Ich falle und falle

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Matze08
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Re: Ich falle und falle

Postby Matze08 » Thu May 18, 2017 12:30 pm

Na klar, dann noch nen entspannten Abend ;-)

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WhiteLotus
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Re: Ich falle und falle

Postby WhiteLotus » Fri May 19, 2017 2:29 am

Hey
:-)
So, nimm dir vor die Antwort zu finden und dabei alle Gedanken beiseite zu lassen! Starre einfach mal irgendwo drauf, auf die Wand, den Himmel, wie du möchtest.
Gibt es einen Abstand zwischen Sehen und Gesehenem?
1. Versuch: Ich hab mich 10 cm vor Wand gestellt.
Nein, das Sehen ist da, wo das Gesehene ist, auf dem Punkt, den Augen fokussieren und drumrum, bis das Blickfeld endet.
Gucke ich an der Wand hoch, ist das Sehen, wieder da wo Fokus ist.
Verstand (?) sagt, das ist bullshit.

2. Was schwierigeres… ein Pfosten am Bett fuer das Moskitonetz (ca. 50 cm von mir entfernt). Im Hintergrund Badezimmertuer und Tagesbett mit versch. Sachen drauf. Starre auf den Pfosten.
Gibt es einen Abstand zwischen Sehen und Gesehenem?
Pfosten erscheint etwas unscharf nach einer Weile. Immer noch ‘nein, kein Abstand’.
Aber das Sehen reicht fuer die Wahrnehmung nicht ‘zwei Meter’ (bis zum Tagesbett). Das Sehen nimmt das Tagesbett wahr, aber nicht die Entfernung, keine Tiefe. Es ist wie ein flaches Bild. Dieses Bild koennte direkt an dem Pfosten lehnen. Es ist der Eindruck da, ich koennte das Bild mit der Hand beruehren, wenn ich sie ausstrecken wuerde.

3. Auf den Lichtschalter an Wand ueber Tagesbett geguckt (2 m entfernt).
Zwischen Bett und Tagesbett steht ein kl. Waeschestaender mit grauem T-Shirt. Manchmal sehe ich das Grau nicht mehr, sondern stattdessen flippt da die darueberliegende weisse Wand hin. Vielleicht ist an dieser Stelle meine Nase den Augen im Weg und Verstand fuellt fehlende Flaeche mit Farbe der Umgebung auf. Komisch, ich halte den Kopf still, aber graues T-Shirt springt hin und wieder weg, mehrmals.
Der Lichtschalter an Wand erscheint nun als sei er ein zweidimensionales Icon auf einem pixeligen Bildschirm vor mir (direkt auf Moskitonetz vor Bett).

4. Blick etwas nach links in Badezimmerspiegel.
Reflektion der geoeffneten Tuer im Spiegel wird wahrgenommen wie Tuer, die sich in anderen Raum hinter Spiegel oeffnet.

5. Morgens im Freien auf Mauerstueck geguckt. Pflanzen im Vorderdrund.
Komplettes Bild wird weisslich, wie Rauch, ausser kleine runde Flaeche, die ich fokussiere. Die komische Sache im Nasenbereich passiert wieder: Blaetter der Pflanze sind zu sehen, dann weg und wieder da. Motorradspiegel und spiegelnde Fensterscheiben erscheinen wie Loecher im Bild, mit anderem Bild dahinter.
Ist das Gesehene bzw. das Sehen außerhalb deines Seins?
Wahrgenommen wird es auf jeden Fall als ausserhalb meines Koerpers. Wohin reicht mein Sein?
Wenn ich bis zu den Sternen gucke, reicht mein Sein bis dahin?
Ich wuerde spontan sagen ‘Ja’, aber das waere nicht erlebt, sondern gedacht.
Mein ‘Sein’ ist meine Wahrnehmung. (oder?) Also kein Sehen ausserhalb meines Seins. Bis zu den Sternen reicht es einerseits ‘ja’ weil Sehen sie wahrnimmt, andererseits ‘nein’, weil sie fuer die Wahrnehmung nicht weit entfernt, sondern dicht vor meinem Koerper sind.

Was nehme ich wahr?
Ich nehme Farben wahr. Kein Licht, das ist auch nur eine Farbschattierung.

Konzepte ueber Gedanken:
Der Verstand zieht um Farben Umrisse und macht daraus eine Form: Wolke, Person, Kleid, Palme.
Der Verstand interpretiert Farbschattierungen an Raendern und sagt, es ist die Tiefe oder Breite des Tisches.
Der Verstand erinnert, wie gross etwas ist und anhand eines Vergleichs mit der Wahrnehmung sagt er, wie nah oder weit entfernt etwas ist.

Das Sehen ist sehr anfaellig fuer Illusion. Es gibt ja auch diese Trickbilder mit gleich langen Linien, die unterschiedlich lang erscheinenu.a.

Mir faellt gerade auf, dass das Denken alles in Stuecke hackt und separiert.
Umkehrschluss: Ist ohne Denken alles Eins?
Wer oder was ist sich dem Gesehenen bewusst?
Bewusstsein. Mir faellt kein passenderer Begriff ein.

Hab ich jetzt bei geoeffneten Augen immer noch den Eindruck, dass alles getrennt von mir ist?
Ja. Ich muss genau hinsehen. Ist wahrsch. Gewohnheitssache. Aber auch sinnvoll, wenn ich die Strasse ueberqueren oder nach etwas greifen will.

Frage mich, ob Augen wirklich so leistungsfaehig sind. Das Meiste des Sehens scheint vom Verstand beigesteuert zu werden.

..

Nach Hoch, gestern abend der Crash.
Ich wusste vorher, dass den Gedanken zu folgen schmerzhaft werden wuerde, aber ich konnte es nicht lassen.
Hab dadurch realisiert: ‘Ich’ haengt noch an einem grossen Wunsch und auf dem Weg dahin ist ein Hindernis aufgebaut. Ausserdem ist da noch ein grosses Stueck Selbbild, als das das ‘Ich’ wahrgenommen werden will.
Der Gedanke tut weh, alles loszulassen. Da ist noch ein bisschen Hoffnung, dass ich es vielleicht doch erreichen und gluecklich sein koennte.
Wieder eine Geschichte, die ‘mich’ am Laufen haelt.
Einerseits will ‘Ich’ das loslassen, andererseits nicht.
Aber ‘Ich’ kann eh nichts tun. Also wird es wohl von allein wegbroeseln.
Und festhalten wuerde noch mehr schmerzen.

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Matze08
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Re: Ich falle und falle

Postby Matze08 » Fri May 19, 2017 3:59 am

Morgen Lotus,

Das mit dem Sehen hat wohl gut geklappt, wirklich sehr ausführlich ^^

...

Hab dadurch realisiert: ‘Ich’ haengt noch an einem grossen Wunsch und auf dem Weg dahin ist ein Hindernis aufgebaut. Ausserdem ist da noch ein grosses Stueck Selbbild, als das das ‘Ich’ wahrgenommen werden will.
Der Gedanke tut weh, alles loszulassen. Da ist noch ein bisschen Hoffnung, dass ich es vielleicht doch erreichen und gluecklich sein koennte.
Wieder eine Geschichte, die ‘mich’ am Laufen haelt.
Einerseits will ‘Ich’ das loslassen, andererseits nicht.
Aber ‘Ich’ kann eh nichts tun. Also wird es wohl von allein wegbroeseln.
Und festhalten wuerde noch mehr schmerzen.
Ich verstehe was du meinst, das ist normal Trauer zu empfinden, wenn sich langsam herausstellt, dass die persönliche Realität nur ein Schein war. Hab keine Angst, die Welt ist genauso wie sie ist. Sie ist einfach nur nicht das was die Gedanken sagen. Du musst dich zu nichts zwingen.
Ich nehme Farben wahr.
Machen wir erstmal etwas entspannteres. Vielleicht ist dir das auch schon bewusst geworden.

Versuche die Gedanken hier nochmal von der Wahrnehmung zu trennen. Wenn du bspw. etwas Grünes siehst, hat dann der Gedanke "Grün" wirklich etwas mit der Farbe/Erscheinung zu tun? Wird Grün erst zu Grün wenn es der Verstand so benennt? Wie könntest du eine x-beliebige Farbe nur mit dem Verstand erklären, z.B. einem Blinden erklären wie Grün aussieht?


Matze

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WhiteLotus
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Re: Ich falle und falle

Postby WhiteLotus » Fri May 19, 2017 4:20 am

Guten Morgen,
so frueh wach :-)
Ich nehme Farben wahr.
Machen wir erstmal etwas entspannteres. Vielleicht ist dir das auch schon bewusst geworden.
Aeh, nein. ??!?
Versuche die Gedanken hier nochmal von der Wahrnehmung zu trennen. Wenn du bspw. etwas Grünes siehst, hat dann der Gedanke "Grün" wirklich etwas mit der Farbe/Erscheinung zu tun? Wird Grün erst zu Grün wenn es der Verstand so benennt? Wie könntest du eine x-beliebige Farbe nur mit dem Verstand erklären, z.B. einem Blinden erklären wie Grün aussieht?
Nein, das 'Gruen' waere auch gruen, wenn es 'blau' hiesse.
Nochmal praezieser... vielleicht haben wir uns missverstanden.
Da ist Wahrnehmung von Farben.
'Farben' ist ein Konzept. Aber irgendwie muss ich es ja nennen.. das was da gesehen wird.

Muss ich noch weiter zuruecktreten?
Ist da einfach Sehen und 'Farben' und 'Bewegung' schreiben auch die Gedanken zu?
Aber da ist doch das Sehen von Farben, auch vor den Gedanken. Da ist einfach Wahrnehmen, ohne Gedanken wie 'rot', 'gelb'. Es ist ja nicht alles eine Farbe.
So wie bei Fuehlen Empfindungen unterschiedlich sind... Druck oder Temperatur.
Machen diese Unterschiede in der Wahrnehmung auch schon die Gedanken?

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Re: Ich falle und falle

Postby WhiteLotus » Fri May 19, 2017 4:31 am

Etwas erscheint mir 'gruen', weil die Flaeche alle anderen Lichtwellen aus dem Spektrum aufnimmt und nur das Gruen reflektiert.
Das ist ein gedankliches Konstrukt/Wissenschaft oder what ever.
Das ist nicht die direkte Wahrnehmung.
Wenn ich richtig lange hinstarre, wird dann alles Licht (weiss), weil ich das komplette Farbspektrum wahrnehme?
Skeptisch.

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Re: Ich falle und falle

Postby WhiteLotus » Fri May 19, 2017 4:39 am

Ok, ok...
'Bewegung' ist eine Zusammenrechnung von Momenten im Rueckblick.
Daher keine Wahrnehmung von Bewegung, sondern gedankl. Interpretation.
Faszinierend !!!

Wo kommen jetzt diese verf* Farben her?

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Re: Ich falle und falle

Postby WhiteLotus » Fri May 19, 2017 6:36 am

Die Farben waren fast weg.
Es waren weiss leuchtende Raender wahrnehmbar.
Wenn ich die Augen leicht geschlossen habe, war das Gesehene um den Fokus schwarzweiss mit blau.
‘Gelb’ war manchmal weg.
Ausserhalb des Fokus waren alle Farben da.

Laut Wikipedia kommt Farbsehen durch drei versch. Zapfentypen, die jeweils versch. Wellenlaengen wahrnehmen. Farbsehen ist bei wenig Lichteinfall reduziert. Wahrsch. habe ich das simuliert durch Augen-halb- schliessen. Ich schaetze, ich hab viel blau gesehen, weil die Zapfen am staerksten lichtempf. sind. Abends erscheint vieles auch blaeulich.
Super, jetzt hab ich dazu wieder ein Konzept. sarcasm*

Was mache ich hier nochmal?

Es existiert Licht in versch. Wellenlaengen, das zu Farben umgerechnet wird, wenn es die Netzhaut trifft. Vorher sind da keine Farben wahrnehmbar!

Es exisieren Atome. Sie sind in versch. Dichte verbunden, das ist wahrnehmbar, wenn ich etwas anfasse. Vorher ist da nix.

Und jetzt und jetzt?
Bin wieder schoen auf der Gedankenschiene unterweg nach Konzeptcity.

Maybe you are right… :-)
Machen wir erstmal etwas entspannteres. Vielleicht ist dir das auch schon bewusst geworden.
Hat etwas gedauert…
Ich halt jetzt mal die Klappe.

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Matze08
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Re: Ich falle und falle

Postby Matze08 » Fri May 19, 2017 12:04 pm

Hi,
Nein, das 'Gruen' waere auch gruen, wenn es 'blau' hiesse
Alles okay, das ist im Prinzip schon worum es mir ging. Einigen wir uns einfach auf Farben und Formen, du kannst es auch nur Sehen nennen, spielt keine Rolle.

So nun die nächste Übung. Sei bereit dafür.

Schaue nun wo sich WhiteLotus (bzw. dein richtiger Name) in der realen Welt/in direkter Erfahrung befindet. Du kannst dich dafür vor den Spiegel stellen und den Körper betrachten. Ist das was du siehst wirklich WhiteLotus, oder ein Körper mit diesem Begriff, und mit einer langen gedanklichen Geschichte? Kannst du einen Erfahrenden in dem Körper feststellen, oder ist das nur ein Konzept? Was steckt dahinter, wer ist im Körper?


Matze

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Re: Ich falle und falle

Postby WhiteLotus » Sat May 20, 2017 1:49 am

Hey Guide,
:-)

Schaue nun wo sich WhiteLotus (bzw. dein richtiger Name) in der realen Welt/in direkter Erfahrung befindet. Du kannst dich dafür vor den Spiegel stellen und den Körper betrachten. Ist das was du siehst wirklich WhiteLotus, oder ein Körper mit diesem Begriff, und mit einer langen gedanklichen Geschichte?
Dem Koerper wurde Vornamen gegeben. Daran haengen viele Geschichten.

Kannst du einen Erfahrenden in dem Körper feststellen, oder ist das nur ein Konzept? Was steckt dahinter, wer ist im Körper?
Das ist niemand. Der Koerper ist leer. Trauer und Erschrecken kamen, aber da war niemand der traurig wurde oder erschrocken war. Da war Leere. Wie bei einem Roboter. Da war Bewegung der Iris, Verengung der Pupillen…alles automatisch. Keine Gefuehle, keine Gedanken zu sehen.
Nur eine leere Huelle.

Geschockt. Da ist keine Intelligenz oder Witz oder eine Seele. Das ist wie tot. Das gehoert nicht zu ‘mir’. Es reagiert einfach.

Meine Gedanken und Erwartungen vor der Uebung waren: Dankbarkeit, weil Koerper ermoeglicht Beruehrung, Bewegung, Erleben.

Ich-Gedanke erscheint, als zoege er sich aus dem Koerper zurueck: “Das ‘Ding’ bin ich nicht.”

Das war bis jetzt die intensivste Uebung. Definitiv nicht schoen, aber wahr.
Das mit dem Farbsehen gestern war interessant, aber nicht erschuetternd.

Holy f* s*. Keine Worte, Schulterzucken, Kopfschuetteln, Lachen.
“ ‘Ich’ bin nur ein Gedanke.”
Hilfe!
Und doch ist alles gut. Gut, die Realitaet zu sehen.
Erleichterung.
Koerper hat naechste Woche Geburtstag. Koennte mit ihm zur Massage gehen. :-)

Gucke anderen Menschen in die Augen. ‘Was’ ist da Zuhause?

Mein Hunger ist weg. Denn das was in den Koerper gestopft wird, kommt eh nicht bei ‘mir’ an.

Da ist viel Verstehen-wollen.
So lange Gedanken da sind, ist das Bewusstsein weg?
Moechte durch andere Koerper durch oder hineingreifen, um herauszufinden, was da drin ist:
Bist du ich?
Siehst du die Realitaet?


Das Folgende hatte ich gestern abend geschrieben. Die Uebung hab ich heute morgen gemacht.

Noch was zum Loslassen gefunden…
Grosser Teil des Selbstbildes ist, dass ‘ich’ schreibe. Schwer loszulassen. Und doch, ist da immer wieder Erstaunen, was getippt wird.

.
.
.
My thoughts are
My lover’s whispers
My palace
My refuge
The giant golden dragon
I tame and ride
tomorrow
They are
My leash
My labyrinth
My dungeon
My iceberg
My sinking ship

Beyond the gate
There is
Nothing
to long for
No mountain to climb
Nothing
to run away from
Nobody
who’d have to hide
There is
No captain
No steersman
No ship.
There is
No sea
to cross
Yet
Here is
Everything
i need.


.

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Re: Ich falle und falle

Postby Matze08 » Sat May 20, 2017 11:35 am

Hi Lotus ...

Wow, du hast sehr großen Mut bewiesen und wirklich losgelassen. Ja, im Körper steckt keine Person, du spürst diese Person nun nicht mehr, und es ist keinesfalls falsch darüber Trauer zu empfinden, es war die dir nahenstehendste Person, aber das warst nicht du. Bleib stark,
Da ist viel Verstehen-wollen.
So lange Gedanken da sind, ist das Bewusstsein weg?
Der Verstand kann das nicht wirklich greifen, durch ihn existierte die Person, und erzeugte das Gefühl einer Trennung zwischen einem 'Du' und dem Rest der Welt.

Akzeptiere die Leere, die nun anstelle der Person ist, lass sie einfach da sein und schau nun wo noch die Grenze zwischen dir und der Welt liegt. Spüre dein wahres Ich in der direkten Erfahrung, was kann es nur sein?

Hoffe es geht dir gut, nimm es an!

Herzliche Grüße,
Matze

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Re: Ich falle und falle

Postby WhiteLotus » Sat May 20, 2017 12:01 pm

Hey Matze,
Wow, du hast sehr großen Mut bewiesen und wirklich losgelassen.
Du hast gesagt, es kann nichts passieren… also hatte ich keine ‘Angst’. Da war ein unangenehmes Gefuehl waehrend der Uebung, aber keine Gedanken, die es ‘Angst’ oder anders haetten nennen koennen. Und dann war da auch schon das Sehen, dass das nix ist und war, das Angst haben koennte.
Akzeptiere die Leere, die nun anstelle der Person ist, lass sie einfach da sein
Inzwischen ist der Koerper wieder ‘bewohnt’. Aber ich rufe mir immer wieder den leeren Blick im Spiegel ins Gedaechtnis.
und schau nun wo noch die Grenze zwischen dir und der Welt liegt. Spüre dein wahres Ich in der direkten Erfahrung, was kann es nur sein?
Ich meld mich morgen, koennte nachmittag werden.
Hoffe es geht dir gut, nimm es an!
:-))
Danke, dass du mir durch deine Ruhe, den Raum gibst, entspannt zu sein. Und, dass du den Ueberblick behaeltst, wenn da viel Verwirrung ist.
Tamara

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Re: Ich falle und falle

Postby WhiteLotus » Sun May 21, 2017 10:36 am

Hi Guide,
und schau nun wo noch die Grenze zwischen dir und der Welt liegt. Spüre dein wahres Ich in der direkten Erfahrung, was kann es nur sein?
Was kann es nur sein?
Dort gibt es kein innen und kein aussen,
kein ich und keine Welt,
kein vorher und kein nachher,
kein gestern und kein morgen.
Was kann es nur sein?

Was kann es nur sein?
Es ist erfahren, erleben.

Die ‘Grenze’ sind die Gedanken.
Sobald Gedanken da sind, bin ich getrennt.

Jetzt ist einfach alles.
(Klingt wie Spruch von Meister Yoda.)

:-)

Heute keine besonderen Vorkommnisse. Habe versucht das Erlebnis der Spiegeluebung zu reproduzieren - hat nicht ganz geklappt. Vllt. wg. Erwartungen. Macht nichts.

Liebe Gruesse

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Re: Ich falle und falle

Postby Matze08 » Sun May 21, 2017 3:27 pm

Hi Tamara :-)

Schön, dass der Schock erstmal überstanden ist.
Es ist erfahren, erleben.
Die ‘Grenze’ sind die Gedanken.
Sobald Gedanken da sind, bin ich getrennt.
Ja, gut beschrieben :-) Gewisse Gedankenstrukturen bleiben natürlich erhalten, sonst könnte der Körper gar nicht überleben, du würdest wohl nicht einmal mehr deine persönliche Identität kennen. Einfach alles, und nichts was erfährt.

Habe versucht das Erlebnis der Spiegeluebung zu reproduzieren - hat nicht ganz geklappt. Vllt. wg. Erwartungen. Macht nichts.
Deine wichtigste Aufgabe nun - relax! Du weißt, was da passiert ist, es ist unumkehrbar. Dem Verstand gefällt das nun überhaupt nicht, da er nicht "nichts" greifen kann. Konzentriere dich so oft es geht auf die Welt der Sinne, und das nur zum völligen Selbstzweck, lass die Emotionen hochkommen, aber verlier dich dabei nicht in Gedanken. Ich weiß, das ist an deinem jetzigen Punkt nun viel einfacher gesagt als getan ...

Magst du mal ganz spontan dein jetziges Erleben beschreiben? Auch was dir so für Gedanken kommen.

Freue mich auf deinen Bericht :-)


Matze

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Re: Ich falle und falle

Postby WhiteLotus » Mon May 22, 2017 2:22 am

Hi Matze,
Magst du mal ganz spontan dein jetziges Erleben beschreiben? Auch was dir so für Gedanken kommen.
Sitze im Cafe und warte auf Fruehstueck.
Blick faellt auf Kellnerin mit blauem T-Shirt. Schoene Farbe. Erkennen, dass das ein Gedanke/Urteil ist. Laecheln. Gedanke, dass ich das hier ‘gut’ machen muss. Geraeusche von Motorraedern. Stimmen und Hahnkraehen. Tippen. Erleben zu schnell zum Tippen. Fruehstueck wird gebracht. Nehme wahr, dass ich schon den Loeffel in der Hand. Nicht bemerkt, wie ich danach gegriffen habe. Ist das gut oder schlecht? Nicht achtsam? Egal. Muster vom Brown Rice in Kokosmilch. Stochere mit Loeffel in der Schuessel. Spielkind. Laecheln. Erinnerung an meine Oma. Ueberraschend Tränen. Bild meiner Oma vor Augen, aber kein greifbarer Gedanke. Einzelne purzelnde Gedankenanfaenge. Will ich da jetzt reinfuehlen, um es aufschreiben zu koennen? Nein. Kein impuls dazu da. Ruehre Palmsirup in Kokosmilch. Muster. Weiss und golden. Schmecken. wie Rapssirup, den mein Vater gegessen hat. Erinnerung. Registriere heute viele Family-Gedanken. Essen schmecken cremig mehr Sirup muster. Registriere, dass keine vollst. Saetze. Unwichtig alles genau zu beschreiben. Uninteressant anstrengend sinnlos? Stimmen und Motorradgeraeusche. Kauen. Warten auf Gedanken. Blauer Gartenschlauch. Farbe, wie Freibadbecken innen gestrichen. Bin zurueckgegangen, um Satz zu korrigieren. Welches war wirklich der erste Gedanke? Hatte schon weitergedacht. Voegel und Wolken. Schuesselchen leeren, wegstellen, Serviette zusammenknuellen. Neue Sitzposition autom. eingenommen. Reicht das an Beschreibung? Gedanken ruhiger, wenig zweite oder dritte Gedanken nach erstem. Glaub ich. Thinking again. Laecheln.

Rueckblick auf gestern
Gestern hatte ich teilweise Gedanken, die unangenehme Gefuehle gemacht haben. Habe mich immer wieder daran erinnert, dass diese Gedanken niemandem gehoeren.
Wenn ich aus Hoeflichkeit gegen Impuls handele, Treffen sofort zu verlassen, ‘scheinen’ Gedanken dazu laengere Zeit zu kommen. ‘Innerliche Diskussion’, Scham- Gedanken, Gedanken, dass es gut war zu gehen, Loyalitaets-Gedanken. Ein Bekannter hatte mich mitgenommen zu einem Treffen mit Schriftstellern. Ich hab registriert, dass ich die Leute nicht mochte (abwertende Gedanken). Dann Gedanke: “Ist das Widerstand gegen das, was ist? Sollte ich bleiben?” Gespraeche bestanden aus Geschichten (Selbstdarstellung). Eindruecke von Ausfragen, Rechtfertigen muessen. Ich schwieg meistens und hatte keine Lust was zu erzaehlen. Bin ‘meine Geschichten’ sowieso leid. Wenn man reist trifft man viele Leute und erzaehlt, was man gemacht hat, wo man war, wie lange man bleibt, wo es dann hingeht. Blabla. Die Katzen in dem Cafe fingen an, an meinem Rock zu zerren. Da bin ich gegangen.
Ich glaube :-) ich durchschaue meine Muster und Glaubenssaetze mehr. Bei Gedanken, die einander widersprechen, gucke ich genau hin, sie verursachen starke Emotion. Ansonsten hab ich wenig Lust auf Gespraeche. Kann man nicht einfach mal nebeneinander sitzen? Habe den Eindruck, dass Gedankenkaskaden kleiner werden oder manchmal nach einem Gedanken enden. Will nicht mehr schreiben.

heute, spaeter
Habe liebe Mail bekommen.
Wie gehe ich auf all die 'Gedanken' ein?
Will lieber was tun (umarmen), statt zu reden.

Bin ich noch gesellschaftsfaehig?
Obwohl - war ich das je? Wahrscheinl. mit viel Anstengung und Luegen und falschem Laecheln.
Ist die Gesellschaft tamarafaehig?
Who cares?
Registriere, wie zutreffend... :-))

Liebe Gruesse

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Re: Ich falle und falle

Postby Matze08 » Mon May 22, 2017 12:43 pm

Hi Tamara,

Danke für den Bericht :-)
Who cares?
Was für eine tolle Antwort auf diese ganzen "Fragen" des Verstandes ^^

Da ist nun viel Gleichgültigkeit, alles ist bedeutungslos, aber ist es nicht irgendwie wundervoll wie alles da ist? Sonst wäre einfach gar keine Erfahrung, nur nichts, nichts, nichts ...

Gewöhne dich an die neue Perspektive, die kann dir nun keiner mehr nehmen, du musst im Prinzip nichts mehr tun, Sein ist da und egal wo du hinkommst es wird sich niemals ändern :-)

Kann ich dir sonst noch helfen?


Liebe Grüße,
Matze


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