Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

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Joram
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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby Joram » Thu Dec 18, 2014 8:16 am

Zu „Verschmelzen“, „Hingabe“ und „Ichillusion“:
Wenn Du „in Dir gehst“ und nur spürst. Spürst den Druck beim Sitzen, die Berührung an den Fingerspitzen, die Nebengeräusche, Gerüche, die abschweifenden Gedanken – wo ist da ein „Ich“ zu finden?
Es braucht dafür kein "ich". Wenn mal eins auftaucht, ist es ein Denken.etwas mit Beurteilen.mit Wert-zumessen.
Was ist das was „mal auftaucht“, dieses “Denken“, „Beurteilendes“ usw., wenn Du es nicht benennst, sondern nach „seine“ Qualitäten schaust? Was für Qualitäten/Eigenschaften hat „es“?
Manchmal "schweben" auch Gefühlshintergründe ohne spezifischen Inhalt auf. … … Es gibt da den Eindruck, den ich habe und auch schon mal hier schilderte , dass Ich-Identifikation auch an Gefühlen kleben kann, nicht nur an Gedanken oder Assoziationsketten. Gefühle die eher wie die Stimmung einer kaum wahrgenommenen Hintergrundmusik eines Filmes sind.
Es ist nicht einfach, kannst Du aber die Quellen der Gefühlshintergründe erkennen?
Wenn so ein "ich"-bares Fragment(Fragment hört sich nach "Ding" an, ist aber nicht so gemeint) nur auftaucht und wieder abtaucht ist vorher und nachher nichts da mit "ich"-Anspruch
Wie entsteht dieses „Auftauchendes und wieder Abtauchendes“? Kannst Du den Ablauf erkennen/„sehen“?
Der Wahrnehmungsprozess findet unabhängig von einem "ich" statt.
Das Richten der Aufmerksamkeit braucht keine "ich". Der Wahrnehmungsprozess fühlt sich wie ein neutrales Dasein an.
Ja, so ist es. „neutrales Dasein“. Schön :-)
Es wirkt entpannend. Es gibt Raum, allein schon der Raum, dass man ihn der Untersuchung zur Verfügung stellt. Der Körper hat, wenn die Aufmerksamkeit nach dem gezielten Schauen in seinem Gewahrsein ruht und das allgemeine Körpergefühl einfach da sein darf, keine bestimmte Grenze sondern einen gefühlten Umraum. Ja, es ist auch so eine Art in-Frieden-sein da. Das fällt mir jetzt das erste mal auf.
:-)


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meister bilbo
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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby meister bilbo » Wed Dec 24, 2014 12:40 am

Hallo Joram, leider waren die "Einsichten"von meinem letzten post so eine Art relative "highlights", die nun nicht mehr so klar in der Erfahrung aufschienen. Es gelang nicht oder nur annähernd, genau von da an weiterzumachen.

Aktuell, im Weitergehen von Eindruck zu Eindruck war doch die "Klebrigkeit" des im Gewahrsein Aufgetauchten stark spürbar, als auch das Locken in ein inneres Gespräch zu fallen. Der Eindrück als würde das "Material" Schlange stehen. Direkt nach und während der Aufmerksamkeitslenkung auf Körper-Wahrnehmungen, oder nach und während dem Singen von Silben ist mehrere Minuten lang etwas mehr innerer Raum vorhanden und eine gewisse friedfertige Stimmung. Beides nicht die Qualität , die meister bilbo vorher beschrieb.
Die Gefühlshintergründe waren durch Alltagshintergrund bestimmt und sehr viel "dichter".
Das zum Einschlafen und Wegträumen lockende Müdigkeitsgefühl hatte eine "Sprache" ohne Worte, eine Qualität wie ein lockendes, beruhigendes, tröstendes Wiegenlied. (aua, das war bestimmt wieder "poetisch"!) Es lockt auch mit dunklen, kaum erkennbaren , doch anziehenden Bildern(mehr Gefühls-als Bildqualität).
Erst wenn Auftauchen aus den Bildern kommt... hoppla, jetzt ist da Träumen ... und eine gewisse Schwere sich breit macht. Da waren Bilder? nur noch ein Fetzen davon. Sprache? In der Erinnerung wie undeutliches Gemurmel, doch mit nachwirkender Faszination. Das Gefühl vom "Land wo Milch und Honig fließt" oder einer "Lösung"s/Erlösungsbotschaft(nur noch das, dann ...).

weitere Notizen:
Über aufgetauchte Gefühlshintergründe(die gröbere Sorte):
- Scham hatte den Hintergrund Stolz
- Traurigkeit: das sind Gedankenketten, die ein Muster suchen sich zu einem "guten Gefühl" zusammenzusetzen (="so ist es recht")
- der geschwätzige Berichterstatter eines "Erlebens-ichs" sucht Bestätigung, Anerkennung, Sicherheitsgefühl
- Schuldgefühl: da soll ein jemand, ein anders- hätte- handeln- sollender, für ein schlechtes Situations-Gefühl verantwortlich gemacht werden
- auf- und abtauchende ich's als wechselnde, doch bekannte(zuordnungsgewohnte oder ähnliche) Bühnendekorationen vom Bühnenstück "mein Leben"

... Nur Gewahrsein beim Durchgehen der Sinneseindrücke .
... unwillkürliches Aufrichten der Wirbelsäule beim Chanten bringt "Frische" in das Gefühlspaket
... Chanten kann oft das Gefühl in den Raum "verdünnen", so dass dieser wieder spürbar wird



Iche suchen zu sprechen:
etwas anders wollen - einer, der Joram berichtet - ich hätte - ich sollte - abwägende Gedanken das war recht so, jenes vielleicht nicht - es hätte besser sein können - sich besser anfühlen -

Qualitäten/Eigenschaften eines "Denken"/"Beurteilenden": leicht schwer tief erhaben streng großzügig. Nein, es sind keine Eigenschaften eines Denkens, es müssen hinzugefügte Vor-Urteile sein. Denn Denken, und innerhalb des Denkens Abwägen(Urteilen), können sich sehr neutral, ohne Anziehung oder Abstoßung, anfühlen.Da lässt sich schlecht ein "ich" daraus machen, es sei denn ein "Wichtig"-macher versucht "sich" damit zu schmücken, und somit das Denken für sich zu instrumentalisieren. Ein Wertgeben kann nur etwas aus vergangenem "Daten"-material konstruiertes sein.
Wie entsteht dieses „Auftauchendes und wieder Abtauchendes“? Kannst Du den Ablauf erkennen/„sehen“?
Das fällt momentan schwer. Die Iche bedrängen den freien Raum. Bedrängnis und Verunsicherung* war in den letzten Tagen ein häufiger Gefühlshintergrund. manchmal gibt es auch wie Suchbewegungen nach "etwas" (ich-Stabilität?); vermutlich ist das auch nur ein gewohnter Reflex, nämlich gefühlte Ich-Stabilität durch Versuch des Umschichtens und Manipulierens von "Datenmaterial"(also angesammeltem) zu erlangen.

*Bedrängnis und Verunsicherung: nächste Aufgabe deren Hintergrund zu finden?

Auftauchendes und wieder Abtauchendes: ob wohl ein "bescheidenes" oder gar "asketisches" ich mit nur wenigen "Mahlzeiten" auskommt? Dann gibt es längere Pausen zwischen den "ich-Fütterungen". "Oh", sagt das ich, "ich bin doch kaum vorhanden!"

Dieses Schreiben fühlt sich noch chaotisch und unfertig an; doch wollte ich nicht noch länger auf bessere Zeiten und bessere Einsichten warten. Ich hoffe auf eine Fortsetzung unseres Dialogs mit neuen und auch alten Fragen.
Danke für deine Geduld!

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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby Joram » Wed Dec 24, 2014 7:19 am

Es liest sich wie ein Kampf zwischen „Erleben“ und „Wissen“…
Suchst Du immer noch nach Wasser in einer Fata Morgana obwohl Du weißt, oder mindestens ahnst, dass es eine Fata Morgana, eine Täuschung ist? ;-)
Du sehnst Dich nach „Sicherheit“… Gehe „in Dir“ und schaue wer oder was nach Sicherheit sucht.
Und vielleicht auch wie diese Sicherheit aussehen sollte… Was ist „Sicherheit“ für Dich?

_()_

Ps. Chanten ist nett, eine Vorbereitung für Meditation, das Denken hört auf und man fühlt sich in der Gruppe angenommen, sicher. Man kennt die Abläufe… Chanten ist aber begrenzt. Mehr als etwas Ruhe für begrenzte Zeit, kann es nicht geben.
Ist okay wenn Du das anders siehst ;-)
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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby meister bilbo » Fri Dec 26, 2014 11:12 pm

Es liest sich wie ein Kampf zwischen „Erleben“ und „Wissen“…
An welchen Stellen "liest" du einen "Kampf"?
Kannst du genauer sein? Mir schien es im obigen Text klar herausgestellt wo Erleben stattfand und wo aus Erleben Schlußfolgerungen gezogen wurden. Ist das (Schlußfolgerungen ziehen) für diesen Dialog kontraproduktiv? Ich "erlebe" die Überschwemmung mit konfusen und unangenehmen Gefühlsinhalten (ähnlich intensiv wie körperlicher Schmerz) und "weiß" dass sich dieses Erleben als "ich" in den Vordergrund stellt. In dieser Fata Morgana suche ich kein Wasser, sondern Hindurchschauen zu dem, was als "einfach wahrnehmen" bereits erlebt wurde. Bei weniger intensivem Fühlen ist es einfacher. So aber ist das Gefühl von Dichte da. Dichte wird mit Realität gleichgesetzt. Es hinterläßt deutlichere Gedächtnisspuren. Doof, nicht wahr? Und da ist ein identifiziertes "ich" mit eben dieser Gedächtnisspurenbrille, kein innerer Abstand. Das will da raus , in ein besseres und zuversichtliches Gefühl, mehr Klarheit, weniger Schmerz. Meintetest du das mit Kampf zwischen Erleben und Wissen?

Suchst Du immer noch nach Wasser in einer Fata Morgana obwohl Du weißt, oder mindestens ahnst, dass es eine Fata Morgana, eine Täuschung ist? ;-)
Nein, da ist sogar Gewissheit/Überzeugung von den als Störung empfundenen Gefühlen genasführt("jmd an der Nase herumführen"=täuschen) und vom Eigentlichen abgelenkt zu werden. Das wird gewußt , doch nicht erlebt. Im Krach lassen sich die feineren Töne nicht so einfach erhaschen . . .


Du sehnst Dich nach „Sicherheit“… Gehe „in Dir“ und schaue wer oder was nach Sicherheit sucht.
Ein "es meint das Leben bewältigen zu müssen"
und es quält sich dabei.
Eine unangenehme Versammlung von Gefühlen ist dabei.


Und vielleicht auch wie diese Sicherheit aussehen sollte… Was ist „Sicherheit“ für Dich?
natürliche spontan fließende Reaktion oder Nicht-Reaktion.
Soll ich von meinen gewohnten Vorstellungen/Mustern für materielle "Sicherheit" sprechen ? Absehbar regelmäßiges Einkommen undsoweiter?
Mentale Sicherheit durch ein ruhiges Herz, Zentriertheit.
Es gibt da durch Übung schon mehr Gelassenheit in vielem, doch ist die angeübt , begrenzt und kommt nicht aus spontanem "Sehen".

_()_
Ps. Chanten ist nett, eine Vorbereitung für Meditation, das Denken hört auf und man fühlt sich in der Gruppe angenommen, sicher. Man kennt die Abläufe…
Du rennst damit offene Türen ein ; man könnte sich, wenn man wollte, gerne mehr darüber unterhalten ...
Ja und "das Denken hört auf". Meister Bilbo hat es oft vernommen: wenn erst das Denken aufhöre ... es ist aber mehr, als mal nicht zu denken, ... wobei das schon helfen kann ...

Meistens fühle ich mich bei religiöser Singerei unwohl.
Chanten ist aber begrenzt. Mehr als etwas Ruhe für begrenzte Zeit, kann es nicht geben.
Yes, Sir !
Und nein.
Beides.
Es eignet sich Hingabe zu erfahren und wenn es die Hingabe an die wahrgenommene Schwingung ist. Körperliche Blockaden können sich lösen (wenn sie soweit sind) und es ist mehr Aufmerksamkeit vorhanden.
Kürzlich hat es als Werkzeug nicht so gut funktioniert.
Ist okay wenn Du das anders siehst ;-)
Ich schätze deine unverstellte Offenheit, Joram.
Mit allen mir zur Verfügung stehenden "Tricks" (experimenteller Aberglaube) suche ich eine günstigere Ausgangslage für die "Schau" von "dem-wie-es-ist" zu beziehen. Auf den Atem achten, Körper durchspüren und Sinneseindrücke vorbeifließen lassen, Einnehmen einer die Achtsamkeit begünstigenden Haltung. Wenn du was besseres weißt, immer her damit!

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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby Joram » Sat Dec 27, 2014 8:09 am

An welchen Stellen "liest" du einen "Kampf"?
An ziemlich viele Stellen. Hier nur ein paar Beispiele:
„leider waren die "Einsichten"… so eine Art relative "highlights", die nun nicht mehr so klar in der Erfahrung aufschienen.
…Beides nicht die Qualität , die meister bilbo vorher beschrieb. …
…etwas anders wollen - einer, der Joram berichtet - ich hätte - ich sollte - abwägende Gedanken das war recht so, jenes vielleicht nicht - es hätte besser sein können - sich besser anfühlen…
„Ich bin nicht gut genug“? „Es soll anders werden“? „Es war schon besser, jetzt nicht mehr“?
Das nenne ich „Kampf“… Urteilen und wollen… „anders soll es sein“… - das ist Quelle des Leidens…

Die Entlastung/Entspannung entsteht, wenn das Urteilen/anders Wollen, abfällt. Wenn erkannt wird, dass keiner da ist, der urteilen könnte. Dass das „Urteilen“ genau das ist, was die Ichempfindung erzeugt…

Vielleicht meinst Du jetzt das Joram Dich nicht verstanden hat – egal, loslassen. Es geht nicht darum was Joram „richtig“ oder „falsch“ macht. Es geht nur darum die Ichillusion zu erkennen.

Denn wenn kein „Ich“ – Wer urteilt? Wer ist unzufrieden?
Gehe in Zustand der „nicht urteilen“ – was wird empfunden? Ist da ein "Ich" zu finden? Wie fühlt es sich an? – eine sehr schöne Übung. :-)

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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby meister bilbo » Sun Dec 28, 2014 11:23 pm

Joram: "Kampf" ... an ziemlich vielen Stellen ... (...) - das ist Quelle des Leidens…
So eine Art "Maso-ich-muß" ... ;-)
Joram: Die Entlastung/Entspannung entsteht, wenn das Urteilen/anders Wollen, abfällt. Wenn erkannt wird, dass keiner da ist, der urteilen könnte. Dass das „Urteilen“ genau das ist, was die Ichempfindung erzeugt… (und) Es geht nur darum (darin) die Ichillusion zu erkennen.
danke, Joram, das ist angekommen :-)

Bilbo versteht das mit der "Entlastung/Entspannung" und den Zusammenhang, daß sich mit "urteilen" und "wehren-gegen-das-was-ist" ein "ich" dickmacht/verdichtet, bzw man damit ein "ich" anfüttert. Manchmal, so auch letzte Nacht habe ich das erlebt: genauer umgekehrt erlebt, dass da ein Ausrichten auf Nichtwerten bei stark auftretenden Empfindungen da war. Etwa so ein nichts-an -Energie hineingeben. Es fühlt sich ein bißchen wie ein Balance-halten an. Ein Gefühl von einer Art Kraft entsteht dabei. Man ist mehr "da" und es gibt mehr "Raum".
Von einem Meditationslehrer habe ich gestern eine Aufnahme gehört, weil das passt gut dazu, über "Nicht-Urteilen" wenn man vom Meditationsobjekt abgeschweift ist, und bei Müdigkeit nicht dagegen kämpfen, sondern ins Gewahrsein von Müdigkeit zu gehen. Das lässt sich gut aufs angesprochene Thema mit "Wollen und Urteilen" übertragen.

"was der Joram richtig und falsch macht" – huch, das hast du (immer noch) rausgehört?! Dabei hatte ich die erste Fassung des Schreibens umgeschrieben und einiges weggelassen, weil es beim Lesen am nächsten Tag, ihm doch recht krass erschien(mit viel Irritation und Abwehr)
Überhaupt zeigten "s-ich" gerade auch die starken aufdrängenden Emotionen der vergangenen Tage und Wochen recht unzuverlässig und wandelbar. Im Rückblick substanzlose "ich-Verdichtungen". In der Stottertherapie, wie sie meister bilbo gelernt hat, bereitet man die Klienten darauf vor, mit "Rückfällen" zu rechnen. Sollen sie mal nur kommen, die nächsten dicken "ich-ver-Dichtungen"!
Joram: Denn wenn kein „Ich“ – Wer urteilt? Wer ist unzufrieden?
Also entweder keiner urteilt/ist unzufrieden oder es stellt sich ein "Maso-ich-st" (hübsches Wortspiel, gell ?) ein. Hervorgebracht durch einen Gedankenprozess. Auch mit umgekehrten Vorzeichen, nämlich positivem Hervorheben und Selbstzufriedenheit lässt sich ein "ich" konstruieren. Es hat was mit zu tun, einen Dualismus zu kreieren, der ein "ich" als Gegenspieler oder Macher einer "Welt-des-Erlebten" sucht. "Ja", seufzt meister bilbo, "das sind vertraute Rollen."
Joram: Gehe in Zustand der „nicht urteilen“ – was wird empfunden? Ist da ein "Ich" zu finden? Wie fühlt es sich an? – eine sehr schöne Übung. :-)
Ja, eine schöne Übung der Hingabe! Schön auch für kurzes Zurücknehmen und Innehalten im Alltag. Es wird Gleichgewicht empfunden und es gibt das Gefühl von "Raum". Eine gewisses freies Gefühl ist ansatzweise spürbar.
(Man darf sich dabei bloß nicht "toll" vorkommen oder das als "überlegene" Haltung idealisieren, sonst ist man wieder drin im "Spiel")

Herzlich grüßt
meister bilbo (-:

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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby Joram » Mon Dec 29, 2014 11:09 am

"Maso-ich-muß" finde ich gut *lach* hat eine Menge Wahrheit in sich…
Im Rückblick substanzlose "ich-Verdichtungen". … … mit "Rückfällen" zu rechnen. Sollen sie mal nur kommen, die nächsten dicken "ich-ver-Dichtungen"!
Joram: Denn wenn kein „Ich“ – Wer urteilt? Wer ist unzufrieden?
… es stellt sich ein "Maso-ich-st" ein. Hervorgebracht durch einen Gedankenprozess. Auch mit umgekehrten Vorzeichen, nämlich positivem Hervorheben und Selbstzufriedenheit lässt sich ein "ich" konstruieren. Es hat was mit zu tun, einen Dualismus zu kreieren, der ein "ich" als Gegenspieler oder Macher einer "Welt-des-Erlebten" sucht.
Na, dann können wir festhalten, dass das „Ich“ eine Verdichtung, etwas von eine Krankheit/Sucht hat (Rückfall), durch einen Gedankenprozess „Hervorgebrachtes“.
Wir reden also von einer Illusion namens „Ich“, die durch Denken/Identifikation/Empfindungen entsteht und genau so auch vergehen kann, wenn dies, was sie (die Illusion) ausmacht/schafft nicht vorhanden ist.

Einverstanden? ;-)
Hallo Joram, leider waren die "Einsichten"von meinem letzten post so eine Art relative "highlights", die nun nicht mehr so klar in der Erfahrung aufschienen.
Immer noch so, oder hat sich was verändert? ;-)

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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby meister bilbo » Fri Jan 02, 2015 11:38 am

Hallo Joram!
Zunächst möchte ich mich für die lange Pause entschuldigen. Ich war krank. Jetzt ist wieder Energie und Konzentration da.

Na, dann können wir festhalten, dass das „Ich“ eine Verdichtung, etwas von eine Krankheit/Sucht hat (Rückfall), durch einen Gedankenprozess „Hervorgebrachtes“.
Wir reden also von einer Illusion namens „Ich“, die durch Denken/Identifikation/Empfindungen entsteht und genau so auch vergehen kann, wenn dies, was sie (die Illusion) ausmacht/schafft nicht vorhanden ist.

Einverstanden? ;-)
Ja, einverstanden! Wenn ich diese Erkenntnis wirken lasse ist es klar. Die "iche" tauchen auf und wieder ab.
Wo sie bemerkt werden, werden sie nicht mehr "gefüttert" oder besonders hervorgehoben.

meister bilbo hat geschrieben:Hallo Joram, leider waren die "Einsichten"von meinem letzten post so eine Art relative "highlights", die nun nicht mehr so klar in der Erfahrung aufschienen.

Joram: Immer noch so, oder hat sich was verändert? ;-)
Dumpfheit und Klarheit zeigen sich und wechseln in unterschiedlichen Abstufungen.
Die "Einsichten" bleiben. Mit Angela Merkel gesprochen: "alternativlos".

Bilbo hat sich unseren Kommunikationsstrang noch mal durchgelesen. Boah ! Das ist wirklich anstrengend zu lesen, was da "ein Angestrengter"(so fühlt es sich beim Lesen an) von sich gibt!
meister bilbo bittet um weitere Anleitung.
... und ... fröhliches neues Jahr !

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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby Joram » Fri Jan 02, 2015 7:51 pm

Zunächst möchte ich mich für die lange Pause entschuldigen. Ich war krank.
Aha, „Ich“ „war krank“… und „ich“ „möchte mich entschuldigen“…
Nimm das „Ich“ weg und schaue „krank“ an, nimm das „Ich“ weg und schaue „entschuldigen “ an. – was passiert mit „krank“ und „entschuldigen“?
Na, dann können wir festhalten, dass das „Ich“ eine Verdichtung, etwas von eine Krankheit/Sucht hat (Rückfall), durch einen Gedankenprozess „Hervorgebrachtes“.
Wir reden also von einer Illusion namens „Ich“, die durch Denken/Identifikation/Empfindungen entsteht und genau so auch vergehen kann, wenn dies, was sie (die Illusion) ausmacht/schafft nicht vorhanden ist.
Einverstanden? ;-)
Ja, einverstanden! Wenn ich diese Erkenntnis wirken lasse ist es klar. Die "iche" tauchen auf und wieder ab.
Wo sie bemerkt werden, werden sie nicht mehr "gefüttert" oder besonders hervorgehoben.
Kannst Du ein Beispiel vom Alltag dazu geben?

... und ... ein fröhliches neues „Jetzt“ ;-)

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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby meister bilbo » Sun Jan 04, 2015 11:43 pm

Joram: Aha, „Ich“ „war krank“… und „ich“ „möchte mich entschuldigen“…
Nimm das „Ich“ weg und schaue „krank“ an, nimm das „Ich“ weg und schaue „entschuldigen “ an. – was passiert mit „krank“ und „entschuldigen“?
"krank" ohne "ich" fühlt sich leichter an.Kein leise mitschwingendes Schuldgefühl.
"entschuldigen" nur geringfügig leichter. Ist eh ein doofes Wort mit "schuld" als Inhalt drin. Im Wort "Schuld" ist ein undeklariertes "ich" mit drin. "Schuld" heißt schlecht fühlen, abhängig fühlen. Eigentlich ein konstruiertes Gefühl für ein soziales "ich" gestrickt, über das sich einstmals schon Don Juan totlachte.
Die "iche" tauchen auf und wieder ab.
Wo sie bemerkt werden, werden sie nicht mehr "gefüttert" oder besonders hervorgehoben.

Kannst Du ein Beispiel vom Alltag dazu geben?
Ein Beispiel ist, dass zuerst eine Vorstellung da war, mein Sohn "müsse" in der Psychiatrie untergebracht werden, was ein ziemlicher zeitlicher Aufwand war. Dann wollte er wieder raus, um in Berlin (weit weg) eine Ausbildung anzufangen. "Ich" spürte bei mir Widerstand und als er dann doch wieder zurück in die Psychiatrie wollte, hatte ich mich schon mit der neuen Situation angefreundet und schon wieder festgelegt auf eine Berlin-Situation. Dann war es irgendwann gleich-gültig. Zur Zeit will er wieder in die Psychiatrie. Es ist noch komplizierter als hier kurz geschildert. Mittlerweile stehe ich zur Verfügung, wenn ich angesprochen werde und da ist keine Fixierung mehr "wie es laufen sollte" und welche Meinung ich dazu haben sollte oder Idee einer "richtigen" "väterlichen Beeinflussung". Ansonsten war es ehrlich gemeint, als ich das schrieb, aber so richtig Alltag war es gestern und heute nicht. Ich versuchte mich mit seeehr mäßigem Erfolg selber anzuspornen "dringende" Büroarbeiten zu Ergebnissen zu bringen. Immer wieder ertappte ich mich bei Ablenkungen. Yes Sir, auch wenn's sich's lockerer als sonst anfühlte, hat' kräftig ge-"ich"t. So ein Gefühl von Sorge mit Erfolgszwang bei gleichzeitig wie überfülltem Kopf.Trotzdem, als bilbo dann heute Nachmittag davon wegfuhr, zuerst eine 3/4 tel Stunde weit zu seinem Sohn; (dessen Mutter: "dein Sohn braucht dich") und anschließend mit Verspätung zu einer lange schon geplanten Veranstaltung, hingen unterwegs keine Gedanken an das viele Unerledigte hinterher. Bei meinem Sohn war es dann ganz leicht einfach nur da zu sein, Tee trinken, über Computerspiele reden (so Vorstellungen, wie es nach einer erfolgreichen Therapie anders sein könnte hat er keine - auch gut), entspannt Löcher in die Luft gucken, seine Nähe genießen.
Später am Abend kam ich heim von einer Veranstaltung außerhalb meines Wohnortes. Es war dunkel und ziemlich(!) still. Es war ein Gedanke da: mal schauen, wie lange es dauert bis sich ein "ich" wieder deutlich zeigt. Je näher bilbo der Heimat kam, desto mehr tauchten vereinzelte Gedanken auf. Hier wohnt doch der Patient soundso, dann nach und nach tauchten Gedanken an Probleme auf der Arbeit auf. Ohne weitere Betrachtung zu bekommen, verlor sich dennoch etwas von dem befreiten Gefühl und war leichte Angst, eher Besorgnis da, sowie ein Gedanke: je mehr es wirrd (werden) umso verwirrter und eingesperrter würde es sich anfühlen. .... doch .... jetzt .... geht es aber so. Der Internetanschluß ist ja hier auf der Arbeit und das Arbeitsbelastungs-ich-gespenst ... muß mich mal umdrehen ... nö, ist gerade nicht da.

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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby Joram » Mon Jan 05, 2015 5:58 am

Yes Sir, auch wenn's sich's lockerer als sonst anfühlte, hat' kräftig ge-"ich"t. So ein Gefühl von Sorge mit Erfolgszwang bei gleichzeitig wie überfülltem Kopf.
Was erwartet Bilbo? Das es nie wieder „Ich“ts?
Und „wer“ „will“, dass es nie wieder „Ich“ts? ;-)

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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby meister bilbo » Wed Jan 07, 2015 12:32 am


Joram: Was erwartet Bilbo? Das es nie wieder „Ich“ts?
Bilbo erwartet einfach mehr Gelassenheit und "Raum", und dass sich die Fokussierung auf ein antrainiertes Reaktionsmuster lockert. Ja,ja es heißt ja man soll sich da nichts vorstellen, auf der anderen Seite desTors ...
Joram: Hingabe mit Ehrgeiz ist keine wirkliche Hingabe, da Hingabe kein Ziel hat
seufz! ... und Ehrgeiz, zugegeben. )-:

Joram: Und „wer“ „will“, dass es nie wieder „Ich“ts? ;-)
auf frischer Tat ertappt! das kann ja auch wieder nur ein Vergangenheits-Gegenwarts-Vergleichskonstrukt gewesen sein .... Doch die Frage steht im Raum: Wo und wie kann "ich" losgelassen werden, wo es das selber, so wird gesagt, gar nicht kann?
In dem Märchen von "Rumpelstilzchen" (" ach wie gut dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß' " )muß die Prinzessin nur den Namen des Rumpelstilzchen nennen und es zerreißt sich selber. (ja, Poesieverbot ... )
Joram: Wenn die Sache mit dem „Täter“ klar ist, ist es nicht mehr wichtig ob „man“ (zB „konzentriert“) oder (zB „zerstreut“) ist…
Wenn die Stille nachlässt oder nicht mehr wahrnehmbar scheint oder nach nur "ein bißchen Frieden" klingt (kennst du dieses furchtbare Lied?), setzt Ehrgeiz ein, sie aufrechtzuerhalten oder wiederzugewinnen. "Ehrgeiz" ist einer der "Täternamen".
Auch "Druck", Antworten auf nicht einfache Fragen zu finden, setzt ein wollendes "ich" frei. Wie vermeiden? Noch mehr Hingabe üben, an etwas was gerade verfügbar ist?

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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby Joram » Wed Jan 07, 2015 5:05 am

Joram: Was erwartet Bilbo? Das es nie wieder „Ich“ts?
Bilbo erwartet einfach mehr Gelassenheit und "Raum", und dass sich die Fokussierung auf ein antrainiertes Reaktionsmuster lockert. Ja,ja es heißt ja man soll sich da nichts vorstellen, auf der anderen Seite des Tors ...
„einfach mehr Gelassenheit und "Raum", und dass sich die Fokussierung auf ein antrainiertes Reaktionsmuster lockert“ – na, das ist „einfach“, das bedarf nicht unbedingt die Ichlosigkeit zu erkennen. Das bedarf nur das zu erkennen was daran hindert gelassen zu sein und das Leben/Verhalten dementsprechend zu verändern. ;-)

Wie stellst Du Dir „die andere Seite des Tors“ vor? – Die Frage ist ernst gemeint. :-)


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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby meister bilbo » Sat Jan 10, 2015 12:09 am


Wie stellst Du Dir „die andere Seite des Tors“ vor? – Die Frage ist ernst gemeint. :-)
Gerne ! Ich kümmere mich mal nicht um die möglichste Vermeidung des "Ich"-Begriffes.
Das erste Mal hörte ich bei Carlos Castenada von einem Mitglied des Zuges von DonJuan, die ihr "menschliches Selbst" verloren habe und damit ihre soziale Konditionierung und Identifikation als menschliches Wesen. Obwohl ich bald wußte, dass Castaneda seine Erzählungen erfunden hatte, waren ein paar Dinge durch ihn ausgedrückt, die mich jahrelang verfolgten und immer wieder wie empfundene, wenn auch nicht verstandene, Wahrheiten auftauchten. Das "Anhalten der Welt", also das "Sehen" der Welt wie sie ist, jenseits der angelernten sozialen Konditionierung und ständigen Aufrechterhaltung durch gedankliche Prozesse, das Aufgeben der eigenen Wichtigkeit.Die "Demut eines Kriegers", der zu nichts wertend weder hinauf- noch hinunterschaut.

Durch wenige Erfahrungen bekam ich einen Geschmack, dass das Leben eine Tiefe, einen Wert und eine Bedeutung hat, die in der Alltagserfahrung nicht auftaucht. Liebe, Mitgefühl die nicht angübt sind, sondern spontan entstehen. Keine Bemühung mehr ein guter Mensch zu sein, sondern die Erfahrung, dass alles zusammenwirkt und im Fluss ist, da es die Trennung zwischen den einzelnen Leben nicht wirklich gibt, wen man sich "dem" hingibt. Das Ego-ich ist nur ein kleiner Teil im Fließen des Ausdrucks eines großen Lebens. In den Augen oder dem Gesichtsausdruck oder was ich sonst meinte von anderen zu fühlen, schien dieses große Leben oft wie eine Resonanz spürbar. Ich empfand darin etwas, vielleicht mit Worten zu sagen "echtes Menschentum" in der Tiefe eines Augenblickes. Manchmal kam so was ganz überraschend. Ich meine kein Charisma oder Schönheit von jemandem. Manchmal konnte es mit dem Zusatz innere Schönheit oder Würde empfunden werden.Und dann war es wie gleichzeitig auch in mir. Dass dieses als Hintergrund immer zur Verfügung steht, so stelle ich mir das vor.
Erwartungen von Erfolg, Mißerfolg spielen keine Rolle mehr im Geschehen aus der Verbundenheit mit "immer jetzt". Das lässt die Dinge akzeptieren, wie immer sie sich zeigen. (kein Fatalismus)Auch schmerzvolle. Wegen der Liebe, Weite/Tiefe und Freiheit die als Untergrund von allem sich zeigen. Ich will nicht behaupten ein unfehlbarer Detektor dafür zu sein, doch oft meinte ich bei manchen Menschen diese Qualität zu spüren und fühlte mich durch diese Qualität stark angezogen und angehoben. Ich vermute, was ich spürte war so eine Art Resonanz. Durch meine Beobachtung sogenannter Erwachter komme ich zur Schlußfolgerung, dass eine Vertiefung dessen stattfinden kann. Oder auch nicht. Beim einen so, beim anderen anders.Weiterhin erwarte ich, dass Konditionierungen noch auftauchen mögen, aber schneller erkannt und losgelassen werden können, weil die Identifizierung (fast?) weg ist. Oder ein wie-auch-immer-Erwachen wieder mit alten Glaubenssätzen vermischt werden kann, oder eine "Lehrerpersönlichkeit" sich hineinschleicht. Ich erwarte keine ekstatischen Zustände, obwohl ich nichts dagegen hätte, aber eher wohltuende Nüchternheit, einfache bejahende Nacktheit von dem, was sich gerade zeigt, ohne Hintergedanken.
Und, wie es in einem alten Text heißt: Das Verweilen in der äußesten Klarheit des Geistes
und der Glückseligkeit im Hier und Jetzt kann er leicht und mühelos erreichen.(indem "er" seine Aufmerksamkeit darauf richtet)
Das psychologische Spiel Täter-Opfer-Retter oder die Konditionierung Position beziehen zu müssen(Gut/Böse , Bayern München/Schalke 04 etc) funktionieren nicht mehr.
So in etwa stelle ich mir die andere Seite des Tores vor. Und dass das dann eigentlich erst der Anfang ist und kein Endziel. Und dass die "Stille" wirklich "brummt", auch im Straßenlärm.

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Joram
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Re: Wer mag mich durch das "Tor" begleiten?

Postby Joram » Sat Jan 10, 2015 3:54 am

Es ist immer wieder schön deine Beiträge zu lesen. Das geschriebene Wort ist wirklich „dein Ding“… :-)
Aber zurück zur „Arbeit“ *lach*:
Obwohl ich bald wußte, …, waren ein paar Dinge durch ihn ausgedrückt, die mich jahrelang verfolgten und immer wieder wie empfundene, wenn auch nicht verstandene, Wahrheiten auftauchten.
Na? Was für Grundgefühl drückt sich in diesem Satz aus?
Das "Anhalten der Welt", also das "Sehen" der Welt wie sie ist, jenseits der angelernten sozialen Konditionierung und ständigen Aufrechterhaltung durch gedankliche Prozesse, das Aufgeben der eigenen Wichtigkeit. Die "Demut eines Kriegers", der zu nichts wertend weder hinauf- noch hinunterschaut.
Und in diesem hier?
bekam ich einen Geschmack, dass das Leben eine Tiefe, einen Wert und eine Bedeutung hat, die in der Alltagserfahrung nicht auftaucht. Liebe, Mitgefühl die nicht angübt sind, sondern spontan entstehen.
Und hier?
Keine Bemühung mehr…, sondern die Erfahrung, dass alles zusammenwirkt und im Fluss ist,
Und hier?
Ich empfand darin etwas, vielleicht mit Worten zu sagen "echtes Menschentum" in der Tiefe eines Augenblickes.
Und hier?
Dass dieses als Hintergrund immer zur Verfügung steht, so stelle ich mir das vor.
Erwartungen von Erfolg, Mißerfolg spielen keine Rolle mehr im Geschehen aus der Verbundenheit mit "immer jetzt". Das lässt die Dinge akzeptieren, wie immer sie sich zeigen.
Und hier?
oft meinte ich bei manchen Menschen diese Qualität zu spüren und fühlte mich durch diese Qualität stark angezogen und angehoben.
Und hier?
Ich vermute, was ich spürte war so eine Art Resonanz. … dass eine Vertiefung dessen stattfinden kann.
Und hier?
„schneller erkannt und losgelassen werden können, weil…“
Und hier?
Ich erwarte… wohltuende Nüchternheit, einfache bejahende Nacktheit von dem, was sich gerade zeigt, ohne Hintergedanken.
Und hier?

Und zu deinem „alten Text“ kommen wir noch, wenn Du willst… *lach* Stichwort: „Majjhima Nikāya 111“ kannst googlen ;-)
die Konditionierung Position beziehen zu müssen(Gut/Böse , Bayern München/Schalke 04 etc) funktionieren nicht mehr.“
Und hier?
So in etwa stelle ich mir die andere Seite des Tores vor. …Und dass die "Stille" wirklich "brummt", auch im Straßenlärm.
Und hier? ;-)

Dein ganzer Beitrag ist voll davon. Immer das gleiche Grundgefühl. Wenn Du den erkennst, diesen Grundgefühl, Grundempfindung, wirst Du (hoffentlich) wissen, was zwischen „Dir“ und „dein Ziel“ steht…



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Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?


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