenseitig, es gibt kein „ich“ das „hinein“eingreifen kann, um etwas zu lenken, weil alles innen ist (oder außen, egal).

Es gibt kein „ich“ das verantwortlich ist. Auch wenn Funktionen ein „ich“ zur Verantwortung ziehen.
Wenn dieser Bio-Computer sich „falsch“ (gemessen an den gesellschaftlichen, zwischenmenschlichen, emotionalen Gesetzmäßigkeiten) verhalten hat z.B. gegenüber einem scheinbaren anderen Bio-Computer – dann bekommt er Schuldgefühle. Für das Fehlverhalten kann niemand etwas, da eine Kette von Faktoren eben genau dazu geführt hat. Trotzdem will er sich entschuldigen und es wieder „gutmachen“. Auch das ist eine Funktion, und keine „freie“ Entscheidung.
Es gibt viele Programme, z.B. hat der Bio-Computer eine Menge Schuldgefühle, die „unbegründet“ sind und die er sich selbst nicht ganz erklären kann. Auch das passiert einfach.

6.
Nein.

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Re: Hilfe beim hinschauen

Postby Joram » Sun Jul 29, 2018 9:28 pm

Was meinst du eigentlich mit "Bio Computer" genau?

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Re: Hilfe beim hinschauen

Postby blanca24 » Mon Jul 30, 2018 1:51 pm

Damit meine ich den Organismus mit all seinen Funktionen: Körperempfindungen, Gefühlen, Gedanken - die einfach ablaufen wie ein Computer-Algorithmus von selbst läuft, ohne das eine "ich"-Instanz Befehle geben muss.

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Re: Hilfe beim hinschauen

Postby Joram » Mon Jul 30, 2018 2:09 pm

Damit meine ich den Organismus mit all seinen Funktionen: Körperempfindungen, Gefühlen, Gedanken - die einfach ablaufen wie ein Computer-Algorithmus von selbst läuft, ohne das eine "ich"-Instanz Befehle geben muss.
Ist es nur verstanden, oder wird es auch so erlebt, dass ein 'Ich' nicht vorhanden ist?

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Re: Hilfe beim hinschauen

Postby blanca24 » Mon Jul 30, 2018 4:41 pm

Des öfteren wird das so erlebt. Oft aber, wie schon gesagt, sind auch psychische Gedanken da, die vorgeben, dass es ein "ich" gibt und erst kurz danach kommt der Gedanke, dass das ein Muster ist und nicht wahr.

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Re: Hilfe beim hinschauen

Postby Joram » Mon Jul 30, 2018 6:41 pm

Glückwünsche :-)

Die anderen Guides haben nichts mehr hinzugefügt,
so kann ich nur sagen, herzlich Willkommen :-)

Auf Facebook gibt es noch einige Gruppen die für Interessant sein können,
ich schreibe dir eine private Nachricht und erkläre dort wie es weiter gehen kann, wenn du möchtest.

Liebe Grüße

Joram
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