Stille, Unendlichkeit, Leere, Nichts

User avatar
Shana'Shanti
Posts: 46
Joined: Mon Aug 27, 2018 5:37 am

Stille, Unendlichkeit, Leere, Nichts

Postby Shana'Shanti » Mon Aug 27, 2018 5:42 am

Die Begleitung auf LU konzentriert sich darauf zu erkennen, dass es kein wirkliches innewohnendes Ich oder Selbst gibt - was bedeutet das für Dich?

Das bedeutet für mich, dass da niemand ist, der etwas tut. Das Leben geschieht, ohne dass ein Ich oder ein Selbst etwas tut. Weil es dieses Ich oder Selbst nicht gibt und nie gegeben hat.

Was führt dich zu Liberation Unleashed?

Die dringende Sehnsucht, Muster und Konditionierungen zu erkennen und zu durchbrechen, und aufzulösen. Und ebenso die dringende Sehnsucht, ganz klar und bleibend zu erkennen, dass es kein Ich gibt, das etwas tut, zu erkennen, dass das Leben geschieht, ohne jemanden, der das macht.

Welchen Hintergrund hast du in Bezug auf deine Suche?

Da meine Lebensbedingungen sehr erschwert waren (durch Missbrauch, verbale und emotionale Gewalt) habe ich schon vor langer Zeit begonnen mit spirituellen und therapeutischen Wegen.

Der spirituelle Weg hat mit Zen Meditation begonnen, später habe ich noch einige andere Meditationsformen gelernt und ausprobiert. Meine spirituelle Suche war stets angetrieben von einer starken Sehnsucht, von der ich lange Zeit nicht wusste, wonach. Als ich Anfang 2000 das Buch von Susanne Segal (Kollision mit der Unendlichkeit) in die Hände bekam, suchte ich ständig weiter nach Literatur von Erwachten oder über das Erwachen und so bekam meine Sehnsucht eine Richtung.

Neben dem spirituellen Weg habe ich auch verschiedene Therapien gemacht, hauptsächlich TraumaTherapien. Dazu kamen einige Ausbildungen und viele, viele Seminare.

Seit eineinhalb Jahren nehme ich Teil an den Retreats von Christian Meyer.

Was erwartest du von dem Gespräch in diesem Forum?

Nach einem Aufwachprozess (durch den ich auf einem Retreat geführt wurde) fühle ich mich verwirrt und zunehmend verzweifelt. Irgendwie weiß ich nicht mehr wo hinten und vorne ist. Mir ist klar, dass das, zumindest auch, mit meinen Vorstellungen zu tun hat, die da über das Aufwachen waren. Da war die Vorstellung, dass nach dem Aufwachen eine stete Verbindung mit der Stille und der Leere ist, mehr Frieden auch. Oder eigentlich sollte ich sagen, dass ich Stille und Leere und Frieden bin und niemand mehr da ist, der das erfährt.

Es kommen zur Zeit viele alte (längst bearbeitet geglaubte) Sachen hoch, ich fühle mich eher depressiv und ziemlich irritiert. In meinem Leben gab es schon so viel Kummer und Verzweiflung, die Sehnsucht, das nicht immer weiter zu erschaffen, ist groß. Deshalb ist mir das Erkennen und Durchbrechen von Mustern und Konditionierungen so wichtig. Und das Durchschauen, der Illusion eines Ichs.

Da würde ich sehr gern mit eurer Hilfe Klarheit reinbringen. Es geht mir darum, klar zu wissen wo ich stehe. Das weiß ich im Moment nicht mehr. Da ist ein Gefühl von Verlust, als habe ich etwas verloren. Ent-täuschung auch. Ziemlich verwirrend.

Wie bereit bist du, deine Glaubensvorstellungen über dich in Frage zu stellen und um jeden Preis die Wahrheit zu finden?

Ich sage die 9, weil ich mir nicht sicher bin, wo noch verstecktes ist, das ich nicht (oder nicht so gerne) aufgeben möchte. Von der bewussten Ebene her, bin ich auf jeden Fall bereit, Glaubensvorstellungen über mich in Frage zu stellen und ich möchte auch unbedingt die Wahrheit finden.

User avatar
Matthias
Posts: 628
Joined: Tue Apr 29, 2014 11:15 am

Re: Stille, Unendlichkeit, Leere, Nichts

Postby Matthias » Mon Aug 27, 2018 2:27 pm

Hallo,

ich habe mir diene Geschichte aufmerksam durchgelesen und möchte direkt beginnen. Hast du noch Fragen? Ansonsten lass uns einfach loslegen. Lass uns die Dinge sortieren:
Oder eigentlich sollte ich sagen, dass ich Stille und Leere und Frieden bin und niemand mehr da ist, der das erfährt.
Wie passt Obiges und Unteres zusammen?
Da ist ein Gefühl von Verlust, als habe ich etwas verloren. Ent-täuschung auch. Ziemlich verwirrend.
Wie kann Etwas, dass Leere ist, noch etwas weiter verlieren?
Wie kann Etwas, dass Leere ist, konditioniert sein?
LG Matthias

User avatar
Shana'Shanti
Posts: 46
Joined: Mon Aug 27, 2018 5:37 am

Re: Stille, Unendlichkeit, Leere, Nichts

Postby Shana'Shanti » Mon Aug 27, 2018 6:02 pm

Hallo Matthias,

verstehe ich das richtig, dass du der Guide für mich bist? Das ging ja schnell. Ich freue mich sehr, dass ich das mit dir machen darf.

"Oder eigentlich sollte ich sagen, dass ich Stille und Leere und Frieden bin und niemand mehr da ist, der das erfährt."

Das ist die Vorstellung und auch die Erwartung, die ich vom Aufgewachtsein hatte. Aber ich erlebe gerade etwas ganz anderes.

"Da ist ein Gefühl von Verlust, als habe ich etwas verloren. Ent-täuschung auch. Ziemlich verwirrend."
Dass ist das, was ich zur Zeit fühle. Und das irritiert mich so.

Etwas, das Leere ist, kann nicht noch etwas verlieren. Nicht die Leere ist konditioniert, sondern mein Organismus. Und das ist auch nach einem Aufwachen noch da. So verstehe ich das.

User avatar
Matthias
Posts: 628
Joined: Tue Apr 29, 2014 11:15 am

Re: Stille, Unendlichkeit, Leere, Nichts

Postby Matthias » Tue Aug 28, 2018 8:08 am

verstehe ich das richtig, dass du der Guide für mich bist? Das ging ja schnell. Ich freue mich sehr, dass ich das mit dir machen darf.
Ja das ist richtig :)
Das ist die Vorstellung und auch die Erwartung, die ich vom Aufgewachtsein hatte. Aber ich erlebe gerade etwas ganz anderes.
Etwas, das Leere ist, kann nicht noch etwas verlieren. Nicht die Leere ist konditioniert, sondern mein Organismus. Und das ist auch nach einem Aufwachen noch da. So verstehe ich das.
Ok - dann habe ich das verstanden.

(Zum Zitieren benutze, wenn du magst die Zitierfunktion "Quote" - Text markieren und Quote drücken oben rechts)

Kannst du nachvollziehen, warum sich das im Rückblick wieder verändert hat? Es gab also das Erlebnis des Aufwachens (für wen?) und nun wieder der Rückfall in ein persönliches Ich. Nun ist Sehnsucht da nach dem früheren Zustand nehme ich an.

Kannst du sehen wie das Wollen und die Sehnsucht sich anfühlt? Warum möchtest du "zurück" und wem bringt das etwas?
LG Matthias

User avatar
Shana'Shanti
Posts: 46
Joined: Mon Aug 27, 2018 5:37 am

Re: Stille, Unendlichkeit, Leere, Nichts

Postby Shana'Shanti » Tue Aug 28, 2018 6:02 pm


Kannst du nachvollziehen, warum sich das im Rückblick wieder verändert hat? Es gab also das Erlebnis des Aufwachens (für wen?) und nun wieder der Rückfall in ein persönliches Ich. Nun ist Sehnsucht da nach dem früheren Zustand nehme ich an.

Das Erlebnis des Aufwachens gab es für niemanden. Deshalb habe ich es auch eigentlich gar nicht erkannt als Aufwachen. Es war so normal, nichts besonderes geschah. Es war wunderbar, aber ich hätte das nicht so nennen können in dem Moment. Es war Stille, keine Gedanken, da war Nichts.
Wenn es mir der Lehrer nicht gesagt hätte, wäre ich gar nicht davon ausgegangen aufgewacht zu sein. Klingt vielleicht komisch, aber so war das Erleben. Andererseits ist es auch nicht so komisch, wenn ich ganz Stille bin, dann ist das nicht spektakulär. Es ist das Zuhause. Wieso sollte ich mich da fremd fühlen? Und es war ja keiner da, der es kommentiert hat.
Ich ging davon aus, dass ein tiefgreifender Prozess stattgefunden hat, das war spürbar, auch an der vielen Enerrgie in der Nacht danach. Aber ich habe das nicht klar als Aufwachen erkannt. Da das aber so genannt wurde vom spirit.Lehrer, habe ich das erst einmal so angenommen und versucht herauszufinden, was genau sich verändert hat.
Nein, ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich zunächst darauf geschaut habe, was sich nicht verändert hat und das war eine Menge. Beurteilungen, Muster, Konditionierungen waren noch da. Diese Sichtweise war nicht förderlich.
Dann hab ich aber doch etwas bemerkt, was anders war und danach hab ich mehr darauf geschaut, was sich verändert hat.

Also die Stille war immer da, nicht immer gleich tief, aber da. Darauf habe ich mich während des Tages auch oft ausgerichtet. Da wir seit April diesen Jahres extremen Baulärm im Haus haben, fiel mir auf, dass die Stille durch nichts gestört werden kann. Mein Organismus schon, die Nerven können nach Stunden von Bohrläm blank liegen, aber mit der Stille hat das nichts zu tun.

Es fiel mir auf, dass es mir plötzlich ziemlich egal war, was die Leute über mich denken und sagen. Das ist schon sehr speziell, da das immer bis dahin eine große Sache war, was die anderen denken und ob die mich annehmen etc..

Mir fiel auch auf, dass ich (manchmal, bei weitem nicht immer) nicht identifiziert bin mit dem , was geschieht. Die Dinge geschehen, lösen sich wieder auf und es gibt niemanden, der damit etwas zu tun hat. So zum Beispiel, wenn mir ein Missgeschick passierte oder ich irgendwelche Arbeiten verrichtete, da war niemand, der sich beschwert hat, ja, da war es einfach still.

Nachdem ich in meinem Leben fast täglich Tagebuch geschrieben habe,weil mir das ganz wichtig zur Orientierung war, hatte ich plötzlich keinerlei Bezug mehr zum Tagebuchschreiben.

Eine gewisse Vergesslichkeit fiel mir auf. Es geschieht etwas, wird wahrgenommen und verschwindet wieder. Früher konnte ich bestimmte Dinge oder Begegnungen tagelang wiederkauen. Die kamen einfach immer wieder hoch, bis ich sie verdaut hatte.

Ich habe viel gelesen nach dem Retreat, um zu erfahren, wie es anderen erging nach einem solchen Prozess, denn nach wie vor war mir nicht klar, wieso das Erleben nicht eindeutig und klar war. Mal war ich identifiziert mit dem, was geschah und mal nicht. Und so ist es immer noch. Dazu kam, dass sich viele alte, längst erledigt geglaubte Erinnerungen meldeten, ich mich plötzlich ziemlich depressiv fühlte, traurig auch. Sicher war ich auch traurig, dass ich in meinem spirituellen Umfeld keine Ansprechpartner für all die Fragen fand. Das hat mich sehr irritiert, dass ich damit so allein war. Ich hatte Mails geschrieben, auch an den Lehrer, aber keine Antworten bekommen. Das sind dann gute Vorlagen für das Ich, sich wieder in Erinnerung zu bringen und zu stärken. Ich war einfach enttäuscht.

Und dann haben sich Verlustgefühle entwickelt. Plötzlich wusste ich nicht mehr, wonach ich mich ausrichten soll. Bis zu diesem Aufwachprozess hatte ich eine klare Vision. Schon in meiner Kindheit habe ich immer gewusst, dass ich hier nicht zuhause bin. Da war immer diese Sehnsucht. Ich wusste nur nicht wonach. Darüber habe ich schon geschrieben. Dann wurde das immer klarer, dass es ums Aufwachen geht. Wieder zu erwachen in das wirkliche Zuhause, in die Unendlichkeit, ins Göttliche, dahin wo ich hin gehöre und zuhause bin. So nenne ich das für mich.
Und jetzt war da dieser Aufwachprozess und plötzlich war diese Vision weg. Und das Aufwachen hat nicht dazu geführt, dass ich mich jetzt zuhause fühle. Keine Suche mehr, kein Sucher mehr, keine Vision mehr, kein Ziel mehr und die Sehnsucht hat sich nicht erfüllt. Nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte. Möglicherweise ist das der Punkt. Meine Erwartung, meine Vorstellungen.

Mag sein, dass da auch die PTBS eine Rolle spielt. An meinem Ziel, zu erwachen, habe ich mich vielleicht festgehalten. Und jetzt ist das Ziel weggebrochen und ich weiß nicht mehr, woran ich mich halten soll. Das könnte eine Rolle spielen. In meiner Kindheit hatte ich wenig Halt und Orientierung und deshalb in meinem Leben immer sehr gesucht nach etwas, woran ich mich halten kann. Jetzt ist da nichts mehr. (Witzig, eigentlich ist das ja der gesuchte Zustand, das Nichts)

So ungefähr hat sich das Ganze ereignet. Der Prozess war im Mai . Zur Zeit ist es so, dass ich mir gar nicht sicher bin, ob die Stille noch erfahrbar ist wie am Anfang. Inzwischen habe ich auf einem Retreat Kontake bekommen zu anderen Aufgewachten und sie sagen, dass das normal sei, da man sich daran gewöhnt. Keine Ahnung, ob das so ist. Vielleicht ist das ja auch für jeden anders. Da sind auf jeden Fall viele Zweifel und Fragen, was das ganu war, was da erlebt wurde.


Kannst du sehen wie das Wollen und die Sehnsucht sich anfühlt? Warum möchtest du "zurück" und wem bringt das etwas?

Wenn ich zu dem Wollen und der Sehnsucht hinfühle, kommen mir sofort die Tränen. Das schmerzt. Aber es hat auch was hartes, ein nicht loslassen können und das fühlt sich eng an. Das ist auch ein Schmerz, aber ein anderer, eher verhärteter Schmerz.

Warum möchte ich zurück?
Ich möchte nicht mehr getrennt sein, von der, die ich wirklich bin oder dem, was ich wirklich bin. Dass ich nicht diese Konditionierungen bin , diese Muster und dieses Ich, das weiß ich einfach, das Wissen ist einfach. Und vor diesem Aufwachprozess hatte ich im Laufe der Jahre auch immer wieder mal so kleine (im Sinne von kurz anhaltend) Aufwacherlebnisse, ohne damals genau zu wissen, was geschah. Plötzlich wurde der Schleier weggezogen und alles war an seinem Platz und leuchtete manchmal auch. Oder "strahlen" ist vielleicht das bessere Wort. Da war ein Glanz über allem.
(Das habe ich bei diesem Aufwachprozess gar nicht wahrgenommen, fällt mir gerade auf.) Diese Erlebnisse haben meine Senhnsucht natürlich immer verstärkt. Und damit möchte ich wieder verbunden sein, da eintauchen, wo alles seinen Platz hat und zuhause ist.

Wem das etwas bringt weiß ich nicht. Wenn das Ich sich aufgelöst hat ist niemand mehr da, dem das etwas bringt. Aber wer weiß, vielleicht freut sich ja die Unendlichkeit, wenn wieder ein Schäfchen zurück gefunden hat ins Ganze. Das ist zumindest ein schöner Gedanke.

Lieber Matthias, das ist viel zu lesen und ich danke dir sehr dafür. Allerdings wollte ich dir auch gerne genau erzählen was geschah, dass das auch verständlich wird, warum ich mich so fühle.

Ganz liebe Grüße,
Shana'Shanti

User avatar
Matthias
Posts: 628
Joined: Tue Apr 29, 2014 11:15 am

Re: Stille, Unendlichkeit, Leere, Nichts

Postby Matthias » Wed Aug 29, 2018 2:39 pm

Lieber Matthias, das ist viel zu lesen und ich danke dir sehr dafür. Allerdings wollte ich dir auch gerne genau erzählen was geschah, dass das auch verständlich wird, warum ich mich so fühle.
Vielen lieben Dank für diesen tollen und ausführlichen Bericht, den ich gerne und aufmerksam gelesen habe.
Da wären jetzt sehr viele Anhaltspunkte für mich einzusteigen. Aber um eine gewissen Struktur und Präzision in die Unterhaltung zu bringen kommentiere ich nur wenige Textpassagen, damit wir schön fokussiert bleiben.

Ich denke du hast eine tiefe Erfahrung gehabt und das was passiert ist eine Art Trauerprozess der Körperlich Emotional noch dem Erlebten hinterherhinkt. (Wohlgemerkt, ist das mein Konzept und überhaupt nicht von Relevanz auf der Suche der Existenz des Ichs)
PTBS
Kannst du mir kurz sagen für was das steht?
Wenn ich zu dem Wollen und der Sehnsucht hinfühle, kommen mir sofort die Tränen. Das schmerzt. Aber es hat auch was hartes, ein nicht loslassen können und das fühlt sich eng an. Das ist auch ein Schmerz, aber ein anderer, eher verhärteter Schmerz.
Warum kannst du nicht vollständig alles zu- und loslassen? Was kann im schlimmsten Fall passieren, außer, dass alles wie du schon festgestellt hast, kommt und vergeht?
LG Matthias

User avatar
Shana'Shanti
Posts: 46
Joined: Mon Aug 27, 2018 5:37 am

Re: Stille, Unendlichkeit, Leere, Nichts

Postby Shana'Shanti » Wed Aug 29, 2018 4:50 pm

PTBS

Steht für posttraumatische Belastungsstörung, die entstanden ist, durch die frühen Missbrauch und Gewalterfahrungen.
Chr. Meyer nannte es mal "Fluch und Segen"

Der Segens-Aspekt ist der, dass sich im Gehirn nicht so feste Strukturen bilden können (was hilfreich sein kann zum Aufwachen)

Ein anderer Aspekt ist, dass eine Tendenz besteht, sich besonders fest an etwas festzuhalten, von dem man glaubt, dass es einen Halt darstellt (was nicht stimmen muss, man glaubt es nur).

Warum kannst du nicht vollständig alles zu- und loslassen? Was kann im schlimmsten Fall passieren, außer, dass alles wie du schon festgestellt hast, kommt und vergeht?

Ich habe deiner Frage mit geschlossenen Augen eine ganze Weile gelauscht. Und habe wahrgenommen: Es ist dunkel. Es ist still. Da ist nichts. Es gibt keinen Grund.

Wenn ich die Augen wieder öffne und hinspüre, dann spüre ich wieder diese Enge. Da steht etwas davor. Da ist vielleicht eine Identifikation mit einem Glaubenssatz oder eine Angst vor einem bestimmten Schmerz.
Dazu fällt mir folgendes ein: Nach dem Aufwachprozess, als zuhause die ersten Zweifel kamen und alte Erinnerungen hochdrängten, kamen auch Gedanken, dass die Unendlichkeit mich nicht will. Das wäre dann ja ein Glaubenssatz.

Bis ich 13 Jahre war, war ich gut verbunden mit Gott, dem Göttlichen. Ich hatte Engelwahrnehmungen und hab meinen Kummer Jesus erzählt oder der Mutter Gottes. Da kam ich her, das war meine wahre Heimat, so hat sich das angefühlt. Und diese Anbindung, diese heilige Familie war auch ganz wichtig für mein Überleben.

Da ich für meine Mutter offenbar eine große Last war in meiner Wahrnehmung, entschloß ich mich, diese Last von ihr zu nehmen und wieder zurück nach Hause zu gehen. Dahin, wo ich hergekommen bin. Ich habe einen Suizidversuch unternommen. Als ich danach auf einer Intensivstation zu mir kam und realisierte, dass ich in einem Krankenhaus bin, war das ein furchtbarer Schrecken für mich. Die da oben wollten mich also auch nicht. Da hat es einen spirituellen Bruch gegeben. Ich wusste jetzt gar nicht mehr wohin und woran ich mich halten könnte. Es gab keinen Ausweg mehr.

Zu dieser Zeit begann diese große verzehrende Sehnsucht, die aber keine Ausrichtung hatte, denn ich ging ja davon aus, dass das Göttliche mich nicht will. Drum hab ich diese Sehnsucht viele Jahre auf alles mögliche projiziert, nur um dann irgendwann zu merken, dass es das auch nicht war.
Bis das Thema Aufwachen in mein Blickfeld gerückt ist. Das hat mich sofort gepackt, da blieb ich dran wie ein Terrier. Das ging gar nicht anders. Mittlerweile habe ich Spiritualität auch schon längst als etwas viel größeres wahrgenommen, als die kleine heilige Familie meiner Kindheit. Und ich hab mich auch nicht an diesen Bruch von damals erinnert. Wohl aber kannte ich all die Jahre einen Glaubenssatz, der besagt, dass all die wichtigen Erfahrungen oder Heilungen, worum es auch gerade ging, nur für die anderen sind, nicht aber für mich. Aber eine Verbindung zu dieser Zeit mit 13 hab ich da gar nicht hergestellt.

Aber jetzt frage ich mich doch, ob von da nicht eine Angst herkommt. Zum Beispiel, dass ich fallen gelassen werde, wenn ich mich fallen lasse. Dass ich dann absolut keinen Halt mehr finde (was ja letztlich so sein wird)
Vielleicht gibt es da auch keinen Zusammenhang, ich weiß es nicht. Aber da die Erinnerung daran in der letzten Zeit so intensiv aufgetaucht ist, schreibe ich es mal auf.

Das wäre dann das was passieren könnte, dass ich durchfalle und keine Unendlichkeit, die mich aufnimmt. Oder eine Unendlichkeit, die mich wieder zurückwirft (das ist ja nicht unähnlich dem, was ich gerade jetzt erlebe, ich kann da nicht drin bleiben). Es ist mir ganz klar wie ver-rückt das klingt. Aber wenn es gespeichert ist im Unterbewusstsein und ich damit identifiziert bin, dann wirkt es.

Lieber Matthias,
ich danke dir so sehr für deine Unterstützung!
Alles Liebe,
Shana'Shanti

User avatar
Matthias
Posts: 628
Joined: Tue Apr 29, 2014 11:15 am

Re: Stille, Unendlichkeit, Leere, Nichts

Postby Matthias » Thu Aug 30, 2018 3:18 pm

Mir fällt auf dass du viel aus der Vergangenheit erzählst, das mag aus jetziger Sicht für die Verarbeitung gut sein, aber es sind Erinnerungen.
Was unterscheidet eine Erinnerung vom jetzigen Moment und woran erkennst du dass du dich erinnerst oder von der Zukunft träumst? Findet Erinnerung/Zukunft wirklich statt?

Mir fällt zum Thema Spiritualität immer Nisargadatta Maharaj ein, ich hoffe zu bist des englischen mächtig:
"The sum total of my spirituality now is nothing, even the word nothing is not there, so there is no spirituality left."



Dass ich dann absolut keinen Halt mehr finde (was ja letztlich so sein wird)
Was sollte wo halt finden? Wozu diese Notwendigkeit?
Das wäre dann das was passieren könnte, dass ich durchfalle und keine Unendlichkeit, die mich aufnimmt
.
Wie kann die Unendlichkeit, welche auch als ALLes beschrieben werden könnte, einen Teil aufnehmen, der nicht schon bereits in ihm selbst drin ist?
LG Matthias

User avatar
Shana'Shanti
Posts: 46
Joined: Mon Aug 27, 2018 5:37 am

Re: Stille, Unendlichkeit, Leere, Nichts

Postby Shana'Shanti » Thu Aug 30, 2018 6:06 pm

Mir fällt auf dass du viel aus der Vergangenheit erzählst, das mag aus jetziger Sicht für die Verarbeitung gut sein, aber es sind Erinnerungen.
Stimmt, das ist mir auch aufgefallen beim Schreiben. Ich war mir unsicher, ob das wichtig ist, um Glaubenssätze aufzudecken, die das Loslassen können verhindern.

Was unterscheidet eine Erinnerung vom jetzigen Moment und woran erkennst du dass du dich erinnerst oder von der Zukunft träumst? Findet Erinnerung/Zukunft wirklich statt?
Der jetzige Moment ist ohne Identifikation mit was auch immer. Niemand tut etwas.
Erinnerung und Zukunft finden in der Identifikation statt.
Erinnerung und Zukunft finden nicht wirklich statt. Sie sind illusionär.


Mir fällt zum Thema Spiritualität immer Nisargadatta Maharaj ein, ich hoffe zu bist des englischen mächtig:
"The sum total of my spirituality now is nothing, even the word nothing is not there, so there is no spirituality left."
Danke dafür! Mein Englisch ist nicht besonders gut, aber den Satz habe ich verstanden.


Was sollte wo Halt finden? Wozu diese Notwendigkeit?
Es gibt keine Notwendigkeit für Halt. Es gibt keinen Halt und niemanden, der sich halten müsste.

Auf der Ebene des Organismus aber, wo Glaubenssätze gespeichert sind, gibt es die Suche nach Halt und die Angst keinen Halt mehr zu finden. Deshalb versucht der Organismus auch Haltlosigkeit zu vermeiden und baut Widerstände auf. Das habe ich gemeint. Und das ist auch das, was ich erlebe.

Wie kann die Unendlichkeit, welche auch als ALLes beschrieben werden könnte, einen Teil aufnehmen, der nicht schon bereits in ihm selbst drin ist?
Es gibt keine Teile und nichts, was aufgenommen werden müsste. Niemand ist da, der aufgenommen werden kann.

Auch hier habe ich mich auf den Organismus mit seinen Ängsten und Widerständen bezogen. Ein Glaubenssatz kann durchaus besagen, dass Todesgefahr besteht, wenn man den Halt verliert.


Lieber Matthias,

ich habe noch Verständnisfragen. Ich habe das so verstanden, dass bei dieser Arbeit Glaubenssätze gefunden und hinterfragt werden. Deshalb habe ich auch in der Vergangenheit geforscht, auch weil sich mir viele alte Erinnerungen gerade so aufdrängen. (Mir wurde gesagt in Retreats, dass das völlig normal sei nach einem Aufwacherlebnis und diese Erinnerungen angeschaut und integriert werden müssen.)

Aber vielleicht ist das für unseren Prozess hier gar nicht nötig. Demnach hätte es dann genügt, aufzuschreiben, was im Lauschen erfahren wurde? Also Stille, Dunkelheit und Nichts, auch Raum und Weite. Und die klare Wahrnehmung, dass es auf dieser Ebene keinen Grund gibt und geben kann, nicht einfach loszulassen.

Auf der physischen Ebene und im Fühlen gibt es aber Widerstände, deshalb habe ich alles aufgeschrieben, was mir dazu eingefallen ist. Wenn ich das künftig weglassen kann, wird es natürlich gleich viel einfacher. Erkläre mir das bitte nochmal.
Es ist gut, da nochmal etwas mehr Klarheit zu bekommen.

Vielen lieben Dank und liebe Grüße,
Shana'Shanti

User avatar
Matthias
Posts: 628
Joined: Tue Apr 29, 2014 11:15 am

Re: Stille, Unendlichkeit, Leere, Nichts

Postby Matthias » Fri Aug 31, 2018 10:14 am

Ich habe das so verstanden, dass bei dieser Arbeit Glaubenssätze gefunden und hinterfragt werden. Deshalb habe ich auch in der Vergangenheit geforscht, auch weil sich mir viele alte Erinnerungen gerade so aufdrängen. (Mir wurde gesagt in Retreats, dass das völlig normal sei nach einem Aufwacherlebnis und diese Erinnerungen angeschaut und integriert werden müssen.)
Wenn das ich illusionär ist, wer ist dann noch da um an etwas zu glauben?
Auf der physischen Ebene und im Fühlen gibt es aber Widerstände, deshalb habe ich alles aufgeschrieben, was mir dazu eingefallen ist. Wenn ich das künftig weglassen kann, wird es natürlich gleich viel einfacher. Erkläre mir das bitte nochmal.
Es ist gut, da nochmal etwas mehr Klarheit zu bekommen.
Wen findest du, der im Widerstand ist?
Kannst du zulassen, dass das Ich in letzter Konsequenz und alles was damit zusammenhängt stirbt? Das ist der allerletzte Widerstand. Und im Gefühl drückt sich das körperlich emotional aus. Manches lässt sich eben nicht auflösen sondern es existiert ganz einfach aus sich heraus. Möchtest du denn irgendwas ändern an dem wie es jetzt ist? Warum soll das sein?
LG Matthias

User avatar
Shana'Shanti
Posts: 46
Joined: Mon Aug 27, 2018 5:37 am

Re: Stille, Unendlichkeit, Leere, Nichts

Postby Shana'Shanti » Fri Aug 31, 2018 6:04 pm

Beginne diesen Prozess nur, wenn du willens und bereit bist, ALL deine Glaubensvorstellungen und Vorannahmen infrage zu stellen.
Dieser Satz steht in eurer Einführung. Darauf hat sich meine Frage bezogen. Ich habe Glaubensvorstellungen mit Glaubenssätzen gleichgesetzt. Vielleicht ist das falsch.
Wenn das ich illusionär ist, wer ist dann noch da um an etwas zu glauben?
Keiner!
Wen findest du, der im Widerstand ist?
Niemanden.
Kannst du zulassen, dass das Ich in letzter Konsequenz und alles was damit zusammenhängt stirbt? Das ist der allerletzte Widerstand. Und im Gefühl drückt sich das körperlich emotional aus.
Zumindest ist mir das klar, dass das so ist. Inwieweit ich das zulassen kann, ich weiß es gerade nicht. Ich kann das im Moment auch nicht fühlen.

Manches lässt sich eben nicht auflösen sondern es existiert ganz einfach aus sich heraus. Möchtest du denn irgendwas ändern an dem wie es jetzt ist? Warum soll das sein?
Ich verstehe im Moment nicht, was du meinst. Was lässt sich nicht auflösen?

Und ja, ich möchte etwas ändern, ich möchte keine Trennung mehr. Wenn das Ich da ist, ist Trennung da.

Und wenn Stille ist, dann gibt es nichts zu ändern.


Lieber Matthias.
Ich fühle mich zur Zeit etwas durcheinander, das fing gestern schon an. Plötzlich hatte ich das Gefühl, nur noch Chaos im Kopf zu haben. Ausgedrückt hat sich das, indem ich plötzlich nicht mehr wusste, wie man Zeilen kopiert und wieder einfügt und Quote drückt, diese einfachen Sachen. Ich musste das dann ein paar Mal neu machen, bis es richtig war. Zweimal war zwischendurch der bereits geschriebene Text ganz weg. als ob ich einen Knoten im Kopf hätte. Das teile ich einfach mal mit, vielleicht hat es mit dem Prozess zu tun, vielleicht nicht. Ich weiß noch immer nicht so genau, was für dich wichtig ist, zu wissen und was nicht.

Liebe Grüße und danke,
Shana'Shanti

User avatar
Matthias
Posts: 628
Joined: Tue Apr 29, 2014 11:15 am

Re: Stille, Unendlichkeit, Leere, Nichts

Postby Matthias » Mon Sep 03, 2018 8:44 am

Ich fühle mich zur Zeit etwas durcheinander, das fing gestern schon an. Plötzlich hatte ich das Gefühl, nur noch Chaos im Kopf zu haben. Ausgedrückt hat sich das, indem ich plötzlich nicht mehr wusste, wie man Zeilen kopiert und wieder einfügt und Quote drückt, diese einfachen Sachen. Ich musste das dann ein paar Mal neu machen, bis es richtig war. Zweimal war zwischendurch der bereits geschriebene Text ganz weg. als ob ich einen Knoten im Kopf hätte. Das teile ich einfach mal mit, vielleicht hat es mit dem Prozess zu tun, vielleicht nicht. Ich weiß noch immer nicht so genau, was für dich wichtig ist, zu wissen und was nicht.
Ist das immer noch so? Hat sich das gelegt? Manchmal gibt es solche Zustände, die sich schnell legen können. Es darf ruhig so sein durcheinander zu sein. Bist du besorgt?
Ich verstehe im Moment nicht, was du meinst. Was lässt sich nicht auflösen?
Und ja, ich möchte etwas ändern, ich möchte keine Trennung mehr. Wenn das Ich da ist, ist Trennung da.

Das Auflösen meinte ich im Bezug auf Glaubenssätze. Die Frage war wer daran arbeiten kann, wenn niemand da ist und für wen dass dann noch wichtig wäre ;)

Gibt es also ein Wechselspiel zw. Ich ist da und ist nicht da? Kannst du das beeinflussen? Wenn ja wie sollte das möglich sein?
LG Matthias

User avatar
Shana'Shanti
Posts: 46
Joined: Mon Aug 27, 2018 5:37 am

Re: Stille, Unendlichkeit, Leere, Nichts

Postby Shana'Shanti » Mon Sep 03, 2018 11:57 am

Ist das immer noch so? Hat sich das gelegt? Manchmal gibt es solche Zustände, die sich schnell legen können. Es darf ruhig so sein durcheinander zu sein. Bist du besorgt?
Nein,es hat sich gelegt. Es hat mich interessiert, ob das mit diesem Prozess zu tun haben kann. Das war zumindest mein erster Gedanke dazu. Besorgt bin ich nicht. Ich kenne das von Prüfungssituationen. Nach vielem Lernen, kurz vor der jeweiligen Prüfung, kam immer ein Punkt, an dem ich gar nichts mehr wusste und vollkommen durcheinander war. Nachdem ich das einige Male erlebt hatte, wusste ich, dass das ein gutes Zeichen ist. Etwas in mir hat Chaos verursacht und sich dann neu sortiert. Das geschah ohne mein Zutun. Bei den Prüfungen selbst war dann das ganze Wissen da. So ähnlich hat sich das letzte Woche angefühlt. Der Zustand selber ist halt sehr unangenehm und darin ist auch Besorgnis da.

Das Auflösen meinte ich im Bezug auf Glaubenssätze. Die Frage war wer daran arbeiten kann, wenn niemand da ist und für wen dass dann noch wichtig wäre ;)
Wenn niemand da ist, dann braucht auch niemand an etwas zu arbeiten und es hat auch keinerlei Wichtigkeit. Trotzdem gibt es weiterhin den Organismus und die Persönlichkeit mit Mustern und Glaubenssätzen. Daran kann zum Beispiel therapeutisch gearbeitet werden. Wenn kein Ich da ist, muss der Organismus diese Arbeit machen. Die Psyche gehört ja zum Organismus. C. Meyer arbeitet auch psychotherapeutisch mit seinen Leuten, auch und manchmal besonders mit Aufgewachten. Ich sehe nicht, dass wenn kein Ich da ist, deshalb keine Muster und Glaubenssätze und Konditionierungen mehr da wären.
Ich habe kürzlich Band 1+2 einer Biographie von Papaji gelesen. In Band zwei wird erzählt, dass Papaji gerne und viel gegessen hat. Dadurch hatte er dann immer wieder mal 10 Kilo Übergewicht. Dann machte er eine Diät. Und alle, die mit ihm waren , mussten dann auch so spartanisch essen. Er gab nie zu, dass das eine Diät war, weil er zuvor zuviel gegessen hatte, er sagte, das sei gesund und solche Sachen. Auch so erleuchtete Menschen wie Papaji hatten noch (hie und da zumindest) Muster. Sehr menschlich.
Gibt es also ein Wechselspiel zw. Ich ist da und ist nicht da? Kannst du das beeinflussen? Wenn ja wie sollte das möglich sein?
Ja, Wechselspiel ist ein gutes Wort dafür. Mal ist da Identifikation, mal keine, dann kann alles einfach geschehen.

Manchmal kann ich es beeinflussen, indem ich ganz still werde, auch äusserlich und mich ganz nach innen ausrichte. Dann ist die Identifikation wieder weg. Aber das geht nicht immer. Wenn da etwas auftaucht, was mich stark triggert, ist sehr schnell wieder das Ich oder das Ichgefühl da und greift danach und es ist wieder Identifizierung da. Das wechselt hin und her.

Vielen Dank und liebe Grüße,
Shana'Shanti

User avatar
Matthias
Posts: 628
Joined: Tue Apr 29, 2014 11:15 am

Re: Stille, Unendlichkeit, Leere, Nichts

Postby Matthias » Tue Sep 04, 2018 8:50 am

Ich habe kürzlich Band 1+2 einer Biographie von Papaji gelesen. In Band zwei wird erzählt, dass Papaji gerne und viel gegessen hat. Dadurch hatte er dann immer wieder mal 10 Kilo Übergewicht. Dann machte er eine Diät. Und alle, die mit ihm waren , mussten dann auch so spartanisch essen. Er gab nie zu, dass das eine Diät war, weil er zuvor zuviel gegessen hatte, er sagte, das sei gesund und solche Sachen. Auch so erleuchtete Menschen wie Papaji hatten noch (hie und da zumindest) Muster. Sehr menschlich.
Es gibt auch ZEN Meister mit Alkoholproblemen :D Irgendwann wurde es dann eingesehen und der Alkohol im Tempel wurde deutlich reduziert.

Auch Osho hat sich narkotisiert mit allerhand heftigem Zeug. Ich habe mich davon verabschiedet zu glauben Meister Gurus oder sonstige Koryphäen sind Gottes Unschuld. Alles hat 2 Gesichter.

Ich denke es ist eine Art Anpassung, die stattfindet, an Gegebenheiten. Das Leben lernt. Dem Leben schädliche Verhaltensmuster werden angepasst durch Schmerz.
Wenn niemand da ist, dann braucht auch niemand an etwas zu arbeiten und es hat auch keinerlei Wichtigkeit. Trotzdem gibt es weiterhin den Organismus und die Persönlichkeit mit Mustern und Glaubenssätzen.
Es scheint eine große Rolle zu haben bei Dir. Von welchen Glaubenssätzen möchtest du dich gerne konkret verabschieden? Was würde damit "mehr" "besser" "runder" als es jetzt schon ist?
Manchmal kann ich es beeinflussen, indem ich ganz still werde, auch äusserlich und mich ganz nach innen ausrichte. Dann ist die Identifikation wieder weg.
Das klingt ziemlich paradox. Dadurch dass "DU" es beeinflusst verschwindet "DU" welches es aber beeinflusst hat ?! Kannst du ganz genau beobachten, was im Moment der Beeinflussung geschieht?
LG Matthias

User avatar
Shana'Shanti
Posts: 46
Joined: Mon Aug 27, 2018 5:37 am

Re: Stille, Unendlichkeit, Leere, Nichts

Postby Shana'Shanti » Tue Sep 04, 2018 1:06 pm

Es gibt auch ZEN Meister mit Alkoholproblemen :D Irgendwann wurde es dann eingesehen und der Alkohol im Tempel wurde deutlich reduziert.

Auch Osho hat sich narkotisiert mit allerhand heftigem Zeug. Ich habe mich davon verabschiedet zu glauben Meister Gurus oder sonstige Koryphäen sind Gottes Unschuld. Alles hat 2 Gesichter.
Genau das meine ich. Ich erlebe das so, dass mir Muster der Persönlichkeit oft im Wege stehen, ganz im Sein zu sein.

I
ch denke es ist eine Art Anpassung, die stattfindet, an Gegebenheiten. Das Leben lernt. Dem Leben schädliche Verhaltensmuster werden angepasst durch Schmerz.
Danke für diesen Satz!
Allerdings kann an Mustern auch gearbeitet werden, so dass es nicht zu einer Anpassung durch Schmerz kommen muss, oder liege ich da falsch?

Es scheint eine große Rolle zu haben bei Dir. Von welchen Glaubenssätzen möchtest du dich gerne konkret verabschieden? Was würde damit "mehr" "besser" "runder" als es jetzt schon ist?

Ja, irgendwie schon. Es ist das, was mich am meisten beschäftigt, dass mir Glaubenssätze und Konditionierungen das Leben beeinflussen und schwer machen.
Es gibt viele Glaubenssätze zu meinem Körper und meiner Gesundheit, von denen ich mich gerne verabschieden würde. Bestimmt gibt es auch Glaubenssätze, die ganz unbewusst sind, aber in das Leben hineinwirken. Da gibt es einiges. wovon ich mich gern verabschieden würde. Da arbeite ich (Organismus) auch dran.

Ich empfinde es eben jetzt nicht als "rund".

Aber ich sehe schon, dass ich wie darum kämpfe, dass es diesen Teil (Organismus, Persönlichkeit) auch gibt. Vielleicht halte ich mich da zu sehr fest dran und stehe mir damit selbst im Weg. Wie siehst du das?

Das klingt ziemlich paradox. Dadurch dass "DU" es beeinflusst verschwindet "DU" welches es aber beeinflusst hat ?! Kannst du ganz genau beobachten, was im Moment der Beeinflussung geschieht?
Was ich meinte, ist die Hinwendung nach Innen, alles stehen und liegen lassen, in einen ruhigen Raum gehen und die Ausrichtung nach innen. Es kann dann sein, dass der Körper sich ganz entspannt, dann ist Stille und dann gibt es nichts mehr zu halten und die Identifikation löst sich auf. Niemand macht das, es geschieht.
Manchmal jedoch stören so viele Gedanken so heftig, dass das nicht gelingt, dann löst sich nichts.


Danke, lieber Matthias und viele Grüße,
Shana'Shanti


Return to “Deutsch”

Who is online

Users browsing this forum: No registered users and 1 guest