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Robertino
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Postby Robertino » Sat Feb 02, 2019 8:40 am

Die Begleitung auf LU konzentriert sich darauf zu erkennen, dass es kein wirkliches innewohnendes Ich oder Selbst gibt - was bedeutet das für Dich?
Das kann ich noch nicht sagen. Das es kein unabhängiges Ich gibt, erscheint mir offensichtlich, aber vorstellen kann mir darunter nur wenig. Da jeder Mensch einzig ist, sier folglich etwas einmaliges haben muss, kann ich nicht sagen wo die Grenze zwischen dieser Einmaligkeit und dem "falschen" Ich verläuft.

Was führt dich zu Liberation Unleashed?
Die Empfehlung eines Freundes. Er ist nach langer Suche auf Unleashed gestoßen und hat gefunden, wonach er so dringend gesucht hat. Da wir uns seit über 20 Jahre kennen und er weiß, dass ich mich auf einer ähnlichen Suche befinde, hat er mir diese Seans Herz gelegt.

Welchen Hintergrund hast du in Bezug auf deine Suche?
Zum einen gehe ich davon aus, dass zu allen Zeiten das Wissen der Menschheit nur einen Bruchteil dessen ausmacht, was gewusst werden kann. Dazu gesellt sich die westlicher Hegemonie entspringende Negierung aller anderen, insbesondere aller spirituellen Wissenstraditionen.
Aufgewachsen bin ich in einem religionsfreien, aufgeklärten Umfeld in dem Wissenschaft als einziger Weg zu neuem Wissen angesehen wurde. Nun habe ich mich seit meiner Jugend für Philosophie interessiert und dadurch begonnen diese Weltsicht zu hinterfragen. Dazu kommt die immer weitergehende, immer offensichtlicher werdende Deformierung der "Wissenschaften" zur Herrschaftstheologie. Es geht immer weniger um eine unvoreingenommene Suche nach Wissen und immer mehr um Rechtfertigung von Herrschaft. Obwohl außer Zweifel steht, dass diese Herrschaftsstrukturen zu unermesslichem Leid und zur Zerstörung der (Um)Welt führen.
Für mich ist offensichtlich, das die Erde (und damit das Leben in ihr) nur sinnvoll als EIN (Meta)Lebewesen begriffen werden kann, weshalb der rein "naturwissenschaftliche" Denkansatz notwendig zu kurz greift (es würde an dieser Stelle zu weit führen und den Rahmen sprengen dies näher ausführen und zu begründen).
Vor diesem Hintergrund erschien alles im weitesten Sinn spirituelle als religiöser Aberglaube, bis ich begann Religion und Spiritualität von einander zu trennen. Religionen (das was heute darunter subsummiert wird) entstanden mit Herrschaft, Spiritualität ist hingegen (nach allem was bekannt ist) viel älter und kommt ausnahmslos in allen Kulturen vor.
Die Beschäftigung mit außereuropäischen Wissenstraditionen weckte mein Interesse an spirituellem Wissen und dies bringt mich hier her.

Was erwartest du von dem Gespräch in diesem Forum?
Neue, weiterführende Einsichten und Ergebnisse über die Welt und meine Position darin.
Mit hierauf folgende Frage bereitet mir Schwierigkeiten : Was meint "um jeden Preis"? Gewalt käme für mich z. B. um keinen Preis in Frage. Was meint "die Wahrheit zu finden"? Wie oben ausgeführt, wird es immer Wissen gegeben, das Menschen unbekannt ist, muss mensch um hier angenommen zu werden, erwarten hier "die Wahrheit" (Singular) zu finden? Ist eine andere Antwort als 11 zulässig?

Wie bereit bist du, deine Glaubensvorstellungen über dich in Frage zu stellen und um jeden Preis die Wahrheit zu finden?

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Joram
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Re: Sichnicht

Postby Joram » Sun Feb 03, 2019 4:03 pm

Wie oben ausgeführt, wird es immer Wissen gegeben, das Menschen unbekannt ist, muss mensch um hier angenommen zu werden, erwarten hier "die Wahrheit" (Singular) zu finden?
Hi :-)

Sorry dass es so lange gedauert hat, wir hatten Probleme mit der Technik.

Wir suchen hier den „Wissender“. Den der meint zu sehen, zu tun, zu wissen, den der sich „Ich“ nennt.

Wer oder was ist dieses „Ich“ für „dich“?
Wie wird dieses „Ich“ wahrgenommen?

:-)

_()_
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Re: Sichnicht

Postby Robertino » Mon Feb 04, 2019 8:09 am

Kein Problem, ich bin ja nicht auf der Flucht, im Gegenteil, nehme gerade fern ab der Heimat eine Auszeit.

Der 'Wissende' ist in diesem Fall, der den es nicht geben soll - ich.
Für mich ist 'ich' eine Name für etwas durch Kommunikation entstandenes. Eine nicht nur sprachlich notwendige Bezugsgröße. Statt Roberto weiß, dass er Roberto genannt wird, sage ich üblicherweise: Ich heiße.
Das Wort 'ich' bezeichnet für mich das (Lebe)Wesen das weiß, dass es existiert UND darum weiß und als einziges zur Benennung dieses Wesens (in unserem Kulturkreis) dieses Personalpronomen nutzt.
Und ich würde sagen, "ich fühle". Also das was fühlt, nenne ich 'ich'.

ps Da ich die angekündigte Mail "Wir melden uns, wenn..." nicht erhalten habe, ist es dem Zufall, oder meinem Freund (der glaubt Zufall gäbe es nicht), oder wem oder was auch immer zu danken, dass 'ich' von Deiner Antwort erfahren habe. Falls dies von technischem Interesse ist

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Re: Sichnicht

Postby Joram » Mon Feb 04, 2019 8:54 am

Ja, die Benachrichtigungsfunktion ist zurzeit auch betroffen. Mal klappts und mal nicht. Ich werde versuchen täglich zu antworten, du kannst also einfach reinschauen, oder auf dem Werkzeugschlüssel unten drücken und die obere Funktion im Fenster aktivieren.



Das Wort 'ich' bezeichnet für mich das (Lebe)Wesen das weiß, dass es existiert UND darum weiß und als einziges zur Benennung dieses Wesens (in unserem Kulturkreis) dieses Personalpronomen nutzt.
Und ich würde sagen, "ich fühle". Also das was fühlt, nenne ich 'ich'.
Gibt es „Den der fühlt“, oder gibt es als Erfahrung, nur „Fühlen“?

Untersuche:
Wenn die Fingerspitzen was berühren – ist Erleben da, oder ist auch „Erlebender“ da?
Schließe die Augen, berühre und erlebe. Was wird wirklich erlebt?

_()_
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Re: Sichnicht

Postby Robertino » Mon Feb 04, 2019 11:35 am

Wenn ich die Augen schließe und etwas berühre, spüre 'ich' das Berühte, die Finger die berühren und, insbesondere wenn ich mich darauf konzentriere, den Körper zu dem die Hände, die Finger gehören. Das Gefühlte lässt sich lokalisieren, der die das Fühlende nicht. So wenig wie sich die Augen sehen, oder das Ohr hört

Alles was sich sagen lässt, alles was 'ich' sagen kann: Dieses Spüren wird, wie auch immer, gewusst. Ist bewusst

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Re: Sichnicht

Postby Joram » Mon Feb 04, 2019 11:46 am

Achte genau:
Wird das „Berührte“ gespürt?
Was wird wirklich erlebt, wenn wir „Berührung“ sagen, wenn wir berühren?
Untersuche :-)

Ja. „Bewusst-werdung“ ist da. Es gibt also Wahrnehmung/Wahrnehmungsprozess.
Gibt es aber ein Wahrnehmender?
Wieso soll Wahrnehmung/Wahrnehmungsprozess ein „Wahrnehmender“ bedürfen?

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Re: Sichnicht

Postby Robertino » Mon Feb 04, 2019 1:38 pm

Wenn ich etwas berühre = etwas spüre, dann weil meine Haut mit etwas in Berührung gekommen ist. 'Ich' spüre vielleicht nicht was es ist, (weil ich es nicht [er] kenne), aber Berührung, berührt werden ist wahrnehmbar. Wäre da kein Körper, wäre nichts wahrzunehmen und etwas nimmt wahr. Gäbe es nichts Wahrnehmendes, wüsste nichts von irgendeiner Wahrnehmung. Irgendetwas nimmt wahr, sollte 'ich' der falsche Ausdruck, die falsche Kategorie sein...

Aber ohne irgendetwas Wahrnehmendes, nähme nichts wahr
Wahrnehmung wird bewusst, gäbe es kein wahrnehmendes Bewusstsein und sollte alle bestehenden Vorstellungen von Bewusstsein Unsinn sein, wüsste niemand von irgendeiner Wahrnehmung, ganz ohne etwas Wahrnehmendes ist nichts wahrzunehmen - soweit mit Worten etwas ausgesagt werden kann.
Am Ende ALLER Versuche Wahrnehmende aufzulösen, die nicht in einem wahrnehmungslosen Zustand enden, wird wahrgenommen und so diese Wahrnehmungen mir bewusst werden, nimmt etwas wahr. Das (für) Wahrgenommene mag, wie im Traum, Illusion gewesen sein, was immer diese Illusion "hervorgebracht" hat muss existieren, sonst hätte sier diese Illusion nicht gehabt haben können. Das gilt auch wenn die Illusion eine Illusion war at ifinitum

Lange Rede kurzer Sinn, der die das Wahrnehmende kann nicht wahrgenommen werden, jedenfalls sehe ich keine Möglichkeit dies zu vollbringen und gänzlich ohne Wahrnehmendes ist nichts wahrzunehmen. Es muss nicht ein Wahrnehmunger sein, es heißt es geht auch ohne Ich, keine Ahnung. Aber wo wahrgenommen wird nimmt etwas wahr und sei es das Universum selbst, Oder Sprache ist sinnlos.

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Re: Sichnicht

Postby Joram » Mon Feb 04, 2019 2:16 pm

Eigentlich war die Frage viel einfacher gemeint.
Was wird bei Berührung wahrgenommen?
Da wird Druck (weich/hart) und Temperatur (kalt/warm) wahrgenommen.
Oder ist da mehr als das? Ich glaube nicht…

Auch dass wahrgenommen wird, wird wahrgenommen.

Fassen wir zusammen:
1. Wahrnehmungsprozess der 5 Sinnesorgane: hören, sehen, riechen schmecken und tasten.
2. Denken und Fühlen
3. die Wahrnehmung der „Wahrnehmungsprozess der 5 Sinnesorgane“ so wie die Wahrnehmung von „Denken“ und „Fühlen“.
Das ist unsere „Erfahrungspallette“.

„Aber ohne irgendetwas Wahrnehmendes, nähme nichts wahr“ – ist dieses „irgendetwas“ ein Fluss, ein „Ding“ oder vielleicht nur eine Idee? – untersuche. Was wird erlebt, wenn man mach dem „irgendetwas“ sucht?

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Re: Sichnicht

Postby Robertino » Tue Feb 05, 2019 4:37 am

Ich oder was immer nehme wahr und, jedenfalls wenn Aufmerksamkeit darauf gerichtet ist, nehme wahr, dass wahrgenommen wird, soweit scheint Übereinstimmung zu bestehen
Die Suche nach dem "irgendwas", genauer der Versuch zu suchen, erzeugt Frust, denn das nichts zu finden sein wird ist ja, soweit ich dem folge und bei allem was trennt, geteilte Meinung.
Der die das Wahrnehmende ist durch wahrnehmen nicht dingfest zu machen, so wenig wie das Ohr durch hören. Aber die Tatsache das wahrgenommenen wird ist so offenbar, wie die das gehört wird. Wie sich allerdings hören ohne etwas Hörendes vollziehen soll, wie wahrnehmen vonstatten gehen können und wie dies wahrgenommen werden kann, wenn alles was vernehmen könnte auszuschließen ist, wenn Lebendiges als Aufnehmendes nicht in Betracht zu ziehen ist
Gesproches wird gehört, Berühtes gefühlt, wird wahrgenommen.... Finger berühren Tasten, formen Worte, bilden Sätze, wenn nicht wer, dann zumindest ein was tut es, dieses was reagiert auf Wahrgenommendes. Worte ohne Hörer bleiben unerhört. Ungelese Sätze unbeantwortet Wo reagiert wird, wurde wahrgenommen. Wenn nicht ich diese Zeichen eintippe, es vollzieht sich wahrnehmbar mittels meiner Finger. Es heißt mich gibt es nicht, aber irgendwas schreibt mit "meinen" Fingern, ok aber dann heißt es diese gibt es auch nicht

Muss ein Koan sein

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Re: Sichnicht

Postby Joram » Tue Feb 05, 2019 8:26 am

Schön, dass das Banale aus dem Weg geräumt ist:
Das wahrgenommen wird, wird wahrgenommen.

Die nächste Frage ist: Von Wem???
Die direkte Erfahrung, die direkte Untersuchung, ergibt: Da ist niemand zu finden…

Die zwar genau so einfache aber irritierende Frage, irritierend weil in unserem Denkmuster nicht vorgesehen, ist:
Findet vielleicht Wahrnehmung ohne Wahrnehmenden statt, und zwar schon immer?

Die Frage zwingt eine Untersuchung: Was macht den „Wahrnehmenden“ aus?

Ist der Wahrnehmende Der Körper? Das Denken? Die Gefühle?

Untersuche und definiere: Wer oder was ist der „Wahrnehmende“?
Anders gefragt: Was kann über den Wahrnehmenden, aus eigener Erfahrung, gesagt werden?

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Re: Sichnicht

Postby Robertino » Tue Feb 05, 2019 9:34 am

Hilft es zu bemerken, dass das (was ich Wahrnehmendes nenne) dazu führt, das überhaupt etwas gehört, gefühlt, gesehen, dass etwas wahrgenommen wird? Ohne das dieses der Ich-Illusion zu Grunde liegenden, vom diesem 'in Besitz' genommen werden kann, oder einer Kontrolle durch ein 'Ich' unterliegt?
Die "Ursache" der Tatsachen, das gehört, gefühlt, gesehen werden kann, ist sicher kein 'Jemand' und ihr, dem Tao folgend, keinen Namen zu geben, mag hilfreich und Verwirrung mildernd sein. Diese Ursache ist nicht wahrnehmbar (mir jedenfalls nicht). Daraus abzuleiten, sie existiere nicht, wo doch die Wirkungen nicht nur offensichtlich sind, sondern darüber hinaus ohne kein Leben, keine Welt wäre die wahrnehmbar ist, ist mir nicht möglich.
Sollte die Unfähigkeit, von dieser nicht beobachtbaren, lediglich denknotwendigen Ursache abzusehen, die Passage des Tores verunmöglichen, bleibt mir nur mich für die Zeitverschwendung zu entschuldigen.
Eine Welt, in der Wirkungen ohne Ursachen auftreten, was ja nicht heißt Menschen hätten Grund zu der Annahme, sie kennen die Ursachen von Wirkungen, eine Welt in der nicht nur alle Physik Illusion ist, sondern in der, daran kann kein Zweifel bestehen, der nur angenommene Zusammenhang von Ursachen und Auswirkungen, nicht besteht, nicht als bestehend angenommen wird, in eine solche Welt einzutreten, war nie meine Absicht.

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Re: Sichnicht

Postby Joram » Tue Feb 05, 2019 10:39 am

Wir können gerne den tao te king als Grundlage nehmen, ich zweifele aber, dass es was nutzen wird, denn die Grundlage des tao te kings sind die ZWEI Ebenen der „Wahrheit“/ „Realität“. Die „Relative“ und die „Absolute“ Wahrheiten.

Erkennst du die Beziehung zwischen beiden Wahrheiten/Ebenen?

Diese Beziehung erkannt bedeutet ja die Ichillusion zu durchschauen.

Wir behaupten nicht, dass es ein „Ich“ nicht gibt. Wir behaupten, dass das „Ich“ eine Illusion ist.

So wie eine Fata Morgana als Erscheinung existiert. Wasser ist am Horizont nicht zu finden. Dies zu erkennen, kann, für den Durstigen, der Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten…

In unserem Fall, die Ichillusion zu durchschauen, bedeutet einfach die Befreiung von Leiden was aus klammern an Illusionen bedeutet, :-)

Also:
Erkennst du die Beziehung zwischen beiden Wahrheiten/Ebenen? Die „Relative“ und die „Absolute“?

Oder, vereinfacht: Was macht das „Ich“ aus, aus was ist das „Ich“ „gemacht“?


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Re: Sichnicht

Postby Robertino » Tue Feb 05, 2019 11:35 am

Von Wem???

Was könnte sinnvoll über etwas Nichtwahrzunehmende ausgesagt werden? Mir fällt nicht ein, jedenfalls gibt es keine Wahrnehmung die beschrieben werden könnte. Der das Wahrnehmende ist kein Jemand.

Aber ganz ohne Wahrnehmenden kann Wahrnehmung nicht von statten gehen, etwas anwortet Dir. Diese Antwort wird durch Wahrnehmungen, oder Fürwahrnehmungen dessen dessen Finger die Tasten berühren nicht völlig unbeeinflusst sein, zumindest fühlt es sich so an.

Ansonsten sehe 'ich' mich außen Stande irgendeine Empfindung über "den Wahrnehmenden" 'meiner' Wahrnehmungen zu äußern, außer das 'ich' oder was auch immer, das zweifelfreie Gefühl habe/hat wahrzunehmen, inklusive wahrzunehmen das wahrgenommen wird, aber eine wahrnehmende Entität ist nicht wahrzunehmen. Alle Versuche etwas derartiges wahrzunehmen laufen, möglicherweise meiner Voreingenommenheit geschuldet, ins Leere.

"Was macht Wahrnehmung aus?"
Sie übt einen Einfluss aus. Es macht einen Unterschied, ob angehmene Klänge, Berührungen, Gerüche wahrgenommen werden oder unangenehme. Mensch fühlt sich anders, wenn mensch ausgeschlafen hat oder (durch Wahrnehmungen) aus dem Schlaf 'gerissen wird'. Dieser Impact beeinflusst wiederum die Wahrnehmungen des eigenen Körpers, beeinflusst Gefühle und Gedanken dessen bei derm diese Wahrnehmungen ankommen, auf dien sie (sich) (aus) wirken. Auch wenn diese Auswirkungen den Empfänger per Definition nicht zum Wahrnehmenden macht. Sei's drum.
Wahrnehmungen wirken, erzeugen unbewusste, oder, zumindest, (teil)bewusste Reaktionen. So es gelingt letztere im Entstehen zu beobachten ist ein Eingreifen möglich. Dies ist gewiss die große Ausnahme, aber ich glaube, bilde mir ein dies wahrgenommen zu haben.

"Der Wahrnehmende" ist, meiner Wahrnehmung nach, der/das Resultat von Wahrnehmung, der das auf den Wahrnehmung (sich) (aus) wirkt. Meiner Wahrnehmung nach sind (Aus)Wirkungen von Wahrnehmung erfahr-, wahrnehmbar.
Den "Wahrnehmenden" macht aus, das wahrgenommen wird und diese Wahrnehmungen Einfluss ausüben, auch, aber nicht nur, auf's Wahrnehmen. Der/das "Wahrnehmende" wird durch Wahrnehmung beeinflusst. Es gibt Menschen die schlucken Tabletten, wenn sie Schmerzen wahrnehmen, andere gehen zu Bett und wieder andere versuchen möglicherweise den Schmerz genauer zu fühlen. Durch Wahrnehmung wird beim Empfänger Rückkopplung ausgelöst, die bei bewusster Betrachtung, wahrnehmbar ist.

Wenn Wahrnehmender falsch ist, der das Beeinflusste nimmt wahr, reagiert auf Wahrgenommendes, wird durch bewusst oder unbewusst Wahrgenommenes verändert und nimmt in Folge anders wahr. Wenn der Empfang von Wahrnehmung das Empfangende nicht zum Empfangenden, nicht zum Empfänger macht (was ja nicht bedeutet das dies den Empfänger zum 'Ich' macht) , wird sprechen schwierig.

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Re: Sichnicht

Postby Joram » Tue Feb 05, 2019 1:03 pm

Ist der Wahrnehmende mehr als eine Identifikation mit dem was wahrgenommen wird?
Entsteht der Wahrnehmender nicht durch die Identifikation „mein“?

Wenn gesagt wird: „Das ist meine Tasse“ – was macht die Tasse zu „mein“?
Schließlich ist da nur Materie mit der Funktion „Flüssigkeit behalten zu können“.
Sogar das Wort „Tasse“ dient nur der Kommunikation, beschreibt den Gegenstand aber nicht wirklich: Tue ich Erde und Pflanze in der Tasse, so wird sie zu Blumentopf…

Was ist das Ding da, Tasse, oder Blumentopf?

Und wenn „Ich“ nur um mich herumschaue, ohne Identifikationen, ohne was zu wollen, nur schauend – gibt es dann „Ich“?

Untersuche :-)

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Re: Sichnicht

Postby Robertino » Tue Feb 05, 2019 4:06 pm

Wenn mensch nur herumschaut, ohne etwas zu wollen, hat sier sicher ein anderes Ich als Menschen mit Wünschen. Doch auch diese Person wird einen Namen, eine Geschichte, ein soziales Umfeld haben, etwas das andere kennen die diese Person ansprechen, mit ihr kommunizieren. Das 'Ich' einer Person ist ja nicht ihr "Privatbesitz". Wenn ich das Wort 'Ich' benutze, dann meint es immer auch das Intersubjektive Konstrukt, das andere, zu Recht oder Unrecht im 'Kopf', im Sinn haben. Schließlich entstehen Iche (nur) durch Interaktion. Jedes Ich hat einen intersubjektiven Anteil, der fortbesteht, egal was derm Einzelnen ichbezüglich widerfährt. Dem insbesondere chinesischen Angedenken-Denken nach, besteht dieses Ich (z. B. das Konfuzius) solange ein Mensch es erinnert. In hießigen Zusammenhang wird Ich etwas anderes bedeuten, so wie Wahrnehmender, aber diese Bedeutung, dieses Verständnis gibt es auch. Weiter

Auch wenn diese Person keine "aktiven" Wünsche mehr hat, wird sie "wünschen" oder welches Verb auch immer passen mag, dass sie nicht unter die Folter gerät (und, unterstelle ich dieser Person einmal, auch sonst niemand). (Jesus, sollte es ihn geben haben, der sich seinem Foltertod, wie der Mythos sagt, bewusst aussetzte, wollte damit die Menschheit oder zumindest die Juden retten. - - hatte dieser Sicht folgend ein Ich)

Den Zustand der Wunschlosigkeit erreicht mensch, sollten Personen wie Gautama representiv sein, nicht ohne Streben nach Wunschlosigkeit, zumindest diesen Wunsch muss sier einst gehabt haben.
Das wunschfreie Personen ohne subjektives Ich sind, insbesondere im hießigen Sinn, halte ich für gut möglich, nur kann ich halt nichts drüber sagen, außer das dies im Umkehrschluss hieße, wer noch Wünsche hat, ist der Ichillusion noch nicht vollständig entkommen. Das empfände ich als ausgesprochen tröstlich. Mir würde es reichen, die Wunschlosigkeit kurz vor dem Sterben zu erreichen, Wünsche zu haben, empfinde ich als sehr menschlich. Der Versuch die Ichillusion zu durchschauen ist einer meiner Wünsche.

"Mein"
Für sterbliche Wesen ist, 'mein', ist sowas wie Eigentum problematisch. Doch so wie der Mönch "seine" Reisschale, ich meine Hose, und andere ihr Auto, dort vorfinden möchte, wo sie es abgestellt haben, gibt es den Unterschied zwischen - justisch ausgedrückt - Besitz und Eigentum.
Ob die Tasse Trinkgefäß oder Pflanzschale ist, hängt einzig vom Gebrauch ab, Doch unabhängig davon, wird jede_r dier deutsch spricht mir den Tasse genannten Gegenstand reichen, wenn ich sage: Gib mir bitte die Tasse. Sprache macht vieles schwierig und manches (mehr als alles unbenennbare) unmöglich, aber ohne wüsste niemand davon, ohne gäbe es keine Iche, ohne gäbe es (im Verständnis Hannah Arendt) die Welt nicht.

Was mir so große Schwierigkeiten bereitet ist, die Sprachverwendung. Beim Wort Tasse, bei Worten für Artefakte generell, ist es vergleichsweise leicht. Bei Lebewesen wird bereits schwierig. Der Satz: Bäume gibt es nicht! ist wahr und falsch und beides zugleich möglicherweise mehr, dennoch ist der Satz :Dieser Baum muss markiert werden, eindeutig, selbst für Menschen die dessen Seele wahrnehmen. Worte deren Bedeutung vom ganzen Wissen einer Person abhängen, werden nur verstanden, wenn die Gesprächspartner die je andere Sicht des Gegenüber zumindest erahnen und dieser Sicht Wohlwollen entgegen bringen können.

"Meine Hände" dürfte fraglos sein, "meine Gedanken" ist von offensichtlich bis absolut ausgeschlossen alles und mehr

"Wenn 'Ich' - damit schwebt bereits alles - nur um mich (was ist das) herumschaue"... Ob es dann 'Ich' gibt, Ja, Nein, unbedingt, ausgeschlossen, kulturell unvermeidlich, schlicht nicht sagbar, reine Illusion, zwingend notwendige Illusion..... UND nach der Auflösung der kuturell manifestierten Illusion unausweichlich wieder anders
Wie gesagt, etwas Ich, etwas am/vom Ich ist intersubjektiv, alles "individuelle" eine chaotische Mischung aus Fakten (Name, Daten,..) Gefühlen, Emotionen, Empfindungen, Gedanken, Träumen, aufsteigend aus einem "Sumpf" un-, vor-, nichtbewuuster Prägungen, Traumata, Indoktrinationen, kultureller Ge- und Verbote...., sowie "externer" Quellen, Einfüsse, Einflüsterungen,..

Vieles davon wird sich aufdecken, aufklären, abschütteln lassen, anderes gehört zu einem wie die Hände. Was davon wann Ich genannt wird, hängt von allem möglichen ab, nicht zuletzt von den Ichen anderer. Daher macht es mich fast immer traurig, wenn ich apodiktische Sätze höre oder lese, die ja immer EINE, vorgeblich abgrenzbare Interpretation unterstellen. DIE Ichillusion, DIE Wahrheit, UM JEDEN PREIS,
Dann fragt ich mich stets, wissen diese Menschen irgendetwas über Sprache? Es klingt, als betrachteten sie die von ihnen benutzen Worte als ihr Eigentum, ihrer Interpretationshoheit untertan. Eine, ihre Deutung zulassen, jene die sie gedacht haben.

Was am Ich ist real? Ich werde versuchen dem nachzufühlen.
Ich muss jetzt packen Bis später


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