Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt

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Glueckseligkeit
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Re: Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt

Postby Glueckseligkeit » Mon Mar 12, 2018 4:30 pm

Vieles kommt wohl daher, dass wir/ich denken dass wir irgendetwas machen müssen, um okay zu sein und deshalb immer versuchen an diesem jetzt bin ich ok-Punkt anzukommen und dann merken, dass iwas erreichtes zwar kurz ein schönes Gefühl gibt aber dann wieder das suchen losgeht.
Beobachte das genauer. Erzeugt tatsächlich etwas Erreichtes ein kurzes schönes Gefühl?
Wenn Du das genauer überprüfst wirst Du feststellen, dass es nicht das Erreichte ist, das ein schönes Gefühl erzeugt, sondern der Moment der "Schwerelosigkeit", keinen Wunsch zu haben. Das Erfüllte löst die Spannung und den Druck auf, die vorher bestanden haben. Die Identifikation mit einem Ziel löst sich auf, angenehme "Leere" tritt ein. Das ist Freude. Leider wird das nicht erkannt und nach kurzer Zeit treten die nächsten Wünsche und Ziele auf. Und wieder kommt die Überzeugung auf, dass die Erfüllung des Wunsches glücklich macht. ;)

Bei dem work & travel wie du es beschreibst kommen z.b sofort Gedanken wie: Aber was wenn ich krank werde oder alt bin und nicht mehr arbeiten kann? Also Angst, Wunsch nach "Sicherheit" und einem klaren Weg, der sicher funktioniert

Hahaha, genau so läuft "Verstand". Diese Programmierung hat die liebenswerte Funktion, möglichst lange das irdische Dasein Deines Körpers aufrecht zu erhalten. Nicht mehr und nicht weniger. Du kannst gar nicht wissen, was in der nächsten Sekunde passiert, schon gar nicht, was in 10, 20 oder mehr Jahren passiert. Dein Überlebensprogramm will es wissen, aber weiß aber definitiv nichts. Der Ausstieg aus Rollen und Konditionierungen muss nicht unbedingt in "work & travel" enden. Einfache Veränderungen genügen auch, um zu erkennen, wie irreal tatsächlich Gedanken und Rollen sind.
Liebe Grüße
Andreas

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McLovin
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Re: Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt

Postby McLovin » Fri Mar 16, 2018 11:58 am

Das Erfüllte löst die Spannung und den Druck auf, die vorher bestanden haben. Die Identifikation mit einem Ziel löst sich auf, angenehme "Leere" tritt ein. Das ist Freude. Leider wird das nicht erkannt und nach kurzer Zeit treten die nächsten Wünsche und Ziele auf. Und wieder kommt die Überzeugung auf, dass die Erfüllung des Wunsches glücklich macht.
Also glücklich sein (= ich würde es eher mal zufrieden nennen, weil oft glücklich mit superhappyhonigkuchenpferd gleichgesetzt wird) auch ohne Ziele?
Du kannst gar nicht wissen, was in der nächsten Sekunde passiert, schon gar nicht, was in 10, 20 oder mehr Jahren passiert. Dein Überlebensprogramm will es wissen, aber weiß aber definitiv nichts. Der Ausstieg aus Rollen und Konditionierungen muss nicht unbedingt in "work & travel" enden. Einfache Veränderungen genügen auch, um zu erkennen, wie irreal tatsächlich Gedanken und Rollen sind.
Das ist ein wichtiger Punkt und ich merke, dass es sehr schwer fällt nicht in diesen Mustern zu denken. Hinschauen hilft teilweise, allerdings ist da auch die Suche nach einem Ersatzsystem. Wie soll es dann funktionieren, was wenn ich krank werde usw?

Vor ein paar Tagen hatte ich viel Zeit bis zu einem Termin in einer Stadt und habe mich ins Einkaufszentrum auf eine Bank gesetzt und ~3 Stunden lang einfach den Laden vor mir und die Menschen darin und die vorbeilaufen beobachtet (unterbrochen von kurzem aufs Handy schauen wegen dem Termin, weil er nicht flexibel war und wir uns absprechen mussten). Bis auf die letzten 10-15 Minuten in denen Anspannung da war und ganz am Anfang war ich sehr entspannt und trotzdem aufmerksam. Ich weiß jetzt noch wie viele Dinge aussahen, wie Menschen geschaut haben usw. Ist schon sehr interessant, wie so etwas einfaches so interessant sein kann.

Warum schreibe ich das? 1. eben weil ich es schön fand und iwie teilen möchte ;) und 2. weil da ein Wunsch ist, sowas öfter zu machen, da sein, spazieren, Natur usw beobachten und vll dann auch darüber zu sprechen, allerdings eben oft auch dieses "Ich muss was leisten und erfolgreich sein usw."

Es gibt auch ein suchen nach Erlaubnis (= kindliches Verhalten), das immer wieder auftaucht und was auch mit dem streben nach (gefühlter) Sicherheit s.o. zusammenhängt.

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Glueckseligkeit
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Re: Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt

Postby Glueckseligkeit » Tue Mar 20, 2018 11:30 pm

Also glücklich sein (= ich würde es eher mal zufrieden nennen, weil oft glücklich mit superhappyhonigkuchenpferd gleichgesetzt wird) auch ohne Ziele?

Der, der darüber nachdenkt, ist die Illusion und braucht deshalb auf diese Frage keine Antwort :)

Das ist ein wichtiger Punkt und ich merke, dass es sehr schwer fällt nicht in diesen Mustern zu denken.

Das "Merken", das es sehr schwer fällt und die Muster des Denkens... sind das nicht alles nur Gedanken, die den Eindruck erwecken, als ob das Geschehen und das Denken darüber zweierlei wäre?

Hinschauen hilft teilweise, allerdings ist da auch die Suche nach einem Ersatzsystem.

Hinschauen hilft wem teilweise? Und wer sucht nach einem Ersatzsystem? Wir suchen das "Ich", das der Initiator dieser Gedanken sein soll.

Wie soll es dann funktionieren, was wenn ich krank werde usw?

Beobachte einfach, welche Visionen, Ängste,... was auch immer bei diesen Fragen auftaucht. Identifiziere Dich aber nicht damit. Schau Dir das Spiel der Gedanken und einhergehenden Gefühle einfach an - wie ein Fußballspiel. Wie fühlt sich das an?
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt

Postby McLovin » Thu Mar 22, 2018 12:07 pm

Das "Merken", das es sehr schwer fällt und die Muster des Denkens... sind das nicht alles nur Gedanken, die den Eindruck erwecken, als ob das Geschehen und das Denken darüber zweierlei wäre?
Ja :)
Hinschauen hilft wem teilweise? Und wer sucht nach einem Ersatzsystem? Wir suchen das "Ich", das der Initiator dieser Gedanken sein soll.
Ok, es gibt Gedanken, die sagen, ich möchte mich an irgendetwas festhalten, weil sonst nur Unsicherheit da ist und "ich" nicht weiß, was ich damit anstelle, "ich" hätte gerne eine 10-Schritte-Anleitung :D Und es gibt Gefühle wie Angst, die bei diesen Gedanken mit anspringen und dadurch mehr ablenken von dem was gerade ist, nämlich, dass eben ein anderes Gefühl da ist, das als nicht angenehm interpretiert wird und wenn eine Identifikation stattfindet dafür sorgt dass das "Ich" sich zurückzieht und lieber gedanklich in Vergangenheit/Zukunft/Tagträumen abhängt.

"Helfen" ist also nicht das richtige Wort, es ist eher zurückkommen ins Leben und ins jetzt.
Beobachte einfach, welche Visionen, Ängste,... was auch immer bei diesen Fragen auftaucht. Identifiziere Dich aber nicht damit. Schau Dir das Spiel der Gedanken und einhergehenden Gefühle einfach an - wie ein Fußballspiel. Wie fühlt sich das an?
Es ist interessant und nur im Kopf und hat mit Prägungen, Erinnerungen, dem Umfeld usw zu tun. Das wirklich interessante ist , dass all das blockiert oder blockieren kann und wenn zugelassen wird und gelebt wird dann ergibt sich das meiste/alles wahrscheinlich von selbst. Ich schreibe wahrscheinlich deshalb, weil da eben zweifelnde Gedanken sind die nicht einfach so loslassen wollen, bzw gestern eine Phase war in der eine sehr starke Energie da war und ich viel erledigt habe aber auch da wieder Zweifel und Ängste kommen, die sich fragen, ob das nicht nur vorgespielt ist und dass es so nicht funktioniert :D Und genau da ist es aber wieder der Moment wo eben Leben ist und es aber eine Vorstellung gibt, wie es sein sollte und die zu einem Streben weg vom Jetzt führt ohne irgendwo anzukommen, weil jetzt eben jetzt ist, so wie es gerade ist :D Und das ist oft nicht direkt bewusst im erleben sondern falls überhaupt ein Gedanke, aber das erleben davon und das sein ist anders.

Ergibt das Sinn? ^^

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Re: Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt

Postby Glueckseligkeit » Thu Mar 22, 2018 1:58 pm

"Helfen" ist also nicht das richtige Wort, es ist eher zurückkommen ins Leben und ins jetzt.

Wo bist Du sonst als im Leben/im Jetzt? Bzw. woran machst Du es fest, nicht da zu sein?

Was ist überhaupt "Jetzt"?
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt

Postby McLovin » Thu Mar 22, 2018 2:47 pm

Wo bist Du sonst als im Leben/im Jetzt? Bzw. woran machst Du es fest, nicht da zu sein?
Im Kopf beim Versuch nicht da zu sein :D Aber ja klar an sich ist immer jetzt. Das nicht da sein ist ja sogesehen auch nur eine Interpretation. Ich meine damit z.b. den Unterschied zwischen Bus fahren und die Umgebung bewusst wahrnehmen vs. Kopfhörer auf und schon in Gedanken daheim o.ä,
Was ist überhaupt "Jetzt"?
Ein Wort? Ein Gedanke, ein Konstrukt.

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Re: Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt

Postby Glueckseligkeit » Thu Mar 22, 2018 3:59 pm

Ein Wort? Ein Gedanke, ein Konstrukt.

Genau. Und möglicherweise mit einer Emotional oder einer Empfindung im Schlepptau.

Das nicht da sein ist ja sogesehen auch nur eine Interpretation. Ich meine damit z.b. den Unterschied zwischen Bus fahren und die Umgebung bewusst wahrnehmen vs. Kopfhörer auf und schon in Gedanken daheim o.ä,

Was verändert sich aber weder beim Busfahren noch beim Kopfhörer auf und schon in Gedanken Zuhause? Gibt es etwas, das gleich bleibt?
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt

Postby McLovin » Thu Mar 22, 2018 4:30 pm

Was verändert sich aber weder beim Busfahren noch beim Kopfhörer auf und schon in Gedanken Zuhause? Gibt es etwas, das gleich bleibt?
Es wird wahrgenommen.

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Re: Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt

Postby Glueckseligkeit » Thu Mar 22, 2018 4:54 pm

Wann entsteht in der Wahrnehmung der Eindruck, dass da ein Ich vorhanden ist?
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt

Postby McLovin » Thu Mar 22, 2018 6:26 pm

Wenn ein Ich-Gedanke auftaucht, der vll auch von Emotionen begleitet wird und eine Identifikation damit stattfindet.

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Re: Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt

Postby Glueckseligkeit » Thu Mar 22, 2018 6:33 pm

Erkennst Du das durch und durch ?
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt

Postby McLovin » Thu Mar 22, 2018 9:27 pm

Hm... da sind Gedanken wie "ich würde es gerne besser verstehen" die sind an eine Vorstellung gekoppelt, wie es sein sollte es durch und durch zu erkennen.

Teilweise gibt es starke Identifikationen in Verbindung mit alten Mustern, Gefühlen und Gedanken und eben diese ängstlichen Gedanken, wo soll es hingehen, wie und warum usw.

Da ist auch ein fertig sein wollen, ein dir bzw Daniel beweisen wollen, dass ich es verstanden habe. Was auch großteils wenn nicht komplett der Impuls ist "endlich anzukommen" und da kommt ein Lächeln, weil ich das ja schon längst bin und immer war. Es ist als müsste das, obwohl es eigentlich so einfach und klar ist doch erst einsinken und insgesamt verstanden werden nicht nur gedanklich gewusst. Manchmal ist da auch viel durcheinander.

Wenn es kein klares ja gibt vielleicht nicht.

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Re: Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt

Postby McLovin » Thu Mar 22, 2018 9:28 pm

Ich bin morgen bis Sonntag unterwegs und werde wahrscheinlich erst danach antworten können.

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Re: Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt

Postby Glueckseligkeit » Thu Mar 22, 2018 9:37 pm

ich bin auch morgen bis Sonntag unterwegs :)
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt

Postby McLovin » Fri Mar 30, 2018 9:30 am

Hi,

vll hast du die letzte Antwort vor der Abwesenheitsnotiz übersehen. Zu dem Zeitpunkt, als ich die Antwort geschrieben habe, war gefühlt "alles klar". Danach war dieses Gefühl weniger und es gab eine Phase von verkrampften Gedanken und sehr starker Identifizierung mit negativen Gedankenspiralen, die sich in dem Moment sehr "real" angefühlt haben und es gab eine sehr starke Identifikation.
Vll liegt es daran, dass es den Impuls gibt dieses leichte Gefühl wieder haben zu wollen und erst dann ok zu sein anstatt auch diesen Impuls einfach zu erkennen.


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