Angst komm her

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robertsein
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Angst komm her

Postby robertsein » Mon Jun 05, 2017 11:36 am

Die Begleitung auf LU konzentriert sich darauf zu erkennen, dass es kein wirkliches innewohnendes Ich oder Selbst gibt - was bedeutet das für Dich?
In der letzten Zeit habe ich in meiner Erfahrung oft festgestellt, dass da Gedanken an ein Du sind, also etwas außerhalb von mir, meist eine Person, dass ich dann zurückfalle zu mir selbst, ich sehe, dass das nur ein Gedanke von mir ist, dieses Du gibt es nicht in Wirklichkeit. Dieser Moment macht mir große Angst. Wo kein Du vielleicht kein Ich?

Was führt dich zu Liberation Unleashed?
Konkret: Das Interview auf youtube: In der Sinnlosigkeit liegt die Freiheit: Tom spricht mit Teresa Arrieta.
Die Ruhe und das behutsame und sanftmütige Schauen und Lauschen von Tom in sich selbst, bevor er antwortet, haben mich berührt. Bei mir der Gedanke: Den Sanftmütigen gehört das Himmelreich. Wenn ich Tom sehe, erkenne ich, was damit gemeint ist. Bei mir selbst finde ich oft einen gewalttätigen inneren Dialog, der mit Manipulation und Druck arbeitet, also das Gegenteil davon. Da sind aber auch Momente in der letzten Zeit, wo ich sehe, dass mir das nur so vor kommt, dass da die ganze Zeit auch Liebe ist. Echt seltsam.

Welchen Hintergrund hast du in Bezug auf deine Suche?
Meine Suche begann bereits als Kind. Sobald ich lesen konnte, war ich unterwegs. In anderen Welten, in einem anderen Leben. Mein eigenes Leben empfand ich oft als traurig bis hin zu Depressionen. Ich fühlte mich Ausserirdischen mit Tentakeln näher als meinen Eltern. Als Jugendlicher bis Abitur spirituelle Lektüre a la Rudolf Steiner und Co. Dann kam die Flucht in den Alkohol bis zum Zusammenbruch. Therapie. Abstinenz. Dann eine Zeit der Selbsterfahrungs- und Selbstverbesserungsprogramme. Osho, Encounter, Mens Liberation, dann Hypnose, NLP, Gedankenüberprüfung mit The Work, auch Ausbildungen, also wirklich intensiv und auch zigtausend Euro investiert. Zwischendurch immer wieder auch Phasen des Rückzugs und Nicht-Selbstverbesserns. Die Geschichte, die ich mir im Moment dazu erzähle ist furchtbar: Ich komme immer bis zu einem gewissen Punkt, dann kommt Angst und dann suche ich mir wieder etwas Neues. Ich halte nicht durch. Ich suche nach einem einfachen Weg. Ich falle immer wieder auf neue Versprechen rein. Ich sehe, dass dieses Spiel endlos weitergehen kann. Ich bin müde und wütend, mir immer wieder selbst diese ewig gleichen und im Grunde langweiligen Geschichten zu erzählen und mich dabei in Angst und Schrecken zu versetzen.

Was erwartest du von dem Gespräch in diesem Forum?
Ehrlich, ich verspreche mir etwas davon. Dass mein Leiden aufhört. Dass ich keine Angst mehr habe. Dass ich glücklich bin. Eine endlose Liste. Kurz, dass alles gut wird. Da ist aber noch etwas anderes. Da ist eine aufrichtige Bereitschaft, wirklich die Wahrheit herausfinden zu wollen. Was immer es bedeuten mag. Und wenn ich dabei draufgehe.
An das Gespräch selbst habe ich keine Erwartung, zumindest kann ich im Moment keine finden. Ich bin aufgeregt wie ein junger Hund, hechelnd, aufmerksam und warte, dass mir jemand den Ball zuwirft, damit ich mit ihm spielen kann.

Wie bereit bist du, deine Glaubensvorstellungen über dich in Frage zu stellen und um jeden Preis die Wahrheit zu finden? 10

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Re: Angst komm her

Postby robertsein » Tue Jun 06, 2017 10:44 am

Auch wenn ich noch keinen Guide habe, so hat mein Prozess schon angefangen. Beim Stöbern in den anderen Threads wird jemand aufgefordert, seine Reaktionen auf den folgenden Text wahrzunehmen:
Es gibt kein Ich, und es hat nie eins gegeben.
Das Ich ist eine Illusion, eine Täuschung, ein unbeweisbarer Glaube.
Es gibt nur Prozesse, die passieren, aber niemandem gehören.
Da ist niemand, der über irgendetwas eine Kontrolle hat, nur Leben, das sich entfaltet.
Du existierst nicht.
Das kam bei mir dazu:
Da ist Traurigkeit, Enttäuschung, die ich aber nicht haben will und erst mal eine rauchen gehe …
Gedanken: dann war also alles umsonst? Keine belohnung? nichts erworben? Keine Medaille für meine Bemühungen? Nichts erreicht deswegen? Nichts verdient dadurch, dass ich mitgespielt habe und mich so verbogen habe und so angestrengt versucht habe, ein guter mensch zu sein? Die gedanken nehmen jetzt fahrt auf beim schreiben, es kommt wut.
Dafür, dass ich mir den Arsch für euch aufgerissen habe? Das ich gelogen habe. Dass ich mich zurückgehalten habe. Kein dank? Keine liebe? Enttäuschung.

Hier jetzt ein Bruch, der mich aus dem Fühlen nimmt. Nein, Resignation ist da.
Gedanken: An dem Punkt war ich doch schon mal.
Vergangenheit. Bedauern, Enttäuschung
Gedanken. Ich könnte da schon längst durch sein. Ich könnte da schon längst weiter sein. Ich habe wieder Zeit verloren.
Wieder Enttäuschung über mich selbst, Vorwürfe: Du hast es dir zu einfach gemacht, du bist wieder den leichten Weg gegangen, du bist feige, so wird das nichts.

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Re: Angst komm her

Postby Glueckseligkeit » Tue Jun 06, 2017 12:29 pm

Lieber "Robertsein",

darf ich Dich mit Robert anreden? Ich heiße Andreas und wenn Du damit einverstanden bist, würde ich das Guiden übernehmen.

Schön dass Du schon eingestiegen bist, in dem Du geschaut hast, wie der Text in dem Thread auf Dich wirkt.

Also lass uns einfach loslegen. Noch eine sehr wichtige Anmerkung: Damit Du Dich ausschließlich auf das Wahrnehmen konzentrieren kannst, stell Dir einfach vor, dass ich "niemand" bin. D. h. es ist niemand da, dem Du etwas beweisen musst, dem Du etwas "Recht machen" sollst und wir sind nicht in einer Schule, in der richtige oder weise Antworten erwartet werden.

Lass deshalb auch Erinnerungen an Gelesenes weg. Wir suchen nicht nach schlauen Aussagen und auch nicht nach Plagiaten. Wir suchen nach dem Original, nach Dir.

Wieder Enttäuschung über mich selbst, Vorwürfe: Du hast es dir zu einfach gemacht, du bist wieder den leichten Weg gegangen, du bist feige, so wird das nichts.

Es darf also nicht einfach sein? Warum nicht?
Wieviele Bücher musst Du noch lesen und wann ist genug dran gearbeitet worden, damit Du es verdient hast, etwas zu erreichen? 1 Million Bücher und 1 Million Stunden Arbeit? Dahinter steckt ein Anspruch, der Dich im Hamsterrad gefangen hält.

Lass uns deshalb nach diesem "Ich" suchen, das im Hamsterrad gefangen ist. Und nach dem "Ich", das die Ansprüche hat. Und nach dem "Ich", das dem anderen "Ich" mit den hohen Ansprüchen entfliehen will. Und nach dem "Ich", das sich kaum selbst ertragen kann.

Schaue Dich um. Da, wo Du gerade bist. Nimm einfach Deinen Körper, die Gegenstände wahr. Wie ist die Wahrnehmung?

Jetzt nimm den Raum zwischen der Wahrnehmung und Deinem Körper und zwischen der Wahrnehmung und den Gegenständen wahr. Starre nicht auf den Raum. Nimm ihn einfach wahr. Wie ist die Wahrnehmung?

Bin gespannt auf Deine Antworten.

LG Andreas
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Angst komm her

Postby robertsein » Wed Jun 07, 2017 12:19 pm

Lieber Andreas, Robert ist ok.
Danke, dass du mich begleiten wirst.
Schaue Dich um. Da, wo Du gerade bist. Nimm einfach Deinen Körper, die Gegenstände wahr. Wie ist die Wahrnehmung?
Ich sitze am PC. Ich spüre den Stuhl an meinem Gesäß und die Lehne am Rücken. Ich höre einen Vogel zwitschern. Ich höre das leicht schmatzende Geräusch der Tasten. Am Finger den Druck der Tasten. Ich sehe den Bildschirm, Farben, das Tor, ein angenehmes Gefühl, Frieden, da ist blau, strahlen, licht, da sind millionen sachen, die ich wahrnehmen kann, wenn ich mich darauf konzentriere, Zeichen, Symbole. Sehr friedlich. Ich weiß nicht, wie ich das mache. Diese Dinge sind wohl die ganze Zeit da, erscheinen aber für mich erst, wenn ich einen Gedanken dazu habe oder ein Wort.
Jetzt nimm den Raum zwischen der Wahrnehmung und Deinem Körper und zwischen der Wahrnehmung und den Gegenständen wahr. Starre nicht auf den Raum. Nimm ihn einfach wahr. Wie ist die Wahrnehmung?
mein körper, mein hintern taucht erst in meiner wahrnehmung auf und verschwindet wieder, wenn ich meine wahrnehmung auf etwas anderes richte. es gibt dinge, die ich bewusst tue, gerade spiele ich mit meinem finger, es kommt mir dann so vor, als könnte ich ihn bewusst steuern, auf und ab, anderes geschieht unbewusst, die finger tippen von selbst, ich sehe, dass das ein gedanke ist, vergangenheit. im raum zwischen meiner wahrnehmung und meinem körper ist energie, ein flirren, ich warte auf den nächsten gedanken, den nächsten impuls zu schreiben und dann passiert es einfach, ich glaube, ich verstehe nicht ganz, was mit raum zwischen wahrnehmung und körper gemeint ist, dieser gedanke hat mich jetzt aus der wahrnehmung gebracht
und zwischen der Wahrnehmung und den Gegenständen wahr. Starre nicht auf den Raum. Nimm ihn einfach wahr. Wie ist die Wahrnehmung?
ich kann die dinge erst wahrnehmen, wenn ich sie benenne, dann sind sie getrennt von mir, getrennt voneinander, "brennprogramm, Frau, Schriftzeichen" es ist sehr schwer, zu schauen ohne zu benennen, auch Geräusche werden etikettiert "Bauarbeiter, Vogel, Rumpeln".
Ich schick das jetzt mal weg, bin gespannt, was zurückkommt.

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Re: Angst komm her

Postby Glueckseligkeit » Wed Jun 07, 2017 2:46 pm

Hallo Robert,
da sind millionen sachen, die ich wahrnehmen kann, wenn ich mich darauf konzentriere,
Braucht Wahrnehmung Konzentration? Wo ist ein "Ich", das sich konzentriert?

ich glaube, ich verstehe nicht ganz, was mit raum zwischen wahrnehmung und körper gemeint ist, dieser gedanke hat mich jetzt aus der wahrnehmung gebracht
Wo ging die Wahrnehmung hin? Wo war sie vorher?
Raum: Das "Leere" zwischen der Wahrnehmung und Gegenständen.

LG
Andreas
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Angst komm her

Postby robertsein » Thu Jun 08, 2017 3:35 pm

Ich bin noch da (hahaha)
Braucht Wahrnehmung Konzentration? Wo ist ein "Ich", das sich konzentriert?
Ich bemerke, dass die reine Wahrnehmung selbst mühelos ist. Ich bemerke eine Anstrengung, auf Deine Fragen zu antworten, ich suche Antworten im Denken und nicht in der Realität, ich habe ein Bild von Dir im Kopf, ich will die Fragen richtig beantworten, ich will weiterkommen. Ich bemerke, dass ich deine Frage nicht beantworte, sondern eine Geschichte erzähle. Enttäuschung. Resignation. Ich lenke mich ab, stehe auf, rauche, spüle ab, in der Hoffnung, später eine bessere Antwort, die richtige Antwort Dir geben zu können. Frustration, Angst. Das bekannte Spiel.
Anstrengung ist da , die permanent im Hintergrund läuft. Ein permanantes Suchen, wie ich dem momentanen unguten, angespannten Gefühl entkommen kann (und ein permanentes Nicht-Finden), Ablenken hilft kurz.
Die reine Wahrnehmung braucht keine Konzentration. Sie passiert einfach. Trotzdem scheint da was dazwischen zu sein. Das scheint mein Ich zu sein, etwas das ich nur zu gut kenne, auch wenn ich es gleichzeitig nicht will. Ich bin beides. Kommt mir so vor.
Wo ging die Wahrnehmung hin? Wo war sie vorher?
die wahrnehmung war nicht da, stimmt nicht, sie war da, wurde aber unterdrückt (leichtes angstgefühl, weil ich nicht wusste, wie ich die frage beantworten soll, ich war in gedanken mit der frage und der suche nach einer antwort im verstand, dann geht die wahrnehmung zur angst, da sie stärker wird. die wahrnehmung ist immer da, wird aber nicht immer "gehört". die wahrnehmung ist immer da, wird aber erst gehört, wenn sie ein bestimmte intensität hat.

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Re: Angst komm her

Postby Glueckseligkeit » Thu Jun 08, 2017 5:07 pm

Hallo Robert,

ich will die Fragen richtig beantworten, ich will weiterkommen.
Wie würde es sich anfühlen, wenn es gar keinen Grund gäbe, weiterkommen zu wollen, weil Du schon immer am Ziel warst, bzw. Du und das Ziel ein- und dasselbe wären?

Du merkst es, dass ständig Gedanken kommen und gehen. Wie Passanten in einer Fußgängerzone​. Du kannst Dich mit jedem Passanten beschäftigen. Jetzt suchst Du Dir vielleicht gerade diejenigen Passanten heraus, die grimmig oder fordernd zu Dir herüber schauen. Du musst ihr Blick nicht erwidern. Außerdem sehen sie Dich nicht, weil sie selbst in Gedanken verloren sind.

Fühle Dich frei, wahrzunehmen und zu berichten, was Dir auffällt, auch wenn es Gedanken sind. Wir finden den weglosen Weg ... ;)

LG
Andreas
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Angst komm her

Postby robertsein » Thu Jun 08, 2017 8:41 pm

Wie würde es sich anfühlen, wenn es gar keinen Grund gäbe, weiterkommen zu wollen, weil Du schon immer am Ziel warst, bzw. Du und das Ziel ein- und dasselbe wären?
es wäre ein total entspanntes sein. nein stimmt nicht. vorhin bei meiner "meditation" habe ich gemerkt, dass mein körper zusammenzuckt, wenn er ein lautes geräusch hört, es wäre ein sein im hier und jetzt mit einer grossen akzeptanz für das, was ist ohne widerstand und ohne diese anspannung, weil etwas zu erreichen ist. gefühle, alle, auch negative wie angst, wut und verzweiflung wären willkommen, freundlich angenommen, weil sie eben jetzt da sein, kein drama, keine geschichte. es wäre ein sehr liebevolles, stilles sein und ich fühle jetzt dankbarkeit und liebe und lebendigkeit. und es sogar noch mehr. sogar meine neigung, mich abzulenken, wäre total ok und die "flucht" wäre total ok, weil es einfach nur gesehn wird in dieser grossen akzeptanz. und mitgefühl da ist für den, der da glaubt flüchten zu müssen.
Vorhin bei der Meditation mit der Frage "Wer bin ich, wo kann ich mich wirklich finden?", tauchten gedanken auf wie ich bin mein körper -> nein, ist nur eine vorstellung, ich erfahre meinen Körper körperlich, mit den sinnen. Dann der Gedanke: Ich bin einzigartig, keiner ist wie ich, keiner schaut so wie ich, keiner macht diesselben erfahrungen wie ich. das bin ich. -> hmh. nein. ich weiss, ich habe erlebt, dass andere menschen diesselben gedanken haben, dieselben gefühle, sogar im selben moment. es fühlt sich gut an, verbundenheit, wenn ich das so sehe. umgekehrt, etwas besonderes sein zu müssen sehr anstrengend. ich mache experimente mit dem freien willen. ich stehe auf und setze mich wieder, um zu sehen, wann ich die entscheidung treffe. irgendwann passiert es einfach, aber ich bilde mir ein, dass ich für dieses spiel verantwortlich bin, also ich der schöpfer und verursacher. allerdings und das fällt mir gerade auf, kann ich nicht sehen, dass ich dafür verantwortlich war, als der gedanke diese spiel spielen zu wollen auftauchte. scheisse.
gedanke: es ist sehr schön, dass du mich hier führst. ich spüre dankbarkeit. dass ich diese untersuchung jetzt machen darf. dass das leben mich dahin geführt hat.
gedanke (ich habe einen kleinen enkel, ein paar wochen alt): ich stelle mir vor, wie ich ihn frage: wie siehst du die Welt? was nimmst du wahr? wie nimmst du wahr? unschuldig. ja, was ist unschuldig? wie zeigt sich unschuld? er ist unberechenbar, er ist authentisch, er tut alles wie er will und wann er will. er ist nicht zu kontrollieren und er ist auch nicht zu manipulieren. und er reagiert auf liebe mit entspanntheit und auf stress mit anspannung. wenn er hunger hat schreit er. wenn er schmerzen hat, schreit er. wenn er lust hat, strampelt er. und manchmal schaut er nur still vor sich. und hat spass mit sich selbst und seinen ärmchen und beinchen. ich kann sehen, dass ich im grunde genauso bin, mein körper genau dasselbe tut, reagieren auf das was um mich geschieht und meine blödeleien mir selber anscheinend am meisten spaß machen, ich grantig werde, wenn ich hunger habe und manchmal auch einfach nur schaue.
hier jetzt, bin ich glücklich und zufrieden. ich schreibe ganz unschuldig auf, was mir durch den kopf geht.

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Re: Angst komm her

Postby Glueckseligkeit » Fri Jun 09, 2017 12:17 am

Danke für Deinen ausführlichen Bericht, Robert.

Ich sehe wie Du etwas zu erkennen versuchst. Bspw. in der Spontaneität Deines Enkels. Wenn Du zwischen Dir und Deinem Enkel vergleichst: Was unterscheidet Euch und warum kannst Du nicht so spontan sein wie er? Oder bist Du es vielleicht sogar?
...tauchten gedanken auf wie ich bin mein körper -> nein, ist nur eine vorstellung, ich erfahre meinen Körper körperlich, mit den sinnen.

Schau Dir das Geschriebene genau an. Welche Instanz in Dir sagt: "Ich bin der Körper" und welche sagt: "nein, ist nur eine Vorstellung"?

Sind da zwei unterschiedliche Beobachter oder "Ichs"?

ich stehe auf und setze mich wieder, um zu sehen, wann ich die entscheidung treffe.

Für wen versuchst Du es herauszufinden, wer die Entscheidung für das Handeln tatsächlich trifft? Denke an Deinen Enkel... Wäre es ihm wichtig zu wissen, ob er der Entscheider ist?

Das alles sind Gedanken. Alles! Auch meine Aussagen sind nur Gedanken. Lass uns alles betrachten, was kein Gedanke ist. Was bleibt übrig?

LG Andreas
Liebe Grüße
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Re: Angst komm her

Postby robertsein » Fri Jun 09, 2017 12:22 pm

Wenn Du zwischen Dir und Deinem Enkel vergleichst: Was unterscheidet Euch und warum kannst Du nicht so spontan sein wie er? Oder bist Du es vielleicht sogar?
in mir dämmert die erkenntnis, dass etwas spontan ist bei mir, genau wie bei ihm. es kommt mir nur nicht so vor.
gedanken. ich bin nicht spontan. ich bin gehemmt. ich verfolge immer ein ziel. ich bin nicht authentisch. beweise dafür kann ich finden. da bin ich nicht ehrlich gewesen. da habe ich nichts gesagt. da habe ich mich zurückgezogen. ich kann aber auch beweise finden für das gegenteil: hier bin ich laut geworden. hier habe ich direkt reagiert und gesagt, was ich denke usw.
unterschied zwischen uns: mich beschäftigen dinge lange zeit und tauchen immer wieder als gedanken und gefühle und bilder auf, ihn anscheinend nicht.
Schau Dir das Geschriebene genau an. Welche Instanz in Dir sagt: "Ich bin der Körper" und welche sagt: "nein, ist nur eine Vorstellung"?
ich sehe folgendes: "ich bin mein körper" ist ein gedanke, "nein das stimmt nicht" ist auch ein gedanke. "was stimmt denn nun?" ist ein gedanke. "nein, ist nur eine vorstellung" ist ebenfalls ein gedanke. sie scheinen sich zu widersprechen, deshalb können nicht beide wahr sein. auf einer existentiellen ebene sind sie aber alle wahr, einfach indem sie als gedanken auftauchen.
Sind da zwei unterschiedliche Beobachter oder "Ichs"?
Nein. es kommt mir so vor, als würde "ich" die richtige antwort suchen, also meine reaktion scheint anders zu sein, ein gedanke scheint für mich wahrer zu sein -> entspannung, ein anderer nicht zu stimmen -> anspannung, also letztlich gefühle und körperreaktionen.
Lass uns alles betrachten, was kein Gedanke ist. Was bleibt übrig?
Gefühle sind da, Körperempfindungen. Bewusstsein, etwas in dem das alles erscheint unhd wahrgenommen wird, da bin ich mir jetzt aber auch nicht mehr sicher, ob das nicht nur ein konzept, sprich vorstellung und gedanke ist.
mein bewusstsein. hmh. was kann ich noch finden? den kommentator, der alles was ich tue beobachtet und kommentiert: förderlich. nicht förderlich. letztlich auch eine abfolge von gedanken.
was kein gedanke ist? wenn ich diese frage in meinem bewusstsein halte, stelle ich fest, dass tatsächlich alles gedanken sind.
ein gedanke nach dem anderen.
ich bemerke, dass ich bedingungen an meine überprüfung stelle: ich muss erst meditieren, bevor ich antworte. ich muss erst tiefer gehen, bevor ich schreibe. ich muss mich auf deine fragen einlassen. ich darf nicht oberflächlich und nur aus dem verstand antworten. also wieder nur gedanken.
ich kehre wieder zur überprüfung zurück: ausser gedanken und gefühlen scheint da tatsächlich nichts zu sein.
und doch bin "ich" noch da. wieder ein gedanke. so wie es ist, kann es das doch noch nicht sein. beim durchschreiten des tores muss doch etwas besonderes passieren.

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Re: Angst komm her

Postby Glueckseligkeit » Fri Jun 09, 2017 1:34 pm

beim durchschreiten des tores muss doch etwas besonderes passieren.

Das Tor ist torlos.

Du bist dem Erkennen sehr nah.

Setze Dich hin, schaue Dich um. Beobachte die Wahrnehmung. Wann ist sie in der realen Welt, wann in Gedanken? Dann bei Emotionen, wieder Gedanken? Sobald Du im Raum präsent bist, labern wieder Gedanken los. Aber wo sind sie? Sei Mal gnadenlos realistisch und akzeptiere für einen Moment nur das, was mit den Sinnen erfahrbar ist. Stell Dir vor, alle Gedanken gehören nicht zu Dir. Alle! Dazu zählen auch Wünsche, freudiges Gelaber,...

Auch den Gedanken "ich" als Zeichen der Identifikation mit Gedanken, Gefühlen, Körper und sonstigem Besitz betrachte einen Moment lang Mal als jemanden außerhalb von Dir. Das wars an Gedanken. Jetzt sei still, sei Raum, sei mühelos einfach nur präsent. Und denke nicht darüber nach. Du musst mir auch nichts berichten. Der Moment ist DEINER!!!!

----

Jede Prognose wie es nach dem torlosen Tor sein könnte sind Gedanken. Interessiert Dich die Bestätigung von Gedanken oder einfach Mal mühelos "zu sein"?

Was ist real? Bspw. Gegenstände? Oder Gedanken darüber?
Liebe Grüße
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Re: Angst komm her

Postby robertsein » Sat Jun 10, 2017 5:39 am

Wenn ich alles weglasse, was bleibt?

alles entpuppt sich als gedanken, gefühle
da ist ein "erwachen" in die bewusste wahrnehmung und ein "träumen" in gedanken
klänge, spüren, riechen, farben, formen sehen bleibt
jeder augenblick ist absolut neu, in diesem moment gibt es auch keine geschichte und keine zukunft
absoluter reset

besser kann ich es jetzt im moment nicht ausdrücken.

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Re: Angst komm her

Postby Glueckseligkeit » Sat Jun 10, 2017 11:56 am

jeder augenblick ist absolut neu, in diesem moment gibt es auch keine geschichte und keine zukunft
absoluter reset

Ganz genau.

Das ist Dein NORMALES Sein.
Das ist Mühelosigkeit.

Fehlt etwas? Ist etwas zuviel?

Gibt es ein "ich"?
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Angst komm her

Postby robertsein » Sat Jun 10, 2017 5:27 pm

Gedanken kommen und gehen, präsenz ist wie eine leere Leinwand, auf der immer wieder etwas erscheint.
"die erfahrung muss sich noch vertiefen"
"das ist ein prozess, der dauert"
--> gedanken, die sich in der immer wieder neuen präsenz nicht halten können
es wird alles permanent zerstört, gnadenlos vernichtet
das licht ist immer an
Fehlt etwas? Ist etwas zuviel?

Gibt es ein "ich"?
es fehlt nichts, dass etwas fehlen könnte nur ein gedanke
ein "ich" kann "ich" in der präsenz nicht finden, es kommt mit gedanken und verschwindet mit gedanken

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Re: Angst komm her

Postby Glueckseligkeit » Sat Jun 10, 2017 7:45 pm

es fehlt nichts, dass etwas fehlen könnte nur ein gedanke
ein "ich" kann "ich" in der präsenz nicht finden, es kommt mit gedanken und verschwindet mit gedanken

Schön geschrieben. Das "ich" ist also nur ein Gedanke wie jeder andere?


Wie ist das Gefühl? Welches Empfinden ist da?
Liebe Grüße
Andreas


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