Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

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Dennis
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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Dennis » Tue Oct 16, 2018 4:53 pm

Hallo Mathias,

ich habe keine weiteren Fragen.

Hast du etwas, das du mir auf den Weg geben könntest? Ich hab' es noch nicht ganz verinnerlich, aber das wird schon.
Vielleicht irgendwelche Übungen? oder Fragen, die ich mir stellen kann?

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Matthias
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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Matthias » Fri Oct 19, 2018 9:58 am

Hi :)

Gib mir doch bitte einen Anhaltspunkt aus dem tagtäglichen Leben. Was sind die Gedanken, Gefühle, Handlungen?
LG Matthias

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Dennis
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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Dennis » Sat Oct 20, 2018 5:57 pm

Ich bin süchtig nach Zucker und würde ihn gerne 1 Woche nicht essen.

Teilweise sitze ich nach einem Arbeitstag da mit dem Gedanken, dass ich keinen Zucker essen möchte.
Doch die Entscheidung wird trotzdem anderweitig getroffen.

Laut der Erfahrungen dieses Forums treffe ich weder die eine, noch die andere Entscheidung.
Warum? Weil "Ich" nicht trennbar ist.

Also kann ich nichts dagegen unternehmen gegen meine Sucht?
Es wird also etwas unternommen? Und wenn es passiert, dann passiert es. Und wenn nicht, dann nicht.
Richtig?
Also gibt es keine Schuldzuweisung und kein Leid mehr. Zumindest wird nichts gefühlt.

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Matthias
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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Matthias » Mon Oct 22, 2018 8:19 am

Laut der Erfahrungen dieses Forums treffe ich weder die eine, noch die andere Entscheidung.
Warum? Weil "Ich" nicht trennbar ist.

Also kann ich nichts dagegen unternehmen gegen meine Sucht?
Es wird also etwas unternommen? Und wenn es passiert, dann passiert es. Und wenn nicht, dann nicht.
Richtig?
Also gibt es keine Schuldzuweisung und kein Leid mehr. Zumindest wird nichts gefühlt.
Zum Verständnis, hast du jetzt diese Erkenntnis mit den Schuldzuweisungen oder ist das angelesenes Wissen?

... und mit dem Zucker aufzuhören kann sich wirklich sehr sehr schwer anfühlen... kenne das :)
LG Matthias

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Dennis
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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Dennis » Mon Oct 22, 2018 5:26 pm

Das ist nachgeprüftes Wissen.
Denn regelmäßig passiert irgendeine Scheiße, ich ärgere mich etwa 3 min und dann wird klar: "nö! Da ist kein Ich, da sind keine nervigen Schwiegereltern. Da ist zwar Ärger in mir, doch das hat auch seine Ursachen, die ich mir nicht ausgesucht habe.
Denn es hat sich alles so entwickelt und sie sind eben nur so, wie sie sind. Weil alles war, wie es war. Das separate Sie verschwindet und es ist einfach alles so, wie es ist, ganz ohne eine Entscheidung von jemandem.
Alles ist so unpersönlich und entspannt."

*haha
Jaaaa dieser böse Zucker :)

Diese 3 Minuten würde "ich" (?) gerne noch überwinden.

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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Matthias » Fri Oct 26, 2018 10:33 am

Denn regelmäßig passiert irgendeine Scheiße, ich ärgere mich etwa 3 min und dann wird klar: "nö! Da ist kein Ich, da sind keine nervigen Schwiegereltern. Da ist zwar Ärger in mir, doch das hat auch seine Ursachen, die ich mir nicht ausgesucht habe.
Denn es hat sich alles so entwickelt und sie sind eben nur so, wie sie sind. Weil alles war, wie es war. Das separate Sie verschwindet und es ist einfach alles so, wie es ist, ganz ohne eine Entscheidung von jemandem.
Also keine Ich-Identifikation mehr da? Gab es eine Switch, eine Änderung in der Wahrnehmung?

Und die 3 Minuten wirst du auch noch überstehen :)
LG Matthias

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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Dennis » Mon Oct 29, 2018 5:43 pm

Ich mache mir regelmäßig Vorwürfe über schlechte Entscheidungen,
doch dann gucke ich hin und es wird klar, dass es gar nicht anders entschieden werden konnte.
Das ist befreiend.

Also insgesamt ist mehr Entspannung in meinem Alltag.
Doch ich bin während einer unangenehmen Situation immer noch im Denken, als würde ich es entscheiden.
Damit kommt dann schnell das Leid.

Einen ganz großen Switch gab es irgendwie nicht. Eine Änderung in der Wahrnehmung: wie meinst du das?

Vielleicht befinde ich mich mittendrin in der Änderung: ich würde gerne weiter voran schreiten, aber wie mache ich das?
Bewusster die Dinge sehen, wie sie sind?

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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Matthias » Mon Nov 05, 2018 9:40 am

ich würde gerne weiter voran schreiten, aber wie mache ich das?
Bewusster die Dinge sehen, wie sie sind?
Was schreitet voran, wer ist das der weiter geht. Was verändert sich im Innen und was verändert sich im Außen tatsächlich?
Beobachte mal deine Umgebung und dann untersuche, was ich im innern ändert.
LG Matthias

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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Dennis » Thu Dec 06, 2018 3:47 pm

Die Form schreitet voran.
Die Form geht weiter. Ich identifiziere mich immer wieder mit der Form. WARUM?
Es ist mir immer noch nicht klar. Ich kann mich nicht finden, auch wenn ich noch so tief suche. Ich finde immer nur etwas, das ich nicht bin.
Was verändert sich im Innen und was verändert sich im Außen tatsächlich?
Wie meinst du das?
Beobachte mal deine Umgebung und dann untersuche, was ich im innern ändert.
Gefühle ändern sich, die Empfindung ändert sich. Je nachdem, wie es außen ist, ändert es sich innen. Mal stärker, mal schwächer. Doch auch das bin ich nicht.
...komische Übung: und sehr interessant!

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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Matthias » Fri Feb 08, 2019 10:28 am

Hi, willst du die Konversation weiterführen? Sry war länger nicht zu Pass im Forum.
LG Matthias

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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Dennis » Fri Feb 08, 2019 6:24 pm

Hallo,

ja gerne!
Habe erst vorhin an dich gedacht und daran, was ich hier alles schreiben könnte. Die Erfahrungen und und und....

Bist du wieder bereit?

Es ist sehr angenehm für mich, länger damit warm zu werden und es wieder und wieder zu prüfen. Also langfistig schreiben wäre gut!

Liebe Grüße
Dennis

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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Matthias » Mon Feb 11, 2019 10:36 am

Ok toll. Ja bin wieder bereit :)

Welche Erfahrungen möchtest du mir denn mitteilen? Bin gespannt auf Deine Ausführungen. Einfach loslegen wo der Schuh drückt.

Grüße
LG Matthias

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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Dennis » Mon Feb 11, 2019 8:09 pm

Also:

Sein.

Kommen Gedanken dazu, kommt ein "ICH bin". danach kommen die Identifikationen.
Welche Identifikationen?
Mein Leben, Meine Geschichte, Ich, Meine Gedanken, Mein Körper, Meine Handlung, meine Entscheidungen und meine Fehler.

Wird alles gestrichen, ist immer nur "Sein" da.


Das Sein ist getrennt von Entscheidungen.
Warum? Die folgende Probe sollte klarheit bringen:
Da es ja sein konnte, dass etwas entschieden, jedoch nicht festgehalten wurde, verknüpfte ich (?) eine Entscheidung vom "Sein" mit einer Aktion.
Also beim Sitzen wollte ich (?) den Zeigefinger strecken, wenn das Sein eine Entscheidung trifft.
Da er sich niemals streckte konnte erkannt werden, dass auch keine Entscheidung vom Sein getroffen wird, von der keine Erinnerung erstellt wurde. Sie wurde als logische Konsequenz aus "warum auch immer Umständen" getroffen.


Weiter formuliert ist das Sein immer da. Egal, wie schwer das Leben oder der Schmerz, wenn sich irgendwo gestoßen wird.
Das Sein ist immer da und es ist nie weniger da! ...wie befreiend.


Es fühlt sich bedrückend an, wenn da wieder Ich bin, meine Entscheidung, meine Fehler, meine Gedanken. Wie eine Spirale, die mich in den Bann zieht wird vergessen, dass ich das nicht bin.

Ich weiß, viel Text, doch jetzt zu meiner Frage:
Irgendwie wurde es immer noch nicht verinnerlicht. Es ist komisch, aber immer noch ein Prozess.
Welche Übung könnte noch erlebt werden, um tiefer zu gehen?
Einen Tag maximal bewusst erleben? Was hast du gemacht?

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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Matthias » Tue Feb 12, 2019 9:39 am

Was hast du gemacht?
Das kuriose ist: Es gibt überhaupt keine Blaupause für das was geschieht. Wenn ich es dir von mir erzählen würde, was auch nicht Sinn ist in diesem Forum, dass die Guides unterweisen, würde es keinem was bringen. Jede Geschichte ist individuell. Vielleicht schaust du eine Blume an, hörst was, beim Putzen, oder beim Schamanen. Keiner weiß es. Es gibt auch nicht wirklich eine 100%ige Technik. Wir versuchen es hier aber durch klares sehen dessen was wirklich ist oder zu sein scheint.
Das Sein ist getrennt von Entscheidungen.
Wenn Sein alles ist was es gibt - wie kann alles von allem getrennt sein?
Da es ja sein konnte, dass etwas entschieden, jedoch nicht festgehalten wurde, verknüpfte ich (?) eine Entscheidung vom "Sein" mit einer Aktion.
Also beim Sitzen wollte ich (?) den Zeigefinger strecken, wenn das Sein eine Entscheidung trifft.
Da er sich niemals streckte konnte erkannt werden, dass auch keine Entscheidung vom Sein getroffen wird, von der keine Erinnerung erstellt wurde. Sie wurde als logische Konsequenz aus "warum auch immer Umständen" getroffen.
Es wurde aber eine Entscheidung getroffen, die Hand NICHT auszustrecken, und von wem geht das aus? Die Frage ist vor allem, gibt es überhaupt eine Entscheidung? Ist eine Entscheidung notwendig, dass die Erde rotiert? Die Vögel zwitschen, die Blume blüht?
Welche Übung könnte noch erlebt werden, um tiefer zu gehen?
Leben. Was erlebst du jetzt? Das ist alles.
LG Matthias


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