War ich durch?

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glaubnix
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War ich durch?

Postby glaubnix » Fri Jun 28, 2019 5:28 pm

Die Begleitung auf LU konzentriert sich darauf zu erkennen, dass es kein wirkliches innewohnendes Ich oder Selbst gibt - was bedeutet das für Dich?
Das wäre für mich ein völliger Perspektivwechsel und ich habe ein Gefühl davon, dass das sehr stimmig für mich wäre.

Was führt dich zu Liberation Unleashed?

Es war eine Erwähnung in einem Buch über Erleuchtung. Habe mir dann das Buch von Ilona gekauft und selbst übersetzt. Mir anschließend einige Threads im deutschen Archiv durchgelesen und die App runtergeladen.

Welchen Hintergrund hast du in Bezug auf deine Suche?
Bin seit über 40 Jahren auf der Suche, aber nichts hat wirklich gefunkt. Habe viele Bücher gelesen, Audios angehört, Erleuchteten gelauscht, wenige Satsangs besucht, mich verbogen (Yoga) und meditiert und jahrelang Binaural Beats gelauscht. Irgendwie haben mich fast alle genervt. Bis ich dann auf Jed McKenna gestoßen bin (der sprach mir aus der Seele), und dann auf LU und die LU-App. Da hatte ich das Gefühl, angekommen zu sein. Habe mir die App durchgelesen und die Übungen gemacht und dann hatte ich eines Tages plötzlich ein Gefühl von außergewöhnlicher Präsenz und sowas wie Gedankenlosigkeit. Ich bin staunend durch die Natur gewandelt und war glücklich. Es war wie ein Trip (so stell ich ihn mir jedenfalls vor). Das hat leider nicht lange angehalten. 1 Tag später war ich wieder die alte.

Was erwartest du von dem Gespräch in diesem Forum?
Sowas wie Unterstützung darin, diese andere Sicht von damals (ca. vor 2 Wochen) wieder zu erleben, zu integrieren und dauerhaft etablieren zu können. Ich weiß, das klingt komisch, aber es ist ehrlich.
Ich hätte gerne - wenn möglich - als Guide: Danylela, Barb oder Daniel777 - bitte!

Wie bereit bist du, deine Glaubensvorstellungen über dich in Frage zu stellen und um jeden Preis die Wahrheit zu finden?
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barb
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Re: War ich durch?

Postby barb » Sat Jun 29, 2019 12:14 pm

Hi!

Schön, dass du hierher gefunden hast :)

Gerne unterstütze ich dich dabei, das Konzept des getrennten Selbst zu erforschen. Meine Aufgabe ist es, anhand von Übungen und Fragen darauf hinzuweisen und du musst eigentlich nichts anderes tun, als mit den fünf Sinnen auf das zu schauen, worauf hingewiesen wird. Um zu sehen, dass du bereits siehst und immer gesehen hast, was tatsächlich ist.

Dieses einfache Sehen merkt auch, dass es hier kein getrenntes „Ich“ gibt - es gibt nur das, was gerade da ist. DAS was bereits jetzt und immer schon für alle gerade vor sich geht. Aber der Verstand kommt herein und macht es kompliziert und sagt, dass es schwierig und unerreichbar ist. Meine Aufgabe ist zu versuchen darauf hinzuweisen, dass dieses grundlegende Bewusstsein / Sehen immer da ist und war.

Hier soll es einzig und allein um die Frage gehen, ob das getrennte "Ich" real ist oder nicht.
Deine Aufgabe in diesem Prozess ist unter anderem, dich nicht in Gedanken zu verlieren, sondern immer auf das direkte Erleben des Augenblicks zu schauen.
Nachdenken, um Antworten zu finden, ist am Ende nichts weiter als eine Ablenkung von der direkten Erfahrung :)

Schau immer ganz frisch und berufe dich nicht auf Gelesenes oder Erfahrungen, die du gemacht hast. Es ist wichtig, dass du versuchst hierbei in deinem eigenen Interesse zu 100% ehrlich zu sein...

Für die Dauer dieser Untersuchung lass bitte alle Bücher, Videos, Satsangs, andere Threads in diesem Forum oder was auch immer zu dem Thema links liegen, das könnte das direkte Schauen und die Wahrnehmung beeinflussen.

Damit dein Prozess hier im Fluss bleibt, wäre es gut, wenn du möglichst jeden Tag zumindest jeden zweiten Tag antworten könntest. Wenn es mal nicht passen sollte oder du mehr Zeit zum Indichgehen brauchst, sag einfach Bescheid.

Falls du es noch nicht gemacht hast, dann lies dir bitte auch die einführenden Worte unter diesem Link durch viewtopic.php?f=18&t=6280


Und damit das Lesen einfacher wird, benutze bitte die Zitierfunktion. Wie diese funktioniert findest du hier: viewtopic.php?f=18&t=6275

Sind diese Punkte, und auch das was in den einführenden Worten steht, in Ordnung für dich?

Habe mir die App durchgelesen und die Übungen gemacht und dann hatte ich eines Tages plötzlich ein Gefühl von außergewöhnlicher Präsenz und sowas wie Gedankenlosigkeit. Ich bin staunend durch die Natur gewandelt und war glücklich. Es war wie ein Trip (so stell ich ihn mir jedenfalls vor). Das hat leider nicht lange angehalten. 1 Tag später war ich wieder die alte.
Das sind sicherlich schöne Erfahrungen die auch hin und wieder oder öfter vorkommen können, aber darauf sind wir nicht aus... :)

Wir suchen hier nicht nach einem bestimmten Zustand. Jeder Zustand/Erfahrung ist vorübergehend. Keine bestimmte Erfahrung hat etwas mit Ich-Losigkeit zu tun. Denn egal welcher Zustand da ist – es gibt nie ein abgetrenntes Ich, das ist immer nur eine Einbildung. Somit kann auch kein bestimmter Zustand auf die Abwesenheit von etwas das es nie gegeben hat hindeuten..:)
Was erwartest du von dem Gespräch in diesem Forum? 
Sowas wie Unterstützung darin, diese andere Sicht von damals (ca. vor 2 Wochen) wieder zu erleben, zu integrieren und dauerhaft etablieren zu können. Ich weiß, das klingt komisch, aber es ist ehrlich.
Wie gesagt, es geht nicht um eine bestimmte „Sicht“ sondern um das was sieht... :)

Wie ist das für dich, wo du mitgeteilt bekommst, dass es keine Unterstützung geben kann um diese Sicht/Erfahrung/Zustand wieder zu erlangen?


Achte bitte auf alle Reaktionen, Körperempfindungen, Gefühle und Gedanken, wenn du folgendes liest:

Es gibt kein getrenntes Ich, nirgends, niemals und hat es nie gegeben. Es gibt niemanden, der eine bestimmte Sicht erlangen kann, niemanden, der ein Gefühl von außergewöhnlicher Präsenz oder Gedankenlosigkeit gehabt hat oder haben könnte. Es gibt kein Ich, das irgendetwas tun oder kontrollieren könnte.


Schreibe alles Reaktionen gleich auf.


Bin schon neugierig auf deine Antworten :)
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Re: War ich durch?

Postby glaubnix » Sat Jun 29, 2019 2:11 pm

Liebe Barb,
Schön, dass du mich begleitest, ich freu mich sehr!
Nachdenken, um Antworten zu finden, ist am Ende nichts weiter als eine Ablenkung von der direkten Erfahrung :)
Interessanter Satz!
Sind diese Punkte, und auch das was in den einführenden Worten steht, in Ordnung für dich?
Ja, absolut!
Jeder Zustand/Erfahrung ist vorübergehend. Keine bestimmte Erfahrung hat etwas mit Ich-Losigkeit zu tun.
Wie ist das für dich, wo du mitgeteilt bekommst, dass es keine Unterstützung geben kann um diese Sicht/Erfahrung/Zustand wieder zu erlangen?
Ja, das ist okay, eigentlich ist mir das klar. Kam mir auch komisch vor. Bin wohl in sowas wie Stolz und Eitelkeit reingetappst. Und hab mir dann eine Geschichte drumrum gesponnen.
Es gibt kein getrenntes Ich, nirgends, niemals und hat es nie gegeben. Es gibt niemanden, der eine bestimmte Sicht erlangen kann, niemanden, der ein Gefühl von außergewöhnlicher Präsenz oder Gedankenlosigkeit gehabt hat oder haben könnte. Es gibt kein Ich, das irgendetwas tun oder kontrollieren könnte.
Im Moment, kann ich dem zustimmen - vom Verstand her und manchmal auch von viel tiefer her. Das kann im nächsten Moment wieder kippen. Wie ich meinen Verstand kenne, wird er mir bald wieder Gründe zum zweifeln liefern.

Liebe Barb, ich werd die nächsten 2 Tage möglicherweise nicht zum Antworten kommen. Hab eine Verpflichtung übernommen. Kann aber gedankliche Übungen machen.
Vielen Dank für deine Bereitschaft, mich zu unterstützen!
LG Jutta

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Re: War ich durch?

Postby barb » Sun Jun 30, 2019 11:04 am

Ja, das ist okay, eigentlich ist mir das klar. Kam mir auch komisch vor. Bin wohl in sowas wie Stolz und Eitelkeit reingetappst. Und hab mir dann eine Geschichte drumrum gesponnen.
:)
Im Moment, kann ich dem zustimmen - vom Verstand her und manchmal auch von viel tiefer her. Das kann im nächsten Moment wieder kippen. Wie ich meinen Verstand kenne, wird er mir bald wieder Gründe zum zweifeln liefern.
Fein, dass du das so gut beobachten kannst.. „Verstand“ werden wir uns ein wenig später noch genauer anschauen... :)
Liebe Barb, ich werd die nächsten 2 Tage möglicherweise nicht zum Antworten kommen. Hab eine Verpflichtung übernommen. Kann aber gedankliche Übungen machen.
Das ist eine wunderbare Gelegenheit, um mit der direkten Erfahrung – mit der wir hier die Untersuchung durchführen – näher zu betrachten. Jedoch nicht gedanklich sondern ganz lebendig...:)

Wenn ich dich zum Beispiel frage wie das Wetter bei dir ist, kannst du nachdenken was der Wetterbericht prophezeit hat, du kannst googeln, jemanden anrufen oder du stehst einfach auf und schaust aus dem Fenster. Ganz sicher sein kannst du dir nur, wenn du selber nachschaust, oder?

Alles, was gesehen, gehört, berührt, gerochen und geschmeckt werden kann, ist das Wirkliche, das was ist.
Gedankeninhalte können nicht wirklich erlebt werden, nur in der Fantasie. Die meiste Zeit bewegen wir uns in diesem Geschichtenland und nehmen gar nicht an dem Leben teil, durch das der Körper geht.

Probiere es mal aus wie es ist, in der Wirklichkeit zu sein. Reduziere dabei die Wirklichkeit auf die Namen, die der Wahrnehmung am nächsten sind.

Mache diese Übung so häufig wie möglich über den ganzen Tag verteilt. Benenne jede Erfahrung einfach als sehen-hören-spüren-riechen-schmecken-denken (nur die Wahrnehmung, dass Gedanken da sind, deren Inhalt ist unwichtig)

Mache das, während du dir verschiedener Dinge bewusst wirst:

Einen Baum sehen, einfach = sehen
Der Geruch von Kaffee= riechen.
Den Wind im Gesicht = spüren .
Die Zahnpasta auf der Zahnbürste = schmecken .
Ein Auto vorbeifahren hören = hören.
Gedanke an die Arbeit = denken . (Gedanken können Wörter und geistige Bilder sein).
Gedanke an die Ichlosigkeit = denken
Verspannung im Nacken = spüren
usw...


Es gibt zwei Arten von Gedanken:

1- Der Gedanke weist auf etwas was in diesem Moment via Sinne wahrnehmbar ist – der Gedanke ‚labelt‘.
2- Der Gedanke weist auf einen anderen Gedanken, das ist Gedankeninhalt und die Geschichte, die erzählt wird.

Untergliedere einfach alle Erfahrungen in diese Kategorien, die alle direktes Erleben darstellen und erzähle, wie es dir ergangen ist und was dir aufgefallen ist – sei so gut und gib mir ein paar Beispiele.

Vielen Dank für deine Bereitschaft, mich zu unterstützen!
Ist mir ein großes Vergnügen :)
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Re: War ich durch?

Postby glaubnix » Tue Jul 02, 2019 9:10 am

Untergliedere einfach alle Erfahrungen in diese Kategorien, die alle direktes Erleben darstellen und erzähle, wie es dir ergangen ist und was dir aufgefallen ist – sei so gut und gib mir ein paar Beispiele
Hallo Barb,
Bin grad dabei Haus, Hund und Garten für eine Zeit zu hüten. Wauwi ist noch recht jung und fordert mich fast ununterbrochen zum spielen auf. Da ist....
Sehen: grüne Natur, See, Wellen, Hund
Höre: Rauschen der Bäume, Vögelgezwitscher, Fröschequaken
Spüre: Wind um die Ohren, Warme Sonne auf Haut, Kopfschmerz am Morgen, Freude über Lebendigkeit des Hundes

Sehen, hören, spüren sind einfach,
aber Beim Denken wirds kompliziert, weil ich in Geschichten reingezogen werde:
...muss Verantwortung gerecht werden,
...muss Regeln einhalten, die von anderen kommen,
...Pflichten erfüllen, damit es Wauwi gut geht und Pflanzen ebenso.
...Planen, was ich wann wie machen soll
...und mich rechtzeitig an alle Pflichten erinnern, was mir etwas Stress bereitet
Und dann auch noch: hoffentlich mach ich alles richtig

Das geht blitzschnell, ohne Kontrolle darüber, wie von selbst, konditioniert. Knall, peng, puff, der Stress ist da.
Und hinter mir liegt Wauwi und schnarcht zufrieden :-)

LG jutta

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Re: War ich durch?

Postby glaubnix » Tue Jul 02, 2019 9:11 am

Untergliedere einfach alle Erfahrungen in diese Kategorien, die alle direktes Erleben darstellen und erzähle, wie es dir ergangen ist und was dir aufgefallen ist – sei so gut und gib mir ein paar Beispiele
Hallo Barb,
Bin grad dabei Haus, Hund und Garten für eine Zeit zu hüten. Wauwi ist noch recht jung und fordert mich fast ununterbrochen zum spielen auf. Da ist....
Sehen: grüne Natur, See, Wellen, Hund
Höre: Rauschen der Bäume, Vögelgezwitscher, Fröschequaken
Spüre: Wind um die Ohren, Warme Sonne auf Haut, Kopfschmerz am Morgen, Freude über Lebendigkeit des Hundes

Sehen, hören, spüren sind einfach,
aber Beim Denken wirds kompliziert, weil ich in Geschichten reingezogen werde:
...muss Verantwortung gerecht werden,
...muss Regeln einhalten, die von anderen kommen,
...Pflichten erfüllen, damit es Wauwi gut geht und Pflanzen ebenso.
...Planen, was ich wann wie machen soll
...und mich rechtzeitig an alle Pflichten erinnern, was mir etwas Stress bereitet
Und dann auch noch: hoffentlich mach ich alles richtig

Das geht blitzschnell, ohne Kontrolle darüber, wie von selbst, konditioniert. Knall, peng, puff, der Stress ist da.
Und hinter mir liegt Wauwi und schnarcht zufrieden :-)

LG jutta

barb
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Re: War ich durch?

Postby barb » Tue Jul 02, 2019 12:05 pm

.


Gut gemacht :)
Da ist....
Sehen: grüne Natur, See, Wellen, Hund
Weiß „sehen“ etwas von Natur, See, Hund? Oder sind da einfach nur Farben in der reinen Seherfahrung? Denke nicht darüber nach, sondern erfahre die Antwort schauend...
Höre: Rauschen der Bäume, Vögelgezwitscher, Fröschequaken
Weiß die reine Hörerfahrung etwas von Baum, Vogel, Frosch? Und wieder höre genau hin, ob was anderes zu hören ist als Geräusche/Klänge..
Spüre: Wind um die Ohren, Warme Sonne auf Haut, Kopfschmerz am Morgen, Freude über Lebendigkeit des Hundes
Weiß „spüren“ was von Wind, Ohren, Sonne, Haut, Kopf usw...oder sind da nur Empfindungen? Spüre hin!

Woher kennst du die ganzen Wörter und Bezeichnungen wie See/Baum/Sonne usw.?

Versuch wirklich in deinem Alltag so oft wie möglich, wenn nicht deine volle Konzentration gefordert ist, alles auf die direkte Erfahrung – also sehen-hören-spüren-riechen-schmecken-denken herunterzubrechen. Benenne die Sinneswahrnehmung dementsprechend. Wenn du alleine bist, ist es sehr hilfreich das laut bzw. flüsternd auszusprechen. Benenne so im 2 – 3 Sekundentakt, oder wie es stimmig ist für dich. Das wäre dann vielleicht ungefähr so: sehen-sehen-denken-spüren-hören-sehen-hören-hören-hören-spüren-denken usw. usw..... Also nur die direkte Erfahrung - ohne Label und Einteilung... :)
Sehen, hören, spüren sind einfach, 
aber Beim Denken wirds kompliziert, weil ich in Geschichten reingezogen werde:
Wie sieht das aus, wenn du in Geschichten reingezogen wirst? Sind dann da zwei ichs? Eines das reingezogen wird und eines das das sieht?
Das geht blitzschnell, ohne Kontrolle darüber, wie von selbst, konditioniert. Knall, peng, puff, der Stress ist da.
Prima gesehen!
Und hinter mir liegt Wauwi und schnarcht zufrieden :-)
:))


LU hat zur Zeit Serverprobleme, es wird schon daran gearbeitet. Also falls du mal nicht reinkommst liegt es nicht an deiner Verbindung. Falls du es noch nicht so machst, wäre es eventuell eine gute Idee, zum Antworten alles zuerst in ein Textprogramm zu kopierst, dort die Antworten zu schreiben und dann erst wieder in den Thread einzufügen (generell, nicht nur jetzt mit dem Serverproblem. Es kann hin und wieder vorkommen, dass eine Antwort einfach futsch ist...)

Ich hoffe es stört dich nicht, aber ich schreibe meistens lieber ohne Grußformel, da es mir so fließender und stimmiger erscheint...

:)
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glaubnix
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Re: War ich durch?

Postby glaubnix » Thu Jul 04, 2019 8:43 am

Moin!

Weiß „sehen“ etwas von Natur, See, Hund?
#nein, da sind nur Farben und Formen#

Weiß die reine Hörerfahrung etwas von Baum, Vogel, Frosch?
# nein, da sind nur Geräusche#

Weiß „spüren“ was von Wind, Ohren, Sonne, Haut, Kopf usw...oder sind da nur Empfindungen? Spüre hin!
# da sind nur Empfindungen#

Woher kennst du die ganzen Wörter und Bezeichnungen wie See/Baum/Sonne usw.?
# das sind Namen, die ich als Kind gelernt und mit den Formen gedanklich verknüpft habe. Das ist fest verankert und erscheint spontan im Bewusstsein#

Benenne so im 2 – 3 Sekundentakt, oder wie es stimmig ist für dich. Das wäre dann vielleicht ungefähr so: sehen-sehen-denken-spüren-hören-sehen-hören-hören-hören-spüren-denken usw. usw..... Also nur die direkte Erfahrung - ohne Label und Einteilung... :)
# tolle Übung! Mach ich gern, braucht Zeit, da es ungewohnt ist und erst erinnert werden muss es auch zu tun. Das Erinnern daran ist schwieriger als die Übung selbst.#

Wie sieht das aus, wenn du in Geschichten reingezogen wirst? Sind dann da zwei ichs? Eines das reingezogen wird und eines das.....
# eigentlich ist das nur eine Schutzbehauptung ala: ich kann nichts dafür.
Bei genauer Betrachtung passieren die Dinge von selbst. Da ist niemand, der was tut, und niemand kann da was kontrollieren. #

LG J.

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Re: War ich durch?

Postby barb » Thu Jul 04, 2019 12:06 pm

#nein, da sind nur Farben und Formen#

# nein, da sind nur Geräusche#

# da sind nur Empfindungen#
Genau, gut erkannt!
# das sind Namen, die ich als Kind gelernt und mit den Formen gedanklich verknüpft habe. Das ist fest verankert und erscheint spontan im Bewusstsein#
Ja genau, alle Namen und Bezeichnungen sind Erinnerungen. Gibt es irgendwelche Wörter/Gedanken die nicht aus der Vergangenheit kommen, die nicht irgendwann mal gelernt – also konditioniert – wurden? Bitte antworte da nicht aus dem Intellekt, sondern beobachte einfach immer wieder die Gedanken die erscheinen und frag dich dann ob da was Neues dabei ist... :)
Benenne so im 2 – 3 Sekundentakt, oder wie es stimmig ist für dich. Das wäre dann vielleicht ungefähr so: sehen-sehen-denken-spüren-hören-sehen-hören-hören-hören-spüren-denken usw. usw..... Also nur die direkte Erfahrung - ohne Label und Einteilung... :) 
# tolle Übung! Mach ich gern, braucht Zeit, da es ungewohnt ist und erst erinnert werden muss es auch zu tun. Das Erinnern daran ist schwieriger als die Übung selbst.#
Ja, die ist wirklich ganz wunderbar um die Aufmerksamkeit zu schulen. Vielleicht magst du ja täglich so eine kleine 3 – 5 minütige Achtsamkeitspraxis mit Timer mit dieser Übung etablieren, dann wird es viel leichter sich im Alltag daran zu erinnern. Es ist auch, sehr hilfreich, wenn du dich jedesmal freust, wenn du daran denkst - Belohnungseffekt – so geht das Lernen schneller … :)
eigentlich ist das nur eine Schutzbehauptung ala: ich kann nichts dafür.
:))
Bei genauer Betrachtung passieren die Dinge von selbst. Da ist niemand, der was tut, und niemand kann da was kontrollieren. 
Wunderbar gesehen... :)

Schau dir das mal ganz konkret an:

Betrachte den Verstand als automatische Etikettiermaschine, einen Sprecher ohne An/Aus Knopf. Gedanken sind einfach das – Etiketten. Ihr Zweck ist zu benennen, was die Sinne wahrnehmen, Gefühle zu bezeichnen und die Geschichte zu erzählen.

Setze dich ein paar Minuten mit geschlossen Augen hin, entspanne wieder und dann öffne die Augen:

Sieh dich langsam im Zimmer um.
Nimm wahr, wie der Verstand sofort damit anfängt, Geschichten zu erzählen und Dinge zu benennen. Bemerke, wie Gedanken aufkommen und Objekte etikettieren, eine Geschichte über die Dinge erzählen, und darüber, wie sie dorthin gekommen sind, ohne dass du irgendeine Kontrolle darüber hättest.

Achte nicht so sehr auf den Inhalt der Gedanken, sondern beobachte, wie der Etikettiermechanismus funktioniert. Dann schließe die Augen wieder.

Ein Klang wird gehört, und Gedanken beschreiben, was passiert ist. Ein kribbelndes Gefühl
taucht auf, und Gedanken etikettieren es.
Achte genau darauf, wie etwas erlebt und dann unmittelbar danach bezeichnet wird.

Erkenne, wie alles automatisch abläuft. Der Verstand etikettiert alles, worauf er sich konzentriert. (Ganz spannend ist das bei Schriften, Werbeplakaten, Ortsschildern... schau dir an, wie da das Lesen automatisch geschieht :))

Erzähl mir bitte, wie es dir damit gegangen ist.


:)
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Re: War ich durch?

Postby glaubnix » Fri Jul 05, 2019 1:50 pm

Hallo Barb,

Gibt es irgendwelche Wörter/Gedanken die nicht aus der Vergangenheit kommen, die nicht irgendwann mal gelernt – also konditioniert – wurden?
# nein, da kommt immer wieder das gleiche in unterschiedlichen Kombinationen.
Als ich noch gearbeitet hab, habe ich viel programmiert und musste mir die Lösungen selber austüfteln. Aber das ist hier wahrscheinlich nicht mit „Neues“ gemeint, nicht wahr? Genau betrachtet ist alles Denken irgendwie angelernt (Worte, Bedeutungen) und dann automatisch immer wieder abspulend. #

Erkenne, wie alles automatisch abläuft. Der Verstand etikettiert alles, worauf er sich konzentriert. (Ganz spannend ist das bei Schriften, Werbeplakaten, Ortsschildern... schau dir an, wie da das Lesen automatisch geschieht :))
# Ja, das kann ich voll bestätigen. Mir ist mal vor langer Zeit mal plötzlich aufgefallen, dass - wenn ich (deutsche) Schrift sehe - sie automatisch lesen muss, auch wenn ich das gar nicht will. Ich kann nicht einfach nur draufschauen und nichts dabei denken. Mir kommt umgehend die Bedeutung in den Sinn. Und zwar war das bei Autofahrten und Werbeschildern am Rand. Ich hab mal versucht, das zu vermeiden, weil es mir furchtbar auf den Keks ging - funktionierte nicht! Es ist wie ein Zwang! #

LG, J.

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Re: War ich durch?

Postby barb » Sat Jul 06, 2019 11:36 am

Als ich noch gearbeitet hab, habe ich viel programmiert und musste mir die Lösungen selber austüfteln. Aber das ist hier wahrscheinlich nicht mit „Neues“ gemeint, nicht wahr?
Ja genau, das ist die fantastische kreative Fähigkeit des menschlichen Gehirns aus Gelerntem neue Kombinationen zu schaffen... Absolut erstaunlich, oder? Da sind andere Areale aktiv....
Genau betrachtet ist alles Denken irgendwie angelernt (Worte, Bedeutungen) und dann automatisch immer wieder abspulend. #
….als im Standardmodus...

Beobachte mal wann die Ich-Gedanken am häufigsten auftauchen. Vergleiche mal wie es ist:

1. Wenn du eine Aufgabe löst wo Konzentration gefragt ist, und
2. wenn du einer Alltagstätigkeit nachgehst, bzw. gar nichts tust und das Gedankenkarusell sich einfach frei drehen kann.


# Ja, das kann ich voll bestätigen. Mir ist mal vor langer Zeit mal plötzlich aufgefallen, dass - wenn ich (deutsche) Schrift sehe - sie automatisch lesen muss, auch wenn ich das gar nicht will. Ich kann nicht einfach nur draufschauen und nichts dabei denken. Mir kommt umgehend die Bedeutung in den Sinn. Und zwar war das bei Autofahrten und Werbeschildern am Rand.
Super, dass dir das schon aufgefallen ist :)
Ich hab mal versucht, das zu vermeiden, weil es mir furchtbar auf den Keks ging - funktionierte nicht! Es ist wie ein Zwang!
Haha! Ganz genau – keine Chance! Das Beste was geschehen kann, ist, dass man anfängt sich darüber zu amüsieren :)

Schau dir mal die Natur der Gedanken näher an:

Nimm dir dazu ein bisschen Zeit und mache es dir ganz bequem. Atme ein paar mal sanft und langsam und entspanne. Dann beginne die Gedanken zu beobachten:

1. Wo kommen die Gedanken her und wo gehen sie hin? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach.

2. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt? Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt? Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?

3. Kannst du die Entscheidung treffen, NICHT zu denken?

4. Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?

5. Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du, welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?

6. Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken

7. Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker? Ist ein Denker zu finden?

Bin schon neugierig was du findest :)
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Re: War ich durch?

Postby glaubnix » Sat Jul 06, 2019 12:43 pm

Hi Barb,

Beobachte mal wann die Ich-Gedanken am häufigsten auftauchen. Vergleiche mal wie es ist:

1. Wenn du eine Aufgabe löst wo Konzentration gefragt ist, und
2. wenn du einer Alltagstätigkeit nachgehst, bzw. gar nichts tust und das Gedankenkarusell sich einfach frei drehen kann.
# das kann ich spontan beantworten:
bei 2. ist kein Ich- Gedanke zu finden. Das läuft fast komplett auf Autopilot, außer wenn ich was verlegt hab und nicht mehr weiß wo und dann mit mir schimpfe.
Aber bei 1. wirds schon schwieriger. Beim Aufgabenlösen bleib ich hartnäckig dran und dring manchmal tief in die Konzentration ein. Wenn ich das Problem gelöst hab, bin ich dann stolz auf mich und erzähl mir innerlich, wie gut ich bin. Ja, da fällt es mir ehrlich gesagt schwer, die Ichillusion fallen zu lassen.
Mittlerweile bin ich in Rente und muss sowas nicht mehr machen. Könnte es jetzt eigentlich loslassen. Frag mich aber im Nachhinein, was es denn dann damit auf sich hatte:
- Ich bekomme eine Aufgabe zum lösen.
- Manchmal bin ich süchtig danach sie zu lösen, manchmal muss ich mich überwinden, selbst überreden, warten, bis die Lust dazu da ist und ich loslegen kann.
- Dann arbeite ich, bis es fertig ist und das kann stundenlang, ohne Pause sein. Und hinterher denk ich noch lange drüber nach und finde dann auch noch Fehler oder Verbesserungsmöglichkeiten.
- Und wenn alles erfolgreich abgeschlossen war, konnte ich eine Prämie kriegen und stolz auf mich sein. ,-)
- So sah mein Arbeitsalltag viele Jahre lang aus. Damit war ich quasi identifiziert.
Ich glaube, hier liegt die größte Hürde für mich, die Ichillusion aufzugeben!#

1. Wo kommen die Gedanken her und wo gehen sie hin? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach.
# sie kommen einfach aus dem Nichts und verschwinden ins Nichts. #

2. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt?
# nein! Aber der nächste Gedanke kann sich auf den vorigen beziehen und ihn kommentieren oder weiterspinnen.#

Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt?
# nein, aber drüber ärgern geht schon.#

Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist? # nein#

3. Kannst du die Entscheidung treffen, NICHT zu denken?
# gute Frage. Bei der Meditation hab ich es immer wieder versucht. Es geht nicht. Ich merke nur, dass es irgendwie ruhiger im Kopf ist. Wenn ich aufs Meer schaue, kann ich stundenlang da sitzen und hinterher glauben, an nichts gedacht zu haben.#

4. Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?
# eine Zeit scheint es möglich zu sein, eine Affirmation immer wieder zu wiederholen (wie bei einem Mantra), aber letztendlich hab ich keine Kontrolle darüber.#

5. Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du, welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?
# nein, sie kommt ganz plötzlich und dann bemerke ich sie#

6. Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken
# kommt aus derselben Quelle wie die anderen#

7. Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker? Ist ein Denker zu finden?
# tja, bisher hab ich immer gedacht, ich bin der Denker. Aber eigentlich geschieht Denken von selbst. Nur wie das mit oder ohne Kontrolle funktioniert, weiß ich noch nicht so recht. Auf Gedanken hab ich keine Kontrolle, aber wie kommt die Absicht zustande, mich gedanklich nur mit einer Problemlösung zu befassen? Und wieso klappt das dann auch so gut - ohne Kontrolle?#

barb
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Re: War ich durch?

Postby barb » Sun Jul 07, 2019 11:29 am

# das kann ich spontan beantworten
Hast du aus der direkten Erfahrung geantwortet – also nachgeschaut, oder aus der Erinnerung – also durch nachdenken? Wichtig ist immer, dass du nachschaust, auch wenn du meinst etwas ganz sicher zu wissen. Es geht nämlich gar nicht so um die Antworten (es gibt auch keine richtigen oder falschen), sondern viel mehr ums direkte Schauen... :)
bei 2. ist kein Ich- Gedanke zu finden. Das läuft fast komplett auf Autopilot, außer wenn ich was verlegt hab und nicht mehr weiß wo und dann mit mir schimpfe.
Um was dreht sich denn das automatische Gedankenkarussell? Geht es da nicht hauptsächlich um ich/mein/mir/mich (in der Vergangenheit, in der fiktiven Zukunft)? Schau da mal genau nach:

Nimm dir dazu Zettel und Stift, teile ihn mit einem Strich in der Mitte und dann mache es dir wieder richtig gemütlich, entspannt, weicher langer Atem. Schließe kurz die Augen und beobachte die Gedanken.

Teile den Zettel in der Mitte mit einer Linie und schreibe links Ich, mich, mir, mein und rechts Nicht-Ich Gedanken. Dann mache für jeden Gedanken, der sich um „Ich“ dreht links einen Strich, und für jeden nicht-Ich Gedanken rechts einen Kreis. Achte auch auf verkleidete Ich-Gedanken wie z. B. Dieses Auto sieht doof aus (gefällt Jutta nicht), so eine Hitze usw...
.
Wenn ich das Problem gelöst hab, bin ich dann stolz auf mich und erzähl mir innerlich, wie gut ich bin.
Das fällt dann schon unter 2... :)
Ja, da fällt es mir ehrlich gesagt schwer, die Ichillusion fallen zu lassen.
Ist da jemand, der die Illusion fallen lassen könnte?
- So sah mein Arbeitsalltag viele Jahre lang aus. Damit war ich quasi identifiziert.
Ich glaube, hier liegt die größte Hürde für mich, die Ichillusion aufzugeben!
Wie sieht diese Hürde in direkter Erfahrung aus? Was davon ist zu sehen-hören-spüren-riechen-schmecken? Wird die Identifizierung und die ganzen Verhaltensweisen drum herum nicht auch gesehen? Wer oder was sieht das? Schau da ganz genau hin!
# sie kommen einfach aus dem Nichts und verschwinden ins Nichts. #
Genau
2. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt? 
# nein! Aber der nächste Gedanke kann sich auf den vorigen beziehen und ihn kommentieren oder weiterspinnen.#
Oder auch nicht.... ;) Jedenfalls geschieht das auch von alleine, oder?
Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt? 
# nein, aber drüber ärgern geht schon.#
Haha :) Machst du das „Ärgern“, oder geschieht ärgern?
6. Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken
# kommt aus derselben Quelle wie die anderen#
Ist „Ich“ mehr als Gedanken?
# tja, bisher hab ich immer gedacht, ich bin der Denker. Aber eigentlich geschieht Denken von selbst. Nur wie das mit oder ohne Kontrolle funktioniert, weiß ich noch nicht so recht.
Was wäre, wenn du das niemals wissen würdest? Hier geht es nicht darum mehr Wissen zu erlangen sondern ganz im Gegenteil – alles Wissen aufzugeben und in die Akzeptanz des Nichtwissens zu kommen...
Auf Gedanken hab ich keine Kontrolle, aber wie kommt die Absicht zustande, mich gedanklich nur mit einer Problemlösung zu befassen? Und wieso klappt das dann auch so gut - ohne Kontrolle?
Such nach derjenigen, die das wissen will! SCHAU ganz genau hin: Ist da jemand? Braucht es einen Kapitän für Absicht? Könnte es sein dass „Absicht“ einfach geschieht? Erfahre die Antworten (oder Nicht-Antworten) schauend!
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glaubnix
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Re: War ich durch?

Postby glaubnix » Mon Jul 08, 2019 2:17 pm

Hi Barb,
@Um was dreht sich denn das automatische Gedankenkarussell? Geht es da nicht hauptsächlich um ich/mein/mir/mich (in der Vergangenheit, in der fiktiven Zukunft)? Schau da mal genau nach:
Nimm dir dazu Zettel und Stift, teile ihn mit einem Strich in der Mitte und dann mache es dir wieder richtig gemütlich, entspannt, weicher langer Atem. Schließe kurz die Augen und beobachte die Gedanken.
Teile den Zettel in der Mitte mit einer Linie und schreibe links Ich, mich, mir, mein und rechts Nicht-Ich Gedanken. Dann mache für jeden Gedanken, der sich um „Ich“ dreht links einen Strich, und für jeden nicht-Ich Gedanken rechts einen Kreis. @
# das ist schwierig, weil wenn ich auf Gedanken warte, kommen keine. Nach langem versuchen zeigte sich ein Verhältnis von 10 Strichen zu 4 Kreisen....., glaube aber, dass es im Alltag viel mehr Striche geben würde #

@Achte auch auf verkleidete Ich-Gedanken wie z. B. Dieses Auto sieht doof aus (gefällt Jutta nicht), so eine Hitze usw... @
# guter Hinweis! #

@Ist da jemand, der die Illusion fallen lassen könnte?@
# das ist in Wirklichkeit auch nur so eine Idee bzw. ein Gedanke. #

@Wie sieht diese Hürde in direkter Erfahrung aus? Was davon ist zu sehen-hören-spüren-riechen-schmecken? @
# mmh, es ist ein (analytischer) Gedanke und ein (doofes) Gefühl, das gespürt wird #

@Wird die Identifizierung und die ganzen Verhaltensweisen drum herum nicht auch gesehen? Wer oder was sieht das? Schau da ganz genau hin!@
# ja, Identifizierung ist ein Etikett, entstanden aus entsprechenden Gedanken und das Verhalten drum rum passiert einfach und wird nachträglich beurteilt/betitelt. Auch das sind Gedanken und Gefühle, die einfach passieren #

@Jedenfalls geschieht das auch von alleine, oder?@
#ja, das tut es#

@Machst du das „Ärgern“, oder geschieht ärgern? @
# Ärgern ist ein (heftiges) Gefühl, was urplötzlich da ist und gefühlt, aber nicht kontrolliert werden kann. #

@Ist „Ich“ mehr als Gedanken?@
# nein, kann nichts anderes finden als dies als Gedanken #

@Such nach derjenigen, die das wissen will! SCHAU ganz genau hin: Ist da jemand? @
# nein, suchen und wissen-wollen passieren einfach. Ebenso schauen und Ich- denken. Sonst nix#

@Braucht es einen Kapitän für Absicht? Könnte es sein dass „Absicht“ einfach geschieht? Erfahre die Antworten (oder Nicht-Antworten) schauend!@
# genau besehen passieren Absichten, Entscheidungen und Handlungen tatsächlich blitzschnell von selbst - aus dem Nichts und werden im Nachhinein erst als solche benannt und einem Ich zugeschrieben, spannend!#

barb
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Joined: Wed Jul 26, 2017 2:05 pm

Re: War ich durch?

Postby barb » Tue Jul 09, 2019 11:24 am

.

Entschuldige bitte, dass ich gestern nicht mehr geantwortet habe, aber ich komme immer nur im die Mittagszeit zum schreiben...

# das ist schwierig, weil wenn ich auf Gedanken warte, kommen keine.
Jaja, die wollen nicht gerne beobachtet werden ;)
Nach langem versuchen zeigte sich ein Verhältnis von 10 Strichen zu 4 Kreisen....., glaube aber, dass es im Alltag viel mehr Striche geben würde #
Gut beobachtet! Bei den meisten sind es so in etwa 75% Ich-Gedanken. Das ist jetzt auch nicht gut oder schlecht, das ist einfach ein Mechanismus und es ist ganz gut, das zu erkennen. Unsere Untersuchung dreht sich rein nur darum, ob das getrennte "Ich" mehr als ein Gedanke ist, und ob Gedanken etwas von der Realität wissen können... :)
@Wie sieht diese Hürde in direkter Erfahrung aus? Was davon ist zu sehen-hören-spüren-riechen-schmecken? @
# mmh, es ist ein (analytischer) Gedanke und ein (doofes) Gefühl, das gespürt wird #
Wo ist dieses Gefühl lokalisiert und wie fühlt es sich an? Tauch da ganz ein und versuche es zu beschreiben.
# Ärgern ist ein (heftiges) Gefühl, was urplötzlich da ist und gefühlt, aber nicht kontrolliert werden kann. #
Wenn wieder „ärgern“ auftaucht, oder irgendein anderes unbeliebtes Gefühl, dann versuch mal das voll und ganz zu zulassen. Ignoriere alle Gedanken dazu und beobachte, sei neugierig wie ein Wissenschaftler. Schau nach wo und wie das Gefühl im Körper zu spüren ist. Schau ihm direkt ins Antlitz und dann versuch dahinter zu schauen. Was ist da?
# genau besehen passieren Absichten, Entscheidungen und Handlungen tatsächlich blitzschnell von selbst - aus dem Nichts und werden im Nachhinein erst als solche benannt und einem Ich zugeschrieben, spannend
Schau dir das mal mit einem kleinen Experiment näher an:

Hebe deinen rechten oder linken Arm (oder lass ihn unten). Während des Hebens oder Nicht-Hebens wird eine Entscheidung getroffen, zumindest geschieht etwas (oder nicht).
Kannst du den genauen Augenblick der Entscheidung bestimmen und das konkrete Wesen finden, das diese Entscheidung zu treffen scheint?
Ist es möglich, den Moment der Entscheidung sowie den scheinbaren „Entscheider“ zu finden? Oder taucht die Idee „Ich habe mich entschieden, meinen rechten oder linken Arm (nicht) zu heben“ erst nach dem eigentlichen Ereignis auf?


Beobachte weiter während des Tages, wie Entscheidungen zustande kommen und versuche sie bis zu ihrem Ursprung zurück zu verfolgen, und erzähle mir was du gefunden hast...

:)
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