Sichnicht

User avatar
Robertino
Posts: 37
Joined: Sat Feb 02, 2019 8:36 am

Re: Sichnicht

Postby Robertino » Sun Feb 10, 2019 2:27 pm

Wenn Formen kommen und gehen, ändern sich nicht zumindest die Formen?
Ändert sich das was IST, nicht unaufhörlich?
Wenn ich, den es nicht gibt, schaue, sehe ich, obwohl es keinen Seher gibt, das sich etwas ändert. Der Schauende inbegriffen. Sollte ich aufhören zu wollen? Ist hoffen nicht bereits wollen. Ist der Wunsch nicht zu wollen, nicht wollen? Frieden - - - fühle ich nicht, wahrgenommen wird Unruhe zunehmend

User avatar
Joram
Posts: 3306
Joined: Fri Mar 21, 2014 6:19 pm

Re: Sichnicht

Postby Joram » Sun Feb 10, 2019 3:50 pm

Ist es so schwer, 10 Minuten nur zu schauen ohne zu wollen?
Versuche es und erlebe.
Dann hole dir das Wollen wieder ;-)

Die Form ändert sich. Das was sie ausmacht, ist ewig und verändert sich nicht.
Es ist eine andere Betrachtungsweise als die Alltägliche.


_()_
Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

User avatar
Robertino
Posts: 37
Joined: Sat Feb 02, 2019 8:36 am

Re: Sichnicht

Postby Robertino » Tue Feb 12, 2019 3:47 am

Ist es so schwer, 10 Minuten nur zu schauen ohne zu wollen?

Offensichtlich, ohne langjähriges Üben geht es nicht, zumindest fällt es schwer, erfordert Konzentration. 'Ich' muss es wollen.
Ohne das Wegdriften immer wieder abzufangen, ohne die aufsteigenden Gedanken immer wieder abzubrechen und zum wollenlosen Schauen zurückzukehren, geht es nicht. Kurz und schlecht, es tritt nicht von alleine ein, irgendetwas muss den Entschluss fassen und die Ausführung überwachen.
Sollte es Leute geben behaupten sie müssten nichts tun, nichts wollen, es käme von ganz allein, mag mensch dies glauben oder nicht, aber auch bei denen muss irgendwas die zeitliche Koordination überwachen.

Und zwischen dem 'Schauen' frage ich mich, was wohl aus denen wird, denen sich kein 'Tor auftut', die nicht in den Kreis der Erleuchteten aufgenommen werden, sondern bei den 99,999% der wahnverblendeten Menschheit verbleiben.
100% sicher DIE Wahrheit zu kennen sind sich auch die Jesuiten, die Zeugen Jehova, ............., die Anhänger der flachen Erde, der Chemtrails.................
Seit Buddha sind zweieinhalb Jahrtausende vergangen. Wieso haben die Ichfreien in diese Zeit keine Sprache entwickelt die ihrer Weltsicht gerecht wird. Soweit 'ich' wahrnehme, sprechen sie einander weiterhin mit Namen an, benutzen auch untereinander die üblichen Personalpronomen und bilden, obwohl es weder Handelnde, noch Wahrnrehmende geben soll, weiterhin Sätze mit Sub- und Objekt.
Ich hab nie viel mit esoterischen / spirituellen Kreise zu tun gehabt, aber trotzdem mehr als einmal miterlebt wie Leute, wie es bei den Ichwahnverblendeten heißt, ihren Verstand verloren haben. Die waren dann, wie es ichwahnverblendet genannt wird, nicht mehr sie selbst.

Da niemand dafür die Verantwortung übernimmt, übernehmen kann, da die Erleuchteten nach eigenem Bekunden kein Ich haben, bin ich, auch wenn es dieses ich nicht gibt, vorsichtig. Denn dem Disclaimer nach, bin dann doch ich für mich und alles andere voll verantwortlich. Dieser permanente Perspektivwechsel wirft Fragen auf

User avatar
Joram
Posts: 3306
Joined: Fri Mar 21, 2014 6:19 pm

Re: Sichnicht

Postby Joram » Tue Feb 12, 2019 8:44 am

Das ratternde Denken steht dir im Weg.
So wie du antwortest, kannst du dich, genau so wie ich, konzentrieren.
Ich frage mich ob du von der Antwort, das was wirklich ist, vielleicht angst hast?

Denken MUSS unterteilen, Konzepte erschaffen.
Denken und Reden sind von ihrer Natur aus, Dualistisch, „Dinglich“, teilend. Auch ein „Erleuchteter“ muss sich dem beugen.

„Das was IST“, ist nicht Dualistisch, ist „fließend“, ist allumfassend.

Wieso hat eine Welle (fließend) am Meer keinen Namen (Verdinglichung)? Einfach weil sie zu schnell vergeht und sie zu benennen kein Vorteil/Sinn ergibt.

Berge, die eigentlich genau so fließend wie Wellen sind, haben Namen. Wieso? Einfach weil sie so langsam fließen, dass das Fließen unmerkbar für die Menschen ist und es im Sinne der Kommunikation Sinn macht sie zu benennen.

Wo fängt die Welle an und wo hört sie auf?
Wo fängt ein Berg an und wo hört er auf?

Wo fängst du an und wo hörst du auf?

Versuche objektiv zu schauen:
Bist du, der Berg und die Welle wirklich eine getrennte Einheit?

_()_
Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

User avatar
Robertino
Posts: 37
Joined: Sat Feb 02, 2019 8:36 am

Re: Sichnicht

Postby Robertino » Wed Feb 13, 2019 1:47 am

Ich habe keine Angst davor was wirklich ist. Aber wenn der einzig "Beweis", dass dies oder jenes wirklich ist, der von jedem Zweifel freie, Glaube, Eindruck, Gewissheit,.... ist (wie wir alle wissen, kann mensch von allem möglichen zweifelsfrei überzeugt sein), dann erfordert es einen nicht unerheblichen Glaubenskredit. Mit dem eigenen Geist herumzuspielen kann schief gehen. In den Schriften des Yogas wird davor deutlich gewarnt.
Ich möchte halt, um es in der (Altags)Sprache der 99,999% Unerleuchteten zu sagen, auch nach der Passage des unsichtbaren, nichtwahrnehmbaren Tores, noch ich selber sein, fähig und willens die Verantwortung für mich selber zu übernehmen. Die Absolutheit, mit der jeder Aspekt des sozialen Konstrukt Ich zurück gewiesen wird, während gleichzeitig die alte Sprache beibehalten wird, obwohl sie gar nicht passen kann, beunruhigt mit sehr. Aber das sagte ich ja bereits

Sätze wie ... und es hat auch nie ein Ich gegeben, Aussagen die rückwirkend die Geschichte umzuschreiben beabsichtigten, stehe in der Tat abweisend gegenüber. Dass es ein soziales Konstrukt gibt, ist ein Resultat von Gesellschaft und existiert weil es integraler Bestandteil der kollektiven Wirklichkeit ist. Gesetze, wie das das Disclaimer nötig macht, lassen sich weder anfassen, noch sonstwie wahrnehmen. Recht ist nicht realer als das Wasser der Fata Morgana, die Wirkung, auf Grund des kollektiven Glaubens an die Existenz, steht jedoch außer Zweifel.

Das während des Schauens auszublenden ist ok, aber danach fordert die durch kollektiven (Aber) Glauben erschaffene Wirklichkeit, inklusive der 'Ich' genannt Komponente ihr Recht wieder ein.
99,999% mögen blind sein, diese Blindheit SAMT IHREN FOLGEN sind jedoch ebenso Teil der fließenden Wirklichkeit, wie alles andere.
Und ja, 99,999% aller Menschen als im Irrtum befangen anzusehen ist ein Standpunkt, den einzunehmen heftige Skrupel erzeugt. Das Gefühl absolut sicher zu sein, ist halt keine Garantie, sondern nur ein Gefühl, gut möglich ein angenehmes.

Dann werd ich mal wieder Schauen gehn.

User avatar
Joram
Posts: 3306
Joined: Fri Mar 21, 2014 6:19 pm

Re: Sichnicht

Postby Joram » Wed Feb 13, 2019 9:06 am

Entschuldigung, deine Antwort bewegt sich auf eine ganz andere Ebene als meine Fragen.
Es geht nicht um Philosophie, unerheblichen Glaubenskredit, herumzuspielen, Passage des unsichtbaren, nichtwahrnehmbaren Tores usw.

„Die Absolutheit, mit der jeder Aspekt des sozialen Konstrukt Ich zurück gewiesen wird, während gleichzeitig die alte Sprache beibehalten wird, obwohl sie gar nicht passen kann, beunruhigt mit sehr.“
Was für ein Satz voller Missverständnisse. Je länger ich mir den Satz anschaue, desto weniger macht der Austausch hier Sinn…
Jorams Antwort:
Die Absolutheit, mit der jeder das Konstrukt „Ich“ für Wahr und außer Frage betrachtet, ist ein Ausdruck der menschliche Blindheit die zum Verderben und Leid führt.“
Es ist doch so einfach:
Wie riecht die Blume? Wie schmeckt eine Zitrone? Wer erlebt all dies?

Es geht um:
1. Was wird wirklich erlebt, das was einer vor Gericht bezeugen könnte und
2. Wer erlebt? Wird der „Erlebender“ erlebt?

Alles was ich hier schreibe ist ein Versuch dich zu Selbstbeobachtung zu animieren. Nur das. Weder möchte ich, dass du was glaubst, noch dass du meiner Meinung bist. Schau selber wahrhaftig. Das ist alles.
Alles andere ist für unserem Austausch hier nicht von Belang.
Hier wieder die Fragen:
Wo fängt die Welle an und wo hört sie auf?
Wo fängt ein Berg an und wo hört er auf?

Wo fängst du an und wo hörst du auf?

Versuche objektiv zu schauen:
Bist du, der Berg und die Welle wirklich eine getrennte Einheit?

_()_
Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

User avatar
Robertino
Posts: 37
Joined: Sat Feb 02, 2019 8:36 am

Re: Sichnicht

Postby Robertino » Thu Feb 14, 2019 6:56 am

Wo fängt die Welle an und wo hört sie auf?
Wo fängt ein Berg an und wo hört er auf?
Wo fängst du an und wo hörst du auf?
Die Fragen wären leicht zu beantworten, wenn es um das physikalische, das physisch wahrnehmbare ginge: Der Berg ist Teil Erdmasse, die Welle wird begrenzt durch das Ufer, die Küstenlinie, der Körper sitzt auf dem Stuhl und wenn er aufsteht, hört er auf mit dem Stuhl verbunden zu sein, Kleidung ist Kontakt mit der Haut, aber wenn mensch sie ablegt, ist sier - auf materiellen und auf der Ebene der Wahrnehmung - von der Kleidung getrennt. Das "Du" als Körper ist hautumschlossen, das "Du" als sprechendes Wesen...
Das kann vor einem irdischen Gericht wahrheitsgemäß ausgesagt werden.
Und dennoch steht außer Frage, das dies nicht Antwort ist, nach der hier gesucht wird. Es ist Teil der paradoxen Situation: Alle Antworten sind bereits bekannt, nur stimmen sie nicht mit dem überein was wahrnehme.

Eine Ameise IST Teil des Einen, sich nur als Ganzes fortpflanzenden Ameisenwesen das wir Ameisenhaufen nennen. Ich BIN Teil /Zelle/Organelle/... des Lebenwesens Erde, aber wahrnehmen, fühlen oder spüren tue das - bis dato - nicht. Ich weiß es nur.

Wenn ich eine Blume rieche, geht ohne Frage die Blume durch den Duft, den sie aussendet in mich ein, das nehme wahr. Die Sonne verströmt sich und breitet sich so über das ganze Universum aus. Mit jedem Sonnenstrahl der mich berührt, bin verbunden mit ihrm. Mit jedem Stern dessen Licht mich erreicht, bin in Kontakt. Das weiß ich. Aber es setzt das Separiertsein, den Aspekt des Einzelsein, der mir, dem Stern, dem Tshirt und dem Wasser des Sees auch zukommt, der mich mit meiner Nase riechen lässt, nicht außer Kraft. Nur dieses Wesen riecht, hört, sieht jetzt diese Farben und Buchstaben und versteht ihren Sinn.
Wer erlebt all dies?
Der die das, was auf diese Frage reagiert, ist das Einzige was wahrheitsgetreu geantwortet werden kann.
Aber wieder ist da dieses intersive Gefühl, obwohl mich um größtmögliche Ehrlichkeit bemühe, die Frage unbefriedigend beantwortet zu haben. Ein Gefühl der Verbundenheit stellt sich nicht ein.
Wird der Erlebende erlebt?
Ja! möchte ich schreien, ich lebe, es gibt mich, ich spüre mich, nehme ein- und ausatmen, den Wind auf der Haut, das Gefühl mich im Kreis zu drehen, die Gedanken, die kommen und gehen, wahr. Aber ohne Wahrnehmenden

User avatar
Joram
Posts: 3306
Joined: Fri Mar 21, 2014 6:19 pm

Re: Sichnicht

Postby Joram » Thu Feb 14, 2019 9:51 am

ich spüre mich,
Mit was für einen Sinnesorgan???

_()_
Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

User avatar
Robertino
Posts: 37
Joined: Sat Feb 02, 2019 8:36 am

Re: Sichnicht

Postby Robertino » Sun Feb 17, 2019 5:54 pm

Mit was für einem Sinnesorgan???

Was liese sich da antworten? Alles klingt falsch. Ich kann das 'mich-spüren' nicht in Einzelwahrnehmungen zerlegen und sie dann einem der 5 landläufigen Sinne zuordnen, wüsste nicht wie dies zu bewerkstelligen wäre.
Wird das Sich-Angesprochen-fühlen, das Erkennen des eigenen Namens, das Wiedererkennen der Stimme, als einer bestimmten Person zugehörig, das Wahrnehmen ihrer Stimmung und das Verstehen dessen was sie sagt,… mit den Ohren wahrgenommen?

Eine Filmszene, eine Bettlerin am Gehsteig, ein Satz in einem Buch rührt mich, treibt mir Tränen in die Augen, alles ein Sehvorgang? Mit den Augen oder dem Herzen gesehen?

Den Schreck beim Blick auf die Uhr - WAS, schon zu spät! - kann ich nicht Augenwahrnehmung nennen.
Trauer, Übelkeit, Kopfweh… wahrgenommen via Tastsinn? Mit welchem Sinnesorgan nehme ich Freude wahr? Oder Müdigkeit?

Bei Berg und Welle seien Anfang und Ende Illusion, heißt es, wie könnte da das 'sich-spüren' benennbare Grenzen haben?

User avatar
Joram
Posts: 3306
Joined: Fri Mar 21, 2014 6:19 pm

Re: Sichnicht

Postby Joram » Sun Feb 17, 2019 6:25 pm

Mit was für einem Sinnesorgan???

Was liese sich da antworten? Alles klingt falsch. Ich kann das 'mich-spüren' nicht in Einzelwahrnehmungen zerlegen und sie dann einem der 5 landläufigen Sinne zuordnen, wüsste nicht wie dies zu bewerkstelligen wäre.
Also wird das „Ich“ mit den Sinnen nicht erfahren.
Gibt es irgendetwas „reales“ auf dieser Welt, was nicht mit den Sinnen erfahren wird?

…als einer bestimmten Person zugehörig…
„Zugehörigkeit“ ist eine Idee/Abmachung. Keine Erfahrung.

Trauer, Übelkeit, Kopfweh…
Trauer kann auf körperlichen direkten Erfahrungen runtergebrochen werden: Muskelschlappheit, Krampf in der Brust, Druck um die Augen (als Körperliche Symptome) erfahren werden, oder auch mit dem Oberbegriff „Traurigkeit“ bezeichnet werden – nur wo ist da ein „Ich“ was all dies erlebt zu finden? usw…

Übelkeit und Kopfweh sind direktes Erleben – wo ist da ein „Ich“?

_()_
Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

User avatar
Robertino
Posts: 37
Joined: Sat Feb 02, 2019 8:36 am

Re: Sichnicht

Postby Robertino » Mon Feb 18, 2019 11:43 am

A: Ich denke es steht außer jedem Zweifel, dass es "reales" gibt, das nicht mit den Sinnen erfasst, erfahren werden kann. Oder nimmst Du das Magnetfeld welches den Kompass ermöglicht wahr? Ist Röntgenstrahlung weniger real als Licht?

B: Ein 'Ich' kann nicht wahrgenommen werden, sowenig wie 4 oder Pi.
'Ich' ist, soweit ich dieses Wort verstehe, ein Name. Namen können ausgesprochen oder niedergeschrieben werden, 'erfahren', spüren, 'wahrnehmen' lässt sich der Sound oder der Anblick der Schriftzeichen, mehr nicht.
'Ich' ist der Name den sprachfähige Wesen dem Wesen geben, dessen Selbstwahrnehmung sie wahrnehmen. Ich weiß nicht was andere mit 'Ich' meinen, ob sie darunter etwas Wahrnehmbares, Festes, gar über das Ableben des Körpers hinaus Fortbestehens meinen, ich meine mit 'ich' nichts dergleichen. Für mich ist es lediglich der Name, den ich für mich verwende; für den/die/das was wahrnimmt das wahrgenommen wird. Ein Name für das Wesen, dessen Sinnesorgane zu dem hautumgrenzten Körper gehören, mit denen erfühlt, gehört, gerochen und gesehen wird UND das darüber hinaus Gefühle, Emotionen, Gedanken wahrnimmt, von denen dieses Wesen annimmt, dass diese Gedanken, Emotionen, Gefühle, von keinem anderen Wesen in dieser Form wahrgenommen werden (können).
Das ist mein 'Ichverständnis', mehr nicht. DIESES Ich loszuwerden hieße für mich (Stichwort Alsheimer) den eigenen Namen zu vergessen. Es hieße für mich, jede sinnliche Wahrnehmung des eigenen Körpers zu verlieren und es hieße (es hat auch nie ein 'Ich' gegeben) jede Erinnerung ans eigene Leben zu verloren zu haben. Das kann doch nicht gemeint sein.
Was ich noch immer nicht verstehe, was hier mit Ich gemeint ist.
Welche Nichtwahrnehmbarkeit soll hier aufgedeckt werden? Dass das Ich (in meinem Sprachgebrauch, meinem Verständnis nach) nicht wahrnehmbar ist, nichts als ein Name, nichts als eine Gesellschaft ermöglichen Konvention ist, habe ich immer wieder versucht darzulegen, weshalb mir das Ganze wie die Jagt nach Geist erscheint, von dem weder Du, so ich überhaupt irgend etwas verstanden haben, noch ich annehmen er könnte existieren.

Aber der Fakt, dass das 'Ich' nichts "reales" ist, wird doch nicht bedeuten, es gibt mich nicht, kann doch nicht bedeuten, es gibt keine Selbstwahrnehmung, keine Selbsterfahrung.
Entweder gibt tatsächlich eine grundlegende Verständigungslücke, oder mir bleibt nichts übrig als aufzugeben, da ich mir bei allem Bemühen nicht vorstellen kann, ohne 'Ich=Selbstwahrnehmung' zu existieren, da ich von einer solchen Existenz ja nichts wüsste.

User avatar
Joram
Posts: 3306
Joined: Fri Mar 21, 2014 6:19 pm

Re: Sichnicht

Postby Joram » Mon Feb 18, 2019 8:58 pm

Ja, ich glaube, dass es tatsächlich eine grundlegende Verständigungslücke hier gibt.

Magnetfelder und Röntgenstrahlung werden selbstverständlich mit den Sinnen erfasst. Es bedarf Hilfsmitteln dafür. Gäbe die Hilfsmitteln nicht, so hätten wir nicht wissen können, dass es Magnetfelder und Röntgenstrahlung gibt. Wir haben keine Möglichkeit irgendetwas wahrzunehmen, was mit keiner der Sinne erfahren wird, und wenn auch durch Hilfsmittel.

4 oder Pi sind nur Konzepte, wenn sie sich auf nichts beziehen. „4 Äpfel“, gibt es als „Dinge“, oder genauer formuliert: „momentaner Schnappschuss eines Flusses“ und sie sind erfahrbar. Abstrakt die Zahl 4 zu schreiben, Hat, ohne Bezug zu etwas, keine Bedeutung. Mit Pi ist es gleich.

Es ist eigentlich so einfach. Vielleicht denkst du zu kompliziert?

Dein Text ist wirklich gut durchdacht, leider muss ich sehr verkürzen, damit das Ganze hier übersichtlich bleibt:
'Ich' ist der Name den sprachfähige Wesen dem Wesen geben, dessen Selbstwahrnehmung sie wahrnehmen.
„Wesen“ wäre ein „Ding“. Es gibt aber keine „Dinge“. Es gibt, wenn die Konzentration auf die „eigene“ Erfahrung gelenkt wird, nur Abläufe…
Es gibt also kein „Wesen“. Es gibt nur das Erlebte/erleben, aber keiner der erlebt.

DIESES Ich loszuwerden hieße für mich (Stichwort Alsheimer) den eigenen Namen zu vergessen. Es hieße für mich, jede sinnliche Wahrnehmung des eigenen Körpers zu verlieren und es hieße (es hat auch nie ein 'Ich' gegeben) jede Erinnerung ans eigene Leben zu verloren zu haben. Das kann doch nicht gemeint sein.
Willentlich den eigenen Namen zu vergessen oder jede sinnliche Wahrnehmung des eigenen Körpers zu verlieren ist schlicht nicht möglich. Und auch gar nicht der Sinn dessen was wir hier machen. Es geht überhaupt nicht darum.

Es geht darum die Identifikationen die vorhanden sind auf Wahrhaftigkeit zu untersuchen und möglicherweise eine ganz andere Beziehung zu dem was uns begegnet zu bekommen:
„Mein Leben“.
Wem gehört dieses Leben? Gibt es überhaupt jemand „darin“ dem irgendetwas gehören könnte?

_()_
Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

User avatar
Robertino
Posts: 37
Joined: Sat Feb 02, 2019 8:36 am

Re: Sichnicht

Postby Robertino » Tue Feb 19, 2019 2:06 am

„Wesen“ wäre ein „Ding“. Es gibt aber keine „Dinge“. Es gibt, wenn die Konzentration auf die „eigene“ Erfahrung gelenkt wird, nur Abläufe…
Es gibt also kein „Wesen“. Es gibt nur da Erlebte/erleben, aber keiner der erlebt.
So verstehe ich das (wesentlich besser). Nicht mehr etwas für möglich halten zu sollen, was einem vollkommen unmöglich erscheint, macht es erheblich leichter.

User avatar
Joram
Posts: 3306
Joined: Fri Mar 21, 2014 6:19 pm

Re: Sichnicht

Postby Joram » Tue Feb 19, 2019 4:18 am

Was bedeutet es „es besser zu verstehen“?
Hat es irgendeine Wirkung auf dem Alltag?

_()_
Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

User avatar
Robertino
Posts: 37
Joined: Sat Feb 02, 2019 8:36 am

Re: Sichnicht

Postby Robertino » Tue Feb 19, 2019 8:42 am

Auswirkungen auf meinen Alltag hat es noch keinen. A 'weiß' ich es ja erst seit ein paar Stunden, außerdem bin momentan in Bangkok mit zwei indischen Mönchen unterwegs die hier eine Ayurvedaklinik aufmachen wollen, was Alltag in mehrfacher Hinsicht suspendiert. Aber zu wissen das: "Es gibt keinen Wahrnehmenden" nicht Nichtexistenz einer wahrnehmenden Instanz sondern nur deren temporäre Vagheit meint, ermöglicht ein anderes 'Schauen'. Sich nicht mehr vor die Alternative gestellt zu fühlen, eine Seite für irrer halten zu müssen, wirkt 'be-friedend'. Die Bandbreite deren, die DIE Wahrheit unter ihrer Mitmenschen verbreiten wollen ist groß und das zugehörige Angebot außerordentlich vielgestaltig.


Return to “Deutsch”

Who is online

Users browsing this forum: No registered users and 48 guests